Adolf Wingler (* 27. Mai 1898 in Freiburg im Breisgau;Werner Thunert: Dr. Adolf Wingler zum Geburtstag. In: Heilbronner Stimme, 27. Mai 1963 † 30. August 1986Gerd Kempf (gk): Adolf Wingler gestorben. In: Heilbronner Stimme, 1. September 1986) war ein deutscher Jurist.
Leben Wingler nahm als Freiwilliger im Offiziersrang am Ersten Weltkrieg teil, in dem er seinen rechten Arm verlor. Nach Kriegsende studierte er in Freiburg Rechtswissenschaft, trat 1924 in den badischen Justizdienst einZur Person. In: Heilbronner Stimme, 11. Juni 1983 und wurde 1927 Direktor des Bezirksgefängnisses Karlsruhe. Noch vor der sogenannten Machtergreifung der NSDAP leitete er 1933 als Oberregierungsrat die Abteilung Strafvollzug im Badischen Justizministerium in Karlsruhe. 1937 trat er in die NSDAP ein,Edit Raim: Justiz zwischen Diktatur und Demokratie. Wiederaufbau und Ahndung von NS-Verbrechen in Westdeutschland 1945–1949. Oldenbourg Verlag, München 2013, ISBN 978-3-486-70411-2, S. 418 (online) und im selben Jahr kam er als Oberstaatsanwalt zur Staatsanwaltschaft am Oberlandesgericht München.Heilbronner Stimme, 27. Mai 1978 Trotz seiner schweren Verwundung aus dem Ersten Weltkrieg wurde Wingler auch im Zweiten Weltkrieg wieder für zwei Jahre einberufenDr. Wingler neuer Landgerichtspräsident. In: Heilbronner Stimme, 6. Dezember 1955 und tat ab Sommer 1941 als Hauptmann in Italien Dienst.
Nach Kriegsende arbeitete Wingler im Vorstand der Landesstrafanstalt Freiburg und als Referent für Strafvollzug im Land Baden. Vom 1. Dezember 1949 bis 1955 war er Präsident des Landgerichts Waldshut, vom 1. Dezember 1955 bis zu seiner Pensionierung am 30. November 1963Werner Thunert (thu.): Heilbronns Landgerichtspräsident im Ruhestand. In: Heilbronner Stimme, 30. November 1963 Präsident des Landgerichts Heilbronn. Mit ein Grund für die Besetzung dieser Stelle im Norden des württembergischen Landesteiles mit einem Südbadener waren nach Aussage von Justizminister Wolfgang Haußmann die Bestrebungen des Justizministeriums, freiwerdende Stellen „landsmannschaftlich verschieden“ zu besetzen, um so das „Zusammenwachsen der Landesteile durch persönliches Kennenlernen und einen unmittelbaren Kontakt in die Tat umzusetzen.“Landgerichtspräsident Dr. Wingler eingesetzt. In: Heilbronner Stimme, 9. Dezember 1955
Wingler war Vorstandsmitglied oder Vorsitzender mehrerer Richter- und Notarvereine. Im Gebiet der Straffälligen- und Bewährungshilfe trat er durch mehrere Schriften hervor und war von 1960 bis 1973 Vorsitzender des Landesverbands für Straffälligenhilfe Württemberg bzw. später des Vereins für Straffälligenhilfe in Baden-Württemberg, zu dessen Ehrenvorsitzendem er anlässlich seines Abschieds vom Vorsitz ernannt wurde.„Der Straffällige steht mitten in der Gesellschaft“. In: Heilbronner Stimme, 12. Mai 1973 1972 bestellte ihn der Landtag von Baden-Württemberg in die Kommission zur Wahrung des Briefgeheimnisses sowie des Post- und Fernmeldegeheimnisses,Heilbronner Stimme, 26. Juli 1972 der er mehrere Jahre angehörte, zuletzt als deren Vorsitzender.
Wingler, dessen private Neigungen im musischen Bereich lagen, war verheiratet und hatte vier Kinder. Anlässlich seiner Versetzung ans Landgericht Heilbronn zog er mit seiner Familie nach Heilbronn und verbrachte nach seiner Pensionierung dort seinen Lebensabend.
Auszeichnungen Erster Weltkrieg: Ritterkreuz des Ordens vom Zähringer Löwen 1964: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik DeutschlandWerner Thunert (thu.): Großes Verdienstkreuz für Dr. Wingler. In: Heilbronner Stimme, 4. Dezember 1963 1975: Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg 1983: Medaille des Landtags Baden-Württemberg in Silber
Einzelnachweise
Weblinks Eintrag zu Adolf Wingler in der Datenbank HEUSS des Stadtarchivs Heilbronn, Zeitgeschichtliche Sammlung Signatur ZS-10463
Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes Kategorie:Träger des Ordens vom Zähringer Löwen (Ritter) Kategorie:Richter (Landgericht Heilbronn) Kategorie:Staatsanwalt (Deutschland) Kategorie:Präsident (Landgericht) Kategorie:Ministerialbeamter (Baden) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Hauptmann (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1898 Kategorie:Gestorben 1986 Kategorie:Mann