Der 1891 gegründete Deutsche Marinebund (DMB) ist der Dachverband von über 300 örtlichen Vereinen, Clubs und Marinekameradschaften. Mitglieder des eingetragenen Vereins sind aktive und vor allem ehemalige Angehörige der Marine. Der Marinebund hat 16 Landesverbände und seinen Sitz in Laboe.
Zweck und Ziele Der DMB hat es sich zur Aufgabe gemacht, das maritime Bewusstsein in Deutschland zu fördern. Der DMB ist politisch und weltanschaulich unabhängig. Das Marine-Ehrenmal Laboe, ein internationales Mahnmal für den Frieden, ist im Besitz des DMB und wird von ihm erhalten. Er unterhält auch das am Ehrenmal liegende Museumsschiff U 995. Eine Unterorganisation des Marinebundes unterstützt die Jugendarbeit, der Marine-Regatta-Verein fördert den Wassersport. Auf internationaler Ebene gehört der DMB der International Maritime Confederation (IMC) an.
Bildungswerk Der DMB hat 2012 als gemeinnützige Stiftung die Deutsche Maritime Akademie (DMA) gegründet. Die DMA ist das Bildungswerk des Marinebundes und soll das Wissen um die Bedeutung der See, der Schifffahrt, der maritimen Wirtschaft und der Meerespolitik fördern.
Geschichte Am 14. März 1891 wurde als Vorläufer der „Bund Deutscher Marinevereine“ in Kiel konstituiert. Es konnten nur aktive und ehemalige Marineangehörige aller Dienstgrade Mitglied werden. Die Pflege der Kameradschaft, der Gedankenaustausch über das gemeinsam Erlebte und Wohlfahrtseinrichtungen für die Mitglieder standen im Mittelpunkt.Dieter Hartwig, 50 Jahre Deutscher Marinebund: Wiedergründung bis zur Gegenwart. Wilhelmshaven 2003, ISBN 3-930510-79-0; S. 5. 1926 wurde der Verein Jugend im Deutschen Marinebund e. V. gegründet.Jugend im Deutschen Marinebund e. V. Nach Ende des Ersten Weltkrieges entstand die Idee, eine Gedenkstätte für die gefallenen Marinesoldaten zu errichten. 1936 wurde das Marine-Ehrenmal in Laboe eingeweiht. In der Zeit des Nationalsozialismus verlor der Marinebund seine Selbstständigkeit, er wurde am 4. März 1935 gleichgeschaltet. Der neue Name war Nationalsozialistischer Deutscher Marine-Bund e. V. (NSDMB) und der Bund war dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine unterstellt. Sitz des Bundes war Bremen. Der NSDMB gab die Deutsche Marinezeitung heraus. Ziel des Marinebundes in der Zeit des Nationalsozialismus war eine Stärkung des nationalsozialistischen Expansionsstrebens, die in der Zielsetzung „Verbreitung und Erhaltung des Glaubens an die Notwendigkeit deutscher Seegeltung und des Willens zu Seegeltung“ deutlich wird. Fritz Otto Busch, Das Buch von der Kriegsmarine. Berlin, Leipzig 1936 S. 194
Am 20. Dezember 1952 wurde der Verein Deutscher Marinebund e. V. als Dachverband aller Marine-Vereine und -Kameradschaften in Wilhelmshaven neu gegründet. Es konnten nun auch Nicht-Marineangehörige als Mitglieder aufgenommen werden, wenn sie sich dem maritimen Gedanken verpflichtet fühlten.Dieter Hartwig, 50 Jahre Deutscher Marinebund: Wiedergründung bis zur Gegenwart. Wilhelmshaven 2003, ISBN 3-930510-79-0; S. 6.
Präsidium Die etwa 200 Delegierten des 112. Abgeordnetentages des Deutschen Marinebundes e. V. (DMB) bestätigten und ergänzten in Hameln ihre Führungsspitze:Website DMB Präsident Heinz Maurus, Staatssekretär a. D., Kapitänleutnant d. R., Vizepräsident Christian Bock, Flottillenadmiral Vizepräsident Werner Schiebert, Stabskapitänleutnant a. D. Vizepräsident Michael Stehr, Jurist Schatzmeister Hans Musehold, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer
Liste der Präsidenten Name Amtszeit 1891–1892Meller (erste Amtszeit)1893–1895Potenberg1896–1899Meller (zweite Amtszeit)1900–1901Karl Paschen1901–1905Fritsch1905–1908Jahn1908–1919Adolf Thiele1919–1928Heinrich Trendtel1928–1933Bernhard Rösing1933–1945Ernst Hintzmann1954–1956Otto Kretschmer1956–1958Hellmuth Heye1958–1968Ernst Lucht1968–1969Kurt Weyher1969–1983Friedrich Rohlfing1983–1991Hans-Arend Feindt1991–1999Hansdieter Christmann1999–2005Michael Kämpf2005–2017Karl Heidseit 2017Heinz Maurus
Siehe auch Liste der örtlichen Gliederungen des Deutschen Marinebunds
Literatur Dieter Hartwig: 50 Jahre Deutscher Marinebund. Von der Wiedergründung 1952 bis zur Gegenwart. Eine „Sonarortung“ im Strudel und Gleichklang der Gezeiten. Brune Mettcker, Wilhelmshaven 2002, ISBN 3-930510-79-0. Jann M. Witt: 125 Jahre Deutscher Marinebund. Vom Marine-Ehemaligenverband zur größten maritimen Interessenvertretung Deutschlands. Deutscher Marinebund, Laboe 2016, ISBN 978-3-9817375-0-9.
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