Der Kremlin Cup () ist ein jährlich ausgetragenes Billardturnier im Olimpijski in der russischen Hauptstadt Moskau. Rekordsieger sind der Ukrainer Jaroslaw Tarnowezkyj und die Russen Wladislaw Osminin und Iossif Abramow mit jeweils zwei Titeln. Bei den Damen war die Russin Diana Mironowa mit bislang sieben Turniersiegen am erfolgreichsten.
Neben den Weltmeisterschaften gilt der Kremlin Cup als eines der bedeutendsten Turniere im Russischen Billard. Gespielt werden die Disziplinen Freie Pyramide (Damen) und Kombinierte Pyramide (Herren). Bis 2009 wurde auch der Herrenwettbewerb in der Freien Pyramide ausgespielt.
Seit 2011 findet parallel ein gleichnamiges Poolbillardturnier statt.
Geschichte Erstmals ausgetragen wurde das Turnier im Mai 2005 im Moskauer Olimpijski, wo fünf Monate zuvor die Weltmeisterschaft stattgefunden hatte. Die Erstaustragung mit 16 Teilnehmern gewann der amtierende Weltmeister Qanybek Saghyndyqow. Nach einem Jahr Pause findet der Kremlin Cup seit 2007 jährlich statt, meistens im Oktober. 2008 wurde das Turnier für alle Spieler geöffnet und über 100 Teilnehmer waren dabei. In den folgenden Jahren vergrößerte sich das Teilnehmerfeld weiter, 2011 nahmen erstmals über 200 Spieler teil, 2013 gar 318. Anschließend ging die Teilnehmerzahl wieder etwas zurück, zuletzt lag sie bei etwa 190 (2019). 2020 wurde das Turnier aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt.
Nachdem die ersten vier Austragungen in der Disziplin Freie Pyramide gespielt wurden, wechselte man 2009 zur Kombinierten Pyramide. Der seit 2008 ausgetragene Damenwettbewerb wird weiterhin in der Freien Pyramide gespielt.
Bei der sechsten Austragung im Jahr 2011 sicherte sich der Ukrainer Jaroslaw Tarnowezkyj als erster Spieler seinen zweiten Sieg. Drei Jahre später gelang dem Russen Wladislaw Osminin als erstem Spieler die Titelverteidigung.
Auch der Damenwettbewerb war zunächst ausgeglichen. Die ersten vier Turniere wurden von vier verschiedenen Spielerinnen gewonnen. In den Jahren danach dominierte Rekordweltmeisterin Diana Mironowa den Kremlin Cup. Sie gewann fünf der sechs Turniere zwischen 2012 und 2017. 2019 gewann mit der Belarussin Kazjaryna Perepetschajewa erstmals eine nicht aus Russland stammende Spielerin.
Preisgeld Das Preisgeld wurde von 2011 bis 2015 stark erhöht und für die Turniergewinner ungefähr verdoppelt. Bekam der Sieger 2011 noch 280.000 Russische Rubel (Siegerin: 140.000 Rubel), waren es 2015 bereits 520.000 Rubel (Siegerin: 300.000 Rubel). In den folgenden Jahren wurde das Gesamtpreisgeld der beiden Pyramidewettbewerbe jedoch um 700.000 Rubel gesenkt, während das Preisgeld des parallel ausgetragenen Poolbillardturniers um den gleichen Betrag erhöht wurde. Herren Damen Sieger 440.000 RUB 250.000 RUB Finalist 220.000 RUB 130.000 RUB Halbfinalist 130.000 RUB 100.000 RUB Viertelfinalist 100.000 RUB 60.000 RUB Achtelfinalist 45.000 RUB 30.000 RUB Letzte 32 20.000 RUB 15.000 RUB Gesamt 2.000.000 RUB 1.300.000 RUB 3.300.000 RUB Stand: 2019
Herren Die Turniere im Überblick Jahr Sieger Ergebnis Finalist Halbfinalisten Disziplin 2005 Qanybek Saghyndyqow 7:6 Kirill Anischtschenko Uladsislau Wassilenka Freie Pyramide Wladimir Petuschkow 2007 Kirill Anischtschenko 5:3 Juri Paschtschinski Qanybek Saghyndyqow Jaroslaw Wynokur 2008 Dmitri Petropawlowski 5:3 Wladimir Ljutow Pawel Mechowow Pawel Kusmin 2009 Jaroslaw Tarnowezkyj 4:2 Dmitri Bajew Aleh Retschyz Sergei Bagirow 2010 Älichan Qaranejew 5:2 Vijay Drangoy Pawel Mechowow Kombinierte Pyramide Wladislaw Osminin 2011 Jaroslaw Tarnowezkyj 4:3 Dmitri Bajew Jauhen Saltouski Armen Gabrieljan 2012 Jewgeni Stalew 5:3 Kanybek Sagynbajew Nikita Liwada Dmytro Biloserow 2013 Wladislaw Osminin 5:2 Jewhen Nowossad Artur Piwtschenko Kanybek Sagynbajew 2014 Wladislaw Osminin 5:3 Älichan Qaranejew Maxim Pan Alexander Banny 2015 Pawlo Radionow 6:5 Älichan Qaranejew Pawel Kusmin Leonid Schwyrjajew 2016 Dmytro Biloserow 4:0 Älibek Omarow Serghei Krîjanovski Kamoliddin Jessiddinow 2017 Aleksandr Sidorov 30:15 Rasmik Wardanjan Asis Madaminow Maxim Pan 2018 Oleg Jerkulew 5:4 Serghei Krîjanovski Aleksandr Sidorov Iossif Abramow 2019 Iossif Abramow 5:1 Andrij Kljestow Michail Zarjow Jauhen Saltouski 2020 abgesagt aufgrund der COVID-19-Pandemie 2021 Iossif Abramow 6:2 Almas Äbsejit Nikita Wolodin Jauhen Saltouski
Rangliste der Sieger Platz Spieler 1 Wladislaw Osminin 2 0 1 Iossif Abramow 2 0 1 3 Jaroslaw Tarnowezkyj 2 0 0 4 Älichan Qaranejew 1 2 0 5 Kirill Anischtschenko 1 1 0 6 Qanybek Saghyndyqow 1 0 1 Dmytro Biloserow 1 0 1 Aleksandr Sidorov 1 0 1 9 Dmitri Petropawlowski 1 0 0 Jewgeni Stalew 1 0 0 Pawlo Radionow 1 0 0 Oleg Jerkulew 1 0 0
Damen Die Turniere im Überblick Jahr Siegerin Ergebnis Finalistin Halbfinalistinnen Disziplin 2008 Anastassija Luppowa 3:1 Lubov Parijer Swetlana Maximowa Freie Pyramide Natalja Trofimenko 2009 Xenija Lukjanenko 3:0 Anastassija Luppowa Tetjana Melichowa Diana Mironowa 2010 Diana Mironowa 4:1 Olga Prochorowa Lubov Parijer Olga Milowanowa 2011 Olga Milowanowa 4:1 Natalja Trofimenko Alena Bunas Aljaksandra Hisels 2012 Diana Mironowa 5:4 Olga Milowanowa Sarjana Prytuljuk Anastassija Kowaltschuk 2013 Diana Mironowa 5:1 Polina Jaroschewitsch Aljaksandra Hisels Anastassija Kowaltschuk 2014 Olga Milowanowa 5:3 Tatjana Maximowa Diana Mironowa Aljaksandra Hisels 2015 Diana Mironowa 5:1 Kazjaryna Perepetschajewa Ljubow Dolgaja Natalija Kornewa 2016 Diana Mironowa 4:3 Olga Milowanowa Kristina Guds Elina Nagula 2017 Diana Mironowa 65:20 Tatjana Maximowa Anastassija Kowaltschuk Olga Milowanowa 2018 Anastassija Stanowowa 3:2 Kristina Saltowskaja Arina Batschinskas Anastassija Swerinzewa 2019 Kazjaryna Perepetschajewa 4:1 Elina Nagula Darja Michailowa Kristina Guds 2020 abgesagt aufgrund der COVID-19-Pandemie 2021 Diana Mironowa 6:1 Elina Nagula Darja Michailowa Anna Kostylewa
Rangliste der Siegerinnen Platz Spielerin 1 Diana Mironowa 7 0 2 2 Olga Milowanowa 2 2 2 3 Anastassija Luppowa 1 1 0 Kazjaryna Perepetschajewa 1 1 0 5 Xenija Lukjanenko 1 0 0 Anastassija Stanowowa 1 0 0
Einzelnachweise
Kategorie:Russisches-Billard-Turnier Kategorie:Billardturnier in Moskau Kategorie:Olimpijski Kategorie:Erstveranstaltung 2005