Rolf Idler (* 1. Juli 1943 in Heilbronn; † 12. April 2012 in EgelsbachTraueranzeige Rolf Idler vom 21. April 2012; abgerufen am 16. Oktober 2018) war ein deutscher Schauspieler, der überwiegend auf Theaterbühnen tätig war.

Leben Rolf Idler wuchs in Schorndorf auf. Nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung zum Schreiner nahm er Unterricht bei Heinz Dietrich Kenter an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Es folgten Studien in Salzburg mit erfolgreicher Abschlussprüfung am Mozarteum. Sein erstes Engagement erhielt Idler an den Städtischen Bühnen Essen. Ernst Seiltgen, 1967 als Nachfolger von Christoph Groszer zum Intendant ans Landestheater Württemberg-Hohenzollern berufen, verpflichtete Idler zum Aufbau seines Ensembles. Idler debütierte in Tübingen als Lysander in Ein SommernachtstraumHandwerker als täppische Elfen, in Schwäbische Zeitung (Ausgabe Ravensburg) vom 23. September 1967, S. 7 und als Mickey in Eugene O’Neills Alle Kinder Gottes haben Flügel. Später hatte dort u. a. die Titelrolle in Dürrenmatts Interpretation von König Johann.Mördercliquen im Raubtierkäfig, in Schwäbische Zeitung vom 28. Februar 1970, S. 4 Zusammen mit Seiltgen, der nahezu sein gesamtes Ensemble mitnahm, wechselte er 1970 zum Theater Oberhausen.Ernst Seiltgen inszeniert das Soldatenglück. Zum Abschied vom Landestheater Tübingen – Export für Oberhausen, in Schwäbische Zeitung (Ausgabe Ravensburg) vom 13. Juni 1970, S. 10

Intendant Günther Beelitz verpflichtete ihn 1971 für das Staatstheater Darmstadt, dem er bis 1975 und dann wieder ab 1992 angehörte.Vom jungen W. zum alten Galotti, in: Darmstädter Echo vom 18. April 2012; memento abgerufen am 16. Oktober 2018 Idler spielte als „Gretchen-Faust“ neben Ernst Fritz Fürbringer und Dieter Wernecke einen der insgesamt drei Faustdarsteller in der von Istvan Bödy als Gesamtstück inszenierten Werke Faust. Eine Tragödie und Faust. Der Tragödie zweiter Teil.Die drei Fausts von Darmstadt, in Schwäbische Zeitung (Ausgabe Ravensburg) vom 11. Januar 1975, S. 4

1990 spielte Idler den Herzog von Albany„König Lear“ auf British Universities & Video Council der Premiere von Wilsons Inszenierung von König Lear, in der Marianne Hoppe die Titelrolle spielte.

Idler hatte einige kleinere Fernsehauftritte, u. a. 1975 mit Toni Turek in Die Fernsehliga. 2002 lieh er für das Computerspiel Cultures 2 - Die Tore Asgards seine Stimme.

Idler starb im Alter von 68 Jahren im Kreise seiner Familie in seiner Egelsbacher Wohnung an den Folgen eines Krebsleidens, das bereits 2001 bei ihm diagnostiziert worden war. Er wurde in seiner Heimatstadt Schorndorf beigesetzt.

Engagements – Theater (Auswahl) JahrStückRolleRegisseurTheater 1967 – 1968 Ein Sommernachtstraum„Sommernachtstraum“ mit Gewitter, in Pforzheimer Zeitung vom 11. Juli 1968, S. 12LysanderErnst SeiltgenLandestheater Württemberg-Hohenzollern 1967 – 1968 Alle Kinder Gottes haben FlügelMickeyErnst SeiltgenLandestheater Württemberg-Hohenzollern 1968 Mann ist MannHeute im Konzerthaus, in Schwäbische Zeitung (Ausgabe Ravensburg) vom 18. Oktober 1968, S. 19Polly BakerLandestheater Württemberg-Hohenzollern 1968 Fiesco„Fiesco“ aufs Wesentliche reduziert, in Pforzheimer Zeitung vom 11. Juli 1968, S. 13Gianettino DoriaErnst SeiltgenLandestheater Württemberg-Hohenzollern 1968 La CelestinaDas erste Liebespaar des europäischen Theaters. Die Tragikomödie „Celestina“ von de Rojas in neuer Bearbeitung in Tübingen , in Schwäbische Zeitung (Ausgabe Ravensburg) vom 21. September 1968, S. 8CalistoErnst SeiltgenLandestheater Württemberg-Hohenzollern 1968 – 1969 Die drei Musketiere„Drei Musketiere“ à la maison, in Schwäbische Zeitung (Ausgabe Ravensburg) vom 2. Januar 1969, S. 4MusketierErnst Seitgen und Axel PlogstedtLandestheater Württemberg-Hohenzollern 1968 – 1969 Die RäuberSchillers „Räuber“ auf der Kursaalbühne, in Pforzheimer Zeitung vom 21. Juni 1969, S. 13Franz MoorWolfgang MüllerLandestheater Württemberg-Hohenzollern 1969 – 1970 HamletKlosterspiele mit „Hamlet“ eröffnet, in Pforzheimer Zeitung vom 8. Juli 1969, S. 10LaertesErnst SeiltgenLandestheater Württemberg-Hohenzollern 1969 – 1970 Was ihr wollt„Ich bin nicht, was ich spiele“. Klosterspiele Hirsau mit „Was ihr wollt“ eröffnet, in Pforzheimer Zeitung vom 7. Juli 1970, S. 12MalvolioErnst SeiltgenLandestheater Württemberg-Hohenzollern 1969 – 1970 Eiche und AngoraMagenbitter gegen braune Vampire, in Schwäbische Zeitung (Ausgabe Ravensburg) vom 11. Oktober 1969, S. 4Dr. ZerlebeckErnst SeiltgenLandestheater Württemberg-Hohenzollern 1969 – 1970 Arsen und SpitzenhäubchenEine Kette aus pechschwarzem Humor. Silvesterpremiere von „Arsen und Spitzenhäubchen“ im Tübinger Landestheater, in Schwäbische Zeitung (Ausgabe Ravensburg) vom 2. Januar 1970, S. 4Jonathan BrewsterLandestheater Württemberg-Hohenzollern 1970 König JohannKönig JohannGerhard JelenLandestheater Tübingen 1970 Minna von Barnhelm oder Das SoldatenglückFeldjägerErnst SeiltgenLandestheater Tübingen / Theater Oberhausen 1975 FaustJunger FaustIstvan BödyStaatstheater Darmstadt 1978 SeparatvorstellungDie zwei Seelen des Königs Ludwig. Dieter Kühns „Separatvorstellung“ in Wiesbaden uraufgeführt, in Schwäbische Zeitung (Ausgabe Ravensburg) vom 20. Dezember 1978, S. 4Richard WagnerVolkert MatzenHessisches Staatstheater Wiesbaden 1989 – 1990 König LearProgrammheft König Lear, Schauspiel Frankfurt 1990Isabelle Villeneuve: „König Lear“, in Jeu - Revue de théâtre Nr. 57, 1990, S. 86–92 (franz.)Herzog von AlbanyRobert WilsonSchauspiel Frankfurt 1994 Eines langen Tages Reise in die NachtEin amerikanischer Alptraum, in Zeitung für Darmstadt Nr. 68 vom 29. April 1994, Seite 10 (pdf)James TyroneHansjörg BetschartStaatstheater Darmstadt 1994 Was ihr wolltFamoses Stolzieren, Fechten, Spreizen, Stolpern, in Zeitung für Darmstadt Nr. 62 vom 21. Januar 1994, Seite 9 (pdf)Sir Andrew BibberbackHeinz KreindlStaatstheater Darmstadt 2002 Der Kaufmann von VenedigDie Ambivalenz von Recht und Rache, in {egotrip} - Das Online-Magazine für Reisen, Theater, Konzert, Lesen und Hören vom 13. Januar 2002; abgerufen am 16. Oktober 2018AntonioHeinz KreindlStaatstheater Darmstadt

Filmografie (Fernsehen) 1975: Die FernsehligaDie Fernsehliga auf deutsche-filme.com; abgerufen am 16. Oktober 2018 1977: Vorsicht Falle! (Folge 55: Faule Tricks mit der Gesundheit / Kneipe mit doppeltem Boden / Au-pair-Mädchen gesucht) 1989: Der Schönste (als Ecke) 1999: Schwarz greift ein (Staffel 3, Folge 7: Alle, die da fallen)

Hörspiele 1969: Erwin Seßler: Dr Hasabrota. Schwäbisches Mundartspiel – Regie: Manfred Rolf Seemann 1969: Erwin Seßler: Dr Christbaum. Schwäbisches Mundartspiel – Regie: Manfred Rolf Seemann 1979: Sylvia Hoffman: Schadenregulierung – Regie: Ferdinand Ludwig 1988: Detlef Wolters: Arbeit macht high – Regie: Günther Sauer 1992: Arthur Koestler: Rückblenden (Reihe): Sonnenfinsternis – Bearbeitung und Regie: Christian Gebert

Quellen Kurzbiografie bis 1967: Neue Saison mit neuen Gesichtern. Intendant Seiltgen stellte ein optimales Ensemble für das Landestheater Württemberg-Hohenzollern zusammen, in: Reutlinger Generalanzeiger vom 16. September 1967, S. 5

Weblinks

Rolf Idler in der Hörspieldatenbank

Einzelnachweise

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