mini|Logo Die Autoschleuse Tauernbahn (oder kurz Tauernschleuse bzw. ASTB) ist eine im regelmäßigen Pendelverkehr betriebene Zugverbindung durch den Tauerntunnel, den Scheiteltunnel der Tauernbahn von Böckstein nach Mallnitz. Sie dient hauptsächlich dem Transport von Straßenfahrzeugen und deren Insassen, kann aber auch von Fahrgästen ohne Fahrzeug und Radfahrern (z. B. Nutzer des Alpe-Adria-Trail / -Radweg) genutzt werden. Zwischen den Orten existiert keine direkte Straße. mini |hochkant|Einfahren mit dem PKW in den einstöckigen Niederflurtransportwaggon
Geschichte Der Tauerntunnel wurde 1909 eröffnet, seit 1920 werden Autos durch den Tunnel transportiert.
Seit 2024 wird der Tauerntunnel in 2 Bauetappen saniert. In der 2. Bauetappe soll auch die Autoschleuse Tauernbahn modernisiert werden; dazu wird der Tauerntunnel 2027 für 5 Monate gesperrt. Die Infrastruktur für die Autoverladung wird modernisiert und digitalisiert und die Kapazitäten für den seit Jahren steigenden Fahrradverkehr werden ausgebaut. Ein Ersatzverkehr für Fußgänger und Radfahrer mit Shuttlebussen wird eingerichtet.
Strecke mini|Doppelstock-Steuerwagen
Ihre 11,75 km lange Strecke ist ein Teilstück der Tauernbahn und enthält den 8,37 km langen Tauern-Bahntunnel, der den Alpenhauptkamm in einer Höhe von durchquert. Die Strecke zwischen den Bahnhöfen Böckstein und Mallnitz-Obervellach verbindet das Gasteinertal in Salzburg (im Norden) mit dem Mölltal in Kärnten (im Süden).
Zwischen diesen beiden Orten gibt es keine direkte Straße, jedoch Wanderwege, historisch Saumwege, über die Gasteiner Tauern mit 2414 bzw. Passhöhe. Vom Norden her führt die Gasteiner Straße B167 genau bis zum nördlichen Verladebahnhof Böckstein, vom Süden her die Mallnitzer Straße B105 zu jenem in Mallnitz.
Die Zug-Fahrzeit durch die Tauernschleuse beträgt ca. 12 Minuten. Dazu kommt gegebenenfalls Zeit für das Beladen mit Kfz bzw. Fahrrädern, das Freirangieren der Autotransportwaggons am Ziel und das Abladen der Kfz bzw. Fahrräder sowie ggf. eine Wartezeit bis zur Abfahrt.
Verladung mini|hochkant|Ausladerampe der Tauernschleuse vor dem Grasleitenkopf im Mai 1939
Die Verladung der Kfz – durch die Kfz-Lenker selbst – erfolgt nur auf einer Ebene und ist breiten-, höhen-, längen- und gewichtsbeschränkt auch für Lkw und Busse möglich. Die Einfahrt erfolgt seitlich, die Ausfahrt in Fahrtrichtung vorne. Motorräder werden von Bahnpersonal verzurrt und müssen frühzeitig auffahren.
1960–2001 durften die Insassen zur Beschleunigung der Abfertigungszeit im Kfz sitzen bleiben; das ist jedoch seither aus Sicherheitsgründen wieder untersagt. Der Preis für ein Kfz inkludiert auch die Insassen.
Für Fahrräder werden insbes. im Sommerhalbjahr extra Radwaggons mitgeführt.Österreichische Bundesbahnen: Autoschleuse Tauernbahn Das Fahrradaufkommen hat sich durch den attraktiven Alpe-Adria-Radweg explosiv gesteigert auf ca. 33.000 Räder jährlich (2024). Auch Fußgänger ohne Fahrzeug, etwa Skisportler, werden mitgenommen.
Verkehre LinieStreckeTaktfrequenz 25px Böckstein – Mallnitz-Obervellach Stundentakt Erster/letzter Zug ab Böckstein um 06:20/23:20 Erster/letzter Zug ab Mallnitz-Obervellach um 05:50/22:50
Rollendes Material Neben einer Lok und den einstöckigen Niederflurtransportwaggons werden seit 2021 Inlandsreisezugwagen eingesetzt, planmäßig läuft ein Steuerwagen Bmpz-l und ein Fahrradtransportwagen Bmpvz-l. Zuvor wurde ein doppelstöckiger Steuerwagen eingesetzt, der seitdem aus Bedarfsgründen ersetzt wurde. Seit 22. Juni 2006 werden überdachte Niederflurwaggons als Überstellwagen für die Kfz eingesetzt, wodurch etwa wieder die Möglichkeit geschaffen wurde, bis 3,80 m hohe Busse mitzuführen. Die Bahnsteighöhe wurde entsprechend angepasst, auch drei Niederflurpersonenwaggon kommen ab 2006 zum Einsatz.Neue Tauernschleuse im Planeinsatz bahnbilder.warumdenn.net, 22. Juni 2006, abgerufen am 25. Januar 2020. Während des Winters griff das Salzwasser, welches durch die Wärme im Tunnel von den Autos abtropfte, die Bodenbleche stark an, wodurch schon 2016 deren Neulackierung notwendig war.Tauernschleuse generalsaniert bahnbilder.warumdenn.net, 31. Mai 2016, abgerufen am 25. Januar 2020.
Für den Fahrradtransport (Alpe Adria Radweg) werden in den Sommermonaten gesonderte Wagen eingesetzt, die mit neuen „Regio Biking“-Wagen nach der Wiederaufnahme des Betriebs im Sommer 2025 erneuert wurden.
2015 fuhr eine Garnitur aus Zuglok ÖBB 1016 die Abfolge für den Kfz-Transport selbst ÖBB 8633 Doppelstock-Niederflur-Steuerwagen am ZugendeAutoschleuse Tauernbahn im tiefwinterlichen Mallnitz! bahnbilder.warumdenn.net, 8. Februar 2015, abgerufen am 25. Januar 2020.
2016 bis 2020 fuhr eine Formation aus ÖBB 8633 Doppelstock-Niederflur-Steuerwagen im Sommer Wagen für den Fahrradtransport die Abfolge für den Kfz-Transport selbst 8633.100 (Weitwinkel) Gerfried Moll, bahnbilder.warumdenn.net, 19. September 2019, abgerufen am 25. Januar 2020. Zuglok 1x16
Parallele Alpenquerungen via Straße Westlich der Bahnverladestrecke verläuft der Felbertauerntunnel sowie die nur saisonal nutzbare Großglockner Hochalpenstraße.
Östlich verläuft die Tauern Autobahn sowie die Straße über Obertauern und den Katschbergpass.
Weblinks
Gasteinertal Tourismus GmbH: Autoschleuse Tauernbahn Böckstein - Mallnitz
Österreichische Bundesbahnen: Tauernschleuse Österreichische Bundesbahnen: 100+1 Jahre Autoschleuse Tauernbahn – die Erfolgsgeschichte
Einzelnachweise
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