TanzZwang ist das erste Remixalbum des deutschen Synthiepop-Sängers Peter Heppner. Das Besondere hierbei ist, dass es sich bei allen Titeln um Neukompositionen handelt, die direkt in Remixversionen veröffentlicht wurden. Die Studioversionen wurden zeitgleich auf TanzZwang (Originals) in der „Limited Fanbox“ zu Confessions & Doubts veröffentlicht.

Entstehung und Artwork Entstehung

Mit einer Ausnahme stammen alle Liedtexte auf TanzZwang eigens von Heppner selbst, lediglich der Liedtext zum Titel Hermann Hesse: Im Nebel stammt nicht von ihm selbst. Für die Kompositionen zeigte sich Heppner ebenfalls verantwortlich, diese tätigte er zusammen mit zwei weiteren Co-Komponisten. Neun der elf Kompositionen entstanden unter der Mithilfe von Heppners langjährigen Weggefährten und Liveband-Mitglied Dirk Riegner. Die anderen beiden entstanden zusammen mit dem Berliner Musikproduzenten Alexander Knolle (Alex Lys). Während Riegner bereits an bis dato allen Studioalben von Heppner als Komponist tätig war, steuerte Lys nach Confessions & Doubts zum zweiten Mal Kompositionen für einen Tonträger Heppners bei. Die Co-Komponisten zeichneten für die musikalische Komposition verantwortlich, während Heppner überwiegend für die Gesangskompositionen zuständig war. Mit Ausnahme von I Will Hurt You wurden alle Titel des Albums von Riegner produziert. I Will Hurt You wurde durch Temple produziert. Den Titel Best Things in Life produzierte Riegner gemeinsam mit Salt & Waves. Alle Titel des Standardwerkes wurden durch unterschiedliche Künstler gerimixt. Das Album beinhaltet Remixe von namhaften Künstlern wie Apoptygma Berzerk, Riegner und Schiller sowie einen Remix von Drangsal auf TanzZwang (Originals) in der „Limited Fanbox“ zu Confessions & Doubts. Das Mastering erfolgte unter der Leitung Robin Schmidts von 24-96 Mastering in Karlsruhe. TanzZwang wurde unter dem Musiklabel RCA Deutschland veröffentlicht, durch Edition Drakkar Publishing (9 Titel), Sony/ATV Music Publishing (2 Titel) und den Suhrkamp Verlag (1 Titel) verlegt sowie durch Sony Music Entertainment vertrieben.Peter Heppner: Confessions & Doubts (Limited Fanbox), Begleitheft, RCA Deutschland, 28. September 2018.

Artwork

Das Albumcover soll eine Akte darstellen. Auf der linken Seite des Coverbildes ist eine dunkle Karikatur von Heppners Oberkörper – vom Gesicht bis zur Brust – zu sehen. Auf dem kompletten restlichen Cover sind in weißer Schrift Textzeilen aus dem Album zu finden. Am oberen Rand befindet sich auf der linken Seite in ebenfalls weißer Schrift der Interpretenname „Heppner“. Der Hintergrund des gesamten Coverbildes ist rötlich gehalten. Am unteren Rand finden sich Details zur Akte wieder. Es beinhaltet folgende Informationen:

Case name ( für ‚Fallname‘): TanzZwang Assigned to (englisch für ‚Zugewiesen an‘): Peter Heppner File number (englisch für ‚Dateinummer‘): 19075890512-3 | 2018

Das gleiche Artwork-Konzept ist auch auf dem Cover des zeitgleich erschienenen Studioalbums Confessions & Doubts sowie der daraus veröffentlichten Single Was bleibt? zu finden. Im Inneren der CD ist ein 22-seitiges Begleitheft beinhaltet, in dem alle Liedtexte, weitere Fotoaufnahmen sowie alle Mitwirkenden zu finden sind. Die Fotografien von Heppner wurden vom Berliner Fotografen Mathias Bothor geschossen, weitere Bildaufnahmen sowie das Artwork entstammt – wie schon zuvor bei diversen Heppner-Veröffentlichung – erneut von Ulrike Rank. Erstmals wurden am 7. Juni 2018 Bildaufnahmen aus dem Fotoshooting mit Bothor durch Heppner veröffentlicht. Dabei handelte es sich um zwei schwarz-weiß Porträts von Heppner, die zu ersten Promotionzwecken veröffentlicht wurden. Das Cover wurde erstmals am 9. August 2018 präsentiert.

Veröffentlichung und Promotion Die Erstveröffentlichung von TanzZwang erfolgte am 28. September 2018. Die herkömmliche Version des Albums erschien als CD, Download sowie Vinyl und beinhaltet elf neue Remixaufnahmen. Eigentlich sollte das Album bereits eine Woche zuvor am 21. September 2018 erscheinen. Bei der Zusammenstellung der „Limited Fanbox“ zum zeitgleich erschienenen Studioalbum Confessions & Doubts kam es zu unvorhersehbaren Problemen, die zu einem nicht aufholbaren Verzug geführt haben. Heppner wollte alle Albumformate gleichzeitig in den zuvor angekündigten Ausführungen veröffentlichen und verschob die Veröffentlichung aus diesem Grund um eine Woche. Am 9. August 2018 gab Heppner erstmals die endgültige Titelliste zu TanzZwang bekannt. Einen Tag später folgte die Veröffentlichung des offiziellen Pressetextes der Musiklabels Sony/RCA. Wenige Tage später erfolgte der Start zur Vorbestellung des Albums am 14. August 2018.

Zeitgleich mit der Veröffentlichung von Confessions & Doubts und TanzZwang erschien auch eine „Limited Fanbox“ zu Confessions & Doubts. Diese besteht aus vier CDs, drei Aufklebern mit den Coverbildern zu Confessions & Doubts, Was bleibt? und TanzZwang, zwei Postern mit den beiden Coverbildern zu Confessions & Doubts, einen Anstecker mit dem Coverbild zur „Standard Version“ von Confessions & Doubts sowie eine handsignierte Autogrammkarte. Bei der ersten CD handelt es sich um das Studioalbum Confessions & Doubts. Auf der zweiten CD Confessions & Doubts (Instrumentals) finden sich Instrumentalversionen zu allen Liedern des Studioalbums wieder. Bei der dritten CD handelt es sich um das zeitgleich erschienene Remixalbum TanzZwang. Die vierte CD TanzZwang (Originals) beinhaltet Studioversionen zu einigen Titeln des Remixalbums. Confessions & Doubts (Instrumentals) und TanzZwang (Originals) sind nur in Verbindung mit der „Limited Fanbox“ zu erwerben, eigenständige Veröffentlichungen erfolgten nicht. Die Fanbox besteht aus insgesamt 40 Titeln.

Hintergrund Produktionsprozess

Nach der Veröffentlichung seines zweiten Studioalbums My Heart of Stone am 18. Mai 2012 ging Heppner Ende des Jahres auf seine gleichnamige My Heart of Stone Tour. Im Anschluss des ersten Tourabschnitts begann Heppner mit den Arbeiten für ein drittes Studioalbum. Hierbei erfolgte eine Komponiersession mit seinem langjährigen Weggefährten und Live-Band-Mitglied Dirk Riegner im Thommy Hein Studio. Am 31. Januar 2014, dem Ende der fünften Komponiersession mit Riegner, standen so viele Demoaufnahmen zu Buche, so dass Heppner erstmals in einer Fan-Umfrage das Interesse an zwei vollwertigen Alben in Erfahrung brachte. Ein Doppelalbum würde seiner Meinung nach keinen Sinn machen. Bis Mai 2014 absolvierte Heppner weitere Tourabschnitte sowie insgesamt acht Komponiersessions mit Riegner. Nach dem Ende der Komponiersession legte Heppner zunächst eine Produktionspause ein. Das restliche Jahr überbrückte er mit Konzerten wie einer eigenen Akustiktournee und Gastauftritten wie unter anderem bei Camouflage. Ende Januar 2015 begann Heppner kurzfristig wieder mit den intensiveren Textarbeiten, ehe er erneut auf Akustik Tournee ging.

Anfang 2016 wurde es stiller um Heppner, der sich eine Auszeit nahm. Im Sommer 2016 gab Heppner über seine Facebook-Seite bekannt, dass er seit seinem 16. Lebensjahr an der Herzkrankheit Hypertrophe Kardiomyopathie (HOCM) leide. Diese Krankheit wurde erst zweieinhalb Jahren zuvor diagnostiziert, nachdem Heppner mit einer Herzmuskelentzündung ins Krankenhaus eingeliefert wurde, zuvor ging man fälschlicherweise von einem Asthmaleiden aus. Im Frühjahr 2016 unterzog er sich einer Operation zur Beseitigung der HOCM, die ohne Komplikationen verlief. Als Grund für die Entscheidung, erst nach rund 30 Jahren mit seiner Krankheit an die Öffentlichkeit zu gehen, gab Heppner an, dass er nicht durch einen „Mitleidsbonus“ und als eine Art „kränkelnder Musiker“ Aufmerksamkeit erlangen, sondern durch seine Kunst, Musik und Texte bekannt werden wollte. Bis Ende des Jahres absolvierte Heppner einige Festivalauftritte. 2017 feierte Heppner sein 30-jähriges Bühnenjubiläum und ging aus diesem Grund Ende des Jahres auf die 30 Years of Heppner Tour.

Nachdem es die letzten beiden Jahren aufgrund der gesundheitlichen Probleme sowie den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bühnenjubiläum etwas ruhiger in Sachen Albumproduktion wurde, teilte Heppner am 10. März 2018 erstmals wieder einige Impressionen aus dem Tonstudio. Er lud unter anderem Bilder aus dem besagten Tonstudio hoch und bestätigte im gleichen Beitrag den Beginn der Gesangsaufnahmen sowie die geplante Veröffentlichung des Albums vor Tourbeginn. Am 13. März 2018 beendete Heppner die erste Gesangs-Session. Am 11. April 2018 wurde bekannt, dass Heppner einen neuen Vertrag mit dem Musiklabel RCA Deutschland unterschrieben hat und damit nicht mehr bei Polydor unter Vertrag steht. Die finale Produktion begann am 24. Mai 2018 in Berlin unter der Leitung von Alex Lys. Am 15. Juni 2018 ließ Heppner verlauten, dass sie Bergfest gefeiert hätten und die Hälfte der Produktion getätigt sei. Während eines Interviews mit Ingo Nommsen im ZDF-Servicemagazon Volle Kanne am 6. August 2018 bestätigte Heppner, dass er kurz zuvor die Produktion abgeschlossen habe.Volle Kanne, ZDF, 6. August 2018.

Musikalischer Unterschied zu Confessions & Doubts sowie Namensgebung In einem Interview mit Laut.de verriet Heppner, das sie im Hinterkopf gehabt hätten, dass es mal ganz interessant wäre, ein DJ-Set zu zweit zu machen. Sie dachten an ein Set mit Live-Gesang, als eine Art „Alleinstellungsmerkmal“. Da könne man auch mit kleinem Besteck antanzen, um Stücke, die es schon gäbe, umzusetzen. Dann hätten sie sich jedoch die Frage gestellt, warum sie nicht gleich neue Stücke schreiben – ganz besondere Stücke, auch für Dance-Verhältnisse. Lieder die einen förmlich dazu zwingen zu tanzen, auch sie. So sei auch der Running Gag: „Denk daran: Tanzzwang“ zustande gekommen. So sei es nur selbstverständlich gewesen, dass es zum Titel des Albums wurde. Weiter fügte Heppner an, dass sie die Arbeit hierfür wie für einen „Dance-Sampler“ angegangen seien und das es zwischendurch Gespräche mit anderen Musiklabels gab, sodass es durchaus möglich gewesen wäre TanzZwang unter einem anderen Label als Confessions & Doubts zu veröffentlichen. Letztlich fand Markus Hartmann, Leiter von RCA Deutschland, die Idee „cool“ und so blieb Heppner mit dieser Veröffentlichung bei RCA. Das Konzept für TanzZwang bestand daraus, dass jedes Stück durch einen anderen Produzenten beziehungsweise Abmischer zu finden. Das einzig verbindende Element sei seine Komposition und seine Stimme. Bei acht von zehn Stücken sei er überhaupt nicht involviert gewesen. Zwei Titel (Best Things in Life und I Will Hurt You) hätten im Umfeld von Lys stattgefunden, dem Produzenten von Confessions & Doubts, da sei er näher dran gewesen. Bei zwei, drei Stücken von anderen hätte sich Heppner selbst erstmal dran gewöhnen müssen. Er hätte vielleicht einiges anders gemacht, aber das sei auch „okay“ so. Es sollten ja Einflüsse aus verschiedenen Richtungen kommen. Es sei interessant gewesen, loszulassen. Seine Arbeit im Studio könne man unter das Motto „Kontrollzwang“ stellen. So sei er nicht im Leben, nur bei seiner Musik sei er ein „Kontrollfreak“.