Burszewo () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Sorkwity (Landgemeinde Sorquitten) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).
Geographische Lage Burszewo liegt inmitten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 13 Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Mrągowo ().
Geschichte Ortsgeschichte Unter dem Namen Falkenhayn wurde das vor 1710 Brußewen, nach 1710 Prußöfen, nach 1785 Burschöwen und bis 1938 Burschewen genannte Dorf um 1440 gegründetDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Prußhöfen. 1785 war Burschöwen „ein cöllmisch Dorf mit 36 Feuerstellen“Burschewen bei GenWiki. Am 8. April 1874 wurde Burschewen Amtsdorf und damit namensgebend für einen AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Burschewen/Prußhöfen, der – am 15. November 1938 umbenannt in „Amtsbezirk Prußhöfen“ – bis 1945 bestand und zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Burschewen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Burschewen stimmten 460 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 111
Am 3. Juni (amtlich bestätigt am 16. Juli) 1938 wurde Burschewen aus politisch-ideologischen Gründen der Abwehr fremdländisch erscheinender Ortsnamen in „Prußhöfen“ umbenannt.
1945 wurde das Dorf in Kriegsfolge mit dem gesamten südlichen Ostpreußen an Polen überstellt und erhielt die polnische Namensform „Burszewo“. Heute ist es Sitz eines Schulzenamtes () und als solches eine Ortschaft im Verbund der Landgemeinde Sorkwity (Sorquitten) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Einwohnerzahlen Jahr Anzahl 1818 228 1839 370 1871 549 1885 613 1898 664 1905 642 1910 661 1933 609 1939 593 2011 226Wieś Burszewo w liczbach
Amtsbezirk Burschwen/Prußhöfen (1874–1945) Zum Amtsbezirk Burschewen resp. Prußhöfen gehörten vier Orte:
Name Geänderter Name1938 bis 1945 Polnischer Name Burschewen Prußhöfen Burszewo Giesewen Giesenau Gizewo Siemanowen Altensiedel Szymanowo Surmowen Surmau Surmówka
Kirche Burschewen resp. Prußhöfen war bis 1945 in die evangelische Kirche WarpuhnenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 502 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union und auch in die katholische Kirche Warpuhnen im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt.
Der kirchliche Bezug nach Warpuny besteht heute fort: zur evangelischen Kirchengemeinde, die jetzt von der Pfarrei Sorkwity in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen betreut wird, und zur katholischen Pfarrei Warpuny im jetzigen Erzbistum Ermland innerhalb der polnischen katholischen Kirche.
Verkehr Burszewo liegt verkehrstechnisch günstig an einer Nebenstraße, die die polnische Landesstraße 16 (einstige deutsche Reichsstraße 127) bei Sorkwity (Sorquitten) mit der Woiwodschaftsstraße 590 bei Wola (Dürwangen) verbindet. Wola liegt bereits im Gebiet der Stadt- und Landgemeinde Reszel (Rößel) genauso wie das Dorf Pilec (Pülz), von dem aus auch eine Straßenverbindung mit Burszewo besteht. Ein Anschluss an den Schienenverkehr besteht nicht.
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 1440 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Sorkwity