mini|Buchbacher Kapelle mini|Katholische Pfarrkirche St. Laurentius
Buchbach (regional Bochbich) ist ein Gemeindeteil von Steinbach am Wald im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.
Geographie Das Pfarrdorf Buchbach liegt im Frankenwald am Aubach, einem rechten Nebenfluss der Haßlach, der in seinem Unterlauf Buchbach genannt wird, etwa 7 Kilometer südwestlich des Gemeindehauptortes Steinbach am Wald. Im Süden befindet sich die Heinersdorfer Höhe (), im Norden die Langenauer Höhe ().
Die Kreisstraße KC 19/KC 9 führt nach Kehlbach (3 km nordöstlich) bzw. nach Rothenkirchen zur Bundesstraße 85 (6,7 km südlich). Die Kreisstraße KC 35 führt nach Windheim (3,2 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Schauberg zur Staatsstraße 2201 (2,8 km südwestlich).Entfernungsangaben gemessen, jeweils Luftlinie.
Geschichte Buchbach wurde im Rahmen einer Rodungswelle auf den Hochflächen des Frankenwaldes, die von Ende des 12. bis Anfang des 13. Jahrhunderts dauerte, angelegt. Im Jahr 1187 schenkte der Bamberger Bischof Otto II. den Wald im Umkreis von „Winthagen“ (Windheim) dem Kloster Langheim.Gerd Fleischmann: Die Ära der grauen Mönche. In: np-coburg.de, 10. Januar 2021 Im Jahr 1222 wurde Buchbach als „Buochbach“ erstmals urkundlich erwähnt, als Heinrich von Lauenstein seine Güter zu Buchbach dem Kloster Langheim abtreten musste. Nachdem das Kloster in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten war, verkaufte es 1388 seine Besitzungen im Frankenwald an das Hochstift Bamberg.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Buchbach 40 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das bambergische Centamt Teuschnitz aus. Das Kastenamt Teuschnitz war Grundherr über alle Anwesen (neun Güter, drei Dreiviertelgüter, zehn Halbgüter, sechs Viertelgüter, ein Achtelgut, zwei Tropfhäuser, acht Häuser und eine Mahlmühle). Neben den Anwesen gab es eine Kirche, ein Schulhaus, ein Gemeindehirtenhaus und ein Gemeindebräuhaus, außerdem vier Halbgüter und ein Viertelgut, die unbewohnt waren.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 465. Dort werden abweichend 42 Anwesen angegeben.
Infolge der Säkularisation kam der Ort 1803 zu Bayern. Mit dem Ersten Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Buchbach gebildet, zu dem Kehlbach gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Buchbach. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Teuschnitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenkirchen (1919 in Finanzamt Rothenkirchen umbenannt). 1837 wurde Buchbach dem Landgericht Ludwigsstadt zugewiesen. Von 1862 bis 1880 und von 1888 bis 1931 gehörte Buchbach zum Bezirksamt Teuschnitz, von 1880 bis 1888 und ab 1931 zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Ludwigsstadt, das 1879 in das Amtsgericht Ludwigsstadt umgewandelt und 1956 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Kronach wurde. Die Finanzverwaltung übernahm 1929 das Finanzamt Kronach.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 577. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 3,996 km².
Am 1. Mai 1978 wurde Buchbach nach Steinbach am Wald eingemeindet.
Etwa drei Kilometer südöstlich von Buchbach errichtete Albin Neubauer aus Buchbach im Hochwald an der Jägersbachquelle eine Kapelle. Diese war 1979 nach zehn Jahren Bauzeit fertiggestellt und wurde 1985, am ersten Jahrestag seines Todes, geweiht. Neubauer erfüllte damit ein Gelöbnis, das er als Soldat im Zweiten Weltkrieg nach einer glücklichen Rückkehr gegeben hatte. Das mit gelochten Kalksandsteinen gemauerte Bauwerk hat ein ziegelgedecktes, rotes Satteldach, ursprünglich mit einem Dachreiter und einer Glocke. Im Giebelfeld befindet sich ein lateinisches, durch zurückgesetztes Mauerwerk gestaltetes Kreuz, darunter ein Schriftbrett. Im Altarraum steht eine Statue der Mutter Gottes mit dem Jesusknaben.
Baudenkmal Laurentiusstraße 11: Katholische Pfarrkirche Buchbach
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Häuser Quelle 1818 250 40 1840 260 1852 284 1855 285 1861 312 1867 331 1871 333 50 1875 344 1880 357 1885 345 61 1890 374 54 1895 355 1900 364 55 Jahr Einwohner Häuser Quelle 1905 382 1910 438 1919 507 1925 568 62 1933 581 1939 610 1946 637 1950 686 93 1952 660 1961 633 120 1970 571 1987 546 157 2017 515
Wappen Blasonierung: Von Grün und Rot geteilt durch einen silbernen Wellenbalken; oben ein goldener Rost beseitet von zwei silbernen Buchenblättern; unten ein silberner Pflug. Das Grün des Schildes und der Pflug weisen auf die landwirtschaftlich ausgerichtete Gemeinde hin. Die Buchenblätter und der Wellenbach sind Symbole für den Ortsnamen. Der goldene Rost ist ein Hinweis auf den Heiligen Laurentius, den Orts- und Kirchenpatron von Buchbach.
Religion Die Einwohner des Ortes waren bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überwiegend katholisch und nach Windheim gepfarrt. Die katholische Kirche St. Laurentius ist seit 1969 eine selbstständige Pfarrei. Die heutige Kirche wurde 1971 eingeweiht.Buchbach, St. Laurentius auf der Website des Ökumenischen Kirchenportals im Landkreis Kronach, abgerufen am 15. April 2024.
Vereine In Buchbach ist der Fußballverein SV Buchbach ansässig.
Literatur
Weblinks
Anmerkungen Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 wurden diese als Wohngebäude bezeichnet.
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Steinbach am Wald) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1222 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)