Samuel „Sam“ Livesey (* 14. Oktober 1873 in Flintshire, Wales, Vereinigtes Königreich; † 7. November 1936 in London) war ein britischer Theater- und Filmschauspieler.
Leben und Wirken Liveseys Vater Thomas, ursprünglich Eisenbahner, hatte im ausgehenden Viktorianischen Zeitalter eine kleine Bühnenwandertruppe betrieben, und so wuchs Samuel Livesey mit dem Leben und Wirken am Theater auf. Kaum schulpflichtig, trat Sam auf der Bühne auf. Als eines von sechs Kindern unterstützte er die seit 1893 verwitwete Mutter bei ihren Bemühungen, in Mexborough eine feste Bühne, das Prince of Wales Theater, aufzubauen und zu bespielen. Dennoch ging die Familie auch weiterhin auf Tournee. Der gebürtige Waliser, seit 1900 mit einer Schauspielerin verheiratet, hatte eine wenig Aufsehen erregende Bühnenlaufbahn hinter sich gebracht, als er inmitten des Ersten Weltkriegs Angebote vom Film erhielt.
Livesey wirkte mit tragenden Nebenrollen in überwiegend dramatischen Geschichten mit. Mehrfach verkörperte er Soldaten mittleren Offiziersranges (Hauptleute in The Lifeguardsman und Victory and Peace, Majore in Insult und Dunkle Geschäfte). Der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm bedeutete keinerlei Probleme für ihn. In einem der bedeutendsten britischen Filme der 1930er Jahre, Alexander Kordas prestigeträchtigem Historienporträt Das Privatleben Heinrichs VIII., verkörperte Livesey den Scharfrichter im Dienste seiner Majestät. In seinem Todesjahr 1936 wirkte er auch in Kordas nächstem Prestigefilm, Rembrandt, mit. Wie schon zuvor war Charles Laughton Liveseys Filmpartner. Sam Liveseys letzte beiden Filme (Zigeunerprinzessin, Dunkle Geschäfte) kamen drei Monate nach seinem Ableben in die britischen Kinos.
Bis zuletzt blieb Sam Livesey auch weiterhin der Bühne treu, so sah man ihn u. a. in den Stücken Bulldog Drummond, The Runaways und Father of Lies. Aus der Ehe mit seiner 1913 verstorbenen Frau Margaret Ann ging der Schauspieler Jack Livesey (1901–1961) hervor. Roger Livesey war Sams Neffe, den er später adoptierte.
Filmografie 1916: The Lifeguardsman 1917: One Summer’s Day 1918: Spinner o’ Dreams 1918: Victory and Peace (nicht aufgeführt) 1919: A Sinless Sinner 1919: The Chinese Puzzle 1919: The Sins of Youth 1920: Burnt In 1920: The Black Spider 1920: All the Winners 1921: The Marriage Lines 1923: Married Love 1927: Wait and See 1928: Zero 1929: Young Woodley 1930: One Family 1931: Dreyfus (englische Version) 1931: The Hound of the Baskervilles 1931: Jealousy 1931: Many Waters 1932: Mr. Bill the Conqueror 1932: The Flag Lieutenant 1932: Insult 1933: The Shadow 1933: Das Privatleben Heinrichs VIII. (The Private Life of Henry VIII.) 1934: Variety 1934: Royal Cavalcade 1934: The Great Defender 1934: Jud Süß (Jew Suss) 1935: Where’s George? 1935: Turn of the Tide 1936: Men of Yesterday 1936: Calling the Tune 1936: Rembrandt 1936: Zigeunerprinzessin (Wings of the Morning) 1936: Dunkle Geschäfte (Dark Journey)
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