Der Chevrolet Cruze (interne Typbezeichnung J300) ist ein Pkw-Modell des Automobilherstellers General Motors, der zu der Kompaktklasse gezählt wird.

Modellhistorie und Karosserievarianten Auf der Automobil-Ausstellung Mondial de l’Automobile im wurde der Cruze als Nachfolger der Modelle Chevrolet Nubira (Europa/Asien) und Chevrolet Cobalt (USA/Kanada) vorgestellt. In Südkorea kam das Fahrzeug Ende unter der Bezeichnung Daewoo Lacetti auf den Markt, in Europa wurde der Cruze ab angeboten. In Australien kam der Wagen 2009 unter der Bezeichnung Holden Cruze auf den Markt und ersetzte den Holden Astra.

Schon zuvor wurde auf bestimmten Märkten der Subaru Justy als Chevrolet Cruze vermarktet.

In den USA war die Markteinführung zunächst für anvisiert, diese erfolgte auf Grund der Konsolidierungschwierigkeiten von General Motors zu dieser Zeit jedoch erst 2011.www.egmcartech.com vom 30. Oktober 2008 (Englisch): „Chevrolet Cruze goes on sale in Korea as Daweoo Lacetti“www.egmcartech.com vom 25. Oktober 2008 (Englisch): „Chevrolet Cruze delayed until 2011, Malibu until 2013“ Die Versionen für USA und Kanada wurden in Lordstown gefertigt.

Zwei Jahre nach der Vorstellung der Stufenhecklimousine wurde im auf der Mondial de l’Automobile in Paris die fünftürige Schrägheckvariante als seriennahes Konzeptfahrzeug vorgestellt, die Serienversion wurde ab in Europa verkauft. Eine Kombiversion namens Cruze Station Wagon kam am auf den Markt.Das Auto-Magazin 2.0: Vorstellung Chevrolet Cruze Kombi Formal erstmals öffentlich gezeigt wurde die Kombivariante auf dem Genfer Auto-Salon 2012.

Modellpflege Auf der Busan Motor Show wurde formal Mitte 2012 ein erstes Facelift für den Chevrolet Cruze präsentiert. Mit Einführung des Kombis wurden die Stufen- und Schrägheckversionen des Cruze im September 2012 einer Modellpflege unterzogen, was an einer neu designten Frontschürze erkennbar ist.

Nach einem zweiten Facelift wurde das Fahrzeug in China ab Herbst 2014 als Chevrolet Cruze Classic verkauft.

Im Jahr 2015 erhielt das Modell ein drittes Facelift, in Nordamerika wurde das Fahrzeug als Chevrolet Cruze Limited ein weiteres Modelljahr, hauptsächlich für das Flottengeschäft bestimmt, verkauft.

Design Das Design von Taewan Kim orientiert sich mehr an amerikanischen Modellen des Herstellers wie zum Beispiel am Chevrolet Malibu. Die Frontpartie ist kantig gestaltet und verfügt über den für Chevrolet typischen, zweigeteilten Kühlergrill mit einem größeren Markenemblem. Die Seitenansicht ist durch eine Lichtkante oberhalb der Türgriffe und ein angedeutetes drittes Fenster geprägt. Die Heckansicht wird durch rundliche, zweigeteilte Leuchten und eine Chromleiste gegliedert. Im Innenraum wird das Twin-Cockpit-Prinzip angewendet, bei dem eine breite Mittelkonsole die Bereiche für Fahrer und Beifahrer festlegt.

Ausstattung

Für den Cruze standen drei verschiedene Ausstattungsvarianten zur Verfügung, die an verschiedene Motorisierungen gebunden waren. Das Basismodell LS verfügte über ein ABS, eine elektronische Stabilitätskontrolle mit Traktionskontrolle sowie Front-, Seiten- und Kopfairbags vorn. Weiterhin gab es eine Servolenkung, eine elektronische Wegfahrsperre, ein CD-Radio, elektrische Fensterheber vorne sowie höhenverstellbare Fahrer- und Beifahrersitze. Darüber rangierte die LT-Version und die wiederum höherwertige Ausstattung namens LTZ. Je nach Modell gab es wahlweise ein sprachgesteuertes DVD-Navigationssystem mit 7,0-Zoll-Farbbildschirm oder CD-Radio-Anlagen mit USB-Anschluss, vier oder sechs Lautsprechern und Festplattenspeicher sowie Parksensoren und Klimaautomatik. Der Grundpreis für das Basismodell mit 1,6-Liter-Ottomotor betrug 14.990 Euro,Auto-News Online-Ausgabe vom 13. März 2009: „Chevrolet gibt die Preise für den Cruze bekannt“ der Grundpreis für das Spitzenmodell SW 2.0 TD AT6 betrug 27.490 Euro.

Sondermodelle Auf der IAA 2009 wurde der Cruze Irmscher Edition auf Basis der LT-Ausstattung vorgestellt. Dieser wurde gemeinsam mit Irmscher entwickelt und verfügt über 18-Zoll-Leichtmetallräder, eine Fahrwerkstieferlegung, Einstiegsleisten mit Irmscher-Schriftzug und eine Edelstahl-Auspuffblende.auto-motor-und-sport.de:

Später wurde die Irmscher Edition von dem Sondermodell Cruze SportsLine abgelöst. Dieses umfasst einen ähnlichen Umfang. Die SportsLine Version war auch für andere Chevrolet Modelle erhältlich, wie Spark, Aveo, Orlando und Captiva.

Verkaufszahlen Der Chevrolet Cruze wurde 2011 weltweit 704.691 Mal verkauft. Damit ist er mit deutlichem Vorsprung das meistverkaufte Modell von General Motors. Die größten Anteile entfallen dabei auf die USA mit 230.000 und China mit 220.000 Fahrzeugen. Weitere größere Erfolge gab es in Russland mit 38.000 (Rang 18), Kanada mit 34.000 (Rang 11) und Südkorea mit 27.000 Fahrzeugen (Rang 17). In Australien wurden als Holden Cruze knapp 34.000 Fahrzeuge verkauft (Rang 5). Die aktuellen Verkaufszahlen liegen laut Chevrolet Deutschland (Stand Juni 2012) weltweit bei über 1,3 Millionen Fahrzeugen.

Motorsport mini|Chevrolet Cruze in der Tourenwagen-WM Ab 2009 setzte das Chevrolet-Werksteam RML Group eine Super-2000-Rennversion des Cruze in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft ein. Der Cruze löste damit den Lacetti ab, welcher ab 2005 im Einsatz war. Angetrieben wird der Cruze von einem 2,0-l-Vierzylindermotor mit einer maximalen Leistung von 209 kW (284 PS) bei 8500 min−1 und einem maximalen Drehmoment von 260 Nm bei 5800 min−1.

Technik Das knapp 4,60 Meter lange Fahrzeug (4,68 Meter als Kombi) mit Platz für fünf Personen basiert auf der Delta-II-Plattform von GM, die beispielsweise beim Opel Astra J Verwendung findet. Gebaut wird der von internationalen Ingenieuren entwickelte Wagen weltweit in verschiedenen GM-Werken.

Als Motorisierungen wurden in Europa zunächst zwei Otto- und zwei Dieselmotoren angeboten. Der 1,6-Liter-Basismotor leistet maximal 91 kW (124 PS) und der größere 1,8-Liter-Motor maximal 104 kW (141 PS). Beide verfügen über eine variable Ventilsteuerung. Bei den Dieselmotoren handelt es sich um einen 2,0-Liter-Common-Rail-Motor in den Leistungsstufen 92 kW (125 PS) oder 110 kW (150 PS).

Anfang 2011 wurden die beiden Dieselmotoren durch die neuere Version des 2,0-Liter-Common-Rail-Motors mit einer maximalen Leistung von 120 kW (163 PS) ersetzt. Die Kraftübertragung erfolgte bis dahin entweder durch ein manuelles Fünfganggetriebe oder ein neu entwickeltes Sechsstufen-Automatikgetriebe. Bei diesem Motor wie auch bei allen weiteren Motorisierungen bis auf das 75 kW (100 PS)-Basismodell kommt ein neues manuelles Sechsganggetriebe zum Einsatz. Auf ausländischen Märkten werden nach wie vor die 1,6- und 1,8-Liter-Modelle älterer Bauart und mit Fünfganggetriebe angeboten. Das Sechsstufen-Automatikgetriebe wurde beibehalten.Auto-News Online-Ausgabe vom 21. August 2008: Ab Februar 2012 kamen die ersten Fahrzeuge mit Start-Stopp-Automatik in den Handel.

Seit der Einführung des Kombis wurde für alle Karosserievarianten auch ein 1,4-Liter-Turbo-Ottomotor mit 103 kW (140 PS) angeboten.

Technische Daten 1.4 1.4 Turbo 1.6 1.8 1.7 TD 1.7 TD ECO 2.0 TD Bauzeitraum 2013–12/2014 07/2012–12/2014 05/2009–12/2010 01/2011–12/2014 05/2009–12/2014 03/2012–12/2014 2013–12/2014 01/2010–12/2010 05/2009–12/2010 01/2011–12/2014 Ausstattungen LS, LT LT, LT+, LTZ, LTZ+ Basis, LS LS, LT LT, LTZ LT, LT+ LT LS LT LT, LTZ, LTZ+ MotorOttomotorDieselmotor Motorbauart Vierzylinder in Reihenbauart Gemischaufbereitung Common-Rail-Einspritzung Motoraufladung– Abgas­turbo­lader –Abgasturbolader variable Ventilsteuerung ja keine Angabe Hubraum 1398 cm³ 1364 cm³ 1598 cm³ 1796 cm³ 1686 cm³ 1991 cm³ 1998 cm³ max. Leistung bei min−1 74 kW (100 PS) / 6000 103 kW (140 PS) / 4900 83 kW (113 PS) / 6400 91 kW (124 PS) / 6400 104 kW (141 PS) / 6200 96 kW (130 PS) / 4000 81 kW (110 PS) / 4000 92 kW (125 PS) / 4000 110 kW (150 PS) / 4000 120 kW (163 PS) / 3800 max. Drehmoment bei min−1 130 Nm / 4200 200 Nm / 1850–4900 153 Nm / 4200 154 Nm / 4200 176 Nm / 3800 300 Nm / 2000 280 Nm / 1750 300 Nm / 2000 320 Nm / 2000 360 Nm / 1750–2750 Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Schalt­getriebe 6-Gang-Schalt­getriebe 5-Gang-Schalt­getriebe 6-Gang-Schalt­getriebe 5-Gang-Schalt­getriebe 6-Gang-Schalt­getriebe Getriebe, optional — 6-Stufen-Automatik­getriebe — 6-Stufen-Automatik­getriebe — 6-Stufen-Automatik­getriebe Beschleunigung, 0–100 km/h 14,6 s 9,5 s 12,5 s 10,9 s 10,2 s [11,5 s] 9,8 s 12,5 s 10,3 s 8,7 s [9,9 s] 8,5 s [9,4 s] Höchstgeschwindigkeit 178 km/h 200 km/h 185 km/h 190 km/h 200 km/h [190 km/h] 200 km/h 180 km/h 196 km/h 210 km/h [200 km/h] 205 km/h [209 km/h] Kraftstoffverbrauch, nach EWG-Richtlinie, kombiniert auf 100 km 5,7 l Super 5,8 l Super 6,8 l Super 6,5 l Super 6,6 l [7,4 l] Super 4,5 l Diesel 3,9 l Diesel 5,5 l Diesel 5,6 l [6,7 l] Diesel 5,6 l [6,6 l] Diesel CO2-Emission, kombiniert 125 g/km 134 g/km 159 g/km 153 g/km 155 g/km [174 g/km] 117 g/km 104 g/km 145 g/km 149 g/km [177 g/km] 126 g/km [153 g/km] Abgasnorm nach EU-Klassifikation Euro 5 Euro 4 Euro 5 Werte in eckigen Klammern gelten für Modelle mit Automatikgetriebe

Zulassungszahlen In der Bundesrepublik Deutschland wurden zwischen 2009 und 2015 insgesamt 20.524 Cruze der ersten Generation neu zugelassen. Mit 6.374 Einheiten war 2012 das erfolgreichste Verkaufsjahr.

Weblinks

chevrolet.de:

Einzelnachweise

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