Couze-et-Saint-Front (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Bastides Dordogne-Périgord. Die Einwohner werden Couzots und Couzotes genannt.

Geografie

Couze-et-Saint-Front liegt etwa 39 Kilometer südlich von Périgueux, etwa 41 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 18 Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac am linken Ufer der Dordogne in der Région naturelle des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet wird außer von der Dordogne von ihrem Nebenfluss, der Couze, sowie von einem kleineren Fließgewässer entwässert.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Couze-et-Saint-Front liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär sowie einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich abgesehen vom Tal der Dordogne über eine ziemlich bewaldete, hügelige Landschaft, die von der Dordogne im Norden begrenzt und vom Tal der Couze durchschnitten wird. Das Zentrum der Gemeinde befindet sich langgestreckt im Charakter eines Straßendorfs am rechten Ufer der Couze mit Höhe an der Pfarrkirche Saint-Étienne. Der topografisch höchste Punkt befindet sich im Süden nahe des Lieu-dits Pécoral. Der tiefste Punkt liegt auf Meereshöhe im äußersten Nordwesten beim Austritt der Dordogne aus dem Gemeindegebiet.

Rund 51 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 36 % werden landwirtschaftlich genutzt, etwa 8 % entfallen auf bebaute Flächen, etwa 6 % auf Binnengewässer.

Umgeben wird Couze-et-Saint-Front von den sechs Nachbargemeinden:

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Couze-et-Saint-Front Naturrisiken manifestieren sich in Couze-et-Saint-Front vor allem als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Dordogne und am Mündungsgebiet der Couze Dürren Waldbrände Bodensetzungen.

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1993, 1996 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.

Wie die Risikokarte zeigt, sind rund 60 % des Gemeindegebiets von einer mittleren, im Südwesten, Süden und Südosten teilweise von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2011 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Die Gemeinde liegt außerdem flussabwärts des Staudamms Bort-les-Orgues, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter) im Département Corrèze, das seit 2009 einem sogenannten Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesen Staudämmen der Klasse A und mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch eines dieser Bauwerke entstünde.

Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung im Südwesten der Nachbargemeinde des Gemeindegebiets Lalinde in der Nähe des Ufers der Dordogne. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.

Die Gemeinde ist einem Industrierisiko ausgesetzt, da ein Teil ihres Gebiets im äußersten Nordwesten innerhalb des Geltungsbereichs des Technologierisikopräventionsplans (PPRT) für die chemische Anlage der Polyrey SA in Baneuil liegt. Diese besitzt einen „hohen SEVESO-Schwellenwert“. Als SEVESO-Betriebe gelten Betriebe, die gefährliche, giftige oder umweltschädliche Stoffe in Mengen lagern, verwenden oder produzieren, die bestimmte gesetzlich festgelegte Grenzwerte überschreiten. Die technologischen Risiken der Anlage betreffen Explosionen, Feuer und giftigen Ausstoß.

Etymologie und Geschichte Der Name von Couze ist bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts in der Schreibweise Coza (1117) belegt und änderte sich bis heute kaum. Man findet Cosa im 13. Jahrhundert (1210), dann Prioratus Sanctus Stephani de Cosia, vulgo (in der Gemeinsprache) de Coze (1471). Das angesprochene Priorat der Benediktiner war abhängig von der Abtei Charroux im Poitou. Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Name auch die Schreibweise Couse. Das Dorf nahm den Namen des Flusses Couze an, der am Ende des 13. Jahrhunderts als Causers in einer Schrift erschien, dann im 15. Jahrhundert nahe an der heutigen Form (Cosa, 1460). Zahlreiche Fließgewässer tragen ähnliche Namen im Périgord, die alle einer vorkeltischen hydronymischen Wurzel °cosa () entstammen.

Der Name von Saint-Front erschien im 13. Jahrhundert in Sanctus Fronto al colors (1276), dann in Sanctus Fronto super Flumine de Dordonia (; 1289). In der Folge wurde der Name im 14. Jahrhundert in Sanctus Fronto de Corolio prope Lindiam () belegt, der sich in Saint Front de Colors (1471) und Saint Front de Colloreis (1742) einpendelte. Die Umstellung zwischen -r und -l geschieht häufig in Kopien. Corols und colors stammen vom altokzitanischen coulauro, hervorgegangen aus dem lateinischen coluber, das eine Natter oder allgemein eine Schlange bezeichnet. Es könnte den Einfluss des okzitanischen oder lateinischen Worts color () vermuten, das auch ein trügerisches Aussehen bezeichnet. Die Schlange wird als Tier der Finte angesehen, was mühelos von Schlangen zu den Drachen der Fabeln wechseln lässt. Eine Legende behauptet, den Namen zu erklären. Sie erzählt, dass gegenüber von Lalinde einst ein Drache die Bevölkerung terrorisierte. Er lebte in einer Höhle im Steilfelsen. Der heilige Fronto von Périgueux war von tiefem Mitgefühl bewegt angesichts des Berichts, den er über all diese Verwüstungen erhielt. Er überquerte den Fluss, kletterte bis zur Höhle und sobald er sich in der Gegenwart des Monsters befand, bekreuzigte er sich und befahl dem Drachen im Namen von Jesus Christus, in den Ozean zurückzukehren und nie wieder an den von Menschen bewohnten Orten zu erscheinen. Der Drache stürzte sich daraufhin in die Dordogne und das Land war für immer erlöst. Diese Legende erklärt das Vorhandensein einer Figur, die ein Kreuz hält hinter der Darstellung von Eva und der Schlange auf einem romanischen Kapitell in der Kapelle Saint-Front-de-Colubri (de Coulaury im 19. Jahrhundert).Siehe Tanet, Hordé, Seiten 125–126

Das Dorf Couze hat vermutlich vorkeltische Ursprünge. Eine Ausgrabung mit dem Namen fauteuil des rois () befindet sich an der Steilwand des Flussufers. Im Mittelalter wurde die Gemeinde von einer Burg überragt, dessen Seigneur die Region erpresste und ausplünderte. Im Jahre 1448 machte der Sire von Lanquais Couze und ihrer Burg dem Erdboden gleich und beendete das Unwesen des Seigneurs von Couze. Aufgrund der hohen Reinheit des Flusses Couze und seiner hohen Durchflussgeschwindigkeit etablierten sich ab dem 15. Jahrhundert Papiermühlen und brachten Couze ein gewisses Renommee. Gleichzeitig wurde ein Hafen gebaut, um das Papier nach Bergerac und Bordeaux mit dem Flussschiff zu transportieren. Ein Bodenregister von 1530 führte neun Mühlen auf, die bis zum 19. Jahrhundert in Betrieb waren. Sie standen nicht exklusiv für die Papierherstellung zur Verfügung, denn sie mahlten auch Weizen. Im 17. und 18. Jahrhundert war Couze eines der größten Zentren der Papierherstellung mit dreizehn Mühlen. In der ersten Hälfte bekam die manuelle Papierproduktion Konkurrenz durch mechanische Werkstätten. Ab 1873 spezialisierte sich deshalb die Herstellung auf Filterpapier für die chemische Industrie. Nach den ökonomischen Schwierigkeiten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Papierherstellung am Ende des Jahrhunderts wiederbelebt.

1829 haben sich die Gemeinden Couze und Saint-Front zur Gemeinde Couze-et-Saint-Front zusammengeschlossen.

Auf der Anhöhe mit der Kirche von Saint-Front ist der Boden rechts neben dem Eingang von einer außergewöhnlich hohen Menge von Schlacke bedeckt, die bei der Gewinnung von Eisen während der Antike entstand.

Einwohnerentwicklung

Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche Saint-Étienne mini|Pfarrkirche Saint-Étienne Die dem Schutzpatron der Gemeinde geweihte Kirche wurde gegen 1895 aus Werksteinen erbaut. Das dreischiffige Langhaus ist mit einem Kreuzrippengewölbe gedeckt. Fünfzehn Glasfenster sind Werke des Glasmalers Perrier aus Périgueux und entstanden in der gleichen Zeit wie die Errichtung der Kirche. Jedes Fenster trägt neben der Signatur des Glasmalers den Namen des jeweiligen Spenders.

Sie zeigen in den Lanzetten der spitzbogenförmigen Fenster folgende Motive und biblische Personen: den guten Hirten, die Unbefleckte Empfängnis, den heiligen Stephanus als Diakon, den heiligen Franz von Assisi, den Apostel Petrus Johannes den Täufer, die heilige Klara von Assisi, die heilige Elisabeth von Thüringen, die heilige Johanna Franziska von Chantal, die heilige Katharina von Alexandrien, der heilige Honorius, der heilige Karl Borromäus und Ludwig IX., genannt der Heilige.

Ehemalige Pfarrkirche Saint-Pierre von Couze mini|Ehemalige Pfarrkirche Saint-Pierre