Eli Stanley Jones (* 3. Januar 1884 in Baltimore, Maryland, USA; † 25. Januar 1973 in Indien) war ein US-amerikanischer evangelisch-methodistischer Theologe, Missionar in Indien, Redner, Buchautor und Berater.
Leben und Wirken Eli Stanley Jones wuchs in Baltimore auf und studierte zuerst Jura am City College. Dann wechselte er an das methodistische Asbury College in Wilmore in Kentucky. 1905 während eines privaten Gebetstreffen mit drei weiteren Männern erlebte er eine besondere Präsenz des Heiligen Geistes. In der Folge schlossen sich ihnen auch andere Studenten an, und eine Erweckungsbewegung breitete sich auf dem Campus von Asbury und in der Stadt Wilmore aus. Diese Bewegung zeichnete sich durch Sündenbekenntnisse, Gebete und Hingabe an Jesus Christus aus. Für Jones war es auch die Berufung, um als Missionar tätig zu werden. 1907 schloss er sein Studium in Asbury ab, und er wurde Missionar in Indien unter dem Missionsrat der Methodistischen Episkopalkirche. In Indien lernte er eine amerikanische Quäkerin und Missionarskollegin mit Namen Mabel Lossing kennen, die er 1911 heiratete.Kathryn Reese Hendershot: E. Stanley Jones had a Wife. The Life and Mission of Mabel Lossing Jones, 1878–1978, Website cbeinternational.org
Jones begann seine Missionsarbeit in den untersten Klassen der Inder. Er studierte den Hinduismus, um die dortigen Menschen zu verstehen. Er griff nie eine vorherrschende Religion an, sondern versuchte, das Evangelium von Jesus Christus ohne westliche Kultur darzustellen und zu verkündigen. Bald wurde er zum Superintendent für den Lucknow-Distrikt berufen, und er leitete auch das methodistische Verlagshaus. Ab 1919 war er als freier Evangelist der indischen Methodisten angestellt und führte große Versammlungen in indischen Städten durch. Er leitete auch Gesprächsrunden, bei denen alle Beteiligten ihre unterschiedlichen religiösen Erfahrungen einbringen konnten. Seine versöhnliche Art hatte zur Folge, dass er zu vielen politischen Verhandlungen in Indien, Afrika und Asien eingeladen wurde. Im Zweiten Weltkrieg, seit 1941 war er ein enger Vertrauter des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt. Nach dem Krieg wurde er auch in Japan als Friedensstifter begrüßt. Er wurde ein enger Freund von Mahatma Gandhi und schrieb eine Biographie über ihn. Diese hat später auch Martin Luther King beeinflusst, so dass er gewaltfreie Methoden in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung angewendet hat. Jones setzte sich bei der postkolonialen indischen Regierung für Religionsfreiheit und gegen die Ausbreitung des Kommunismus ein.
Jones merkte schon bald in Indien, dass er zu viel arbeitete und sein geistliches Leben als Einzelperson gefährdet war. So kam er auf die Idee, den indischen Ashram für sein Anliegen nutzbar zu machen, denn er hatte einen Ashram unter der Leitung von Mahatma Gandhi mitmachen dürfen und sehr aufbauend erlebt. Er selbst füllte diese hinduistische Form mit christlichem Inhalt. Er verstand den christlichen Ashram als gemeinsame Auszeit mit Gott, um zusammen auf Gottes Wort zu hören, zu beten, in der Stille vor Gott zu sein, sich auszutauschen und erholsame Momente zu erleben. 1930 richtete Jones den ersten christlichen Ashram in Sat Tal bei Lucknow ein. Als er 1940 wegen des Zweiten Weltkriegs Indien verlassen musste, brachte er diese eher fremde Idee in die USA und den Westen mit.
1947 setzte er sich in Indien für eine Landesvereinigung der Kirchen ein. 1950 unterstützte er die Errichtung der ersten indischen christlichen psychiatrischen Klinik in Lucknow, die danach den Namen Nur Manzil Psychiatric Center and Medical Unit annahm.
Als er im Dezember 1971 in Oklahoma einen christlichen Ashram leitete, erlitt er einen Schlaganfall, der ihn körperlich stark beeinträchtigte. Er starb am 25. Januar 1973 in Indien.http://www.estanleyjonesfoundation.com/about-esj/esj-biography/ Eli Stanley Jones, Methodist Episcopal missionary to India, Robinson Library
Schriften in Englisch The Christ of the Indian Road, Abingdon Press, 1925 Christ at the Round Table, 1928 The Christ of Every Road, 1930 The Christ on the Mount: A Working Philosophy of Life, 1931 Christ and Human Suffering, 1933 Radio Talks, 1934 Christ’s Alternative to Communism, 1935 Victorious Living, 1936 The Choice before us, 1937 Along the Indian Road, 1939 Is the Kingdom of God Realism? 1940 Abundant Living, 1942 The Christ of the American Road, 1944 When Sorrow Comes, 1944 Evangelize! Why? A Discussion of the Motives of Evangelism, 1946 The Way, 1946 Gandhi: Portrayal of a Friend, 1948 The Way to Power and Poise, 1949 How to Be a Transformed Person, 1951 Growing Spiritually, 1953 Mastery: The Art of Mastering Life, 1955 Christian Maturity, 1957 Conversion, 1959 In Christ, 1961 The Word Became Flesh, 1963 Victory Through Surrender, 1966 A Song of Ascents: A Spiritual Autobiography, 1968 The Reconstruction of the Church – On What Pattern? 1970 The Unshakable Kingdom and the Unchanging Person, 1972 Selections from E. Stanley Jones, 1972 The Divine Yes, 1975 Sayings of E. Stanley Jones, 1994
Deutsche Übersetzungen Der Christus der indischen Landstraße. Jesu Nachfolge in Indien, Übersetzung von Paul Gäbler, Furche-Verlag, Berlin 1928. Christus und das menschliche Leiden, Gotthelf-Verlag, 1952 Wandle dich und du wandelst die Welt, Gotthelf-Verlag, 1953 Das Wort ward Fleisch, Anker-Verlag
Literatur Wesley Deuwel: Revival Fire, F. Douglas Powe Jr. and Jack Jackson: E. Stanley Jones and Sharing the Good News in a Pluralistic Society, ISBN 978-1-9459-3510-7 Hans Hauzenberger: Schöpferisches Leben – Dialog, Dienst und Mission als Auftrag heute. Worte aus dem Leben von Eli Stanley Jones (1884–1973), Brunnen Verlag, Basel 1996 D. Dibelius, Ernst Scholz, James A. Ryberg und Günter Gloede: Ökumenische Profile – Gestalten der Einen Kirche in aller Welt, Teil IV: Nachbarn und Junge Kirche, Heft 1: Dr. Samuel McCrea Cavert, James A. Ryberg, Eli Stanley Jones, Günter Gloede, Heimatdienstverlag, Berlin Katherine Reese Hendershot: E. Stanley Jones had a Wife. The Life and Mission of Mabel Lossing Jones, 1878–1978, Scarecrow Press, 2007 365 Days with E. Stanley Jones, 2000
Weblinks Englische Biographie von E. Stanley Jones auf der Website der Stiftung E. Stanley Jones Englische Kurzbiographie von E. Stanley Jones auf Website von Asbury Universität Eli Stanley Jones, Methodist Episcopal missionary to India, Robinson Library E. Stanley Jones, Missionary Extraordinary and Founder of United Christian Ashrams Hans Jakob Reimers: Ferien mit Gott: Wie der Ashram nach Deutschland kam. Kann ein hinduistisches Ritual christlich sein? Ja, sagte der amerikanische Missionar Stanley Jones, EMK-Meldungen, 14. September 2011
Einzelnachweise
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