Die Hongkonger Cricket-Nationalmannschaft (; ) vertritt die Sonderverwaltungszone Hongkong der Volksrepublik China auf internationaler Ebene in der Sportart Cricket. Das Team wird vom Verband Cricket Hong Kong (CHK) geleitet und ist seit 1969 assoziiertes Mitglied im International Cricket Council. Damit gehört es zur zweiten Reihe der Nationalmannschaften und gilt traditionellerweise als eine der stärkeren Nationalmannschaften Asiens außerhalb Südasiens. Hongkong verfügt seit 2019, wie alle ICC-Mitglieder, über vollen T20I-Status. Größte Erfolge bei Turnieren waren die Vorrunde beim T20 World Cup (2014 und 2016) und beim Asia Cup (2004, 2008, 2018, 2022 und 2025).

Geschichte Erste Strukturen mini|Die Mannschaften Hongkongs und Shanghais im Oktober 1892 mini|Die Hongkonger Cricketmannschaft 1908 mini|Cricketspiel zwischen Hongkong und Shanghai, 1908 Briten brachten das Cricketspiel in die damalige britische Kolonie Hongkong und das erste dokumentierte Spiel fand 1841 statt. Der Hong Kong Cricket Club wurde zehn Jahre später gegründet, worauf bis zum Ende des Jahrhunderts weitere Cricketclubs folgten. Der Cricketclub (der Hongkong vertrat) spielte einzelne Interport matches gegen Hafenmannschaften vom chinesischen Festland, darunter 1866 das erste gegen Shanghai, das mit einem Innings gewonnen wurde. 1890 traf die Mannschaft erstmals auf die Straits Settlements und gewann beide Spiele, davon das erste mit einem Innings. Ein Jahr später spielte Hongkong in Singapur erstmals gegen Sri Lanka (damals Ceylon), verlor jedoch mit zehn Wickets.

1892 sank die Bokhara auf der Rückfahrt von Shanghai (wo die Mannschaft mit 157 Runs verloren hatte) bei einem Taifun, wobei 125 Menschen ums Leben kamen. Nur 23 Passagiere überlebten das Schiffsunglück, darunter zwei der 13 Hongkonger Spieler. Unter den elf Verunglückten der Mannschaft war der Surrey-Cricketspieler John Dunn. Nach fünfjähriger Unterbrechung wurden die Interport matches wiederaufgenommen, wobei Hongkong das Heimspiel gegen die Straits Settlements mit einem Innings verlor, während gegen Shanghai ein Sieg mit einem Wicket gelang. Eine zusammengestellte Hongkong-Shanghai-Mannschaft verlor gegen die Straits Settlements ebenfalls mit einem Innings. In der Saison 1903/04 wurde die erste Hongkonger Liga eingeführt.

1920 traf Hongkong erstmals auf Malaya, unterlag jedoch mit 35 Runs. Das sechs Jahre später ausgetragene Spiel gegen die nun Federated Malay States genannte Mannschaft ging mit einem Innings verloren. 1948 fand das letzte Spiel gegen die Mannschaft Shanghais statt. Jack Chegwyn führte 1952 die erste internationale Mannschaft nach Hongkong. 1957 endete das erste Spiel gegen Singapur in einem Remis. 1965 besuchte Worcestershire für ein Spiel gegen die Nationalmannschaft Hongkong. Im selben Jahr endete das erste Spiel zwischen Malaysia und Hongkong in Kuala Lumpur in einem Remis. 1966 legte der Marylebone Cricket Club (MCC) auf seinem Rückweg aus Australien und Neuseeland erstmals einen Zwischenhalt in Hongkong ein. Der von Mike Smith angeführte MCC gewann das Spiel mit 74 Runs. 1968 erfolgte die Gründung des Verbandes Hong Kong Cricket Association (HKCA), der ein Jahr später als assoziiertes Mitglied in die International Cricket Conference (ICC, heute International Cricket Council) aufgenommen wurde.

Beginn des internationalen Cricket 1970 erzielte die Hongkonger Mannschaft gegen den MCC unter Tony Lewis ein Remis und 1971 unterlag sie in Ceylon gegen die Ceylon Board President’s XI. Zum ersten Cricket World Cup 1975 und der ersten ICC Trophy 1979 erhielt Hongkong keine Einladung und verpasste dadurch auch den Cricket World Cup 1979. 1980 empfing es Papua-Neuguinea für eine Serie von zwei Spielen, die unentschieden endete. Danach nahm Hongkong an der ICC Trophy 1982 teil, die als Qualifikation für den Cricket World Cup 1983 diente. Bei dem Turnier erzielte die Mannschaft mit dem zukünftigen englischen Test-Cricket-Spieler Dermot Reeve nur zwei Siege gegen Israel und Gibraltar, womit sie die zweite Runde und damit auch die Endrunde verpasste. 1983 war Hongkong eines der Gründungsmitglieder des Asian Cricket Council (ACC). Beim ersten South East Asia Tournament 1984 erreichte Hongkong hinter Bangladesch den zweiten Platz.

Hongkong nahm auch an den drei folgenden ICC Trophies teil, verpasste 1986 jedoch wieder die nächste Runde und damit den Cricket World Cup 1987. 1990 scheiterte Hongkong abermals in der ersten Runde, und erreichte so keine Qualifikation zum Cricket World Cup 1992. 1994 gelang dann schließlich der Einzug in die zweite Runde, konnte die Qualifikation für den Cricket World Cup 1996 jedoch nicht erzielen. 1987 gewannen die Hongkonger das nach 120 Jahren letztmals ausgetragene Interport match gegen Singapur mit 149 Runs. Im darauf folgenden Jahr empfingen sie Australien, das sein Spiel gegen eine Verbandsauswahl mit 179 Runs gewann. D. Paull nahm sechs Wickets für 124 Runs (in 14.1 Over) im australischen Innings. Danach beendete Hongkong das zweite South East Asia Tournament abermals hinter Bangladesch auf dem zweiten Platz. 1990 traf die Mannschaft beim ersten Volvo Cup erstmals auf Thailand. Die Serie von zwei Spielen endete unentschieden. Ein Jahr später gewann Hongkong den erstmals ausgetragenen Tuanku Ja’afar Cup, der zu Ehren des späteren malaysischen Wahlkönigs Yang di-Pertuan Agong jährlich zwischen den vier Nationalmannschaften Hongkongs, Malaysias, Singapurs und Thailands ausgetragen wurde. Sie sollten die ersten vier Ausgaben jeweils für sich entscheiden können. Die 1992 erstmals ausgetragenen Hong Kong Cricket Sixes wurden vom Hongkonger Verband erdacht und entwickelten sich zum wichtigsten internationalen Cricketturnier weltweit mit sechs Spielern pro Mannschaft. Das Konzept orientiert sich an den Hong Kong Sevens und wird vom Weltverband ICC anerkannt. Im selben Jahr belegte Hongkong beim South East Asian Tournament wieder den zweiten Platz hinter Bangladesch. Den Volvo Cup, der nun im Eintagesformat ausgetragen wurde, beendete Hongkong als Zweitplatzierter hinter Thailand. Ein Jahr später besuchte Bangladesch Hongkong und gewann alle drei Spiele gegen die Nationalmannschaft. 1995 erfolgte der Gegenbesuch Hongkongs in Bangladesch, wo beide Spiele gegen die Nationalmannschaft verloren gingen.

Hongkong war Teilnehmer der ersten ACC Trophy 1996, schied jedoch nach Niederlagen gegen Bangladesch und Fidschi bereits in der Gruppenphase aus. 1997 übergaben die Briten die Kronkolonie Hongkong an die Volksrepublik China, was die internationale Teilnahme der Nationalmannschaft jedoch nicht beeinflusste. Im selben Jahr belegte die Nationalmannschaft bei der ICC Trophy den achten Platz, was dem bisher besten Abschneiden bei diesem Turnier entsprach, dennoch verpasste die Nationalmannschaft den Cricket World Cup 1999. Bei der ACC Trophy 1998 scheiterten die Hongkonger im Halbfinale an Malaysia. Anschließend gewannen sie den fünften Tuanku Ja’afar Cup, den sie auch 1999 verteidigten.

Im neuen Millennium Bei der ACC Trophy 2000 erreichte Hongkong erstmals das Finale, unterlag aber den Vereinigten Arabischen Emiraten. Damit qualifizierte sich die Mannschaft für den Asia Cup (der später auf 2004 verschoben wurde), bei dem sie erstmals ODI-Cricket spielen durfte. Im selben Jahr empfing sie Neuseeland. Die ICC Trophy 2001 verlief für die Hongkonger enttäuschend, da sie nach nur einem Sieg gegen Papua-Neuguinea bereits wieder in der Gruppenphase ausschieden, womit sie den Cricket World Cup 2003 versäumten. Anlässlich der Feierlichkeiten zum 150. Bestehen des Hong Kong Cricket Club besuchten der Marylebone Cricket Club und der Melbourne Cricket Club für ein Dreierturnier Hongkong, der Turniersieg ging an Marylebone Cricket Club. Danach gewann Hongkong seinen siebten Tuanku Ja’afar Cup. Bei der ACC Trophy 2002 erreichte die Nationalmannschaft das Halbfinale und unterlag abermals den Vereinigten Arabischen Emiraten. Danach verteidigte sie den Tuanku Ja’afar Cup. 2003 gewann sie ihren neunten und letzten Tuanku Ja’afar Cup.

Beim Asia Cup 2004 in Sri Lanka bestritt Hongkong in seiner Gruppe gegen die Testnationen Bangladesch und Pakistan seine ersten ODIs. Die Mannschaft verlor beide Spiele deutlich, obschon sie Bangladesch im ersten Innings auf 221/9 beschränkte. Das zweite, vom Regen beeinflusste Spiel gegen Pakistan ging mit 173 Runs verloren. Bei der ACC Trophy 2004 schieden die Hongkonger wieder in der Vorrunde aus, nachdem sie ihre Spiele gegen Oman und Bahrain verloren hatten und damit die Qualifikation für die ICC Trophy 2005 in Irland und demzufolge den Cricket World Cup 2007 verpassten. Im selben Jahr erreichten sie auch das Finale des ACC Fast Track Countries Tournament, unterlagen jedoch den Vereinigten Arabischen Emiraten. Danach beendeten sie die letzte Austragung des Tuanku Ja’afar Cup hinter Malaysia auf dem zweiten Platz. 2005 nahm Hongkong erstmals am Intercontinental Cup teil und bestritt dabei First-Class-Matches. Die Nationalmannschaft unterlag den Vereinigten Arabischen Emiraten und erzielte gegen Nepal ein Remis, womit sie das Halbfinale verpasste. Im selben Jahr beendete sie das ACC Fast Track Countries Tournament auf dem letzten Platz. 2006 unterlagen die Hongkonger im Finale der ACC Trophy ein weiteres Mal den Vereinigten Arabischen Emiraten und beendeten das ACC Fast Track Countries Tournament auf dem vierten Platz. Dasselbe Ergebnis erzielten sie in der ACC Premier League 2006. Im darauf folgenden Jahr besuchten sie Darwin für die Division Three der World Cricket League, die sie auf dem fünften Platz abschlossen. Dies bedeutete den Abstieg in die Division Four 2008 und das Scheitern in der Qualifikation zum Cricket World Cup 2011.

Im Oktober/November 2007 nahm Hongkong am ersten ACC Twenty20 Cup in Kuwait teil und traf in seiner Gruppe auf die Vereinigten Arabischen Emirate, Singapur, den Gastgeber und Saudi-Arabien. Die Hongkonger landeten auf dem vierten Gruppenplatz und verpassten so das Halbfinale. Nachdem der Asia Cup von 2006 auf 2008 verschoben worden war und der Asian Cricket Council entschieden hatte, daraus ein Qualifikationsturnier zu machen, nahm Hongkong anstelle Omans teil. In Vorbereitung auf den Asia Cup 2008 besuchte die Nationalmannschaft Pakistan, wo sie eines ihrer fünf Spiele gegen die University of the Punjab gewann. Im Juni 2008 nahmen die Hongkonger am Asia Cup in Pakistan teil. Sie verpassten nach deutlichen Niederlagen gegen den Gastgeber (mit 155 Runs) und Indien (mit 256 Runs) die folgende Runde. Danach gewannen sie die ACC Trophy Elite 2008 mit einem Finalsieg gegen die Vereinigten Arabischen Emirate. Im Oktober 2008 besuchte die Mannschaft Daressalam für die Division Four. Hongkong gewann vier Gruppenspiele gegen Fidschi, Italien, Jersey und den Gastgeber, unterlag jedoch zweimal Afghanistan im Gruppenspiel und im Finale. Hongkong stieg damit in die Division Three auf. Beim zweiten ACC Twenty20 Cup 2009 traf die Nationalmannschaft auf Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Afghanistan, Singapur und die Volksrepublik China, wobei sie nur das Spiel gegen die Chinesen gewinnen konnte und auf dem vorletzten Platz landete. Das abschließende Play-off um den neunten Platz verlor sie gegen Katar. An den Qualifikationen für die ersten drei T20 World Cups (2007, 2009 und 2010) hatten die Hongkonger nicht teilgenommen. In der ACC Trophy Elite 2010 erreichten sie das Halbfinale, unterlagen dort jedoch Afghanistan, woraufhin sie das Play-off um den dritten Platz gegen Malaysia für sich entschieden.

Etablierung und erste Erfolge