mini|Wathlingen um 1655 mini|Das Rathaus Am Schmiedeberg, Sitz der Gemeinde- und der Samtgemeindeverwaltung mini|Ortsblick Alter Hof mini|hochkant|Glockenspiel am alten Schlauchturm
Wathlingen () ist eine Gemeinde im Süden des niedersächsischen Landkreises Celle und Mitgliedsgemeinde und Verwaltungssitz der Samtgemeinde Wathlingen. Sie liegt rund 30 Kilometer östlich von Hannover. Das im Nordwesten angrenzende Dorf Papenhorst ist ein Ortsteil von Nienhagen.
Geografie Dicht an Wathlingen vorbei fließt die Fuhse. Überschattet wird die Gemeinde von einem zurzeit noch etwa 110 m hohen Kaliberg. Die Kreisstadt Celle ist etwa 14 km entfernt.
Geschichte Wathlingen ist der älteste Ort der Samtgemeinde. Es wurde erstmals am 1. November 1022 genannt, als Bischof Bernward von Hildesheim das Kloster St. Michaelis in Hildesheim stiftete und es mit mehreren Gütern, u. a. „Waditlogon“, ausstattete.Matthias Blazek: In: Sachsenspiegel 46, Cellesche Zeitung. 14. November 2009.
1695 brannten mehrere Gebäude bei einem Dorfbrand ab.
Das Dorf, das jahrhundertelang nur von der Landwirtschaft lebte, erlebte etwa um 1900 mit dem Aufbau des Kaliwerkes einen enormen Wandel hin zum Industriedorf. Die Einwohnerzahl stieg, und es entstand die heutige „Kolonie“ als Siedlung der Bergleute. Der örtliche Bergmannsverein führt heute die Tradition der Grubenleute fort.
Religionen Die evangelisch-lutherische St.-Marien-Kirche an der Kirchstraße gehört zum Kirchenkreis Celle. Zur Kirchengemeinde gehört auch der innerhalb des Ortes gelegene Friedhof. An der Kantallee befindet sich der 1960 gegründete evangelisch-lutherische Kindergarten Marienkäfer.
Um 1950 entstand eine katholische Gemeinde in Wathlingen. 1960/61 wurde nach Plänen von Josef Fehlig an der Straße nach Hänigsen die St.-Barbara-Kirche errichtet, sie gehört heute zur Pfarrgemeinde St. Ludwig in Celle.
Politik Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Wathlingen setzt sich aus 19 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:Ergebnis Kommunalwahl 2021, wahl.landkreis-celle.de
Die letzten Kommunalwahlen ergaben die folgenden Sitzverteilungen: Wahljahr CDU SPD BL-WB Grüne FDP Linke BfW Thunich Gesamt2021 8 4 3 2 2 0 – – 19 Sitze2016 9 5 1 2 1 1 0 0 19 Sitze 2011 9 6 1 2 – – 0 1 19 Sitze 2006 9 6 – 1 1 – 2 – 19 Sitze 2001 10 5 – 2 0 – 2 – 19 Sitze
Die letzte Kommunalwahl fand am 12. September 2021 statt, Wahlbeteiligung 59,8 %.
Bürgermeister +Bürgermeister seit 1824Auflistung entnommen aus Gedicke (1987), S. 247. Dort auch Auflistung der Vorgänger. 1824–1831 Hans Heinrich Behrens 1831–1854 Hans Heinrich Timme 1854–1860 Dietrich Ebeling 1860–1878 Hans Homann 1878–1890 Hans Heinrich Engelke („Stummel-Engelke“) 1890–1896 Heinrich Kesselhut 1896–1908 Hans Heinrich Engelke 1908–1909 Hans Schrader 1909–1918 Hans Heinrich Brandes 1918–1931 Heinrich Meyer 1931–1933 Friedrich Oberheide+ 1933–1945 Heinrich Kesselhut 1945–1946 Friedrich Oberheide 1946–1948 Richard Rieke 1948–1952 Ernst Engelke 1952–1956 Heinrich Hage 1956–1961 Karl Bleckmann 1961–1964 Gustav Pfeiffer 1964–1980 Heinz Homann 1980–1996 Hans-Wilhelm v. Reden seit 1996 Torsten Harms
Hoheitszeichen 100px 58px 100px
Städtepartnerschaften Seit 1975 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Villeparisis. Außerdem wird eine Partnerschaft mit der Gemeinde Groß Quenstedt in Sachsen-Anhalt gepflegt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Evangelisch-lutherische Kirche St. Marien mit Fachwerkturm. Sie geht auf eine Kirche aus dem 14. Jahrhundert zurück, wurde im Laufe der Zeit aber stark verändert. So ließ die Familie von Lüneburg von 1696 bis 1704 die Kirche umbauen. Im Inneren befindet sich ein Flügelaltar aus dem 15. Jh. Wohn- und Wirtschaftsgebäude Uetzer Weg 4, im Kern von 1669, in Fachwerk Wohn- und Wirtschaftsgebäude Im Brinksitzerwinkel 4 von 1695, in Fachwerk Wohn- und Wirtschaftsgebäude Schulstraße 1 von 1716, in Fachwerk Wohn- und Wirtschaftsgebäude Kirchstraße 16, wohl im Kern von 1716, in Fachwerk Hofanlage Am Schmiedeberg 2 in Fachwerk; Haupthaus von 1695, Torscheune von 1753 Hofanlage Schulstraße 10, Haupthaus von um 1750, in Fachwerk Das Rittergut Wathlingen kam über die Familie von Lüneburg im 20. Jahrhundert an die Familie von Reden.Abbildung Gutshaus Wathlingen, in: cz.de (aus dem Buch Rittergüter der Lüneburger Landschaft). Küsterhaus Kirchstraße 4 von um 1810 in Fachwerk; heute Gemeindehaus der Kirche Pfarramt Kirchstraße 1 von um 1850 bis 1900 in Fachwerk Wohn- und Wirtschaftsgebäude Kirchstraße 3 von 1888 in Fachwerk Scheune Am Thie 4 von 1894; heute Kesselhuts Hofladen Bahnhof Wathlingen von 1920; das Empfangsgebäude ist heute ein Wohnhaus Bis 1996 wurde im Schacht Niedersachsen am südlichen Rand der Gemeinde Kalisalz gefördert. Die noch bestehende Abraumhalde, der Kaliberg, ist weithin sichtbar. Zur Feier des 975-jährigen Bestehens wurde 1997 aus Spenden ein Glockenspiel am alten Schlauchturm neben dem Rathaus angebracht.
Infrastruktur Verkehr In Wathlingen verkehren zwei Buslinien.
Durch die CeBus GmbH & Co. KG wird das Dorf mit der Kreisstadt Celle verbunden. Eine weitere Busverbindung besteht nach Eicklingen.
Durch den RegioBus Hannover wird Wathlingen mit der Buslinie 927 vier Mal am Tag mit dem Bahnhof in Ehlershausen angefahren. Der Fahrplan der Linie 927 ist mit den Zugabfahrten der S6 und S7 der S-Bahn Hannover abgestimmt.
Medien Wathlinger Bote als amtliches Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Wathlingen, hergestellt vom MoorVerlag in Großmoor (einmal wöchentlich). Wathlinger RegionsECHO (einmal monatlich)
Industrie Die Kali+Salz AG (K+S) hat 1997 den Standort Niedersachsen-Riedel bei Wathlingen stillgelegt.
Bildung Grundschule Wathlingen (gegr. als Volksschule von 1910) Oberschule Wathlingen mit Haupt- und Realschulzweig sowie Gymnasialzweig
Vereine Wathlinger Kickers von 1999 Verein Kleinbahn Wathlingen-Ehlershausen (KWE) von 2007, auch die Kalibahn genannt: Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bahnstrecken der ehemaligen Grubenanschlussbahn zum Kaliwerk Niedersachsen-Riedel wieder befahrbar zu machen. Dabei sollen historische, industrielle sowie landschaftliche Landmarken miteinander verbunden werden.Kalibahn.de.
Persönlichkeiten
Georg von Lüneburg auf Uetze und Wathlingen (* 7. November 1735 in Wathlingen; † 2. Oktober 1794 in Wathlingen), kurhannoverscher Stall- und Hofjunker 1750, Landschaftsdeputierter 1765, Drost zu Wittenburg 1772–1776, Herr auf Uetze und Wathlingen Gustav von Wick (* 27. Januar 1821 in Wathlingen; † 18. Juli 1899 in Hannover), Jurist, Verwaltungsbeamter, Landrat des Kreises Zeven Heinrich Pröve (* August 1892 in Wathlingen; † Dezember 1967 in Celle), Regionalhistoriker und Schulrat Herbert Blasek (* 1912; † 2006), Kunstmaler, Bildhauer (Werke in Celle: Till Eulenspiegel-Stele am Südwall oder Masch-Stele u. v. a. m.) Martin Hose (* 8. April 1961 in Wathlingen), Altphilologe und Hochschullehrer
Literatur Heinrich Pröve: Wathlingen – Geschichte eines niedersächsischen Dorfes. Wathlingen 1925/1985. Jürgen Gedicke: Wathlingen – Geschichte eines niedersächsischen Dorfes, Band 2. Wathlingen 1987. Matthias Blazek: Wathlingen – Geschichte eines niedersächsischen Dorfes, Band 3. Wathlingen 2009, ISBN 978-3-00-027770-2. Matthias Blazek: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Wathlingen, Heft 1–8. Wathlingen 2005 ff. Dieter Brosius: Wathlingen. In: Rittergüter der Lüneburger Landschaft. Wallstein Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1680-5, S. 409–414.
Weblinks
Website der Samtgemeinde Wathlingen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Celle Kategorie:Ort in der Lüneburger Heide Kategorie:Ersterwähnung 1022