Der Atomzug „Kassette“ war ein Spezialtransport für abgebrannte Kernbrennstäbe aus der DDR in die Sowjetunion.

Die Kernkraftwerke der DDR wurden von der Sowjetunion mit Brennelementen versorgt. Laut Staatsvertrag zwischen beiden Ländern wurden ab 1979 bis zum Anfang der 1980er JahreEntsorgung des Kernbrennstoffes - Situation 1990 abgebrannte Brennstäbe, etwa 300 t Schwermetall (SM)Tonnen Schwermetall (t SM)Diese Maßeinheit wird speziell für abgebrannte Brennelemente benutzt. Das Metall der Hüllrohre, Abstandhalter etc. wird dabei nicht mitgerechnet. 1 t SM sind also 1000 kg abgebrannte Brennelemente.In einem CASTOR-Behälter mit einem Leergewicht von 120 t werden z. B. Brennelemente mit 6 t SM transportiert., in die Sowjetunion verbracht.

Dafür verkehrte der Spezialtransport „Atomzug“, auch „Kassette“ genannteisenbahnfreunde.transnet-ffo.de/Wriezeen im Webarchiv. Er kam vom Kernkraftwerk Rheinsberg, 60 t SMEntsorgung AKW Rheinsberg, aus dem Kernkraftwerk Greifswald/Lubmin, 233 t SMEntsorgung AKW Greifswald, und fuhr über Wriezen – Kietz/Küstrin (jetzt Kostrzyn nad Odrą) durch Polen in die Sowjetunion.

Der Behälterwagen wog 186 t. Die maximale Geschwindigkeit betrug 30 km/h und durch Bahnhöfe 15 km/h. Der Zug wurde strengstens bewacht. Parallel auf den Straßen fuhren immer bewaffnete Begleitfahrzeuge mit. Alle Rangierbewegungen und Zugfahrten der regulären Bahnverkehrs mussten während der Durchfahrt des „Atomzugs“ ruhen. Befahrene Weichen und der Flankenschutz wurden örtlich gesichert. Zusätzlich zur üblichen Zugmeldung wurde eine besondere Zuglaufüberwachung durchgeführt. Einige der verwendeten Zugnummern waren die 80553, 80555 und die 80557.

Einzelnachweise

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