The Mandalorian, auch Star Wars: The Mandalorian, ist eine US-amerikanische Space-Western-Serie des Autors und Produzenten Jon Favreau, die seit dem 12. November 2019 auf dem Streaming-Portal Disney+ verfügbar ist. Es ist die erste Realserie im fiktiven Star-Wars-Universum. Die Hauptrolle des Mandalorianers Din Djarin spielt Pedro Pascal.

Die Serie ist in ausgewählten Ländern in mehreren Sprachen verfügbar, dabei auch mit deutscher Synchronisation und Untertiteln. In Deutschland ist die Serie mit dem hiesigen Start des Streaming-Dienstes Disney+ seit dem 24. März 2020 verfügbar. Die zweite Staffel startete in allen Ländern, in denen Disney+ abrufbar ist, am 30. Oktober 2020.

Die Handlung wurde nach der zweiten Staffel in der Ablegerserie Das Buch von Boba Fett (2021) fortgeführt, ehe diese mit der dritten Staffel im Frühjahr 2023 weitererzählt wurde. Im Film The Mandalorian and Grogu, der im Mai 2026 in den Kinos startete, wurde die Serienhandlung fortgeführt.

Handlung Der mandalorianische Protagonist, Din Djarin, meist nur „Der Mandalorianer“ oder verkürzt „Mando“ genannt, ist ein Einzelkämpfer, der fünf Jahre nach dem Untergang des Imperiums sein Geld als Kopfgeldjäger verdient. Durch das Aufspüren und In-Gewahrsam-Nehmen von Flüchtigen hat er sich in der Gilde der Kopfgeldjäger einen Namen gemacht. Von einem imperialen Auftraggeber erhält er die Aufgabe, einen Fünfzigjährigen aufzuspüren. Der Mandalorianer stellt fest, dass dieser Fünfzigjährige ein Findelkind und von weit größerer Bedeutung ist als zunächst vermutet. Das Kind ist von derselben Spezies wie der frühere Jedi-Meister Yoda und trägt den Namen Grogu. Entgegen den Regeln der Kopfgeldjäger-Gilde entschließt er sich, das Kind dem Auftraggeber wieder abzunehmen und ihn stattdessen zu beschützen, wodurch er selbst zur Zielscheibe der übrigen Kopfgeldjäger wird. Der Mandalorianer schlägt sich in der Folge mit Auftragsjobs quer durch die Galaxis durch und muss dabei stets auf Grogu achten, was ihn zwingt, immer auf der Hut zu sein und niemandem zu trauen. Ab der dritten Staffel behandelt die Serie zunehmend das Volk der Mandalorianer, deren Kultur und Lebensart selbst sowie das zivile Leben in der Galaxis unter dem Einfluss der Neuen Republik.

Einordnung in das Star-Wars-Universum Die Handlung spielt neun Jahre nach den Ereignissen von Krieg der Sterne bzw. fünf Jahre nach Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Die Serie folgt somit 25 Jahre vor Beginn der Star-Wars-Sequel-Trilogie, die mit Das Erwachen der Macht (2015) beginnt, den Ereignissen nach dem Fall des Galaktischen Imperiums und erzählt zunächst losgelöst von den Hauptfilmen die Geschichte des Mandalorianers Din Djarin, der sich durch die äußeren Bereiche der Galaxis kämpft, weit weg vom Einfluss der Neuen Republik. Die Serie spielt jedoch im Laufe der Staffeln immer mehr auf die kommenden Ereignisse der Filmepisoden VII, VIII und IX an.

Besetzung und Synchronisation

Besetzung

In der Hauptrolle ist Pedro Pascal als namensgebender Mandalorianer Din Djarin zu sehen. In der dritten Staffel stieß als weitere Hauptdarstellerin Katee Sackhoff in der Rolle der Bo-Katan Kryze dazu, welche bereits wiederkehrend in der zweiten Staffel auftrat und die Figur in anderen Star-Wars-Medien sprach. Mit Ausnahme dieser beiden Protagonisten und des Kindes mit dem Namen Grogu, das von mehreren Puppenspielern, ergänzt mit CGI, in Szene gesetzt wird, treten die meisten weiteren Figuren lediglich in wenigen Folgen auf. Diese Figuren sind etwa Gina Carano als Cara Dune, Giancarlo Esposito als Moff Gideon, Emily Swallow als Waffenmeisterin, Carl Weathers als Greef Karga, Omid Abtahi als Dr. Pershing, Werner Herzog als Auftraggeber, Nick Nolte als Kuiil (Stimme), Taika Waititi als IG-11 (Stimme), Amy Sedaris als Peli Motto und Ming-Na Wen als Fennec Shand.

Ab der zweiten Staffel treten einige Darsteller als wiederkehrende Charaktere aus anderen Star-Wars-Medien auf, wie zum Beispiel Timothy Olyphant als Cobb Vanth, Rosario Dawson als Ahsoka Tano, Temuera Morrison als Boba Fett, Steve Blum als Zeb Orrelios und Mark Hamill als Luke Skywalker.

Gastauftritte haben unter anderem Mark Boone Junior, Bill Burr, Jack Black, Natalia Tena, Clancy Brown, Richard Ayoade, Mercedes Varnado, Michael Biehn, Christopher Lloyd, die an der Serie als Regisseure beteiligten Dave Filoni, Rick Famuyiwa und Deborah Chow (jeweils als Piloten der Neuen Republik) sowie Showrunner Jon Favreau selbst (Stimme von Paz Vizsla).

Synchronisation

Die deutsche Synchronisation entstand nach den Dialogbüchern von Björn Schalla und Klaus Bickert sowie unter der Dialogregie von Schalla durch die Synchronfirma FFS Film- & Fernseh-Synchron in Berlin, die auch für die Star-Wars-Filme verantwortlich ist. Martin Keßler, Heide Domanowski, Oliver Siebeck und Josephine Schmidt vertonen dabei Figuren, die sie bereits zuvor im Star-Wars-Universum in mehreren Projekten einsprachen. Jan Makino übernahm in der Serie die Rolle seines Vaters Hans-Georg Panczak, Luke Skywalker. Die Synchronisation der ersten Staffel wurde bereits vor dem Deutschland-Start zum Start von Disney+ in den Vereinigten Staaten, Kanada und den Niederlanden bearbeitet, wo die Episoden wöchentlich veröffentlicht wurden.

Figuren

Hauptfiguren Din Djarin / Der Mandalorianer (Pedro Pascal): gesetzloser Kopfgeldjäger, von allen bloß Mando genannt, der als Mitglied der Death Watch als radikaler Vertreter seiner Zunft gilt, weswegen er niemals seinen Helm vor anderen Lebewesen abnimmt und sein Gesicht zeigt. Als er den kleinen Grogu findet, baut er zu diesem eine väterliche Beziehung auf und sieht es als seine neue Aufgabe, das Kind zu beschützen. Im Laufe der Serie ist er zunächst der Pilot der Razor Crest, die jedoch später zerstört wird, woraufhin er nun in einem umgebauten N1-Sternenjäger von Naboo reist. Din Grogu: machtsensitives Wesen, das der gleichen Spezies wie Meister Yoda angehört und die Nacht der Order 66 überlebte. Als ihn Din Djarin findet, begleitet er diesen fortan auf dessen Reisen und Abenteuern. Für einige Zeit wird er in den Lehren der Jedi von Luke Skywalker ausgebildet, ehe er zu dem Mandalorianer zurückkehrt. Bo-Katan Kryze (Katee Sackhoff): die Erbin des Adelshauses von Mandalore, die schon in den Klonkriegen diente, kämpft mit ihrer Splittergruppe von Mandalorianern für die Befreiung ihres Heimatplaneten, wo sie Unterstützung von Din Djarin und Grogu bekommt.

Nebenfiguren Greef Karga (Carl Weathers): der Magistrat von Nevarro und ehemaliger Söldner ist zu Beginn Mittelsmann der Kopfgeldjäger-Gilde, sowie ein alter Bekannter von Din, der diesem stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Cara Dune (Gina Carano): eine alte Kämpferin der Rebellion, die nun als Söldnerin unterwegs ist und Din und Grogu in zahlreichen Abenteuern Unterstützung leistet. Sie dient später der Neuen Republik als Mitglied einer Spezialeinheit. Moff Gideon (Giancarlo Esposito): einstiger Imperialer und Warlord, der mit den Überresten des Galaktischen Imperiums an dessen Wiedererstarken arbeitet. Er hat neben Sturmtruppen, Todestruppen und Dunkeltruppen auch eine Armee aus Klonen von sich selbst mit Elite-Rüstungen unter seinem Kommando. Gideon hat es für ein geheimes Klonprojekt auf Grogu und dessen machtsensitives Blut abgesehen. Damit hätte er beinahe geschafft machtintensive Klone der Mandalorianer zu produzieren. In der Schlacht von Mandalore trägt er selbst eine verbesserte Rüstung der Dunkeltruppen. Waffenschmiedin (Emily Swallow): die mysteriöse Anführerin von Din Djarins Mandalorianer-Stamm. Peli Motto (Amy Sedaris): eine Handwerkerin und Mechanikern von Tatooine, die Din während der Serie des Öfteren hilft und Sachen repariert. Boba Fett (Temuera Morrison): der geklonte Kopfgeldjäger, der einst für Jabba den Hutten arbeitete, schließt sich Din und dessen Truppe rund um die Befreiung Grogus an. Paz Vizsla (Jon Favreau): ein Mandalorianer, der dem gleichen Stamm wie Din angehört und mit diesem um das Dunkelschwert in einen Konkurrenzkampf geht. Carson Teva (Paul Sun-Hyung Lee): ein Pilot und Ordnungshüter der Neuen Republik, der oft mit Din Djarin und den Mandalorianern sowie dem Komplott um Moff Gideon in Berührung kommt. Ahsoka Tano (Rosario Dawson): einst Mitglied des Jedi-Ordens und Schülerin von Anakin Skywalker, hilft sie Din mit Fragen über Grogu und dessen Jedi-Ausbildung. Penn Pershing (Omid Abtahi): ein imperialer Wissenschaftler, der an der Jagd nach Grogu beteiligt ist. Später ist er Teil eines Amnestie-Programms der Neuen Republik. Elia Kane (Katy O’Brian): eine getreue Handlangerin von Moff Gideon und Spionin, die schon unter dem Imperium diente. Luke Skywalker (Mark Hamill / Max Lloyd-Jones): der Jedi-Meister und Sohn von Darth Vader vernimmt den Ruf der Macht durch Grogu und nimmt diesen an sich, um ihn in den Lehren der Jedi zu unterweisen.

Produktion Entstehungsgeschichte alt=|mini|hochkant|Drehbuchautor und Produzent Jon Favreau auf der Premiere seines Films The Jungle Book in Sydney 2016.

Die ersten Ideen für eine Star-Wars-Realserie hatte George Lucas im Jahr 2010. Lucas plante unter dem Arbeitstitel Star Wars: Underworld eine Serie über die Unterwelten des Planeten Coruscant, die zwischen den Filmen Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith und Krieg der Sterne spielen sollte. Für die Serie wurden insgesamt etwa 50 fertige Drehbücher geschrieben. Die Arbeiten an weiteren Drehbüchern wurden durch den Autorenstreik der Writers Guild of America behindert. Im Januar 2012 erklärte der Produzent Rick McCallum, dass das Projekt erst in einigen Jahren weiter vorangetrieben werden solle, da die notwendigen Technologien, um die Serie innerhalb des Budgets umzusetzen, noch nicht vorhanden seien. Mit dem Verkauf von Lucasfilm an die Walt Disney Company im Jahr 2012 wurden alle zu diesem Zeitpunkt in Planung befindliche Projekte gestoppt und verworfen, da man sich auf die Entwicklung einer neuen Filmtrilogie konzentrieren wollte. Einige der Ideen und Elemente für Star Wars: Underworld wurden in anderen Star-Wars-Produktionen übernommen. Zum Beispiel wurden die ersten zwei Anthology-Filme, Rogue One und Solo, ursprünglich als Teil der Realserie konzipiert und Ideen für die Serie The Clone Wars übernommen.

Im November 2017 kündigte Disney an, dass an einer Star-Wars-Realserie gearbeitet werde. Diese hat jedoch nichts mit der damals geplanten Serie gemein. Der Regisseur Jon Favreau hatte dem leitenden Studio Lucasfilm mehrere Drehbuchentwürfe für eine eventuelle Star-Wars-Serie vorgelegt. Die Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy schlug Favreau daraufhin vor, die Idee mit Dave Filoni, dem Executive Producer der Serien Star Wars: The Clone Wars und Star Wars Rebels, zu besprechen. Mit diesem arbeitete Favreau 2008 im Zuge der zweiten Staffel von Star Wars: The Clone Wars bereits einmal zusammen. Gemeinsam entwarfen sie damals auf der Skywalker Ranch die von Favreau gesprochene mandalorianische Figur Paz Vizsla. Für die Aufarbeitung von Favreaus Ideen kam es schlussendlich zu einem zweiten Treffen der beiden Regisseure, bei dem Favreau das Bild eines Babys derselben Art wie ihr die Figur Yoda angehört kritzelte. Aus diesem wurde im späteren Verlauf der Entwicklung die Figur Grogu. Darüber hinaus wollte Favreau den „Abschaum und die Schurkerei“ des Star-Wars-Universums nach den Ereignissen des Films Die Rückkehr der Jedi-Ritter erforschen. Nachdem er im August 2018 letztendlich als Autor und Executive Producer der Serie engagiert wurde, verbrachte er parallel zur Inszenierung von Der König der Löwen (2019) die Abende mit der Konzeption der Serie.

Für die ersten acht Folgen wurden Produktionskosten um 100 Millionen US-Dollar eingeplant. Als Regisseure für die erste Staffel wurden Dave Filoni, Taika Waititi, Deborah Chow, Rick Famuyiwa und Bryce Dallas Howard verpflichtet. Filoni wurde zudem auch als Executive Producer und Storyboard Artist verpflichtet.