Die Feuerwehr Tübingen wurde am 12. Mai 1847 gegründet und besteht aus 11 Einsatzabteilungen. Ende 2018 zählten die freiwilligen Einsatzabteilungen 364, die hauptamtliche Abteilung 28 Angehörige; die Gesamtstärke betrug 596 Angehörige.www.feuerwehr-tuebingen.de

Geschichte mini|Die 1847 als Pompier-Corps gegrün­dete Freiwillige Feuerwehr Tübingen um 1850 vor dem Unteren Schlossportal In Tübingen wurden im Jahr 1723 die ersten Versuche mit Feuerspritzen durchgeführt. Die älteste noch erhaltene Handdruck-Feuerspritze im Landkreis Tübingen ist die Spritze von Lustnau aus der Zeit um 1750.

Gründung Die Geschichte der Feuerwehr Tübingen geht auf den 12. Mai 1847 zurück, als Julius Haller erster Kommandant des sogenannten Pompier-Corps mit 50 Mann wurde. Es gab damals drei hölzerne Feuerspritzen, vier Hakenleitern und sonstiges Gerät. Die Ausrüstung wie Helm, Beil und Gurt musste jedes Mitglied selbst kaufen.

Auf dem ältesten Bild des Pompier-Corps um das Jahr 1850 sind alle Feuerwehrleute im hellen Drillich der vom Universitäts-Turnlehrer Carl Wüst unterrichteten Turner zu sehen.Sportwissenschaft. Er war zusammen mit dem Vorsitzenden des Schwäbischen Turnerbundes Theodor Georgii eines der Gründungsmitglieder des ursprünglich als Turnerfeuerwehr organisierten Tübinger Pompier-Corps.Carl Wüst Das Bild zeigt links die damals neuangeschaffte, abgeprotzte Metz-Stadtfeuerspritze und rechts den Gerätewagen; im Hintergrund eine Mannschaft mit Messinghelmen und teilweise mit Hakenleitern, links der Signalhornbläser, rechts hinten der dicke Büttel mit Säbel. Die folgenden Feuerwehrleute sind durch kolorierte Messinghelme hervorgehoben (von links): Lenz (mit weißem Busch), W. Dannwolf (mit schwarzem Busch), Julius Haller, der Kommandant (mit rotem Busch), Carl Wüst (mit weißem Busch), Hayes (mit schwarzem Busch).Die Verbandsgeschichte des Kreisfeuerwehrverbandes FV Tübingen e.V.

Einsatzentwicklung mini|Einsatz bei einem Dachstuhlbrand in den Kronenstraße, 2019

Einsatzentwicklung 1990–1997 Die Einsätze der Feuerwehr Tübingen entwickelten sich laut dem Tübinger Verwaltungsbericht 1991–1998 wie folgt:Tübinger Verwaltungsbericht 1991–1998 Jahr19901991199219931994199519961997Einsätze420484612599569453505502

Einsatzentwicklung 1999–2008 Die Einsätze der Feuerwehr Tübingen entwickelten sich laut den Jahresberichten wie folgt:Rinke Unternehmensberatung: Analyse des Ist-Zustandes / Einsatzanalyse – Trendanalyse In: Feuerwehrbedarfsplan der Universitätsstadt Tübingen. 21. Januar 2010. S. 28. Jahr1999200020012002200320042005200620072008Brände1026686869589929911796Technische Hilfeleistungen485329216669388217213199211256Sonstige Einsätze41387150221819132818Fehlalarme766973871027794120137134Gesamt704502446892607401418431493504

Bauliche Ausstattung mini|Neue Feuerwehr in der Alberstraße in Tübingen-Lustnau von der Rückseite. Nur fünf der elf Feuerwehrhäuser in Tübingen waren 2010 baulich gut bis sehr gut ausgestattet. Das waren die Feuerwehrhäuser in Bühl, Derendingen, Hagelloch, Hirschau und Weilheim. Bei den drei Feuerwehrhäusern Kilchberg, Stadtmitte und Unterjesingen ist die bauliche Funktion befriedigend bis ausreichend. Die bauliche Ausstattung in Bebenhausen, Lustnau und Pfrondorf entsprach 2010 nicht mehr dem Stand der Technik.Rinke Unternehmensberatung: Analyse des Ist-Zustandes/Zustand der Feuerwehrhäuser. In: Feuerwehrbedarfsplan der Universitätsstadt Tübingen. 21. Januar 2010. S. 74–81. Der Standort Bebenhausen wurde 2014 aufgelöst. Ein Neubau in Pfrondorf wurde am 27. April 2019 eingeweiht. Lustnau erhielt für 6,5 Millionen ein neues Feuerwehrhaus in Holzständerbauweise, das am 25. Januar 2023 eingeweiht wurde.

Abteilungen mini|Standorte der Feuerwehrhäuser mini|Feuerwache der Abteilung Derendingen Stadtmitte: Kelternstraße 21, Stützpunktfeuerwehr, technische Hilfe, Wasserrettung Derendingen: Raichbergstraße 80, Gefahrgut Lustnau: Alberstraße 15, Strahlenschutz Bühl: Sengentalstraße 26, Dekontamination Personen Hagelloch: Hagenloher Str. 1 Hirschau: Wehrstraße 8 Kilchberg: Tessinstraße 17 Pfrondorf: Blaihofstraße 150 mini|Das neue Feuerwehrhaus in Pfrondorf Unterjesingen: Jesinger Hauptstraße 67 Weilheim: Alte Landstraße 4

Unglück vom 17. Dezember 2005 Am 17. Dezember 2005 kam es nachts zu einem Brand eines Atelierhauses in der Reutlinger Straße 34/1. Während des Feuerwehreinsatzes, an dem über 80 Feuerwehrleute beteiligt waren, kamen der 34-jährige Oberlöschmeister Kurt Schwägerle und der 24-jährige Truppführer Andreas Mang ums Leben. Der Gemeinderat hat auf den Tag genau zehn Jahre nach dem Unglück entschieden, im neuen Stadtviertel Alter Güterbahnhof zwei Straßen nach den verunglückten Feuerwehrleuten zu benennen.Tagblatt-Artikel zum Beschluss des GemeinderatsUnfallbericht

Trivia mini|hochkant|Skulptur Pi Chacán vor dem Institut für Mikrobiologie und Virologie der Universität Zu einem ungewöhnlichen Einsatz von 22 Feuerwehrleuten kam es am 20. Juni 2014, nachdem ein Austauschstudent aus den Vereinigten Staaten in den Hohlraum der Skulptur Pi Chacán des peruanischen Künstlers Fernando de la Jara aus rotem Veroneser Marmor geklettert war. Er blieb mit den Beinen in der steinernen Vulva stecken. Passanten konnten ihm nicht helfen und riefen die Feuerwehr. Die Rettung sei schnell gelungen, und zwar „händisch ohne Geräteeinsatz“, berichteten die Rettungskräfte. Der Kletterer blieb unverletzt, und auch die Skulptur nahm keinen Schaden.22 Feuerwehrleute holten ihn heraus – Mann war in steinerner Vulva eingeklemmt Schwäbisches Tagblatt tagblatt.de vom 20. Juni 23:10 Uhr; geändert am 21. Juni 2014 um 08:24 UhrAustauschstudent bleibt in Stein-Vagina stecken. Welt, 22. Juni 2014.Autsch! Student steckt in steinerner Vagina fest – Einen derart kuriosen Rettungseinsatz hatte die Feuerwehr in Tübingen wohl noch nie: Sie musste einen Studenten aus einer steinernen Vagina befreien. Aus Augsburger Allgemeine vom 22. Juni 2014 Das Ereignis erregte überregionales und sogar internationales Aufsehen.Chacán – die Vulva ist jetzt weltbekannt. Wie ein kleiner Feuerwehreinsatz medial ganz groß rauskam. Tagblatt vom 24. Juni 2014.Sarah Cascone: 32-Ton Marble Vagina Traps US Exchange Student. Twenty-two firefighters called to the rescue at German university. ArtNet (unverpixelt), 23. Juni 2014.Pi Chacán (Skulptur).

Literatur 150 Jahre Feuerwehr Tübingen Abt. Hagelloch 1867–2017: Festschrift, 2017 100 Jahre Feuerwehr in Kilchberg, 1986 125 Jahre Feuerwehr in Lustnau: 1860–1985, 1985 Festschrift zum hundert-jährigen Jubiläum der Feuerwehr im Stadtteil Bühl der Universitätsstadt Tübingen: 1886–1987, 1987 Festbuch: Freiwillige Feuerwehr Nehren; 1864–1989, 1989 Freiwillige Feuerwehr Tübingen, 1991 Menschen, Feuer und Wasser: Tübingen und seine Freiwillige Feuerwehr, 1997 Freiwillige Feuerwehr Tübingen, 1980

Weblinks

Website der Feuerwehr Tübingen

Einzelnachweise

Kategorie:Organisation (Tübingen) Tubingen Kategorie:Behördengründung 1847