Als Minneapolis Miracle (englisch für Wunder von Minneapolis), auch Minnesota Miracle, wird der letzte Spielzug des Divisional-Round-Playoff-Spiels der Saison 2017 in der US-amerikanischen American-Football-Liga NFL zwischen den Minnesota Vikings und den New Orleans Saints bezeichnet, wobei der Name oft auch für das gesamte Spiel verwendet wird. Das Spiel der National Football Conference fand am 14. Januar 2018 vor 66.612 Zuschauern im U.S. Bank Stadium in Minneapolis statt. Der Name Minneapolis Miracle wurde vom Sportkommentator Paul Allen geprägt, der das Spiel live im Radio kommentierte. Bei diesem Spielzug wurde erstmals in der Geschichte der NFL-Playoffs mit der letzten Aktion ein spielentscheidender Touchdown erzielt. Er erhielt unter anderem den NFL Play of the Year Award für den bemerkenswertesten Spielzug des Jahres.

Nachdem die Vikings zur Halbzeit noch mit 17:0 in Führung gelegen hatten, waren die Saints 25 Sekunden vor Ende der Partie mit 24:23 in Führung gegangen. Bei ihrem letzten Spielzug, bei dem noch zehn Sekunden auf der Uhr waren, standen die Vikings an der eigenen 39-Yard-Linie. In diesem warf Case Keenum, der Quarterback der Vikings, einen 27 Yards weiten Pass auf Wide Receiver Stefon Diggs. Dieser brachte den Ball nach einem Fehler eines Defense-Spielers der Saints bis in die Endzone und erzielte dadurch mit dem Ablauf der Spielzeit den entscheidenden Touchdown, durch den die Vikings mit 29:24 gewannen.

Schiedsrichter der Partie war Gene Steratore.

Hintergrund mini|hochkant|links|Case Keenum war 2017 Starting Quarterback der Minnesota Vikings Beide Mannschaften hatten die Regular Season 2017 als Sieger der jeweiligen Division der National Football Conference abgeschlossen und waren somit souverän in die Playoffs eingezogen.

mini|hochkant|Drew Brees war bereits seit 2006 Quarterback der New Orleans Saints Die Minnesota Vikings konnten eine Bilanz von 13 Siegen und drei Niederlagen in der NFC North aufweisen und waren damit hinter den Philadelphia Eagles zweitbestes Team der National Football Conference; dadurch hatten sie in der Wild Card Round der Playoffs spielfrei.Courtney Cronin: Vikings lock up a first-round bye, No. 2 seed in NFC playoffs with win over Bears auf espn.com, 1. Januar 2018, abgerufen am 11. Oktober 2018 (englisch). Einer der herausragendsten Spieler der Saison war der Neuzugang Case Keenum, der ab der zweiten Woche als Starting Quarterback die Offense anführte und die Stammspieler Teddy Bridgewater und Sam Bradford auf dieser Position verdrängte, die verletzungsbedingt ausfielen. Durch seine guten Leistungen blieb er auch nach der Genesung der ursprünglich vor ihm stehenden Quarterbacks Starter für Minnesota und war einer der besten Passgeber der Saison.Ian O’Connor: Case Keenum is having the ultimate breakout, but we shouldn't be surprised auf espn.com, 11. Januar 2018, abgerufen am 11. Oktober 2018 (englisch). Die Defense der Vikings mit Defensive End Everson Griffen und Cornerback Xavier Rhodes hatte in der Regular Season die wenigsten Yards Raumgewinn zugelassen. Zusammen mit Wide Receiver Adam Thielen aus der Offense, standen beide Spieler aufgrund ihrer guten Leistungen im Aufgebot des Pro Bowl 2018 (das All-Star-Game der NFL), das zwei Wochen nach dem Spiel von Minnesota gegen New Orleans stattfand; vier weitere Spieler waren zudem als Ersatzspieler für den Pro Bowl nominiert.Statistik auf der Website der National Football League, abgerufen am 8. Januar 2019 (englisch).

Die New Orleans Saints waren mit einer Bilanz von 11:5 als Sieger der NFC South als viertbestes Team in der National Football Conference in die Playoffs eingezogen, wo sie zunächst in der Wild Card Round in einem Heimspiel gegen die Carolina Panthers antreten mussten, die als fünftbestes Team über die Wild Cards qualifiziert waren und die von den Saints in beiden Spielen der Saison geschlagen wurden. Die Saints konnten die Begegnung mit 31:26 für sich entscheiden. James Brady: Panthers vs. Saints 2018 results: New Orleans survives comeback attempt, moves on to Divisional round auf sbnation.com, 7. Januar 2018, abgerufen am 11. Oktober 2018 (englisch). Zu den wichtigen Spielern von New Orleans zählte unter anderem der zehnmalige Pro-Bowl-Teilnehmer Drew Brees auf der Position des Quarterbacks, mit dem die Saints in der Saison 2009 den Super Bowl XLIV – in dem Brees zum Super Bowl MVP gewählt wurde – gewannen und der 2017 eine seiner besten Saisons spielte. Weiterhin ist der Rookie Alvin Kamara auf der Position des Runningbacks hervorzuheben, der unter anderem zum NFL Rookie of the Year gewählt wurde.Drew Brees: New Orleans Saints und nichts anderes auf ran.de, 26. Januar 2018, abgerufen am 11. Oktober 2018.Scott Barrett: Metrics that Matter: Record-setting efficiency from Alvin Kamara auf profootballfocus.com, 12. Februar 2018, abgerufen am 11. Oktober 2018 (englisch). Darüber hinaus waren fünf weitere Spieler der Saints für den Pro Bowl nominiert, wo das spätere Team der NFC auch vom Head Coach der Saints, Sean Payton, betreut wurde.Mike Tomlin, Sean Payton will coach in 2018 Pro Bowl, National Football League, 15. Januar 2018, abgerufen am 10. Januar 2019 (englisch).

Beide Teams waren in Minneapolis bereits in der ersten Woche der Regular Season aufeinandergetroffen. Die Partie endete mit einem 29:19-Sieg für die Vikings. Vor der Begegnung in den Playoffs galten die Vikings als Favorit, die in dieser Saison insbesondere bei Heimspielen besonders stark gewesen waren.New Orleans Saints vs. Minnesota Vikings odds: NFL Playoff picks from top-ranked expert auf cbssports.com, 14. Januar 2018, abgerufen am 8. Januar 2019 (englisch).

Startaufstellung Folgende Spieler standen in den Startaufstellungen der beiden Teams:National Football League Game Summary: New Orleans Saints at Minnesota Vikings, National Football League, 14. Januar 2018, abgerufen am 8. Januar 2019 (PDF, englisch).

Offense rahmenlos|hochkant=2 Defense New Orleans Position Minnesota New Orleans Position Minnesota Ted Ginn Jr. Wide Receiver Adam Thielen George Johnson LeftDefensive End Danielle Hunter Terron Armstead Left Tackle Riley Reiff Sheldon Rankins LeftDefensive Tackle Tom Johnson Senio Kelemete Left Guard Mike Remmers Tyeler Davison Right Defensive Tackle / Nose Tackle Linval Joseph Max Unger Center Pat Elflein Cameron Jordan RightDefensive End Everson Griffen Larry Warford Right Guard Joe Berger Craig Robertson Weakside Linebacker / Cornerback Terence Newman Ryan Ramczyk Right Tackle Rashod Hill Manti Teʻo MiddleLinebacker Eric Kendricks Michael Hoomanawanui Tight End Kyle Rudolph Jonathan Freeny Strongside Linebacker Anthony Barr Michael Thomas Wide Receiver Stefon Diggs Ken Crawley LeftCornerback Trae Waynes Drew Brees Quarterback Case Keenum Marshon Lattimore RightCornerback Xavier Rhodes Mark Ingram Runningback Latavius Murray Vonn Bell StrongSafety Andrew Sendejo Austin Carr Wide Receiver /Tight End David Morgan Marcus Williams Free Safety Harrison Smith

Spielzusammenfassung Erste Hälfte In den ersten drei Spielzügen (dem ersten Drive) erzielten die Saints keine zehn Yards Raumgewinn, also kein neues First Down. Daher mussten sie früh punten und gaben das Angriffsrecht ab. Die Vikings erzielten dann in ihrem ersten Drive nach einem 14-Yard-Lauf von Jerick McKinnon einen Touchdown und gingen nach einem erfolgreichen Extrapunkt mit 7:0 in Führung. Auch im zweiten Drive gelang der Offense der Saints kein Punktgewinn und nach einem weiteren Punt erhöhten die Vikings durch ein Field Goal von Kai Forbath aus 20 Yards Entfernung auf 10:0. Die nächsten beiden Angriffsserien endeten jeweils mit einem Punt. Im darauffolgenden Angriff der Saints warf Quarterback Drew Brees im ersten Spielzug einen weiten Pass auf Ted Ginn Jr., der von Minnesotas Safety Andrew Sendejo abgefangen wurde (Interception). Mit ihrem nächsten Ballbesitz bauten die Vikings ihre Führung nach einem Touchdown durch Latavius Murray, der den Ball aus einem Yard Entfernung in die Endzone brachte, auf 17:0 aus. Nach einer weiteren Interception der Saints vergaben beide Seiten je einen Field-Goal-Versuch, so dass es beim 17:0 zum Pausenstand blieb.

Zweite Hälfte Nach der Halbzeitpause gelang den Saints im dritten Quarter, nachdem sie die Offense der Vikings an der eigenen 40-Yard-Linie gestoppt hatten, ihr erster Punktgewinn mit einem 14-Yard-Pass auf Michael Thomas in die Endzone und einem erfolgreichen Point after Touchdown (17:7). Danach wurde ein Wurf von Case Keenum abgefangen, woraufhin die Saints mit einem weiteren Touchdown (3-Yard-Pass auf Michael Thomas) auf 17:14 verkürzten. Mit einem Field Goal aus 49 Yards konnten die Vikings ihren Vorsprung wieder erhöhen (20:14). Nach jeweils einem erfolglosen Drive beider Teams gingen die Saints mit ihrem dritten Touchdown durch einen Pass über 14 Yards auf Runningback Alvin Kamara erstmals in Führung (20:21). Mit noch einer Minute und 29 Sekunden auf der Uhr holten sich die Vikings durch ein Field Goal aus 53 Yards die Führung wieder zurück, womit es 23:21 stand. Die Saints erzielten 25 Sekunden vor Schluss, nachdem sie einen erfolgreichen vierten Versuch ausgespielt hatten, ebenfalls ein Field Goal und stellten somit ihrerseits die Führung wieder her (23:24).Jon Benne: Saints vs. Vikings 2018 live results: Minnesota wins instant classic on miracle finish auf sbnation.com, 14. Januar 2018, abgerufen am 11. Oktober 2018 (englisch).

Der entscheidende Spielzug mini|Schematische Darstellung des Spielzuges „Buffalo Right, Seven Heaven“. Der mit „Z“ beschriftete Receiver ist Stefon Diggs. mini|Stefon Diggs erzielte den spielentscheidenden Touchdown Um mindestens noch ein Field Goal zu erzielen, blieben den Vikings nach dem Kickoff der Saints – bei einer verbliebenen Auszeit – 25 Sekunden Spielzeit bei 75 Yards Entfernung von der gegnerischen Endzone. Nach einer 5-Yard-Strafe wegen eines False Starts der Offense, einem Pass für 19 Yards und zwei unvollständigen Pässen standen die Vikings ohne weitere Auszeit außerhalb der Field-Goal-Reichweite an der eigenen 39-Yard-Linie, 61 Yards von der gegnerischen Endzone entfernt.

Die Vikings starteten einen Spielzug mit dem Namen „Buffalo Right, Seven Heaven“. Buffalo Right bedeutet, dass sich drei Receiver auf der rechten Seite bündeln, um die Deckung der Verteidigung durcheinander zu bringen, wobei Buffalo als Code für Bunch Formation (deutsch etwa Bündelbildung) steht. Seven steht für die Laufroute der Receiver in Richtung Seitenauslinie. Ziel des Spielzuges war, den Ball an der Seitenauslinie zu fangen und durch das Verlassen des Spielfeldes die Uhr anzuhalten. Dadurch sollte zumindest die Chance zu einem sehr langen Field Goal gewahrt werden und somit ein Sieg weiterhin möglich sein.

Die Zonenverteidigung der Saints konzentrierte sich dementsprechend insbesondere auf die Außenlinien, um das Anhalten der Uhr zu verhindern. Die verbliebene Zeit war deutlich zu gering, als dass die Vikings schnell genug ohne Stoppen der Uhr das Field-Goal-Team auf das Feld hätten bringen können.Kevin Seifert: Inside the play that saved the Vikings' season -- and crushed the Saints auf espn.com, 15. Januar 2018, abgerufen am 10. Januar 2019 (englisch).