Die ehemalige Handball-DDR-Oberliga der Frauen startete in der Saison 1990/91 als „1. Handball-Liga“ und wurde infolge der deutschen Wiedervereinigung in den Spielbetrieb des Deutschen Handballbundes eingegliedert. Mit dem SC Leipzig wurde der letzte Hallenhandballmeister der Frauen für den Bereich der ehemaligen DDR gekürt, die im Anschluss in zwei offiziellen Endspielen um den ersten gesamtdeutschen Handballmeister gegen TuS Walle Bremen Meister der „westdeutschen“ Frauen-Handball-Bundesliga unterlagen.

Saisonverlauf Die letzte Saison der ostdeutschen Frauen-Handballmeisterschaft startete am 8. September 1990 und wurde am 5. Mai 1991 mit dem letzten Spiel abgeschlossen. Statt wie bisher zehn Mannschaften, waren elf Teams beteiligt, da es 1989/90 nur einen Absteiger aber mit dem SV BVB 49 und dem TSV Erfurt zwei Aufsteiger gab. Aufgrund zahlreicher Abgänge konnte der BFV Frankfurt/Oder (ehemals ASK Vorwärts) seinen Meistertitel nicht verteidigen und wurde vom SC Leipzig abgelöst. Die 1. Handball-Liga wurde nach der Saison aufgelöst und die beteiligten Mannschaften in die Handball-Bundesliga der Frauen (Platzierungen 1 bis 10) und die 2. Bundesliga (Tabellenletzter SV 1950 Neubrandenburg) überführt.

Tabellen Abschlusstabelle

Legende: Meister (Ost) und Teilnehmer an den Endspielen zur gesamtdeutschen Meisterschaft sowie Eingliederung in die Handball-Bundesliga (Frauen) 1991/92 Eingliederung in die Handball-Bundesliga (Frauen) 1991/92 Eingliederung in die 2. Handball-Bundesliga (Frauen) 1991/92 (M) DDR-Meister 1990, (P) FDGB-Pokalsieger 1990, (N) Aufsteiger aus der DDR-Liga 1989/90

Namensänderungen zur Saison 1990/91 ASK Vorwärts Frankfurt/O. ⇒ BFV Frankfurt/O. BSG Sachsenring Zwickau ⇒ BSV Sachsen Zwickau BSG Berliner Verkehrsbetriebe ⇒ SV BVB 49 BSG Umformtechnik Erfurt ⇒ TSV Erfurt BSG Einheit/Sirokko Neubrandenburg ↔ SV 1950 Neubrandenburg

Kreuztabelle 1990/91 8. September 1990 – 5. Mai 199126px|SC Leipzig BFVFrankf.26px|TSC Berlin26px|SC Magdeburg26px|BSV Sachsen Zwickau25px|SC Empor Rostock26px|SV BVB 4926px|BSG Halloren Halle26px|TSG Wismar26px|TSV Erfurt Neubr'burg 1. SC Leipzig 18:1826:1736:2030:921:1434:1429:1831:1633:1731:17 2. BFV Frankfurt/O. 20:26 24:1523:2033:1834:1922:1531:1024:1422:1334:11 3. TSC Berlin 24:1820:24 19:2229:2226:2330:1428:1424:2234:1724:10 4. SC Magdeburg 21:2719:2324:23 23:1429:2129:2426:2022:1733:1628:19 5. BSV Sachsen Zwickau 14:2016:1618:1919:22 21:2121:1524:1221:1333:1821:13 6. SC Empor Rostock 15:2817:2020:2726:2516:17 21:18 SC Empor Rostock – BSG Halloren Halle (6. Spieltag) ; Wertung 2:0 Punkte und 20:0 Tore für Rostock, da Halle nicht an trat.20:2026:1717:16 7. SV BVB 49 14:2316:2312:2126:2517:1720:25 23:1721:2021:2018:17 8. BSG Halloren Halle 14:3218:2520:2121:2415:1728:2322:22 19:1523:1529:16 9. TSG Wismar 17:2519:3313:2312:2215:21 TSG Wismar – SC Empor Rostock 23:21 (9. Spieltag) ; Wertung 2:0 Punkte und 20:0 Tore für Rostock, da Wismar eine nichtspielberechtigte Spielerin einsetzte.25:3022:20 24:2222:14 10. TSV Erfurt 14:33 TSV Erfurt – BFV Frankfurt/O. 18:30 (12. Spieltag) ; Wertung 2:0 Punkte und 20:0 Tore für Frankfurt/O., da Erfurt eine nichtspielberechtigte Spielerin einsetzte.14:3517:2417:2322:2421:2116:1624:20 15:14 11. SV 1950 Neubrandenburg 11:2510:2414:2323:2316:1616:2518:2213:1519:2121:15

Torschützenliste Kerstin Nindel wurde mit 152 Toren zum zweiten Mal nach 1985 Torschützenkönigin der „DDR-Oberliga“. Spieler Verein Tore / 7 m 1. Kerstin Nindel SC Leipzig 152 / 88 2. Josefine Grosse TSC Berlin 131 / 46 3. Franziska Heinz SC Magdeburg 111 / 39 4. Gabrielle Palme SC Magdeburg 101 / 24 5. Ines Seidler BSG Halloren Halle 98 / 22 6. Gloria Thurm TSV Erfurt 97 / 37 7. Cornelia Gräf SV BVB 49 95 / 45 8. Beatrice Reichel SC Magdeburg 91 / 48 9. Ines Schmidt BSV Sachsen Zwickau 89 / 40 10. Kerstin Mühlner SC Leipzig 82 / 8 Manuela Fiedel BFV Frankfurt/O. 82 / 48

Statistik In der Saison 1990/91 fanden zur Ermittlung des ostdeutschen Frauen-Handballmeisters 110 Spiele statt, von denen drei am grünen Tisch entschieden wurden. In den restlichen Spielen fielen 4.456 Tore, ≈ 42 pro Begegnung. Mit 546 Toren war die Meistermannschaft vom SC Leipzig am treffsichersten. Auch die Torschützenkönigin der Saison Kerstin Nindel kam vom SC Leipzig. Sie traf 152-mal, davon 88-mal vom Siebenmeterpunkt. Das torreichste Spiel fand bei der Begegnung SC Leipzig – SC Magdeburg statt, als beim 36:20 56 Tore fielen. Den höchsten Sieg erzielte der BFV Frankfurt/Oder beim 34:11-Heimsieg über den SV 1950 Neubrandenburg.

Meistermannschaft 1. SC Leipzig 60px|Logo vom SC Leipzig Tor: Michaela Schanze (18/–), Andrea Stolletz (14/–) Feldspieler: Anja Krüger (20/77), Sabine Quednau (20/44), Angela Werner (20/72), Ines Zimmermann (20/44), Kerstin Knüpfer (19/82), Kerstin Nindel (19/152), Silvana Dathe (17/17), Beate Müller (15/16), Carola Ciszewski (12/35), Liane Voge (4/7), Diana Friedrich (1/–) – (Spiele/Tore) Trainer: Lothar Doering

Finale gesamtdeutsche Meisterschaft

gesamtdeutscher Meister und Teilnehmer am Europapokal der Landesmeister 1991/92 Teilnehmer am IHF-Pokal 1991/92

Siehe auch Handball-FDGB-Pokal 1990/91 (Frauen) Handball-DDR-Oberliga (Männer) 1990/91

Literatur

Weblinks Archiv DDR-Oberliga Frauen. In: bundesligainfo.de. Abgerufen am 27. Januar 2026.

#1990 Kategorie:Handballsaison 1990/91