Janja Garnbret (* 12. März 1999 in Slovenj Gradec, Slowenien) ist eine slowenische Sportkletterin. Sie ist die erfolgreichste Wettkampfkletterin aller Zeiten – erfolgreicher als jede andere Frau und jeder andere Mann im Wettkampfklettern. Sie gewann Gold bei den Olympischen Spielen 2020 und 2024, ist zehnfache Weltmeisterin sowie vierfache Europameisterin. Mit 50 Siegen in Bouldern und Lead ist sie Rekordsiegerin im Kletterweltcup. Sie ist die erste Kletterin der Welt, die eine Sportkletterroute im Schwierigkeitsgrad 8c (5.14b) On Sight geklettert hat. Sie wurde sechs Mal zur Sloweniens Sportlerin des Jahres gewählt.

Karriere und Wettkämpfe Janja Garnbret begann im Alter von sechs oder sieben Jahren mit dem Klettern, zuerst an der Einrichtung ihres Elternhauses, zum Beispiel Schränken und Türen. Nach dem Besuch eines Promotion-Events, bei dem die Zuschauer nach ihrer eigenen Aussage schon damals von ihrem Können begeistert waren, wurde sie von ihren Eltern in einem Verein ihrer Heimatstadt angemeldet. Ein Jahr später wechselte sie zu einem Verein in Velenje, wo sie von Gorazd Hren trainiert wurde. Ab der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 wechselte Garnbret zu Roman Krajnik.

Ihre Karriere im Wettkampfklettern begann sie 2013 im Alter von 14 Jahren. In diesem Jahr nahm sie erstmals an einer Jugendweltmeisterschaft teil und erreichte in der Kategorie Youth B (U16) den vierten Platz im Schwierigkeitsklettern (Lead). Im Folgejahr konnte sie in derselben Kategorie ihren ersten Jugendweltmeisterschaftstitel erringen. 2015 wechselte sie in die Kategorie Youth A (U18) und errang im Lead ebenso wie im erstmals ausgetragenen Bouldern die Goldmedaille, ein Doppelerfolg, den sie 2016 wiederholen konnte. 2015 nahm sie zudem erstmals an einem Weltcup für Erwachsene teil und belegte beim zugleich als Europameisterschaft deklarierten Weltcup in Chamonix den zweiten Platz im Lead. mini|links|Janja Garnbret am Boulder-Weltcup in München, 2017 In den Jahren 2016 und 2017 dominierte sie die Wettbewerbe der International Federation of Sport Climbing (IFSC); sie belegte 18 Mal einen der vorderen drei Plätze der Weltcups, davon alleine zwölf Mal den ersten und gewann zweimal in Folge die Gesamtwertung. Einzig bei vier Weltcupwettbewerben gelang ihr keine Podiumsplatzierung. 2018 gewann sie die Weltmeisterschaft im Bouldern und in der Kombination. Im Lead erreichte sie als Einzige das Top aller vier Routen des Wettbewerbs, belegte allerdings wegen einer um 8 Sekunden schlechteren Zeit in der Finalroute nur Platz 2.

2019 gewann Janja Garnbret alle sechs IFSC Boulder Weltcups der Saison und schrieb so Klettergeschichte, denn dies gelang zuvor noch niemandem. Im selben Jahr gewann sie die Goldmedaillen bei der Weltmeisterschaft in Tokio in den Disziplinen Bouldern, Lead und Kombination. Mit diesen Siegen qualifizierte sie sich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, bei denen in Kombination von Lead, Bouldern und Speed erstmals die Disziplin Sportklettern ausgetragen wurde. Bei den Spielen konnte sie sich 2021 als Erste in der Qualifikation für das Finale qualifizieren. In diesem platzierte sie sich als Fünfte im Speed-Wettbewerb und gewann überlegen gegen die Boulder- und Lead-Konkurrenz, womit sie sich die Goldmedaille sicherte und so ihrer Favoritenrolle gerecht wurde. Während der Schlussfeier war sie die Fahnenträgerin ihrer Nation.

In der Folge setzte sie die Bouldersaison 2022 aus, um sich von diesem anstrengenden Jahr zu erholen. Bei ihrem ersten Weltcup nach dieser Pause, dem Lead-Weltcup in Innsbruck im Juni 2022, holte sie sich sogleich ihren 33. Weltcupsieg.

Am 13. August 2022 gewann sie bei der Klettereuropameisterschaft in München in der Disziplin Lead und am Tag darauf auch in der Disziplin Bouldern. Am 17. August gewann sie auch den Boulder-&-Lead-Wettkampf.

2022 holte sie sich zudem mit fünf Siegen und zwei zweiten Plätzen überlegen den Gesamtweltcup im Lead, bereits zum fünften Mal. Dies gelang vor ihr erst Muriel Sarkany und François Legrand.

Bei der Kletterweltmeisterschaft 2023 in Bern gelang es ihr, drei Medaillen zu gewinnen. Von den 13 Wettkampfbouldern aus Qualifikation, Halbfinale und Finale flashte sie alle Routen außer zwei und gewann damit überragend die Goldmedaille. Im Lead war nur noch Ai Mori leicht besser, wodurch Garnbret den zweiten Platz gewann, im Boulder & Lead sicherte sie sich den Gesamtsieg.

Seit April 2024 hat sie die meisten IFSC-Goldmedaillen aller Wettkampfkletterer in der Geschichte gewonnen. Im Leadkletter-Weltcup verpasste sie bei 27 Siegen nur vier Mal das Podium. Darüber hinaus hat sie 16 Boulder-Weltcups gewonnen und nur dreimal das Podium verpasst – insgesamt also 43 Siege auf Weltcup-Ebene. Das letzte Mal, dass sie bei einem offiziellen Lead-Wettkampf nicht unter den Top 2 landete, war 2019 – das letzte Mal, dass dies bei offiziellen Boulder-Wettkämpfen geschah, war 2017 (zu den offiziellen Wettkämpfen zählen Weltcups, Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und Olympische Spiele).

Mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft sicherte sie sich einen Platz im Boulder & Lead bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Im dortigen Halbfinale sicherte sie sich mit vier Boulder-Tops, davon zwei im ersten Versuch, und 96,1 Punkten an der Leadroute mit knapp 40 Punkten Vorsprung den Einzug ins Finale. Dort zog sie sich beim dritten von vier Bouldern eine Verletzung am Mittelfinger zu, errang mit 84,4 Punkten dennoch die meisten Punkte im Boulderteil, an der Leadroute (84,1 Punkte) wurde sie von Ai Mori und Jessica Pilz geschlagen. In der Gesamtwertung gewann sie mit 168,5 Punkten Gold vor Brooke Raboutou und Jessica Pilz.

Felsklettern Auch am Fels klettert Janja Garnbret im hohen Schwierigkeitsgrad. Mit 15 Jahren kletterte sie ihre erste 8b onsight, die Route Avatar in Kroatien. Ein Jahr später gelang ihr die Route La Fabelita, eine 8c im flash.

2017 bezwang sie ihre bis dahin schwerste Route, die als 9a eingestufte Selecció Natural in Spanien. Nur wenige Tage später gelang ihr eine weitere Route dieses Grades, La Fabela pa la Enmienda.

Am 1. November 2021 gelang ihr als erster Frau überhaupt eine 8c onsight, als sie die Route Fish Eye in Oliana, Spanien, kletterte. Nur zwei Tage später wiederholte sie dies mit der Route American Hustle.

Am 6. Juni 2026 gelang Garnbret in Céüse die erste weibliche Begehung der Sportkletterroute Bibliographie im Schwierigkeitsgrad 9b+.

Weitere Projekte mini|Schornstein in Trbovlje 2020 kletterte Janja Garnbret gemeinsam mit Domen Škofic für einen von Red Bull produzierten Dokumentarfilm eine speziell für diesen Zweck angelegte Route am höchsten, inzwischen stillgelegten Schornstein Europas in Trbovlje, Slowenien. Die Route, welche mit künstlichen Klettergriffen gebaut wurde, erstreckte sich über die kompletten 360 Meter Höhe des Turms und somit über 13 Seillängen. Damit handelte es sich um die längste, künstlich angelegte Kletterroute der Welt, die einzelnen Seillängen wurden zwischen 7b und 8b+ eingestuft. Bei ihrem zweiten Versuch gelang es ihnen, die Route zu begehen und dabei jede Seillänge sturzfrei zu durchsteigen, sie benötigten 7 Stunden und 32 Minuten. Der Film wurde im Februar 2021 veröffentlicht.

Die zwei Jahre vor den Olympischen Spielen 2020 wurde Janja Garnbret für den Dokumentarfilm The Wall – Climb for Gold von einem Filmteam begleitet. Sie ist neben Shauna Coxsey, Brooke Raboutou und Miho Nonaka eine der Protagonistinnen im am 18. Januar 2022 erschienenen Film.

Erfolge mini|Garnbret mit der olympischen Goldmedaille Sportklettern Olympische Spiele Tokio 2020: 1. Kombination Paris 2024: 1. Boulder & Lead

Weltmeisterschaften +WMLeadBouldernSpeedKombinationParis 20161.–––Innsbruck 20182.1.47.1.Hachiōji 20191.1.23.1.WMLeadBouldernSpeedBoulder & LeadBern 20232.1.–1.Seoul 20251.1.––

Weltcupwertungen Saison Lead Bouldern Speed Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte 2015 7. 225 – – – – 2016 1. 530 17. 131 – – 2017 1. 665 2. 470 – – 2018 1. 550 4. 280 58. 8,6 2019 2. 352 1. 500 48. 9,5 2021 1. 300 2. 280 12. 48 2022 1. 5805 18. 1000 – – 2023 2. 3000 8. 1805 – – 2024 2. 3000 5. 2000 – –

Weltcupsiege 50 Weltcupsiege (32× Lead, 18× Bouldern) 67 Podestplätze (44× Lead, 23× Bouldern)

Lead Datum Ort Land 1. 12. Juli 2016 Chamonix Frankreich 2. 16. Juli 2016 Villars Schweiz 3. 23. Juli 2016 Briançon Frankreich 4. 23. Oktober 2016 Xiamen China 5. 8. Juli 2017 Villars Schweiz 6. 13. Juli 2017 Chamonix Frankreich 7. 29. Juli 2017 Briançon Frankreich 8. 24. September 2017 Edinburgh Vereinigtes Königreich 9. 8. Oktober 2017 Wujiang China 10. 12. November 2017 Kranj Slowenien 11. 7. Juli 2018 Villars Schweiz 12. 21. Juli 2018 Briançon Frankreich 13. 28. Juli 2018 Arco Italien 14. 28. Oktober 2018 Wujiang China 15. 6. Juli 2019 Villars Schweiz 16. 26. Juni 2021 Innsbruck Österreich 17. 3. Juli 2021 Villars Schweiz 18. 4. September 2021 Kranj Slowenien 19. 26. Juni 2022 Innsbruck Österreich 20. 2. Juli 2022 Villars Schweiz 21. 10. Juli 2022 Chamonix Frankreich 22. 23. Juli 2022 Briançon Frankreich 23. 26. September 2022 Jakarta Indonesien 24. 18. Juni 2023 Innsbruck Österreich 25. 1. Juli 2023 Villars Schweiz 26. 9. September 2023 Koper Slowenien 27. 14. April 2024 Wujiang China 28. 30. Juni 2024 Innsbruck Österreich29.7. September 2024KoperSlowenien30.29. Juni 2025InnsbruckÖsterreich31.6. September 2025KoperSlowenien32.21. Juni 2026InnsbruckÖsterreichBouldern Datum Ort Land 1. 23. April 2017 Chongqing China 2. 7. Mai 2017 Hachiōji Japan 3. 19. August 2017 München Deutschland 4. 22. April 2018 Moskau Russland 5. 18. August 2018 München Deutschland 6. 6. April 2019 Meiringen Schweiz 7. 14. April 2019 Moskau Russland 8. 28. April 2019 Chongqing China 9. 5. Mai 2019 Wujiang China 10. 19. Mai 2019 München Deutschland 11. 8. Juni 2019 Vail USA 12. 17. April 2021 Meiringen Schweiz 13. 26. Juni 2021 Innsbruck Österreich 14. 10. April 2022 Meiringen Schweiz 15. 15. Juni 2023 Innsbruck Österreich 16. 10. April 2024 Keqiao China 17. 27. Juni 2024 Innsbruck Österreich18.27. Juni 2025InnsbruckÖsterreich

Europameisterschaften Chamonix 2015: 2. Lead München 2017: 1. Kombination, 2. Bouldern; Campitello di Fassa 2017: 4. Lead, 32. Speed München 2022: 1. Lead, 1. Bouldern, 1. Boulder & Lead

Weitere Erfolge World Games 2017: 2. Lead

Felsklettern

Kletterrouten

Bibliographie (9b+), Juni 2026 in Céüse, Frankreich La Fabela pa la Enmienda (9a/5.14d), Januar 2018, in Santa Linya, Spanien Selecció Natural (9a/5.14d), 29. Dezember 2017 in Santa Linya, Spanien Underground (8c+/5.14c), September 2023 in Massone, Italien Open your mind (8c+/5.14c), 28. Dezember 2017 in Santa Linya, Spanien Blomu (8c+/5.14c), Januar 2018, in Santa Linya, Spanien Miza za šest (8c+/5.14c), November 2015, in Kotečnik, Slowenien American Hustle (8c/5.14b), 3. November 2021, in Oliana, Spanien – onsight Fish Eye (8c/5.14b), 1. November 2021, in Oliana, Spanien – onsight – erste onsight dieser Schwierigkeit einer Frau Ninja želva (8c/5.14b), Dezember 2016 in Koper, Slowenien – Erstbegehung La Fabelita (8c/5.14b), 31. Dezember 2015 in Santa Linya, Spanien – flash Rolito Sharma Extension (8c/5.14b), 29. Dezember 2015 in Santa Linya, Spanien – flash Scrat (8c/5.14b), März 2015, in Pandora, Kroatien Avatar (8b/5.13d), März 2015, in Pandora, Kroatien – onsight

Boulder Bügeleisen sit (Fb. 8c/V15), Mai 2024, in Maltatal, Österreich – erste Frauenbegehung Hide and sick (Fb. 8b+/V14), November 2024, in Maltatal, Österreich New Base Line (Fb. 8b+/V14), Oktober 2023, in Magic Wood, Schweiz Bügeleisen (Fb. 8b+/V14), März 2022, in Maltatal, Österreich – erste Frauenbegehung Power of goodbye (Fb. 8b/V13), November 2024, in Maltatal, Österreich Wrestling with an alligator (Fb. 8b/V13), November 2024, in Maltatal, Österreich

Auszeichnungen 6× Sloweniens Sportlerin des Jahres: 2018–2019, 2021–2025

Weblinks

Offizielle Homepage von Janja Garnbret (englisch)