mini|Zug der LRT1-Linie fährt von Baclaran kommend in die Station EDSA ein
Die U-Bahn Manila ist das U-Bahn-System der philippinischen Hauptstadt Manila. Es wurde erstmals am 1. Dezember 1984 mit der Strecke LRT 1 in Betrieb genommen, in den Folgejahren weiter ausgebaut und verfügt derzeit über drei Linien. 2023 wurden täglich knapp 800.000 Fahrgäste befördert. Das Netz ist in zwei Teile unterteilt. Die Linien 1 und 2 sind als LRT Manila (Light Rail Transit) im Besitz der Light Rail Transit Authority (LRTA), während die Linie 3 und weitere in Bau befindliche Linien als MRT Manila (Metro Rail Transit) bezeichnet werden. Die Linien 1 und 3 werden mit kleineren und leichteren Fahrzeugen betrieben.
Allgemeiner Betrieb Die Betriebszeiten sind von 5 Uhr morgens bis spätestens 22 Uhr (abhängig von Linie und Wochentag). Während der Hauptverkehrszeiten beträgt die Zugfolge 3 Minuten, sonst 5 bis 7 Minuten. Der Fahrpreis beträgt zwischen 10 und 20 PHP pro Einzelfahrt, abhängig von der zu fahrenden Entfernung. Seit dem 9. September 2001 werden magnetisch codierte Chipkarten als Fahrkarten eingesetzt, die die vorherigen Wertmarken ablösten. Sie sind als Einzelfahrscheine und als 100-PHP-Werttickets erhältlich. Letztere können mehrfach verwendet werden, bis der aufgeladene Betrag „abgefahren“ ist. Bei diesen 100-PHP-Tickets erhält der Passagier zudem einen Last Ride Bonus, d. h. die letzte Fahrt ist auf jeden Fall noch möglich, selbst wenn das verbleibende Restguthaben auf der Karte bereits weniger als der reguläre Fahrpreis für die entsprechende Strecke beträgt (englisch). Die Ticketpreise wurden seit Anfang der 2000er Jahre nicht erhöht und liegen nach wie vor bei maximal 15 Pesos pro Einzelfahrt auf den Linien 2 und 3. Auf der Linie 1 wurde der maximale Preis nach Verlängerung der Strecke im Norden auf maximal 20 Pesos angepasst. Insgesamt liegen die Fahrpreise damit deutlich unter den Preisen für Bustickets auf vergleichbaren Strecken. Aufgrund massiv gestiegener Betriebskosten jedoch wurde für die Jahre 2013 und 2014 eine Preiserhöhung in zwei Stufen von jeweils 5 Pesos angekündigt. Auch nach dieser geplanten Erhöhung der Fahrpreise ist der Betrieb bei weitem nicht kostendeckend und muss vom Staat massiv subventioniert werden. Laut Angaben des DOTC (Department of Transportation and Communications, auf Deutsch Ministerium für Transport und Kommunikation) kostete beispielsweise die Beförderung eines Fahrgastes auf der Linie 3 von Anfangs- bis Endstation rund 60 Pesos – das vierfache des damaligen Ticketpreises von 15 Pesos. Daraus ergeben sich staatliche Subventionen in Höhe von 7 bis 9 Mrd. Pesos jährlich allein für diese Linie.inquirer.net: MRT LRT-Preise steigen möglicherweise im August (englisch), abgerufen am 30. Juli 2013 Zunächst wurde die geplante Fahrpreiserhöhung jedoch nicht umgesetzt. In einer öffentlichen Anhörung im Dezember 2013 konnte kein Konsens gefunden werden, die anvisierte Erhöhung wurde von Verbraucherschützern und Interessenvertretern massiv kritisiertKein Konsens zu MRT/LRT-Fahrpreiserhöhung (englisch), abgerufen am 31. Januar 2014.
Bei Betriebsstörungen wird in den Haltestellen mit „Code Yellow 1“ auf Verspätungen der Züge und mit „Code Yellow 2“ auf Zugausfälle wegen technischer Störungen hingewiesen. Der jeweils erste Wagen eines jeden Zuges darf nur von Frauen benutzt werden.
2015 erfolgte eine Modernisierung der Kartenlesegeräte im Eingangsbereich der Stationen. Im Zuge dessen wurden die vormaligen 100-PHP-Werttickets durch sogenannte Beep-Karten ersetzt. Hierbei handelt es sich um eine aufladbare Smartcard für kontaktloses Bezahlen mittels NFC-Technik. Das Beep-Kartensystem wird von der Firma AF Payments Incorporated betrieben. Neben den drei LRT/MRT-Linien werden die Karten auch auf einigen Buslinien, an Mautstationen und sogar vereinzelt in Geschäften als Zahlungsmittel akzeptiert. Ein weiterer Ausbau der Akzeptanzstellen ist vorgesehen. Diese Smartcards sind für einen Preis von 20 PHP an den Ticketschaltern an den Bahnstationen erhältlich und können mit einem Guthaben von bis zu 10.000 PHP aufgeladen werden, welches dann maximal 4 Jahre gültig istbeeptopay.com: (englisch), abgerufen am 9. Juli 2017. Unabhängig hiervon gibt es auch weiterhin Tickets für Einzelfahrten.
Ursprünglich wurden die Linien 1 und 2 von der LRTA (Light Rail Transit Authority), einem staatlichen Unternehmen, betrieben. Die Linie 3 betrieb dagegen die MRTC (Metro Rail Transit Corporation), ein privates Unternehmen, im Rahmen eines Betreibermodells unter Konzession des DOTC. Seit 2015 wird die Linie 1 unter ähnlichem Modell von der privaten Light Rail Manila Corporation (LRMC) betrieben; hingegen Linie 3 seit 2025 direkt durch das Transportministerium.
mini|Ticket für die Linien 1 und 2
Streckennetz Linie 1 / grüne Linie Die Strecke der grünen Linie 1 (bis 2011 als „gelbe Linie“ bezeichnet), die auch unter dem Namen „Metrorail“ bekannt ist, wird durchgehend aufgeständert auf vorgefertigten Betonstelzen (erdbebensicher) als Hochbahn geführt und verläuft von Nord nach Süd weitgehend entlang der Rizal- und der Taft-Allee. Der erste Abschnitt von Baclaran im Süden nach Central mit 9 Haltestellen auf 8 Kilometern Länge wurde am 1. Dezember 1984 eröffnet. Bei der nächsten Inbetriebnahme im Juni 1985, der Abschnitt war wegen des Baus der Querung des Pasig-Flusses aufwändig, wurde die Strecke um weitere neun Haltestellen auf 7 Kilometern bis zur Station Monumento erweitert. Insgesamt wurden somit 18 Haltestellen auf der 15 Kilometer langen Strecke bedient. Die Bahnsteige konnten jahrelang nur über Treppen erreicht werden, da keine Rolltreppen und Aufzüge vorhanden waren. Erst mit der Inbetriebnahme der rund 4 Kilometer langen nördlichen Verlängerung von Monumento entlang der Epifanio de los Santos Avenue bis zur Station Fernando Poe Jr. im Laufe des Jahres 2010 kamen die ersten leichter zugänglichen Haltestellen hinzu. Im Zuge der südlichen Erweiterung und gleichzeitigen Modernisierung der Strecke seit 2018 werden auch die vorhandenen Haltestellen nach und nach modernisiert und nachgerüstet. Der erste Teil der südlichen Verlängerung von Baclaran nach Dr. Santos wurde 2024 eröffnet. Dieser erste Bauabschnitt, die sog. Phase 1, führt über 6,2 Kilometer mit fünf neuen Haltestellen bis zur vorläufigen Endstation Dr. Santos; die erste Testfahrt fand am 19. Dezember 2023 statt.
Damit werden aktuell 25 Haltestellen auf einer etwa 25 Kilometer langen Strecke bedient. Es bestehen Umsteigemöglichkeiten zu Linie 2 an der Station Doroteo Jose sowie zu Linie 3 an der Station EDSA. Busbahnhöfe existieren an den Stationen Central Terminal, Gil Puyat, PITX. Zudem kann an der Station Central Terminal zu Wassertaxis auf dem Pasig-Fluss umgestiegen werden, und an fast jeder Haltestelle der Linie 1 kann in diverse Bussen und Jeepneys umgestiegen werden.
In den Zügen sind die Abschnitte gleich am Anfang und am Ende eines jeden Zuges für Bedürftige (Senioren, Behinderte, stillende Mütter und Mütter mit Kindern) reserviert. Gleich im Anschluss daran befinden sich Abschnitte, die nur von Frauen benutzt werden dürfen. Die Spurweite beträgt 1435 mm (Normalspur), die Spannung der Oberleitung beträgt 750 Volt. Anfangs wurden nur Züge der belgischen Firma BN ACEC eingesetzt. Hierbei handelte es sich um 8-achsige Waggons mit 2,5 Metern Breite und 29,28 Metern Länge, welche jeweils maximal 374 Fahrgäste befördern können. Sie verkehrten anfangs in der Konfiguration mit zwei Wagen pro Zug.
Aufgrund von Verkehrsstaus und Luftverschmutzung erreichte die Linie 1 bereits in den 1990er Jahren ihre Kapazitätsgrenze. Aufgrund der vorzeitigen Abnutzung verfiel die Strecke so sehr, dass Züge auf dem Weg zum Hauptbahnhof auf Kriechtempo abbremsen mussten, um weitere Schäden an den darunter liegenden Stützträgern zu vermeiden, da Berichten zufolge Risse auftraten. (PDF) Die vorzeitige Alterung der Linie 1 führte zu einem umfangreichen Sanierungs- und Strukturkapazitätserweiterungsprogramm mit Hilfe der staatlichen Entwicklungshilfe Japans.
Die Kapazitätserweiterung war eines der Flaggschiffprojekte der Regierung von Präsident Fidel V. Ramos. Ein Darlehensvertrag für die erste Phase des Kapazitätserweiterungsprojekts wurde 1994 unterzeichnet. Im August 1996 erhielt ein Konsortium aus Marubeni Corporation, Adtranz und ABB den Auftrag.Ellen S. Marcelo: P2.77-B LRT I Auftrag vergeben: Marubeni – ABB-Gruppe gewinnt, in: Manila Bulletin, 29. August 1996 Das Projekt umfasste die Beschaffung von sieben Vier-Wagen-Zügen der neuen LRTA 1100-Klasse, die bei Hyundai Precision und Adtranz bestellt wurden. Die vollklimatisierten Einheiten haben 6-achsige Wagen mit 2,59 Metern Breite und 26,5 Metern Länge und können jeweils maximal 450 Fahrgäste befördern, sie besitzen 4 Türen pro Seite und werden durch einen Wechselstrom-Induktionsmotor angetrieben. Außerdem erfolgte die Sanierung und Umwandlung der ursprünglichen Zwei-Wagen-Züge der LRTA 1000-Klasse in Drei-Wagen-Züge mithilfe des belgischen Herstellers bis 2001. Gleichzeitig mit der Einführung der vierteiligen Züge wurden die Bahnsteige verlängert.
In der zweiten Phase wurde die Passagierzahl erhöht. Die Kapazität betrug nach den Maßnahmen der ersten Phase 27.000 Passagiere pro Richtung während der Hauptverkehrszeiten. Diese sollte durch neue Züge auf 40.000 Passagiere gesteigert werden. Dies erforderte den Kauf von 12 weiteren Vier-Wagen-Zügen, die als LRTA-1200-Klasse bezeichnet wurden, sowie zusätzlich eine Modernisierung der Signalanlagen, Zugfunksysteme, Stromversorgung und -verteilung, Fahrkartenkontrollen und Baumaßnahmen an einigen Haltestellen und den Depots, um diese an die neuen Züge anzupassen. Im April 2002 war die Phase 2 und somit die Generalüberholung der Bahnanlagen der LRT 1 abgeschlossen. Seitdem sind alle Züge klimatisiert. Neben den belgischen Zügen werden seither Züge von Hyundai Rotem / Adtranz und Nippon Sharyo, so dass ab 2002 Züge von drei verschiedener Baureihen auf der Linie 1 verkehrten.
Zur weiteren Erhöhung der Kapazität und um Züge der ersten Baureihe, die bereits seit fast vier Jahrzehnten im Einsatz sind, ablösen zu können, wurde wieder mit Finanzierungshilfe Japans im Jahr 2017 der Auftrag für 30 neue, vierteilige Zuggarnituren an CAF und Mitsubishi erteilt. Nach einigen Verzögerungen in der Produktion starteten die ersten Einheiten, die als LRTA-13000-Klasse bezeichnet werden, am 20. Juli 2023 ihren Betriebseinsatz.
Linie 2 / blaue Linie Die umgangssprachlich „Megatren“ genannte blaue Linie 2 (bis 2011 als „lila Linie“ bezeichnet) verläuft von Westen (Manila) in östlicher Richtung über Quezon City, Pasig und Marikina bis nach Antipolo. Bis auf die Station Katipunan, die als einzige Haltestelle unterirdisch liegt, ist sie ebenfalls durchgehend auf Viadukten geführt. Der Bau des ersten Abschnittes begann 1998 mit zunächst elf Haltestellen auf 13,8 Kilometern, die sich von der Station Recto mit Umsteigemöglichkeit zur Linie 1 an der Station Doroteo Jose im Westen entlang der Recto-Allee, Magsaysay-Boulevard und Aurora-Boulevard bis zur vorübergehenden Endstation Santolan und dem dortigen Zugdepot in Pasig befinden. 2021 wurde eine Verlängerung der Strecke um 2 Haltestellen und knapp 4 Kilometer in Richtung Osten über Marikina-Pasig bis zur neuen Endstation Antipolo eröffnet. Zur Erleichterung des Umsteigens mit der Linie 1 verbindet eine 2005 eröffnete Fußgängerbrücke die Stationen Recto und Doroteo Jose. Alle Züge auf der Linie 2 stammen vom südkoreanischen Hersteller Hyundai Rotem und sind klimatisiert.
Linie 3 / gelbe Linie