Das Arbeitspaket (AP) (engl.: work package; abgekürzt: WP) ist ein plan- und kontrollierbares Element in einem Projekt, das nicht weiter untergliedert wird. Arbeitspakete werden innerhalb eines Projektstrukturplans erstellt.
„Ein Arbeitspaket ist eine in sich geschlossene Aufgabenstellung, die bis zu einem festgelegten Zeitpunkt mit definiertem Ergebnis und Aufwand vollbracht werden kann[.]“DIN 69901-5:2009-01 In: DIN Taschenbuch 472, Beuth-Verlag, Berlin 2009, S. 151.
Bedeutung Arbeitspakete spielen in der Projektplanung eine wichtige Rolle. Sie beinhalten Ergebnisziele und beschreiben Leistungen und Lieferungen, die unter vorgegebenen Bedingungen zu erreichen bzw. zu erbringen sind.Vgl. Motzel, Erhard: Projektmanagement-Lexikon, 2. Aufl., Wiley-Verlag, Weinheim 2010, S. 26. Sie sind die Basis für die später durchzuführende Termin- und Ablaufplanung, Ressourceneinplanung und Kostenplanung, ebenso fließen die Erkenntnisse aus Arbeitspaketen in die Risikoplanung ein. Die inhaltliche Summe aller Arbeitspakete aus der Projektstrukturplanung muss mit dem Inhalt des Projektes identisch sein.
Arbeitspaketbeschreibung mini|450px|Beispiel für die Vorlage einer Arbeitspaketbeschreibung Die Arbeitspaketbeschreibung ist das Dokument, das alle Informationen, Inhalte und Bedingungen des Arbeitspaketes beschreibt. In der Regel wird dieses Dokument in tabellarischer Form erstellt. Identifikatoren Informationen, die in der Lage sind, das Arbeitspaket genau zu identifizieren, wie ein PSP-Code, eine GUID und auch der Name oder die Bezeichnung des Arbeitspaketes. Projektinformationen Zu welchem Projekt gehört das Arbeitspaket, wer ist Projektleiter und wer ist Projektkunde. Beschreibung Ein Text, der das Arbeitspaket und die zu erbringenden Leistungen so beschreibt, dass Zweck und Inhalt für alle Beteiligten nachvollziehbar sind. Ziele Die zu erbringenden Ergebnisziele des Arbeitspaketes, ggflls. auch an das Arbeitspaket geknüpfte sekundäre Ziele, wie z. Bsp. Sozialziele. Erläuterungen Zusätzliche Hinweise, die die Beschreibung oder die Ziele ergänzen oder verdeutlichen. Verantwortlichkeiten Nennung des Arbeitspaketverantwortlichen und Beschreibung, wer unter welchen Bedingungen die Freigabe und bzw. oder die Abnahme erteilen darf. In frühen Planungsstadien werden diese Verantwortlichkeiten u. U. generisch (wenn die Position, Stellung oder Qualifikation ohne konkreten Namen genannt wird) zugewiesen. Referenzen Für die Bearbeitung notwendigerweise zu beachtenden Gesetze, Normen oder Vorschriften. Risiken Technische, operative und andere Risiken, die mit dem Arbeitspaket verknüpft sind und in das Risikoregister überführt werden sollten. Ablaufinformationen Informationen über Vorgänger und Nachfolger des betrachteten Arbeitspaketes und dazugehörige zusätzliche Informationen, die später für die Netzplanberechnung oder vergleichbare Methoden von Bedeutung sind. Termininformationen Informationen zu Terminen, besonders Zwangsterminen, Vorgangsdauern, Soll- oder Sperrintervallen. Benötigte Ressourcen Informationen zu benötigten Mitarbeitern und deren Qualifikation sowie der von ihnen zu leistenden Arbeit in einer Zeitspanne, zu notwendigen Equipments, zu vorhandenem oder zuzukaufendem Material oder zu bereitzustellenden internen oder externen Dienstleistungen. Kosteninformationen Hinweis auf geschätzte Kosten, möglicherweise in Form von Kostenvoranschlägen oder Kalkulationen. Eingangsdokumente Dokumente (Pläne, Zeichnungen, Anweisungen usw.), die für die Bearbeitung des Arbeitspaketes bereitgestellt werden müssen. Ausgangsdokumente Dokumente, die innerhalb des Arbeitspaketes erstellt werden und an nachfolgende Arbeitspakete übergeben werden. Anlagen Dokumente, die der Arbeitspaketbeschreibung zur Erläuterung oder einem anderen Zweck beigefügt sind. Signaturen Informationen zu Ersteller, Erstelldatum, Version und Gültigkeitsbereich der Arbeitspaketbeschreibung. In der Praxis werden für Arbeitspaketbeschreibungen Vorlagen verwendet, die als Maximallösung ausgelegt gleichzeitig die Funktion von Checklisten übernehmen können.
Regeln Für die Erstellung von Arbeitspaketen sollten folgende Regeln beachtet werden.Vgl. Schelle, Heinz: Projekte zum Erfolg führen, 6. Aufl., DTV, München 2010, S. 127 f. Verantwortlichkeit Für jedes Arbeitspaket muss es einen Verantwortlichen geben. Der Arbeitspaketverantwortliche ist neben der fachlichen Verantwortung für die Informationsbereitstellung für das Arbeitspaket, den Informationsfluss innerhalb des Arbeitspaketes und für die Informationsweitergabe an nachfolgende Stellen zuständig. Je nach Form der Projektorganisation obliegt ihm nicht zwingend die disziplinarische Verantwortung. Zuordnung Ein Arbeitspaket sollte eindeutig einer Projektphase zuzuordnen sein. Ausgenommen sind hierbei Querschnittsaufgaben oder Projektbegleitvorgänge, wie z.Bsp. Projektcontrolling oder Qualitätsmanagement. Fremdleistungen Aufgaben, die in Form von Fremdleistung an Nach- oder Subunternehmer nach außen vergeben werden, sind als eigenständige Arbeitspakete zu definieren. (Hier sollten auch nicht mehrere Nachunternehmer innerhalb eines Arbeitspakets tätig sein.) Spezifikation Für jedes Arbeitspaket sollte eine klare Formulierung der Spezifikation möglich sein. Die Leistung innerhalb eines Arbeitspaketes muss von der Leistung in anderen Arbeitspaketen klar abgrenzbar sein. Angemessene Dauer Im Vergleich zur gesamten Projektdauer darf die Dauer des Arbeitspaketes nicht zu groß sein, um Terminverzüge rechtzeitig erkennen zu können. Angemessene Kosten Im Vergleich zu den gesamten Projektkosten soll der Kostenplanwert nicht zu klein sein, um für die Projektüberwachung ein vernünftiges Kosten-Nutzenverhältnis zu erreichen. Detaillierungsgrad Alle Arbeitspakete eines Projektes sollten einen in etwa gleichen Detaillierungsgrad aufweisen.
Einzelnachweise
Kategorie:Arbeitsplanung Kategorie:Projektmanagement Kategorie:Planung und Organisation