Comberanche-et-Épeluche (; ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois. Die Bewohner werden Comberanchois und Comberanchoises oder Épluchois und Épluchoises genannt.

Geografie

Comberanche-et-Épeluche liegt etwa 41 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 35 Kilometer westnordwestlich von Périgueux und etwa 50 Kilometer nordnordwestlich von Bergerac am nordwestlichen Rand des Départements. Die Gemeinde befindet sich in der Région naturelle des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert und liegt im Einzugsgebiet der Dordogne. Sie besitzt zwei dörfliche Zentren, Comberanche und Épeluche, die rund 900 Meter Luftlinie voneinander getrennt liegen mit einem äquidistanten Bürgermeisteramt. Ihr Gebiet wird entwässert von der Dronne, vom Atier (oder Astier) de Comberanche, einer Abzweigung der Dronne, sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser ehemaligen Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Comberanche-et-Épeluche liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, datierend aus dem Känozoikum sowie Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine fast baumlose Hügellandschaft nördlich der breiten Schwemmebene der Dronne auf, die von dieser schroff emporragt. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit Höhe im äußersten Nordosten in der Nähe des Lieu-dit Clermont an der Grenze zur Nachbargemeinde Allemans. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Westen mit Höhe beim Austritt der Dronne aus dem Gemeindegebiet. Die Zentren liegen am rechten Ufer oberhalb der Dronne auf etwa bzw. auf etwa Höhe.

Rund 94 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, rund 6 % sind bewaldet.

Umgeben wird Comberanche-et-Épeluche von den vier Nachbargemeinden:

Natürliche Risiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Comberanche-et-Épeluche Naturrisiken manifestieren sich in Comberanche-et-Épeluche als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen im Tal der Dronne Dürren Waldbrände Bodensetzungen.

In den Jahren 1982, 1983, 1993, 2003 und 2009 kam es aufgrund erhöhter Niederschläge zu Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Rutschungen. Deshalb wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

In einigen Gebieten im Norden, Südosten und Südwesten besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.

Wie die Risikokarte zeigt, sind Flächen des Gemeindegebiets oberhalb des Dronne-Tals von einer mittleren, vor allem aber starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1997, 2008, 2012 und 2024 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.

Etymologie und Geschichte In Comberanche gab es eine Kommende des Templerordens mit einer Furt über die Dronne, die dem Dorf seine erstmalige Erwähnung im 13. Jahrhundert in der Form L’Espital de Cumba Ayzencha lieferte. Die beiden Namensteile sind seit dem 14. Jahrhundert zusammengewachsen, wie in Combayrencha (1373) und Combayranchia (1380). Die heutige Schreibweise datiert aus dem 19. Jahrhundert. Der Name ist zusammengesetzt aus dem okzitanischen comba () und aisencha, entsprechend dem nordokzitanischen aisança (). Comba führt das gallische °cumba fort, das zweite Element stammt aus dem lateinischen adjacentia (). Mit Aisance wurde im Mittelalter die Nebengebäude eines Hauses bezeichnet. Die Bezeichnung für den Nutzwert eines Raumes erschien in späterer Zeit.

Épeluche erschien seit dem Beginn des 12. Jahrhunderts in den Schriften in der erstmaligen Schreibweise Speluca (1109), die ein Jahrhundert später zu (Castrum d’) Espelucha (1209) wurde. Der Zusatz des initialen e-, das die Aussprache erleichtert, kommt häufig vor. In einer Schrift des 14. Jahrhunderts wurde Espelucha zu Plucha reduziert (1365). Der Name in der ersten Schreibweise Speluca führt das lateinische spelunca () (im örtlichen okzitanischen espelucho) fort, einem Wort, das aus dem altgriechischen spēlaion übernommen wurde und uns den Begriff Speläologie lieferte.

Das Gebiet der Gemeinde ist schon in frühen Zeiten besiedelt, wie die archäologischen Funde von Sarkophagen und Gebeinen am Lieu-dit la Vicomté belegen. Der Untergrund hat ebenfalls künstlich in Fels gehauene Höhlen oder einen Felsunterschlupf preisgegeben, die zu einem Verteidigungssystem gehörten. Die Geschichte von Comberanche wird von einer Kommenden des Templerordens bestimmt, der im Mittelalter eingerichtet wurde, um die Furt über die Dronne zu kontrollieren. Sie empfing auch Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Es scheint, dass im 13. Jahrhundert die Ritter des Malteserordens von Comberanche die reichsten in der Region waren. Épeluche war ebenfalls seit der gallorömischen Zeit besiedelt und war im 12. Jahrhundert Sitz einer Vicomté.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 113–114

Im Jahre 1820 haben sich die Gemeinden Comberanche und Épeluche zur Gemeinde Comberanche-et-Épeluche zusammengeschlossen.

Einwohnerentwicklung

Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste in Comberanche mini|Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste Das Gebäude war ursprünglich die Kapelle der Kommenden des Malteserordens, die sich ein wenig nördlicher befand. Die Johannes dem Täufer geweihte Kirche wurde am Ende des 12. oder zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet. Nach den Kreuzzügen wurde Comberanche ein wichtiger Etappenort für Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Als 1854 die Dicke der Südwand vermindert wurde, wurden fünf massive Strebepfeiler errichtet. Die beiden ursprünglichen Strebepfeiler an den Gebäudeecken wurden gleichzeitig in das neue Mauerwerk integriert. Das rechteckige Langhaus mit einem Hauptschiff ist vollständig mit einem Tonnengewölbe ausgestattet, das auf abgeschrägten Kämpfern ruht. Das Eingangsportal auf der Westseite ist spitzbogenförmig und zeigt keinerlei Verzierung. Darüber ist eine sehr schmale Öffnung in der Fassade zu sehen, auf der gleichen Vertikalachse darüber wiederum eine längliche Öffnung, die eine Glocke birgt. Die flache Apsis besitzt vier rundbogenförmige Fensteröffnungen mit Gewänden. Drei Fenster sind horizontal in einer Reihe angeordnet, das vierte oberhalb des mittleren Fensters. Die Südfassade wird auf der rechten Seite ebenfalls durch ein Fenster mit doppeltem Gewände unterbrochen. Unter dem Dach, das mit Hohlziegeln gedeckt ist, befindet sich ein Raum, der zur Verteidigung gedient haben könnte. An der Nordseite ist ein Wohngebäude mit einem Pultdach angebaut. Seit dem 11. Mai 1981 ist die Kirche als Monument historique eingeschrieben. Ein Kelch aus Silber ist ebenfalls seit dem 6. Mai 1982 als Monument historique klassifiziert.

Ehemalige Kommende von Comberanche mini|Ehemalige Kommende Ihre Existenz ist in den Schriften seit dem 13. Jahrhundert bestätigt, und im 14. Jahrhundert wird sie öfter erwähnt. In der Folgezeit gelangte die wichtige Einrichtung bis zum 16. Jahrhundert in den Besitz des Malteserordens. Anschließend wurde die Kommende ab dem 18. Jahrhundert an lokale Honoratioren verpachtet, die den Titel Seigneur Commandeur trugen. Von der Kommenden ist die Kapelle übrig geblieben, die heute die Pfarrkirche ist, sowie diverse architektonische Elemente an den Wohnhäusern, die an der Straße liegen, die durch das Zentrum von Comberanche führt. Vermutlich gehörte die Wassermühle von Comberanche dazu, die sich südwestlich am Atier de Comberanche und in der Nähe einer Furt über die Dronne befindet. Die Kommende unterstand der von Condat-sur-Vézère und der Grand prieuré de Toulouse. Sie besaß zwei Zweigniederlassungen, eine in Chambeuil, einem Weiler von Vanxains, und eine in Pheliet, einem Weiler von Bertric-Burée, sowie Grundstücke auf dem Gebiet der Gemeinde Cherval.

Eines dieser Wohnhäuser, das die Hospitaliter und anschließend die Ritter des Malteserordens beherbergte, besitzt bestimmte Elemente, die bis in das Ende des 12. Jahrhunderts zurückgehen. Es wurde im 15. Jahrhundert und vor allem im 17. Jahrhundert umgebaut, als eine Galerie angebaut wurde. Sein Grundriss ist rechteckig mit einem abgewinkelten Flügel. Auf der Südseite befindet sich die Dachgalerie in Höhe des ersten Geschosses. Sie ruht auf drei Pfeiler aus Werksteinen. Die Gebäudeecken sind mit zwei Pavillons mit Mansarddächern verziert, die mit Flachziegeln gedeckt sind. Der Haupttrakt besitzt hingegen ein Satteldach mit Hohlziegeln. Der abgewinkelte Flügel hat ein Erd- und ein Dachgeschoss. Etwas entfernt vom Wohnhaus befindet sich ein halbrunder Taubenschlag. mini|Mühle der ehemaligen Kommenden Ein weiteres Haus der ehemaligen Kommenden befindet sich nördlich der Straße, die das Zentrum von Comberanche durchzieht. Auch dieses, vermutlich im 14. Jahrhundert errichtete Gebäude diente zunächst den Hospitaliter, später den Rittern des Malteserordens als Unterkunft. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es mehrfach umgebaut, vor allem im 17. und im 19. Jahrhundert, als ein Teil der Fassade verändert wurde. Der Wohntrakt besteht aus hintereinander liegenden Zimmern entlang einer südöstlichen/nordwestlichen Achse. Die verputzten Wände bestehen aus Bruchstein aus Kalkstein mit Ecksteinen aus Werksteinen. Das Haus ist mit einem Satteldach mit Falzziegeln gedeckt. Im Norden ist das Gebäude vom Garten durch einen Wolfsprung getrennt, einen mit steilen Wänden ausgemauerten Grenzgraben.