Bernhard Graevaeus (* 1564 oder 1565 in der Grafschaft Ravensberg; † 1. Februar 1639 in Bremen) war ein deutscher Jurist und Ratsherr in Bremen. Leben Graevaeus hieß ursprünglich Bernhard Greve. Auf einem Porträt, das der Maler Wolfgang Heimbach im Jahr 1636 von ihm malte, ist sein Alter mit 71 Jahren angegeben. Nach den Angaben in Heinrich Wilhelm Rotermunds Lexikon bremischer Gelehrter stand Graevaeus bei seinem Tod am 1. Februar 1639 „im 75ten Jahr“. Danach muss Graevaeus 1564 oder 1565 geboren worden sein. Der Geburtsort war die Grafschaft RavensbergSo Wilhelm Hurm, Beschreibendes Verzeichnis der Gemälde und Bildhauerwerke des Kunstvereins zu Bremen, 1892, S. 45 (zu Nr. 57). – möglicherweise deren Hauptort BielefeldSo Johann Suibert Seibertz, Westfälische Beiträge zur deutschen Geschichte, Band 2, 1823, S. 290, Digitalisat.

Wo Graevaeus studierte, ist ebenfalls nicht bekannt. Jedenfalls führte er auf dem Titel seines 1603 veröffentlichten Werkes Practicae Conclusiones Juris den Titel eines Doktors beider Rechte.

Graevaeus war als Advokat in Bielefeld tätigChristian Gottlieb Jöcher, Allgemeines Gelehrten Lexikon, Band 2, Leipzig 1750, Sp. 1175 (unter „Greve“) Digitalisat. und stand zeitweilig in Diensten der Grafen von BentheimJohann Suibert Seibertz, Westfälische Beiträge zur deutschen Geschichte, Band 2, 1823, S. 290, Digitalisat. sowie der Kurfürsten von Köln und BrandenburgEmil Waldmann, Zwei bremische Portraite und ihr Maler Christian Wolffgang Heimbach, Jahrbuch der bremischen Sammlungen 1 (1908) 44–51, 45 Digitalisat; die Graevaeus gewidmete Dissertation des Mindeners Heinrich Walbom tituliert Graevaeus als Commissarius und Consilarius Intimus des Markgrafen von Brandenburg, vgl. Johannes Wissel (praeses), Henricus Walbom (respondens), De rebus creditis, diss. iur. Helmaestadi 1620, Digitalisat.. 1625 heiratete er Christine Steding, die aus einer Bremer Ratsfamilie stammte. Am 29. Juni 1627 wurde Graevaeus selbst zum Ratsherren gewähltHurm, S. 45.. Er starb 1639 in BremenHeinrich Wilhelm Rotermund, Lexikon aller Gelehrten, die seit der Reformation in Bremen gelebt haben, Band 1, Bremen 1818, S. 143 Digitalisat.

Bedeutung Die von Graevaeus 1603 veröffentlichten Practicae Conclusiones Juris (Praktische rechtliche Schlussfolgerungen) stellen einen Kommentar zu den 25 Jahre früher erschienenen Practicae observationes (Praktischen Beobachtungen) des Kölner Rezeptionsjuristen Andreas von Gaill dar. Sie wurden von den Autoren des Usus modernus pandectarum viel zitiert und mehrfach nachgedruckt.

Als Bremer Ratsherr war Graevaeus unter anderem an der Gewinnung des Offiziers Wilhelm von Calcum zum Eintritt in die Dienste der Stadt Bremen beteiligtErnst von Schaumburg, Wilhelm von Calckum genannt Lohhausen, Elberfeld 1866, S. 85 Digitalisat. Er führte auch einen Rechtsstreit gegen seinen Ratskollegen Hermann Bokelmann.

Die Porträts, die Wolfgang Heimbach von Graevaeus und dessen Gemahlin Christine, geb. Steding malte, gehören zu den bekanntesten Werken des Malers.

Einzelnachweise

Weblinks Informationen zu Bernhard Graevaeus im Staatsarchiv Bremen. Digitalisat der Erstausgabe der Practicae Conclusiones Juris des Bernhard Graevaeus Reproduktion des Graevaeus-Porträts von Wolfgang Heimbach in der Datenbank des Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie

Kategorie:Rechtswissenschaftler (17. Jahrhundert) Kategorie:Ratsherr (Bremen) Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1639 Kategorie:Mann