Wola () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Reszel (Stadt- und Landgemeinde Reszel () im Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg)).

Geographische Lage Wola liegt in der nördlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren, elf Kilometer südlich der einstigen Kreisstadt Rößel und 17 Kilometer südwestlich der heutigen Kreismetropole Kętrzyn (Rastenburg).

Geschichte Das vor 1785 Derwangen, vor 1820 Wolla und nach 1820 Dirwangen genannte GutsdorfDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Dürwangen wurde 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Loszainen () eingegliedertRolf Jehke, Amtsbezirk Loszainen/Loßainen. Der Amtsbezirk – 1936 in „Amtsbezirk Loßainen“ umbenannt – war bis 1945 Teil des Kreises Rößel im Regierungsbezirk Königsberg in der preußischen Provinz Ostpreußen. Von 1874 bis 1878 war Dürwangen dem Standesamt Loszainen zugeordnet, danach bis 1945 dem Standesamt Legienen (polnisch Leginy)Dürwangen bei GenWiki.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung in den Volksabstimmungen in Ost- und Westpreussen am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Dürwangen stimmten 100 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 107 Am 30. September 1928 verlor der Gutsbezirk Dürwangen seine Eigenständigkeit und wurde nach Loszainen (1936 bis 1945 Loßainen, polnisch Łężany) eingemeindet.

In Kriegsfolge kam Dürwangen 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Wola“. Heute ist das Dorf Sitz eines Schulzenamtes (polnisch Sołectwo) und somit eine Ortschaft im Verbund der Stadt- und Landgemeinde Reszel (Rößel) im Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Einwohnerzahlen Jahr Anzahl 1820 46 1885 151 1905 132 1910 169 2011 30Wieś Wola w liczbach

Kirche Vor 1945 war Dürwangen in die evangelische Kirche WarpuhnenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 501 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische Kirche Legienen () im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt. Die Beziehung zur katholischen Pfarrei Leginy besteht auch heute noch, jetzt allerdings dem Erzbistum Ermland zugehörig. Auch die Zugehörigkeit der evangelischen Bevölkerung zur Kirche in Warpuny besteht weiter, doch ist diese jetzt der Betreuung durch die Pfarrei in Sorkwity (Sorquitten) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen unterstellt.

Verkehr Wola liegt an der verkehrstechnisch bedeutenden Nord-Süd-Achse der polnischen Woiwodschaftsstraße 590 (frühere deutsche Reichsstraße 141), die Barciany (Barten), Korsze (Korschen), Reszel (Rößel) und Biskupiec (Bischofsburg) miteinander verbindet. Außerdem endet eine von Sorkwity (Sorquitten) über Warpuny (Warpuhnen) kommende Nebenstraße in Wola. Eine Anbindung an den Schienenverkehr besteht nicht.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Reszel