Die DTM-Saison 2019 war die 33. Saison der DTM und die 20. seit Neugründung der Serie im Jahr 2000. Sie begann am 3. Mai 2019 in Hockenheim und endete am 6. Oktober an selber Stelle. Die Saison umfasste 18 Wertungsläufe an neun Rennwochenenden sowie zwei weitere Rennen, die im November gemeinsam mit der japanischen Super GT ausgetragen wurden, und wurde von dem Deutschen Motor Sport Bund und der ITR veranstaltet.

Der DTM-Meister der Saison 2018, der Brite Gary Paffett, trat 2019 nicht mehr in der Serie an und konnte seinen Titel damit nicht verteidigen. Dasselbe galt auch für die Sieger in Team- und Herstellermeisterschaft, HWA beziehungsweise Mercedes-Benz. Somit startete René Rast, Vizemeister 2018, als bestplatzierter Pilot des Vorjahres in die Saison 2019. Als dritter Hersteller neben Audi und BMW nahm 2019 anstelle von Mercedes Aston Martin an der DTM teil. Daneben waren Honda, Lexus und Nissan im Rahmen eines Gaststarts mit jeweils einem Fahrzeug Teil des Saisonfinales in Hockenheim.

René Rast gewann nach 16 von 18 Rennen vorzeitig seinen zweiten Meistertitel in der DTM nach 2017. Den Sieg in der Markenwertung sicherte sich Audi. Die Meisterschaft der Teams gewann das Audi Sport Team Rosberg.

Änderungen 2019 Rennstrecken und Reglement Die Anzahl der Rennen wurde zur Saison 2019 von 20 auf 18 an neun Rennwochenenden verringert. Dabei wurden die Veranstaltungen in Zandvoort, auf dem Red Bull Ring sowie auf dem Hungaroring aus dem Rennkalender gestrichen. Neu hinzu kam hingegen der TT Circuit Assen, zudem gastierte die DTM erstmals seit 2002 wieder auf dem Circuit Zolder.

Im Vergleich zu den Vorjahren wurde die Zahl der Freien Trainings an jedem Rennwochenende von drei auf zwei am Freitag reduziert. Diese hatten eine Dauer von 45 beziehungsweise 30 Minuten, anschließend standen jeweils weitere fünf Minuten für Startübungen zur Verfügung. Alle Rennen wurden um 13:30 Uhr Ortszeit gestartet, die im Vorjahr erstmals ausgetragenen Nachtrennen in Misano entfielen, während die Strecke selbst jedoch Teil des Kalenders blieb. Für die Rennen wurde zu Saisonbeginn eine Rundenzahl festgelegt, die sich an einer Renndauer von 58 Minuten orientierte. Zuvor wurde in allen Wertungsläufen über eine Zeit von 55 Minuten mit einer anschließenden weiteren Runde gefahren, die genaue Anzahl der Umläufe war somit unbestimmt. Jedes Rennen hatte eine Maximaldauer von 70 Minuten. Durch das Safety Car neutralisierte Runden wurden zu der zuvor bestimmten Distanz addiert, die maximale Anzahl der zu addierenden Rennrunden lag bei drei. Diese Änderungen wurden bereits nach dem ersten Rennwochenende in Hockenheim teilweise wieder zurückgenommen und man kehrte zu dem bisherigen Format mit 55 zu fahrenden Minuten und einer weiteren Runde zurück. Weiterhin konnten jedoch nun bis zu zwei unter Safety-Car-Bedingungen absolvierte Umläufe durch den Rennleiter angehängt werden. Diese Rückgängigmachung geschah, um der im Vergleich zu 2018 zum Teil kürzeren Übertragungszeit des TV-Partners Sat.1 nach den Rennen gerecht zu werden. Für die Herstellerwertung wurden nur noch die besten vier Fahrzeuge pro Marke in jedem Rennen gewertet. Diese Änderung wurde aufgrund der unterschiedlichen Anzahl an Fahrzeugen, die die Hersteller einsetzten, notwendig.

Das Gewicht der Fahrzeuge ohne das des Fahrers und des Kraftstoffes wurde von 1031 auf 986 Kilogramm reduziert. Bedingt durch das im Rahmen der Kooperation der DTM mit der japanischen Super GT entstandene Class-1-Reglement kamen 2019 erstmals Vierzylinder-Turbomotoren mit zwei Litern Hubraum statt der bisherigen Achtzylinder-Saugmotoren zum Einsatz. Diese hatten eine Leistung von etwa 620 Pferdestärken und es waren damit Geschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometer pro Stunde möglich. Im Bereich der Aerodynamik wurden neben neuen Diffusoren an Front und Heck der Fahrzeuge Unterböden und Heckflügel eingesetzt, die auf denen der japanischen Super-GT-Fahrzeuge basierten. Der Nutzungsmodus des seit 2013 genutzten Drag Reduction Systems wurde angepasst, dabei musste ein Fahrer nun einen Abstand von weniger als drei Sekunden zum Vordermann haben, um davon Gebrauch machen zu dürfen. In den letzten fünf Runden eines Rennens war die Verwendung für alle Teilnehmer mit Ausnahme des Führenden unabhängig von diesem Abstand freigegeben. Mit der neu eingeführten Push-to-pass-Funktion war eine kurzzeitige Steigerung der Motorleistung um 30 Pferdestärken möglich. Die Funktion durfte maximal zwölfmal pro Rennen zur Anwendung kommen, ansonsten galten für den Einsatz dieselben Regeln wie bei dem Drag Reduction System. Auf die bislang beim Start genutzte Feststellbremse wurde verzichtet. Die sogenannte Firewall schirmte den Innenraum der Fahrzeuge hinter dem Fahrer ab und sollte diesen vor Gefahren bei Unfällen schützen. Der Innenspiegel wurde im Zuge dessen durch ein Rückfahrsystem ersetzt.

Ziel des gemeinsamen Reglements ist es, die beiden Serien auch mit niedrigen Kosten für neue Hersteller attraktiv zu machen. Ab 2020 wird auch die Super GT nach dem Class-1-Reglement fahren. Bereits Ende 2019 gibt es gemeinsame Rennen der DTM und der Super GT, die auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg und dem Fuji Speedway durchgeführt werden. Dabei erfolgte zunächst ein Gaststart von drei Fahrzeugen aus der japanischen Serie beim Saisonfinale der DTM in Hockenheim von 4. bis 6. Oktober 2019. Jeweils eines dieser Fahrzeuge wurde von den Herstellern der Super GT – Honda, Lexus und Nissan – entsendet.

Am 23. und 24. November 2019 wird eine gemeinsame Veranstaltung beider Rennserien in Fuji stattfinden. Diese wird, wie in der DTM, jedoch anders als in der Super GT üblich, zwei Rennen ohne Betankung während der Boxenstopps und ohne Fahrerwechsel umfassen.

Hersteller, Teams und Fahrer

Im Juli 2017 gab Mercedes-Benz bekannt, mit Ende der DTM-Saison 2018 aus der Serie auszuscheiden, um ab 2019 neben dem weiterbestehenden Engagement als Konstrukteur und Team in der Formel-1-Weltmeisterschaft auch an der FIA-Formel-E-Meisterschaft teilzunehmen. Als dritter Hersteller neben Audi und BMW stieg 2019 der britische Sportwagenhersteller Aston Martin in die DTM ein. Es war zunächst jedoch noch unklar, zu welchem Rennen das Debüt von Aston Martin erfolgen würde. Mit dem Ausstieg von Mercedes-Benz zog sich zur Saison 2019 auch das Mercedes-Werksteam HWA aus der DTM zurück, das seinerseits jedoch nun in der FIA-Formel-E-Meisterschaft 2018/19 an den Start ging. Als Einsatzteam für Aston Martin nahm das im Schweizer Kanton St. Gallen beheimatete Team R-Motorsport an der Serie teil. Das Team kooperierte in einem Joint Venture mit HWA, das für die Entwicklung und den Einsatz der Fahrzeuge zuständig war. Zudem setzte das belgische W Racing Team als WRT Team Audi Sport für Audi zwei nicht werksunterstützte Kundenfahrzeuge ein.

Der zweifache DTM-Champion und Titelverteidiger der Saison 2018 Gary Paffett wechselte zur Saison 2018/19 in die FIA-Formel-E-Meisterschaft, in der er – wie zuletzt auch schon in der DTM – für HWA an den Start ging. Denselben Schritt vollzog zunächst auch Daniel Juncadella, der, anders als Paffett, in der Formel E jedoch nur als Test- und Ersatzfahrer von HWA zum Einsatz kam. Am 19. Februar 2019 wurde bekannt, dass Juncadella für R-Motorsport auch in der DTM verbleiben würde. Mit Edoardo Mortara und Pascal Wehrlein starteten 2018/19 zwei weitere ehemalige Mercedes-DTM-Piloten in der Elektrorennserie. Mortara hatte bereits 2017/18 parallel zu seinem DTM-Engagement eine Saison in der Formel E für das Venturi Formula E Team absolviert, für das er auch 2018/19 startete. Gleichzeitig blieb er Mercedes-Werksfahrer. Wehrlein hingegen verließ den Hersteller und fuhr für Mahindra Racing. Lucas Auer kehrte ebenfalls in den Monopostosport zurück und wechselte zu B-Max Racing in die Super Formula.

Aufseiten von BMW verabschiedete sich Augusto Farfus, in der Vorsaison Teil des BMW Teams RMG, nach sieben Jahren aus der DTM, arbeitete 2019 im GT-Programm des Herstellers und trat für das BRC Racing Team im Tourenwagen-Weltcup an. Neu ein stieg hingegen Sheldon van der Linde. Er startete für das BMW Team RBM und ersetzte dort Bruno Spengler, der seinerseits innerhalb der BMW-Teams als Ersatz für Farfus zu RMG wechselte.DTM-Fahrer & -Teams – Porträts, Infos, Statistiken auf Motorsport-Total.com, abgerufen am 8. Februar 2019. Für das neue WRT Team Audi Sport fuhr Jonathan Aberdein. Er und van der Linde waren die ersten südafrikanischen Fahrer in der Geschichte der Rennserie. Aberdeins Teamkollege wurde Pietro Fittipaldi. Die beiden bildeten mit 21 beziehungsweise 22 Jahren die jüngste Fahrerpaarung eines Teams in dieser Saison. Da Fittipaldi zugleich Test- und Ersatzfahrer des Haas F1 Teams in der Formel-1-Weltmeisterschaft war und in dieser Funktion bei dem zeitgleich stattfindenden Großen Preis von Kanada 2019 eingesetzt werden sollte, wurde er bei dem Rennwochenende in Misano von dem früheren Motorrad-Weltmeister Andrea Dovizioso im WRT Team Audi Sport vertreten. Weil Jamie Green aus dem Audi Sport Team Rosberg aufgrund einer Blinddarmentzündung für dieses Wochenende ausfiel, wurde er durch den nun doch nicht in Kanada benötigten Fittipaldi ersetzt.

Paul di Resta blieb der DTM bei R-Motorsport als einziger vormaliger Mercedes-Pilot neben Juncadella erhalten. Als dritter Fahrer des Teams wurde di Restas Landsmann Jake Dennis verpflichtet. Gemeinsam mit Juncadella wurde am 19. Februar 2019 Ferdinand von Habsburg als vierter Fahrer bestätigt. Anfang September kündigte der frühere Formel-1-Weltmeister Jenson Button an, als Gastfahrer für Honda in beiden Rennen des Saisonfinales in Hockenheim zu starten. Bei Lexus und Nissan wechselten sich hingegen über das Wochenende zwei Fahrer am Steuer ab; für Lexus waren dies Ryō Hirakawa und Nick Cassidy, für Nissan Tsugio Matsuda und Ronnie Quintarelli.

Starterfeld Folgende Fahrer sind in der Saison gestartet: Team Nr. Fahrer Fahrzeug Rennen Bild Audi Sport Team Rosberg 33 Audi Sport RS 5 DTM 1–18 100px|René Rast im Audi Sport RS 5 DTM 53 Hoffmann Group Audi RS 5 DTM 1–4, 7–18 100px|Jamie Green im Hoffmann Group Audi RS 5 DTM 21 Hoffmann Group Audi RS 5 DTM 5, 6 100px|Pietro Fittipaldi im Hoffmann Group Audi RS 5 DTM BMW Team RMR 16 JIVS BMW M4 DTM 1–18 100px|Timo Glock im JIVS BMW M4 DTM 25 ZF BMW M4 DTM 1–18 100px|Philipp Eng im ZF BMW M4 DTM BMW Team RMG 7 BMW Bank M4 DTM 1–18 100px|Bruno Spengler im BMW Bank M4 DTM 11 Schaeffler BMW M4 DTM 1–18 100px|Marco Wittmann im Schaeffler BMW M4 DTM Audi Sport Team Abt Sportsline 4 Aral Ultimate Audi RS 5 DTM 1–18 100px|Robin Frijns im Aral Ultimate Audi RS 5 DTM 51 Castrol Edge Audi RS 5 DTM 1–18 100px|Nico Müller im Castrol Edge Audi RS 5 DTM BMW Team RBM 31 Shell BMW M4 DTM 1–18 100px|Sheldon van der Linde im Shell BMW M4 DTM 47 CATL BMW M4 DTM 1–18 100px|Joel Eriksson im CATL BMW M4 DTM Audi Sport Team Phoenix 28 Mascot Workwear Audi RS 5 DTM 1–18 100px|Loïc Duval im Mascot Workwear Audi RS 5 DTM 99 Akrapovič Audi RS 5 DTM 1–18 100px|Mike Rockenfeller im Akrapovič Audi RS 5 DTM R-Motorsport 1 3 Aston Martin Vantage DTM 1–18 100px|Paul di Resta im Aston Martin Vantage DTM 76 Aston Martin Vantage DTM 1–18 100px|Jake Dennis im Aston Martin Vantage DTM R-Motorsport 2 23 Aston Martin Vantage DTM 1–18 100px|Daniel Juncadella im Aston Martin Vantage DTM 62 Aston Martin Vantage DTM 1–18 100px|Ferdinand von Habsburg im Aston Martin Vantage DTM WRT Team Audi Sport 21 WRT Audi RS 5 DTM 1–4, 7–18 100px|Pietro Fittipaldi im WRT Audi RS 5 DTM 27 WRT Audi RS 5 DTM 1–18 100px|Jonathan Aberdein im WRT Audi RS 5 DTM 34 Audi RS 5 DTM 5, 6 Lexus Team KeePer TOM’S 37 Lexus LC500 17 100px|Lexus LC500 Lexus LC500 18 Nismo 35 Nissan GT-R 17 100px|Nissan GT-R Nissan GT-R 18 Team Kunimitsu 1 Honda NSX-GT 17, 18 100px|Honda NSX-GT mit der Startnummer 1

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