Das Konklave von 1549–1550 fand vom 29. November 1549 bis zum 7. Februar 1550 in der Cappella Paolina im Apostolischen Palast in Rom in Folge des Todes von Papst Paul III. († 10. November 1549) statt. Dieses Konklave war das zweitlängste des 16. Jahrhunderts und mit 51 wählenden Kardinälen das größte seiner Zeit. Die Wahlberechtigten teilten sich in drei Fraktionen auf: die französische (Heinrich II. von Frankreich), die deutsch-spanische (Kaiser Karl V.) und die Gruppe um Alessandro Farnese, den Kardinalnepoten und Enkel Pauls III.

Das Konklave, das wegen der starken Einflussnahme der europäischen Mächte bekannt ist, entschied mit seiner Wahl auch darüber, ob und zu welchen Bedingungen das Konzil von Trient (das von Karl V. unterstützt und von Heinrich II. bekämpft wurde) zu weiteren Tagungsperioden zusammengerufen wurde und welches Schicksal den Herzogtümern Parma und Piacenza (die von Karl V. und den Farnese beansprucht wurden) zuteilwurde.

Nachdem das Konklave fast den Engländer Reginald Pole gewählt hatte, führte die späte Ankunft weiterer französischer Kardinale es wieder in eine Sackgasse. Schließlich wurde Giovanni Maria Ciocchi del Monte als Kompromiss gewählt. Er gab sich den Papstnamen Julius III.

Die Franzosen hatten gehofft, Julius stünde den Interessen des Kaisers feindlich gegenüber – die Spannungen zwischen dem neuen Papst und den Franzosen kochten jedoch hoch, als er im November 1550 das Konzil von Trient wiedereinberufen hatte, das im August 1551 in eine drohende Spaltung mündete, während der kurze Krieg um das Herzogtum Parma zwischen Frankreich, das mit Ottavio Farnese verbündet war, und einer päpstlich-kaiserlichen Armee ausbrach. Die französischen Prälaten nahmen an den Sitzungen des Konzils von Trient 1551–1552 nicht teil und nahmen ihre Reformen nur langsam an.

Wahlberechtigte Papst Paul III. hatte das Kardinalskollegium auf beispiellose 54 Mitglieder erweitert, und die Dauer des Konklaves ließ viele der ausländischen Kardinäle noch rechtzeitig in Rom ankommen, was die Zahl der Wählenden auf 51 ansteigen ließ. Da zwei von ihnen während des Konklaves starben und mehrere erkrankten, reduzierte die Zahl der tatsächlichen Teilnehmer bis zum letzten Wahlgang dann wieder auf 44.

Nach der Zählung, die Kardinal Charles de Lorraine-Guise in seinem Brief an Heinrich II. vornahm, waren nach der Ankunft der 12 teilnehmenden französischen Kardinäle 23 Kardinäle in der französischen Fraktion, 22 in der kaiserlichen Fraktion und vier neutral; Guise hielt es daher für unmöglich, dass eine der Fraktionen die notwendige Zweidrittelmehrheit allein durch die Überredung neutraler Kardinäle erhielte. Außerdem würden elf italienische Kardinäle, die Guise zur französischen Fraktion zählte, wahrscheinlich nur für einen italienischen Landsmann stimmen, was die Wahl eines der drei Favoriten Heinrichs II. – Louis de Bourbon-Vendôme, Jean de Lorraine und Georges d’Amboise undurchführbar machte. Der nicht-französische Kardinalprotektor Frankreichs, Ippolito d’Este, wäre dann die Wahl Heinrichs II. gewesen, während seine Ehefrau Caterina de’ Medici ihren Cousin Giovanni Salviati bevorzugte, der jedoch für die kaiserliche Fraktion und die Farnese nicht akzeptabel war.

Im Gegensatz dazu favorisierte Karl V. Juan Álvarez y Alva de Toledo, gefolgt von Reginald Pole, und lehnte alle französischen Kardinäle sowie Salviati, Niccolò Ridolfi und die beiden Prälaten ab, die für den Übergang des Konzils von Trient nach Bologna verantwortlich waren (Giovanni Maria Ciocchi del Monte und Marcello Cervini degli Spannochi) – und die die beiden Nachfolger Pauls III. wurden.

Kardinal Herkunft Rang Titel Datum der Erhebung durch Papst BemerkungenGiovanni Domenico De CupisRom(pro-frz.)KardinalbischofBischof von Ostia und Bischof von Velletri1. Juli 1517Leo X.KardinaldekanGiovanni SalviatiFlorenz(pro-frz.)KardinalbischofBischof von Porto-Santa Rufina1. Juli 1517Leo X.Subdekan des Kardinalkollegiums, Vetter von Caterina de' MediciPhilippe de La ChambreFrankreichKardinalbischofO.S.B., Bischof von Frascati7. November 1533Clemens VII.Gian Pietro CarafaNeapel(pro-frz.)KardinalbischofBischof von Sabina, Erzbischof von Neapel22. Dezember 1536Paul III.späterer Papst Paul IV.Giovanni Maria Ciocchi del MonteRomKardinalbischofBischof von Palestrina22. Dezember 1536Paul III.Gewählter Papst Julius III.Ennio FilonardiRom(pro-frz.)KardinalbischofBischof von Albano22. Dezember 1536Paul III.† 19. Dezember 1549Innocenzo CiboFlorenzKardinaldiakonAdministrator von Marseille1. Juli 1517Leo X.Protodiakon, KardinalnepotRücktritt 23. Januar wegen MalariaLouis de Bourbon-VendômeFrankreichKardinalbischofBischof von Laon, Administrator von Sens1. Juli 1517Leo X.Niccolò RidolfiFlorenz(pro-frz.)KardinalbischofBischof von Vicenza1. Juli 1517Leo X.† 31. Januar/1. Februar 1550, KardinalnepotFrancesco PisaniVenedigKardinalbischofBischof von Padua1. Juli 1517Leo X.Jean de LorraineFrankreichKardinalbischofBischof von Metz, Administrator von Narbonne, Agen und Nantes28. Mai 1518Leo X.Niccolò GaddiFlorenz3. Mai 1527Clemens VII.Ercole GonzagaMantua(pro-kais. )KardinalbischofBischof von Mantua3. Mai 1527Clemens VII.Girolamo DoriaGenuaAdministrator von TarragonaJanuar 1529Clemens VII.François de TournonFrankreichKardinalbischofErzbischof von Auch9. März 1530Clemens VII.Odet de Coligny de ChâtillonFrankreichAdministrator von Beauvais und Toulouse7. November 1533Clemens VII.Alessandro FarneseValentanoKardinalbischofAdministrator von Avignon und Tours, Viseu (Portugal) und Monreale (Sizilien)18. Dezember 1534Paul III.Camerlengo, KardinalnepotGuido Ascanio SforzaRomKardinalbischofBischof von Parma18. Dezember 1534Paul III.Jean du BellayFrankreichKardinalbischofBischof von Paris, Administrator von Bordeaux21. Mai 1535Paul III.Rodolfo Pio di CarpiCarpi(pro-kais. )22. Dezember 1536Paul III.Reginald PoleEngland(pro-kais. )KardinalbischofErzbischof von Canterbury22. Dezember 1536Paul III.Niccolò CaetaniNeapel22. Dezember 1536veröffentlicht 13. März 1538Paul III.Juan Álvarez de ToledoSpanien(pro-kais. )KardinalbischofO.P., Bischof von Burgos20. Dezember 1538Paul III.Bruder von Pedro Álvarez de Toledo, spanischer Vizekönig von NeapelRobert de LénoncourtFrankreichKardinalbischofBischof von Châlons20. Dezember 1538Paul III.Ippolito II. d’EsteFerrara(pro-frz.)KardinalbischofErzbischof von Mailand, Administrator von Lyon, Administrator von Autun20. Dezember 1538veröffentlicht 5. März 1539Paul III.Angehöriger des frz. HofesAntoine Sanguin de MeudonFrankreichKardinalbischofBischof von Orléans19. Dezember 1539Paul III.Marcello Cervini degli SpannochiKardinalbischofBischof von Gubbio19. Dezember 1539Paul III.späterer Papst Marcellus II.Giacomo SavelliRom19. Dezember 1539Paul III.Miguel da SilvaPortugalKardinalbischofBischof von Massa-Marittima19. Dezember 1539veröffentlicht 2. Dezember 1541Paul III.Giovanni MoroneMailand (pro-kais. )2. Juni 1542Paul III.Marcello CrescenziRomAdministrator von Conza2. Juni 1542Paul III.Cristoforo MadruzzoHRRKardinalbischofBischof von Trient, Bischof von Brixen2. Juni 1542veröffentlicht 7. Januar 1545Paul III.Francisco de Mendoza y BobadillaSpanien(pro-kais. )KardinalbischofBischof von Coria19. Dezember 1544Paul III.Bartolomé de la Cueva y ToledoSpanien(pro-kais. )19. Dezember 1544Paul III.Georges d’ArmagnacFrankreichKardinalbischofBischof von Rodez, Administrator von Tours19. Dezember 1544Paul III.Otto von WaldburgHRRKardinalbischofBischof von Augsburg19. Dezember 1544Paul III.Andrea CornaroVenedigKardinalbischofBischof von Brescia19. Dezember 1544Paul III.Francesco SfondratiMailand(pro-kais. )KardinalbischofBischof von Cremona19. Dezember 1544Paul III.Federico CesiRom19. Dezember 1544Paul III.Durante DurantiKardinalbischofBischof von Cassano19. Dezember 1544Paul III.Girolamo Recanati CapodiferroRomBischof von Saint-Jean de Maurienne19. Dezember 1544Paul III.Tiberio CrispoRomAdministrator von Amalfi19. Dezember 1544Paul III.KardinalnepotPedro Pacheco de VillenaSpanien(pro-kais.)KardinalbischofBischof von Jaén16. Dezember 1545Paul III.Georges d'AmboiseFrankreichKardinalbischofErzbischof von Rouen16. Dezember 1545Paul III.Ranuccio FarneseKardinalbischofGroßpönitentiar, Erzbischof von Ravenna15. Dezember 1545Paul III.KardinalnepotCharles de Lorraine-GuiseFrankreichKardinalbischofErzbischof von Reims27. Juli 1547Paul III.Giulio Feltrio della RovereAdministrator von Urbino27. Juli 1547veröffentlicht 9. Januar 1548Paul III.Charles II. de Bourbon-VendômeFrankreichKardinalbischofBischof von Saintes9. Januar 1548Paul III.Girolamo VeralloRomKardinalbischofErzbischof von Rossano, Bischof von Capaccio8. April 1549Paul III.Giovanni Angelo MediciMailandKardinalbischofErzbischof von Ragusa8. April 1549Paul III.späterer Papst Pius IV.Bernardino MaffeiRomKardinalbischofErzbischof von Chieti8. April 1549Paul III.

Abwesend waren drei Kardinäle, die Franzosen Claude de Longwy de Givry, Bischof von Poitiers, Jacques d’Annebaut, Bischof von Lisieux, sowie Heinrich von Portugal, Erzbischof von Évora.

Prozedere Die Regeln des Konklaves, wie sie im Ubi periculum festgelegt und im kanonischen Recht kodifiziert sind, wurden nominell beachtet, aber auch offensichtlich ignoriert, insbesondere in Bezug auf die Regeln, die die Kommunikation mit der Außenwelt verbieten. Es ist bekannt, dass einige Unbefugte im Konklave anwesend waren, da eine kleine Tür offen war (per portulam ostio conclavis relictam). Der portugiesische Kardinal Miguel de Silva, verärgert über die Anwesenheit von Gesandten Karls V. und Heinrichs II., beschwerte sich bei Dekan de Cupis, dass das Konklave "offener als geschlossen" sei (non concluded sed patens conclave). Am 14. Januar, bei der Ankunft von Louis de Bourbon, waren ungefähr 400 Menschen im Konklave, von denen nur 48 Kardinäle waren – darunter die Brüder einiger Kardinäle, die Vertreter der weltlichen Herrscher und diejenigen, deren einziges Ziel es war, die Außenwelt über das Verfahren zu informieren.

Am 27. November schlossen sich die zwölf Kardinäle, die bis dahin in Rom angekommen waren, den 29 an, die beim Tod Pauls III. in Rom gewesen waren. Es wurden die Klosterzellen verlost, wobei diejenigen, die krank waren, kein Los ziehen mussten, sondern bevorzugt zugewiesen wurden. Die Kardinäle beschlossen am 3. Dezember, mit "geheimem" Abstimmungen (ut vota secreto darentur) fortzufahren, nachdem sie am 1. Dezember geschworen hatten, sich an die Bulle von Papst Julius II. gegen simonische Wahlen (contra simoniacos), und die Bulle Ubi periculum Papst Gregors X., der das Konklave begründet hatte, zu halten. Am 31. Januar entschied ein Reformkomitee – bestehend aus Carafa, Bourbon, Pacheco, Waldburg, de Silva und Pole – dreizehn neue Regeln: jeden Kardinal auf drei Helfer zu beschränken; Kardinäle daran zu hindern, weitere über die zugewiesene Zelle hinaus zu besetzen oder Zellen zu tauschen; private Treffen von mehr als drei Kardinälen zu verbieten; zusammen zu speisen oder Essen zu teilen und die Kardinäle zwischen 22:30 Uhr und Morgengrauen in ihre Zellen zu sperren; die Anzahl der Ärzte und Barbiere war auf je drei Italiener und je einen aus Frankreich, Deutschland und Spanien beschränkt.

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