Ranko Popović (; * 26. Juni 1967 in Peć, SR Serbien, SFR Jugoslawien; heute Kosovo) ist ein ehemaliger serbisch-österreichischer Fußballspieler und jetziger -trainer.
Spielerkarriere Karrierebeginn in Peja und Belgrad Ranko Popović wurde am 26. Juni 1967 in der Stadt Peć in der damaligen SR Serbien, die wiederum Teil der Provinz Kosovo und Metochien war, geboren. Seine Vereinskarriere als Fußballspieler begann er spätestens im Jahre 1978, als er sich seinem kosovarischen Heimatverein KF Besa anschloss. Dort durchlief er sämtliche Jugendspielklassen und gehörte in weiterer Folge auch dessen Herrenmannschaft an. Durch starke Leistungen bei seinem Heimatklub wurde der serbische Erfolgsklub Partizan Belgrad, der in den letzten drei Spielzeiten zwei Mal Meister und einmal Vizemeister geworden war, auf das junge Abwehrtalent aufmerksam und lotste Popović in die Hauptstadt der SR Serbien bzw. SFR Jugoslawien. In dem durchwegs aus Jugoslawen bestehenden Team, das mit Jia Xiuquan und Liu Haiguang auch zwei Nicht-Europäer in seinen Reihen hatte, konnte sich der damals 21-Jährige kaum gegen die ältere Teamkollegen durchsetzen und fungierte zumeist als Ersatzspieler bei den Profis und Stammspieler der zweiten Mannschaft.
Um mehr Spielpraxis zu sammeln, wurde er daraufhin im Jahre 1989 an den jugoslawischen Zweitligisten FK Leotar Trebinje aus Bosnien und Herzegowina verliehen, von dem er im darauffolgenden Jahr nach 13 Ligaeinsätzen wieder zurückkehrte. Beim FK Partizan, der sich in all den Jahren am Saisonende immer auf den vorderen Tabellenplätzen einfand, jedoch nur selten wirklich um den Meistertitel mitspielte, fand der 1,83 m große Abwehrrecke auch daraufhin kaum Beachtung. Nachdem er unter den Trainern Fahrudin Jusufi, Momčilo Vukotić, Ivan Golac, Nenad Bjeković, Miloš Milutinović und zuletzt Ivica Osim in vier Spielzeiten zu lediglich zwei Einsätzen in der jugoslawischen Erstklassigkeit gekommen war, wurde er an den Ligakonkurrenten FK Spartak Subotica abgegeben.
Über Spartak Subotica nach Griechenland und Spanien Spartak Subotica hatte die Saison 1991/92, die zugleich die letzte mit Beteiligung von Teams aus der SR Bosnien und Herzegowina und der SR Mazedonien und somit auch die letzte einer einheitlichen SFR Jugoslawien war, auf dem 16. von 18 Plätzen abgeschlossen. Der Klassenerhalt konnte nur aufgrund der Ligaauflösung und der Teilnahme an der nachfolgenden Prva liga SR Jugoslavije gehalten werden. In der Prva liga SR Jugoslavije 1992/93, der ersten Spielzeit der neuen Fußballliga der Bundesrepublik Jugoslawien, dem späteren Serbien und Montenegro, schaffte der Klub aus der zweitgrößten Stadt der Vojvodina abermals nur knapp den Klassenerhalt. Nach einer Ligareform – das Teilnehmerfeld wurde auf zwei Gruppen zu je zehn Mannschaften aufgeteilt – konnte Spartak Subotica seine Leistung steigern und erreichte am Ende der Herbstsaison der Spielzeit 1993/94 in der Gruppe B den zweiten Platz hinter dem Hauptstadtklub OFK Belgrad. In der anschließenden Meisterrunde im Frühjahr 1994 erreichte Popović mit seiner Mannschaft immerhin noch den fünften Tabellenplatz.
Aufgrund der Wirren der Jugoslawienkriege flüchtete der Rechtsfuß nach Griechenland, wo er beim damaligen Erstligisten Ethnikos Piräus anheuerte. In der Alpha Ethniki 1994/95 brachte es der 27-Jährige auf lediglich zehn Meisterschaftseinsätze, ehe er abermals flüchten musste, nachdem er, als er ausstehende Gehaltszahlungen beim Vereinspräsidenten einfordern wollte, mit vorgehaltener Waffe bedroht wurde. Nachdem er seinen Vertrag, der ohnehin nur auf eine Spielzeit beschränkt war, hat auslaufen lassen, wechselte Popović im Sommer 1995 nach Spanien zur erst wenige Jahre zuvor gegründeten UD Almería, die gerade eben den Aufstieg in die Segunda División geschafft hatte. Wie er es in Subotica bereits gewohnt war, kämpfte der Defensivakteur auch bei Almería bis zuletzt um den Klassenerhalt, der dem Klub mit dem 16. von 20 Plätzen im Endklassement auch gerade noch gelang. In der andalusischen Hafenstadt spielte er regelmäßig vor 15.000 Zuschauern, galt aber auch hier als selten eingesetzter Spieler. Bei neun Ligaeinsätzen in der Spielzeit 1995/96, die er unter anderem zusammen mit seinem später ebenfalls in Österreich tätigen Landsmann Nikola Milinković absolvierte, erhielt Popović drei gelbe und eine rote Karte. Nur von Ende Jänner bis Ende Februar 1996 kam er zu regelmäßigen Einsätzen, als er verletzungsbedingte Ausfälle kompensierte. Hinzu kamen noch vier Einsätze in der Copa del Rey 1995/96, in der die UD Almería in der zweiten Runde gegen Atlético Madrid ausschied. Während dieser Zeit spielte bei Almería unter anderem auch Ljubomir Vorkapić, den Popović noch von seiner Zeit in Belgrad kannte.
Die Saison 1996/97 verlief für den 29-Jährigen ähnlich wie die vorangegangene. Bei lediglich sieben Einsätzen in der Segunda División fiel er abermals disziplinarisch auf und erhielt zwei gelbe und eine rote Karte. Gegen Abwehrspieler wie José María Cidoncha, Francisco Javier Cuaresma oder José Manuel Rodríguez Ortega konnte sich nicht durchsetzen und musste sich bald darauf wieder auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber machen. Hinzu kam, dass die Mannschaft, die allein in dieser Saison von vier verschiedenen Trainern geführt wurde, sich bis zuletzt nicht von den hinteren Tabellenplätzen lösen konnte und auf einen Abstieg in die Drittklassigkeit zusteuerte. Kurz vor Saisonende erhielt Popović einen Anruf seines ehemaligen Mannschaftskollegen Darko Milanič, den er noch aus seiner Zeit bei Partizan Belgrad kannte und die seitdem eine Freundschaft verband. Milanič spielte bereits seit 1993 in Österreich beim SK Sturm Graz und hatte seit dem Jahr 1994 mit Ivica Osim einen altbekannten Übungsleiter. Da Sturm nach dem Abgang einiger Defensivakteure wie Enzo Gambaro, Martin Hiden, Pål Lydersen oder Herbert Grassler einen Ersatz auf dieser Position suchte und Popović zumindest für Milanič als idealer Kandidat galt, empfahl er dem Präsidenten Hannes Kartnig die Verpflichtung des knapp 30-jährigen Serben.„POPO, POPO, POPOVIC“, abgerufen am 11. Oktober 2018. Dieser willigte ein und verpflichtete den 1,83 großen Abwehrspieler wenige Tage nach dessen 30. Geburtstag.
Publikumsliebling und Champions-League-Teilnehmer bei Sturm Graz mini|Trikot von Ranko Popović aus der Saison 1998/99 Bei den Steirern, die in der vorangegangenen Saison Pokalsieger wurden und die Liga 1996/97 als Dritter beendeten, gab der Serbe daraufhin am 5. Juli sein Pflichtspieldebüt, als bei der knappen 0:1-Niederlage gegen den SK Rapid Wien im ÖFB-Supercup ab der 60. Spielminute für Mario Posch zum Einsatz kam. Vier Tage später war er beim Eröffnungsspiel des neuen Arnold-Schwarzenegger-Stadions in Graz-Liebenau gegen den Stadtrivalen GAK im Einsatz und neben Franco Foda, Darko Milanič und Günther Neukirchner Teil der Vierer-Abwehrkette. Im Spätsommer und Herbst nahm er mit der Mannschaft am Europapokal der Pokalsieger 1997/98 teil. Nach einem Gesamtscore von 4:0 über APOEL Nikosia in Runde 1, schied das Team in der zweiten Runde knapp mit 1:2 gegen den AEK Athen vom Turnier aus. In der Liga startete er mit den Grazern einen Erfolgslauf und stand mit dem SK Sturm mit 50 Punkten und 50 erzielten Toren aus 21 absolvierten Ligapartien, was ein Rekord im österreichischen Fußball war, zur Winterpause als Herbstmeister und Winterkönig fest. Ranko Popović wurde noch in dieser Saison zum Publikumsliebling und erhielt von den Fans den Rufnamen Popo.
Die Saison 1997/98, die gemeinhin als Geburtsstunde des „magischen Dreiecks“ rund um Hannes Reinmayr, Ivica Vastić und Mario Haas gilt, entschied er mit der Mannschaft nach einem 5:0-Heimsieg über den FK Austria Wien bereits sieben Runden vor Saisonende. Mit einem Rekordstand von 70 Punkten sicherten sich die Grazer den ersten Meistertitel in der Vereinsgeschichte und kamen am Ende sogar noch auf 81 Tabellenpunkte, 21 Punkt Vorsprung auf den nächstplatzierten Verfolger SK Rapid Wien und 22 Punkte vor dem Stadtrivalen GAK. Das drei Tage nach der offiziellen Meisterfeier ausgetragene Finale um den ÖFB-Cup 1997/98 verloren die Grazer daraufhin mit 1:3 gegen die SV Ried, die damit ebenfalls ihren ersten großen Erfolg feiern konnte. Popović absolvierte in dieser Saison 32 Spiele in der Liga (drei Tore), drei Partien im Pokal der Pokalsieger, zwei Begegnungen im ÖFB-Cup, sowie das eine ÖFB-Supercup-Spiel kurz nach seiner Verpflichtung.
Nach den Erfolgen der vorangegangenen Saison nahm der „Eisenfuß“, wie Popović in Österreich auch oft genannt wurde, mit der Mannschaft an der 2. Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League 1998/99 teil und fertigte in dieser Újpest Budapest klar mit einem Gesamtergebnis von 7:2 ab. Als dritte österreichische Mannschaft nach dem SV Austria Salzburg (1994/95) und dem SK Rapid Wien (1996/97) schaffte Sturm Graz den Sprung in die Champions-League-Gruppenphase. In dieser war der gebürtige Serbe mit seiner Mannschaft jedoch gegen Inter Mailand, Real Madrid und Spartak Moskau klarer Außenseiter und holte ihn sechs Begegnungen lediglich einen Punkt im Rückspiel gegen die Russen. Popović, der neben Foda als Routinier in der Verteidigung des Sportklubs galt und als solcher auch als Stammkraft fungierte, war an allen sechs Partien der Gruppenphase beteiligt; in der Qualifikation hierfür absolvierte er lediglich das Rückspiel. In dieser Saison hatte der Abwehrspieler jedoch auch mit einigen Verletzungsproblemen zu kämpfen und war auf den Abwehrpositionen neben Darko Milanič oder Schlussmann Kazimierz Sidorczuk einer der angeschlagenen Spieler dieses Jahres.
Anders als in seiner bisherigen Laufbahn gelangen Popović bei Sturm auch regelmäßige Torerfolge, was dieser zumeist mit eingelegten Tanzeinlagen vor den Fans zelebrierte. So unter anderem auch beim deutlichen 5:0-Sieg im Derby gegen den Grazer AK am 8. November 1998, als er in der 81. Spielminute das Tor zum Endstand erzielte. Dieser Sieg war zudem der höchste Derby-Sieg von Sturm seit einem 10:1 in der Landesliga im Jahre 1946. Weitere zwei Treffer folgten in der Liga, in der es der Abwehrrecke auf 25 Einsätze, sowie sechs gelbe und eine rote Karte gebracht hatte. Nicht minder torgefährlich zeigte er sich auch im ÖFB-Cup 1998/99, in dem er mit der Mannschaft abermals ins Finale einzog, dort den LASK mit 4:2 im Elfmeterschießen besiegte. Bei Einsätzen in allen sechs Pokalspielen steuerte er zwei Tore bei. Zudem gewann er im Sommer 1998 für Sturm den zweiten Supercup-Titel und wurde Ende Mai 1999 abermals österreichischer Fußballmeister.
Goldene Jahre bei Sturm In den goldenen Jahren der Grazer folgte für Popović jedoch bald die Ernüchterung, nachdem er anfangs aufgrund einer Verletzung (Ischias) ausfiel, wurde er schon bald von der Vereinsführung aufs Abstellgleis gestellt. Als Sturm am 25. Juni 1999 nach einem Sieg im Elfmeterschießen über den LASK den Supercup gewann und sich somit das Triple sicherte, gehörte Popović verletzungsbedingt nicht zum Aufgebot der Grazer. Auch nicht, als die Mannschaft wenige Tage später in die Bundesliga-Saison 1999/2000 startete. Erst im fünften Meisterschaftsspiel wurde Popović wieder von Osim eingesetzt; dabei ausgerechnet bei einem abermaligen Kantersieg über den Erzrivalen GAK. Auch in den beiden nachfolgenden Ligaspielen, von denen er in einem ein Tor erzielte, gehörte der gebürtige Serbe zum Stammaufgebot an der Seite von Franco Foda, Günther Neukirchner und Neuzugang György Korsós. In der 3. Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League 1999/2000 kam Popović in beiden Partien zum Einsatz und versäumte nur die beiden Ligaspiele dazwischen. Nach der abermals erfolgreichen Qualifikation für die Champions-League-Gruppenphase wurde der Defensivspezialist, der stets die Nähe zum Publikum suchte und unter anderem mit Bengalo in der Hand mit den Fans feierte, zum letzten Mal am 28. August 1999 in einer Ligapartie eingesetzt und gehörte daraufhin über Monate nicht mehr dem Profikader der Grazer an.