Theodor Heinrich Gampe (* 3. November 1845 in Chemnitz; † 3. Januar 1897 in BlasewitzStadtarchiv Dresden, Standesamt Blasewitz, Sterberegister 1897, Nr. 2.) war ein deutscher Schriftsteller, Dichter und Verleger.
Leben Theodor Gampe wuchs als Sohn eines Zwirnfabrikanten auf, bereiste früh Europa und arbeitete in unterschiedlichen Berufszweigen. Nach seiner Rückkehr nach Chemnitz konzentrierte er sich mehr auf sein schriftstellerisches Talent und erreichte finanzielle Unterstützungen.
Im Jahr 1877 wurde König Albert von Sachsen durch seine Arbeiten auf ihn aufmerksam und gewährte ihm eine Jahresrente. Im Herbst desselben Jahres siedelte er nach Dresden über, wo er mit zahlreichen Veröffentlichungen und seiner Verlegerschaft von Reiseführern wie Graser’s Rundreise-Bibliothek in Erscheinung trat; dessen Veröffentlichung 1878 gilt als früher Wanderführer durch das Erzgebirge. Es gab zwar exakte Wegbeschreibungen, die sich aber hauptsächlich an industriellen Bauten anstatt an Sehenswürdigkeiten orientierten. Seine Gedichte veröffentlichte er u. a. regelmäßig in Die Gartenlaube, später dort auch touristische und industrielle Beschreibungen wie 1880 Chioggia, die Fischerstadt oder Die Glasperlen-Industrie Venedigs. Der Dresdener Illustrator Heydel lieferte Originalzeichnungen für Gampes Bericht Vom zweiten deutschen Bergmannstag 1883 in der Gartenlaube, und signierte sie mit „Paul Heydel 83“.
Ebenso war Gampe ab 1882 in der Offenen Loge, einem Literaturverein in Dresden, aktiv, gemeinsam z. B. mit Józef Ignacy Kraszewski, Jonas Lie, Alexander Flamant und Paul Carus.
Gampe war zwei Mal verheiratet und Vater mehrerer Töchter. Ihm zu Ehren wurden die Theodor-Gampe-Straße in Chemnitz benannt.
Werke (Auswahl) Peter und Alerei. Trauerspiel uraufgeführt in Chemnitz, 1870. Saat in’s Wasser. Die Gartenlaube, Heft 8, 124, 1874. Lied und Leben. Hoffman & Campe, 1876. König Manfred. 1876. 26 Partien ins Sächsische Erzgebirge. Mit einem Anhang: Führer durch Chemnitz. Hermann Graser, 1878. Mittweida und die Perlen des Zschopauthales. Eduard Billig, 1878. Kambyses in Ägypten. Tragödie, 1880. Schloß Weesenstein im Müglitzthale. Dresden, 1880. Die restaurierte Albrechtsburg zu Meissen. Ein beschreibender Führer. Bleyl&Kaemmerer, 1880. Ein Besuch auf dem Sonnenstein. Die Gartenlaube, 1881. Wandersprüche: ein Büchlein für alles fahrende Volk. Bleyl&Kaemmerer, 1881. Gampe’s Sächs.-Böhm. Schweiz. Dresden. Die Stiefbrüder. Dresden 1888.
Literatur Klaus-Dieter Wintermann, Uwe John: König Johann von Sachsen: zwischen zwei Welten. J. Stekovics, 2001.
Weblinks
Theodor Heinrich Gampe bei Deutsche Biographie Deutsches Textarchiv – Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl.
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Verleger (Deutschland) Kategorie:Verleger (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1845 Kategorie:Gestorben 1897 Kategorie:Mann