mini|Die Klosteranlage in den Bergen oberhalb von Laç Das franziskanische Antoniuskloster () ist ein in ganz Albanien bekanntes katholisches Kloster und Wallfahrtszentrum oberhalb der Industriestadt Laç, welches nach Antonius von Padua benannt ist. Das von den Kommunisten zerstörte Gebäude ging auf das 14. Jahrhundert zurück und wurde in den 1990er Jahren neu errichtet. An den Wallfahrten nehmen auch Muslime und Bektaschiten teil.
Kloster und Pilgerstätte Das Kloster liegt auf einer rund hohen Geländeterrasse über einer Felswand. Im Karst des Felsens befindet sich eine kleine Höhle, die dem heiligen Blasius von Sebaste gewidmet ist. Gemäß lokaler Überlieferung soll der Heilige in der Höhle gelebt und später in Durrës den Märtyrertod erduldet haben. Der Name SebasteNicht zu verwechseln mit der kleinasiatischen Bischofsstadt des hl. Blasius. wurde auf die ganze Gegend einschließlich der Festung auf dem nächsten Hügel, genutzt im 6. und 7. Jahrhundert, übertragen. Die Höhle ist als nationales Naturdenkmal geschützt.
mini|Höhle des heiligen Blasius Das Kloster gilt als wichtigster christlicher Wallfahrtsort des Landes; unter den Besuchern befinden sich auch viele Muslime und Bektaschi. Rund um den Gedenktag des heiligen Antonius, den 13. Juni, besuchen Tausende von Pilgern das Kloster. Gottesdienste fanden 2025 jeweils am Dienstag (9:00 und 11:00), Samstag (9:00) und Sonntag (9:00 und 11:00) statt. Aber auch sonst ist das Kloster ein beliebter Gebetsplatz für Gläubige. Sie suchen Heilung und Schutz; es gibt viele Berichte von Wunderheilungen. Die Gläubigen verbrennen in vom Rauch schwarzen Nischen Kerzen, suchen die Kirche und die Höhle auf und hinterlassen Weihegaben.
Geschichte Es wird angenommen, dass Franziskaner bereits um das Jahr 1300 eine Kirche bei der Höhle von Sebaste errichteten. Die Legende berichtet, dass die Mönche eine Kirche bei den Ruinen der Festung bauen wollten, aber das Baumaterial morgens immer wieder auf der anderen Talseite aufgefunden wurde. Sie sahen darin ein himmlisches Zeichen und bauten dann die Kirche bei der Höhle. Die Kirche war ursprünglich Mariä Verkündigung gewidmet (Shën Mërinë e Sebastes) und wurde um das Jahr 1800 nach dem heiligen Antonius benannt. Erstmals schriftlich erwähnt wurde sie im Jahr 1557 von Johannes VIII., Bischof von Bar. Es soll sich um die erste Kirche in Albanien gehandelt haben, die förmlich geweiht wurde.
Gemäß Theodor Ippen residierten – von den Osmanen vertrieben – während rund 200 Jahren die Bischöfe von Durrës in der Antoniuskirche, ehe der Bischofssitz Mitte des 19. Jahrhunderts ins Nachbardorf Delbenisht verlegt wurde. Die Kirche war also eine Zeit lang Kathedrale. Im Antoniuskloster wirkte später auch Shtjefën Gjeçovi.
Alte Bilder zeigen eine einfache Kirche, die der deutsche Gesandte Erich von Luckwald als bezeichnete. Sie war keine 15 Meter lang und weniger als fünf Meter breit.
Neben der Kirche befand sich ein im Jahr 1956 errichtetes, deutlich größeres Klostergebäude, ein Pilgerhaus. Die Bauarbeiten am Kloster in den 1950er und 1960er Jahren waren für die damalige Zeit, als die Religionsgemeinschaften großen Repressalien ausgesetzt waren, außergewöhnlich.
mini|Antoniuskirche und Klostergebäude Die Kirche wurde von den Kommunisten im Zuge des Religionsverbots im Jahr 1966 geschlossen, 1967 zerstört und vier Jahre später abgebrochen. In der Folge waren im kommunistischen Albanien auch die Wallfahrten ins Kloster verboten. Den Behörden gelang es aber nicht dauerhaft, die Massen von Gläubigen, die den Berg aufsuchten, aufzuhalten. Das Kloster wurde Teil eines militärischen Sperrgebiets. Am 17. März 1990 sollen rund 60.000 Menschen sich Zugang zum Gelände verschafft und einen Gottesdienst gefeiert haben.
Nach Aufhebung des Religionsverbots wurde Anfang der 1990er Jahre wieder mit der Errichtung eines Klosterkomplexes begonnen. Nach dreijähriger Bauzeit wurde 1995 von Rrok Mirdita die neue Kirche geweiht. Im Jahr 2004 wurden die Klostergebäude eingeweiht. Neben der Kirche befindet sich ein Altar für Gottesdienste im Freien, Essensräume und weitere Dienstgebäude. Eine Asphaltstraße führt zu einem großen Parkplatz oberhalb des Klosterkomplexes. Viele Pilger gehen aber noch immer zu Fuß aus der Stadt Laç zum Kloster hoch; ab halber Strecke beim städtischen Friedhof geht die Strecke in einen Kreuzweg über.
Literatur
Weblinks
Pilgrims in Shna Ndo – Bilder von Bevis Fusha über die Pilgerfahrt (2007)
Anmerkungen
Einzelnachweise
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