350px|SethusCalvisius Am 24. November 1615 stirbt der deutsche Komponist, Musiktheoretiker und Kantor in Schulpforta und Leipzig sowie Astronom und Mathematiker Sethus Calvisius. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1615.

Ereignisse mini|Michael Praetorius – Syntagma musicum; Titelseite des ersten Bandes April – Nach einigen Monaten Beschäftigung am Hof des Herzogs von Mantua, Ferdinando I Gonzaga, kehrt Girolamo Frescobaldi nach Rom zurück. William Brade wirkt von 1613 bis 1615 in der Hamburger Ratskapelle. John Bull geht 1615 nach Antwerpen, wo er sich zunächst mehr schlecht als recht als Hilfsorganist durchschlägt, und sogar Almosen bezieht. Thomas Campion veröffentlicht 1615 A New Way of Making Fowre Parts in Counterpoint By a Most Familiar and Infallible Rule, ein Buch über den Kontrapunkt. Juan Bautista Comes, der im Jahre 1613 die Stelle des Kapellmeisters an der Kathedrale Real Colegio Seminario del Corpus Christi in Valencia erhalten hatte, wird 1615 zum Priester geweiht. Henning Dedekind, der zunächst Kantor und Diakon in Langensalza war, übernimmt ab 1615 die Pfarrstelle in Gebesee. Giovanni Battista Grillo wird 1615 Organist an der Kirche S. Madonna dell’Orto in Venedig. Bartholomäus Helder veröffentlicht 1615 in Erfurt mit Cymbalum Genethliacum das erste von zwei Chorbücher mit mehrstimmigen geistlichen Gesängen. Texte, Melodien und Chorsätze stammen von ihm selbst. Das Werk enthält 15 Weihnachts- und Neujahrslieder im populären Villanellenstil. Rogier Michael, der seit 1587 die Position des kursächsischen Hofkapellmeisters in Dresden innehatte und beim Neuaufbau der Hofkapelle ab 1612 offenbar nicht mehr berücksichtigt wurde, wird von 1613 bis 1615 mehrfach von Michael Praetorius vertreten und 1615 folgt ihm Heinrich Schütz nach. Giovanni Picchi ist 1615 Organist an der Scuola Grande in Venedig, der heutigen Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari. Michael Praetorius vollendet den ersten Band des musiktheoretischen Werkes Syntagma musicum. Caspar Vincentius scheidet 1615 im Unfrieden aus seiner Stellung als Stadtorganist in Speyer aus und wechselt für eine gewisse Zeit an die St. Andreaskirche nach Worms. In Bologna wird die Accademia dei Floridi gegründet.

Instrumental- und Vokalmusik (Auswahl) mini|Titelseite von Bartholomäus Helders Cymbalum Genethliacum, Erfurt 1615 Agostino Agazzari – Sacrae cantiones zu einer, zwei und vier Stimmen, op. 18, Venedig: Ricciardo Amadino John Amner – Sacred hymnes of 3. 4. 5. and 6. parts for voyces and vyols, London: Edwin Allde Severo Bonini zu zwei Stimmen, op. 7, Venedig: Bartolomeo Magni für Gardano , Motetten zu einer, zwei und drei Stimmen, op. 8, Venedig: Bartolomeo Magni für Gardano Bernardino Borlasca – zu acht Stimmen und verschiedenen Instrumente, op. 5, Venedig: Giacomo Vincenti (Magnificat) Joachim a Burck – , Erfurt: Martin Wittel für Hieronymous Reinhard (Texte von Ludwig Helmbold, posthum veröffentlicht) Sethus Calvisius – Der 150. Psalm Davids, Leipzig Antonio Cifra achtes Buch der Motetten zu zwei, drei und vier Stimmen, op. 17, Rom: Giovanni Battista Robletti viertes Buch der zu einer bis vier Stimmen, op. 20, Rom: Giovanni Battista Robletti drittes Buch der Madrigale zu fünf Stimmen, Venedig: Giacomo Vincenti Camillo Cortellini – zu fünf bis acht Stimmen, Venedig: Giacomo Vincenti Christoph Demantius zu fünf Stimmen, Teil 2, Leipzig: Valentin am Endes Erben für Thomas Schüler zu fünf, sechs, acht und zehn Stimmen oder Instrumenten, Nürnberg: Balthasar Scherff für David Kauffmann Thomas Elsbeth – zu fünf Stimmen, Liegnitz: Nikolaus Sartorius (Musik für Ostern und Pfingsten) Melchior Franck zu sechs Stimmen, Nürnberg: Georg Leopol Fuhrmann (eine Vertonung der Bußpsalmen) zu vier, fünf und sechs Stimmen, Nürnberg: David Kauffmann (Sammlung von Quodlibets) zu fünf Stimmen, Coburg: Justus Hauck (Hochzeitsmotette) zu sechs Stimmen, Coburg: Justus Hauck (Hochzeitsmotette) zu vier Stimmen, Coburg: Justus Hauck (Geburtstagsmotette) zu vier Stimmen, Coburg: Justus Hauck (Beerdigungsmotette) Girolamo Frescobaldi – Primo libro di toccate and Libro di recercari et canzoni Georg Leopold Fuhrmann – Testudo Gallo-Germanica, Nürnberg Giovanni Gabrieli , Buch 2, zu sechs bis neunzehn Stimmen und Instrumenten, Venedig: Bartolomeo Magno für Gardano (posthum veröffentlicht) für drei bis zweiundzwanzig Instrumente mit Basso continuo, Venedig: Bartolomeo Magno für Gardano (posthum veröffentlicht) Marco da Gagliano – zu einer, zwei und drei Stimmen, Venedig: Ricciardo Amadino Antonius Gosswin – Madrigali 5, Nürnberg (verloren) Alessandro Grandi – Plorabo die ac nocte zu vier Stimmen (Motette) Giovanni Battista Grillo – Un pezzo, in: Musica vaga et artificiosa, Romano Micheli Andreas Hakenberger – zu acht Stimmen und Instrumenten, Stettin: Johann Duber Hans Leo Haßler – Venusgarten oder neue lustige liebliche Tänz zu vier, fünf und sechs Stimmen: Paul Kauffmann Bartholomäus Helder – Cymbalum Genethliacum, Erfurt Sigismondo d’India Terzo libro de’ madrigali a 5 voci con il suo basso continuato, Venedig: Bartolomeo Magni für Gardano , Venedig: Ricciardo Amadino Giovanni Girolamo Kapsberger Libro Primo de Balli Gagliarde et Correnti a quattro voci, Rom: Giovanni Battista Robletti Libro Primo di Sinfonie a quattro. Con il Basso continuo, Rom: Giovanni Battista Robletti Elias Mertel – , Straßburg: Anton Bertram (Sammlung von Lautenmusik) Pietro Pace fünftes Buch der Motetten..., op. 10, Venedig: Giacomo Vincenti , op. 12, Venedig: Giacomo Vincenti Francesco Pasquali – Madrigale zu fünf Stimmen, Venedig: Giacomo Vincenti Enrico Antonio Radesca – erstes Buch der Madrigale zu fünf Stimmen, Venedig: Giacomo Vincenti

Musiktheater Francesca Caccini – Il ballo delle zigane, Libretto: Ferdinando Saracinelli (24. Februar 1615, Florenz)

Musiktheoretische Schriften Thomas Campion – A New Way of Making Fowre Parts in Counterpoint By a Most Familiar and Infallible Rule Michael Praetorius – Syntagma musicum, Band 1, Wittenberg

Geboren Geburtsdatum gesichert mini|hochkant=0.6|Christopher Gibbons; * 22. August 19. Mai: Giovanni Faustini, italienischer Opernlibrettist († 1651) 22. August (getauft): Christopher Gibbons, englischer Organist und Komponist († 1676) 26. September: Heinrich Bach, deutscher Organist († 1692)

Geboren um 1615 Francesca Campana, italienische Sängerin, Spinettspieler und Komponistin († 1665) Joan Romanyà, katalanischer Benediktinermönch, Kapellmeister, Organist und Komponist († 1643)

Gestorben 6. Februar: Elias Herlitz, deutscher Organist, Komponist und Schriftsteller (* um 1566) 15. Juni: Innocentio Alberti, italienischer Kornettist und Komponist (* um 1535) 7. August (bestattet): Melchior Vulpius, deutscher Kantor und Kirchenkomponist (* um 1570) 28. August: John Baldwin, englischer Tenor und Komponist (* vor 1560) 24. November: Sethus Calvisius, Komponist, Musiktheoretiker und Kantor (* 1556) 1. Dezember: Hans Bach, österreichischer Spielmann, Hofnarr und Musiker (* um 1555)

Siehe auch

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