mini|Kehle des Fort de Moulainville mit dem zugemauerten Haupttor. Der Kehlgraben und die Reste der Zugbrücke sind verschwunden. mini|Lageplan Das Fort Moulainville (frz. Fort de Moulainville; zeitweilig auch Fort Feuquières genannt) war ein Befestigungswerk (Fort) das zur Gürtelfestung Fester Platz Verdun im Département Meuse und somit zum System der Barrière de fer gehörte. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, wurde es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts komplett modernisiert. Während der Schlacht um Verdun 1916 war es eines der vorrangigen Ziele der deutschen Artillerie.

Bau Das Fort wurde von 1885 bis 1886 gleichzeitig mit dem Fort Douaumont erbaut, um als detachiertes Fort den zweiten Festungsgürtel auf dem rechten Ufer der Maas zu verstärken. Es liegt etwas westlich zwischen den Ortschaften Moulainville und Eix auf einer Höhe von 362 Meter über NN und dominierte so die Woëvre. Es war das östlichste Bollwerk des Festen Platzes Verdun und sperrte mit dem Fort Vaux und dem Fort Rozelier die Straße von Étain über den Höhenrücken nach Verdun (heute D603) und die Bahnstrecke Saint-Hilaire-au-Temple–Hagondange. Die Grundfläche des Forts betrug 2,8 Hektar und hatte die Form eines Sechsecks mit einem ausspringenden (Frontseite) und einem einspringenden (Rückseite) Winkel, verbunden durch zwei Flanken und umgeben von einem trockenen Graben. Das Mauerwerk bestand aus behauenen Steinblöcken, die Decke war mit einer Erdschicht bedeckt. Zu Beginn war die Artillerie auf dem Hauptwall aufgestellt, die Geschützstände waren durch fünf Hohltraversen getrennt. Zur Verteidigung des Grabens waren drei Kaponnieren, eine doppelte Grabenstreiche (coffre double) an der Spitze des Frontgrabens sowie je eine einfache Grabenstreiche (coffre simple) am Schulterpunkt des Frontgrabens mit den Flankengräben und eine in die Mauer integrierte Kehlgrabenstreiche unter dem Eingangstor vorhanden.Cédric und Julie Vaubourg: Le fort de Moulainville ou fort Feuquières. In: Fortiff’Séré.

Kurzzeitig war es nach dem Lieutenant-général und Gouverneur von Verdun, Antoine de Pas de Feuquières, benannt. Per Präsidialdekret vom 21. Januar 1887 setzte der Kriegsminister Georges Boulanger um, dass alle Forts, befestigten Artillerieanlagen und Kasernen des Système Séré de Rivières die Namen von ehemaligen Militärkommandanten zu tragen hätten (Note Nr. 5285 vom 25. März 1886 des Kriegsministers Général Boulanger an die Generalkommandanten der Militärregionen; Präsidialdekret vom 21. Januar 1887 über die Umbenennung der Forts, befestigten Artillerieanlagen und Kasernen gemäß dem Vorschlag des Kriegsministers Général Boulanger). Am 13. Oktober 1887 wurde das vom Nachfolger Boulangers, Théophile Ferron, mit dem Schreiben Nr. 14980 vom gleichen Datum rückgängig gemacht, und das Fort erhielt seinen jetzigen Namen zugeteilt. Nichtsdestoweniger führte es über dem Haupteingang weiterhin die Bezeichnung „Fort Feuquières“inzwischen verschwunden wie einige andere, bei denen der „nom de Boulanger“mit „nom de Boulanger“ ist die Namensgebung nach Boulanger gemeint nicht entfernt wurde.

Geplante Modernisierungen 1900: Ersatz der drei Kaponnieren durch eine doppelte Grabenstreiche (coffre double) an der Spitze des Frontgrabens sowie je eine einfache Grabenstreiche (coffre simple) am Schulterpunkt des Frontgrabens mit den Flankengräben, Bau eines zusätzlichen Mannschaftsunterstandes für 80 Personen auf dem Hauptwall, Errichtung von zwei Zwischenraumstreichen (Casemate de Bourges) mit je einem Geschütz „Canon de 95“, Verstärkung der Kehlgrabenstreiche und des Pulvermagazins 1908: Umrandung des Grabens mit einem Eisengitter, Einbau eines 155-mm-Doppel-Geschützturms und eines 75-mm-Doppel-Geschützturms sowie von zwei gepanzerten Beobachtungskuppeln

Durchgeführte Modernisierungen 1889 bis 1891: Teilweise Verstärkung der Decke der Friedenskaserne und des Hauptverbindungsgangs durch einen Einzug aus Spezialbeton (Kosten: 380.274 Francs) zwischen 1890 und 1900: Anschluss an das Feldeisenbahnsystem (60 cm Spurweite) 1905 bis 1909: Ersatz der drei Kaponnieren durch Grabenstreichen, Bau einer „Casemate de Bourges“ mit zwei Feldgeschützen 75 mm zur Bestreichung des Zwischenraums zum Fort Rozelier, Verstärkung der Brustwehr auf dem Hauptwall und des Pulvermagazins, Einrichtung eines zweiten Zugangs (entrée de guerre) im Kehlgraben und Bau eines Geschützstandes mit einer Revolverkanone zur Deckung dieses Zugangs. Dazu die Installation eines Eisengitters auf der äußeren Grabenwand (Gesamtkosten: 1.484.107 Francs). 1906 bis 1908: Einbau des (nur einrohrigen) 155-mm-Geschützpanzerturms und der dazugehörigen gepanzerten Beobachtungskuppel. Das Geschütz war 1908 schussbereit (Kosten für die Aktion: 435.000 Francs). 1907 bis 1909: Einbau des 75-mm-Doppelturms und drei gepanzerter Beobachtungsstände/Kommandantenkuppeln sowie zwei gepanzerter Maschinengewehrtürme, Verbesserung der mechanisch zu betreibenden Belüftung. Der Geschützturm war am 12. Januar 1909 feuerbereit (Kosten: 327.000 Francs).

Bewaffnung 1886 Auf den Wällen Unter Panzerschutz Grabenwehren Externe Batterie 4 × Geschütze 120 L 6 × Geschütze 95 mm 2 × Geschütze Canon de 7 modèle 1874 (85 mm) 1 × Mortier lisse de 22 (220 mm) keine 2 × Geschütze „Canon de 7 modèle 1874“ (85 mm) 4 × Canon revolver de 40 mm modèle 1879Die Originalbezeichnung „canon de révolver“ ist irreführend, da es sich um ein mehrläufiges Geschütz nach dem System Gatling handelt. Dieses wird auch im Französischen manchmal als Mitrailleuse angesprochen. 4 × Geschütze Canon 12 de culassede culasse – Geschütze mit Verschluss, also keine Vorderlader mehr keineGeschütze gesamt: 21

1905 Auf den Wällen Unter Panzerschutz Grabenwehren Externe Batterie 6 × Geschütze 95 mm keine 2 × Geschütze „Canon de 7 modèle 1874“ (85 mm) 4 × Canon revolver de 40 mm modèle 1879 4 × Geschütze „Canons 12 de culasse“ keineGeschütze gesamt: 19

1908/10 Auf den Wällen Unter Panzerschutz Grabenwehren Externe Batterie keine 2 × gepanzerte Maschinengewehrtürme modèle 1899 2 × gepanzerte Beobachtungsstände 1 × Geschützpanzerturm 155 R 07 1 × Geschützpanzerturm 75 R 05 1 × Zwischenraumstreiche (Casemate de Bourges) mit zwei Feldkanonen Canon de 75 mm modèle 1897 4 × gepanzerte Beobachtungskuppeln 7 × Geschütze „Canon révolver 40 mm“ 6 × Geschütze „Canons 12 de culasse“ keineGeschütze gesamt: 23

1915 Auf den Wällen Unter Panzerschutz Grabenwehren Externe Batteriekeine 2 × gepanzerte Maschinengewehrtürme 2 × gepanzerte Beobachtungsstände 1 × Geschützpanzerturm 155 R 07 1 × Geschützpanzerturm 75 R 05 1 × Zwischenraumstreiche (Casemate de Bourges) – ohne Bewaffnung 4 × gepanzerte Beobachtungskuppeln 7 × Canon revolver de 40 mm modèle 1879 6 × Geschütze „Canons 12 de culasse“ keineGeschütze gesamt: 16

1917 Auf den Wällen Unter Panzerschutz Grabenwehren Externe Batteriekeine 2 × gepanzerte Maschinengewehrtürme 2 × gepanzerte Beobachtungsstände 1 × Geschützpanzerturm 155 R 07 1 × Geschützpanzerturm 75 R 05 1 × Zwischenraumstreiche (Casemate de Bourges) mit 2 Feldkanonen „Canon de 75 mm modèle 1897“ 4 × gepanzerte Beobachtungskuppeln 3 × Canon revolver de 40 mm modèle 1879 7 × Geschütze „Canon Mitrailleuse 37 mm“

(die linke Schultergrabenwehr war zerstört) keineGeschütze gesamt: 15

Ausstattung im Detail 1914 Auf den Wällen: 2 MaschinengewehrzügeDie Anzahl der Maschinengewehre ist nicht angegeben. mit St. Étienne M1907 auf Wall-Lafette und je 43.200 Patronen 1 Maschinengewehrzug mit St. Étienne M1907 auf Dreibein und 43.200 Patronen Unter Panzerschutz: 1 Geschützpanzerturm mit einer 155-mm-Kanone und 2000 Granaten und einer gepanzerten Beobachtungskuppel 1 Geschützpanzerturm mit zwei 75-mm-Kanonen und je 2000 Granaten und einer gepanzerten Beobachtungskuppel 1 Casemate de Bourges mit zwei 75-mm-Feldgeschützen und je 500 Granaten 2 gepanzerte Maschinengewehrtürme Modell GF4 mit je zwei Maschinengewehren Hotchkiss M1909 und je Turm 57.600 Patronen 2 gepanzerte Kommandantenkuppeln (Observatoire cuirassé) 2 gepanzerte Beobachtungsstände auf dem Hauptwall (Guérite blindée) Graben: 2 Schultergrabenwehren mit je einer Canon revolver de 40 mm modèle 1879 mit 1800 Granaten und je 1 Canon de 12 culasse mit 150 Granaten 1 doppelte Frontgrabenwehr mit zwei Canon revolver de 40 mm modèle 1879 zu je 1800 Granaten und 2 Canons de 12 culasse mit je 150 Granaten 1 doppelte Kehlgrabenwehr mit zwei Canon revolver de 40 mm modèle 1879 zu je 1800 Granaten und 2 Canons de 12 culasse mit je 150 Granaten 1 Geschützstand zum Schutz des zweiten Einganges mit einer Revolverkanone und 1800 Granaten

Sonstige Angaben Baukosten 1887: 3.750.000 Francs Belegungsmöglichkeit der Friedenskaserne: 276 Schlafplätze, 215 Sitzplätze Belegungsmöglichkeit der Kampfstände: 0 Kapazität des Pulvermagazins: 42 Tonnen Schwarzpulver Kartuschenmagazine: mehrere Küche: 2 Kochherde System „François Vaillant“ Bäckerei: keine Wasserversorgung: Betonzisterne mit externer Zuführung aus einer Quelle Zugang zum Haupttor: Zugbrücke Kommunikation: optische Verbindung durch Lichtsignalapparat, telegraphische Verbindung mit der Zitadelle Verdun, dem Kampfstand (Abri) LLM 2, dem Posten Belleville und den Forts Belleville und Belrupt Beleuchtung: in der Friedenskaserne durch Petroleumlampen, in den Türmen durch Laternen und in den Grabenstreichen durch Azetylenlampen Garnison gemäß der Planung 1914: 4 Offiziere, 272 Mann Infanterie 1 Offizier, 8 Unteroffiziere, 50 Mann Artillerie 1 Offizier, 9 Mann Pioniere 80 Mann sonstiges Personal 1 Schreiber 1 Batteriewächter kein Sanitäter Tatsächliche Garnison 1914: 20 Offiziere, 123 Mann des „166e régiment d’infanterie“ 1 Offizier, 164 Mann Artillerie 19 Mann Pioniere 4 Telegraphisten 2 Sanitäter

Erster Weltkrieg Nach der französischen Mobilmachung 1914 wurden als Garnison für das Fort eine Kompanie zu 125 Mann des „166e régiment d’infanterie“, eine Batterie zu 165 Artilleristen des 5e régiment d’artillerie à pied (5. Fußartillerieregiment), eine Abteilung Pioniere zu 19 Mann und zwei Sanitäter eingeteilt. Am 31. August 1914 feuerte der 155-mm-Panzerturm 13 Schrapnelle auf den südlichen Rand des Waldes bei Moranville, wo eine Gruppe von deutschen Soldaten aufgetaucht war. Am 25. September wurden zwei 155-mm-Sprenggranaten in Richtung Fromezey abgefeuert, aber die Front entfernte sich dann, das Fort diente von da an nur noch als Beobachtungsposten. Im Oktober 1914 wurde der größte Teil der Granaten abtransportiert, Ende 1915 wurde die Casemate de Bourges desarmiert und die Kanonen an die Front geschafft.

Die Infanterie der Garnison wurde im September 1914 abgezogen. Zu Beginn des Jahres 1915 befand sich im Fort noch ein Détachement von 80 Artilleristen, um die Geschütze der Türme und der Grabenstreichen zu bedienen.

Schlacht um Verdun