Miss Geek Africa ist ein afrikanischer Gründungswettbewerb, der Mädchen und junge Frauen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik fördert und sie für technologische Innovationen auszeichnet, die wesentliche Alltagsprobleme in ihren Gemeinschaften lösen. Er richtet sich an Mädchen und junge Frauen im Alter von 13 bis 21 Jahren aus den Mitgliedstaaten der Smart Africa Alliance und hat das Ziel, bei jungen Frauen das Interesse an den MINT-Fächern zu wecken und sie zu ermutigen, ein Berufsziel auf diesem Feld anzustreben.
Ursprünglich aus dem nationalen Wettbewerb Miss Geek Rwanda hervorgegangen, hat der Wettbewerb nach wenigen Jahren kontinentale Bedeutung erlangt und sich zu einem wichtigen Sprungbrett für junge Innovatorinnen im -Bereich etabliert.
Die Teilnehmerinnen, die auf die ersten drei Plätze gewählt werden, erhalten Sach- und Geldpreise sowie eine institutionelle Weiterbildung.
Geschichte Der Wettbewerb startete auf nationaler Ebene als Miss Geek Rwanda und wurde 2014 von der Initiative Girls in Rwanda ins Leben gerufen. Die Preisverleihung fand erstmals am 8. März 2014, am internationalen Frauentag, in Kigali statt.
Die Auszeichnung als „Miss Geek“ war auch als Gegenmodell zu herkömmlichen „Miss“-Wettbewerben angelegt, der Wettbewerb sollte Frauen „nach Brillanz statt nach Schönheit“ beurteilen. Der inhaltliche Fokus lag von Anfang an auf praxisnahen technischen Lösungen.
Der Wettbewerb in Ruanda war ein großer Erfolg und wurde in den Folgejahren wiederholt. Bereits 2015 gab es Überlegungen, ihn auf weitere Staaten wie Uganda und Kenia auszuweiten.
2017 ermöglichte eine Partnerschaft mit der Smart Africa Alliance, den Wettbewerb auf deren Mitgliedstaaten (damals 17) auszuweiten, erstmals unter dem Namen Miss Geek Africa. Die Auszeichnung der Preisträgerinnen fand im Rahmen des Transform Africa Summit statt, eines jährlich abgehaltenen Technologieforums der Smart Africa Alliance.
An der zweiten Ausgabe des überregionalen Wettbewerbs waren im Folgejahr bereits 22 Länder beteiligt.
Für den vierten länderübergreifenden Wettbewerb mit 24 teilnehmenden Ländern sollte die Preisverleihung auf dem Transform Africa Summit im April 2020 in Guinea stattfinden. Wegen der COVID-19-Pandemie musste die Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden, auch in den beiden Folgejahren konnten der und Miss Geek Africa nicht stattfinden.
Erst 2023 konnte der Preis (unter mittlerweile 37 Staaten) wieder verliehen werden, auf dem in Simbabwe.
2024 sollte der Wettbewerb Teil des Transform Africa Summit in Kenia sein, der auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Im darauffolgenden Jahr fand die Preisverleihung auf dem in Guinea statt.
Trotz mehrerer abgesagter Preisverleihungen wuchsen unter dem Dach der Smart Africa Alliance Bekanntheit und Bedeutung von Miss Geek Africa. Im Jahr 2026 sind 42 afrikanische Staaten daran beteiligt.
Preisträgerinnen Miss Geek Rwanda
2014 – Nancy Sibo entwickelte eine App, die es ermöglicht, dass Tierhalter die Trächtigkeit ihrer Kühe und deren Milchproduktivität beobachten können. 2015 – Vanessa Mutesi entwickelte eine Anwendung, die sie Rwanda Online Open School nannte, welche Hilfsmittel zur Förderung von Fernstudien für Studenten zur Verfügung stellt. 2016 – Rosine Mwiseneza entwickelte eine Bewässerungs-App, die es Landwirten ermöglicht, die Feuchtigkeit ihrer Böden zu beobachten und bei Trockenheit die Bewässerungsanlagen automatisch einzuschalten.
Miss Geek Africa
2017 – Ruth Njeri Waiganjo aus Kenia entwickelte eine Safe Drive App für den Straßenverkehr, die den Schutz vor Unfällen erhöht. 2018 – Salissou Hassane Latifa aus dem Niger entwickelte eine Software auf der Basis der Saro App, eine „First Responder“-App, die Notfall-Hilfsdiensten auf dem Weg zu den Einsatzorten erste Informationen zu der Art des möglichen Einsatzes gibt. 2019 – Josephine Uwase Ndeze aus der Demokratischen Republik Kongo entwickelte eine App, die es Schwangeren ermöglicht, jederzeit ihren Gesundheitszustand abzurufen.Josephine Uwase Ndeze of DRC Crowned Miss Geek Africa 2019 Artikel auf allafrica.com. Abgerufen am 1. Dezember 2020 (englisch).
(2020 bis 2022 konnte der Wettbewerb wegen der COVID-19-Pandemie nicht stattfinden.)
2023 – Selasi Domi-Kuwornu aus Ghana entwickelte mit dem Projekt „Kasa-Cash“ ein System, das es Menschen mit geringer Lese- und Schreibkompetenz, Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen sowie Bevölkerungsgruppen ohne oder mit unzureichender Versorgung ermöglicht, Finanztransaktionen offline und ohne Unterstützung von Drittanbietern durchzuführen.
(2024 fand der Wettbewerb nicht statt, weil der Transform Africa Summit auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.)
2025 – Branice Kazira aus Kenia erhielt die Auszeichnung für ihre „Sign-Verse“-App, ein KI-gestützes Assistenzsystem für die Übersetzung von Gebärdensprache mittels Künstlicher Intelligenz und 3D-Avataren. Sie ist Co-Gründerin des kenianischen Start-up-Unternehmens Signvrse.
Einzelnachweise
Kategorie:Frauen (Afrika) Kategorie:Frauenförderpreis Kategorie:Erstveranstaltung 2014 Kategorie:Auszeichnung (Afrika)