Alles-sur-Dordogne () ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communes des Bastides Dordogne-Périgord. Die Einwohner werden Allois genannt.

Geografie

Alles-sur-Dordogne liegt etwa 30 Kilometer östlich von Bergerac, etwa 38 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux und etwa 28 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Die Gemeinde befindet sich am Südufer in einer Flussschlinge der Dordogne. Alles-sur-Dordogne hat keinen Ortskern, die wichtigsten offiziellen Plätze der Gemeinde verteilen sich von Norden nach Süden entlang der Departementsstraße D 51E: der Friedhof, der ehemalige Bahnhof von Alles, das Bürgermeisteramt und die Schule und schließlich die Kirche Saint-Étienne neben dem Kriegerdenkmal.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Alles-sur-Dordogne liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.

Der größte Teil von Alles-sur-Dordogne liegt in der Alluvialbodenlandschaft der Dordogne. Der südliche Teil geht in die hügelige, waldreiche Landschaft des Périgord noir über. Dort liegt auch der topographisch höchste Punkt mit an der Grenze zur Nachbargemeinde Le Buisson-de-Cadouin.

Rund 65 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen, genutzt, rund 25 % sind bewaldet, rund 10 % entfallen auf Binnengewässerflächen.

Alles-sur-Dordogne wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:

mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Alles-sur-Dordogne Natürliche und technologische Risiken Naturrisiken manifestieren sich in Alles-sur-Dordogne als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Dordogne Dürren Waldbrände Bodensetzungen.

Aufgrund der Schäden, die in der Vergangenheit durch Überschwemmungen verursacht wurden, wurde für die Gemeinde ein Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Bei einem überwiegenden Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte. Wie die Risikokarte zeigt, sind insgesamt 54,3 % von Alles-sur-Dordogne mittel oder stark von der Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.

Ein technologisches Risiko besteht durch einen Bruch eines der Staudämme von Monceaux la Virolle und von Bort-les-Orgues. Alles-sur-Dordogne liegt flussabwärts von Dordogne und Vézère, die durch die beiden Bauwerke gestaut werden, und es ist daher wahrscheinlich, dass die Gemeinde von einer Überflutungswelle betroffen sein wird.

Etymologie und Geschichte Toponyme und Erwähnungen von Alles-sur-Dordogne waren: Allas (1218, Collection de l’abbé de Lespine, Band 35), Alcos (1279–1317, Collection de l’abbé de Lespine), Altos (1333, Gallia Christiana), Alani (1363, Archiv der Abtei Cadouin), Alas (1516, Collection de l’abbé de Lespine, Band 35), Alles (1750 und 1793, Karte von Cassini bzw. Notice Communale), Ales (1801, Bulletin des lois).

Die Gemeinde Alles erhielt 1933 den Namenszusatz „sur-Dordogne“.

Das Gemeindegebiet war bereits in der Alt- und Jungsteinzeit besiedelt. An einer natürlichen Landverbindung gelegen, war der Standort permanent seit der gallorömischen Zeit bewohnt und erlebte die Anwesenheit von Mitgliedern des Volkes der Alanen, von dem der Ort seinen Namen ableitet.Tanet, Hordé, Seite 28

Einwohnerentwicklung

Am Ende des 19. Jahrhunderts setzte erkennbar eine Landflucht ein.

Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche Saint-Étienne Die romanische Kirche wurde bereits im 12. Jahrhundert von Mönchen der Abtei Cadouin erbaut. Sie besitzt einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes, wobei das Querschiff halbrund abschließt. Das Langhaus hat hierbei nur ein Kirchenschiff. Der massive Glockenturm ist über der Vierung errichtet und mit Zinnen versehen. Wenige Fenster und ein flacher Bau unterstreichen insgesamt den Charakter einer Wehrkirche. Die im Norden angrenzende Seitenkapelle wurde 1759 von Jean de Saintours errichtet und 1902 nachgebessert, als ein Eingang in der hinteren Wand der Kirche eingerichtet wurde. Im Innern befinden sich Fresken aus dem 19. Jahrhundert.

Schloss Ferrand Es befindet sich inmitten eines Parks im Osten der Gemeinde auf einer Anhöhe über der Dordogne. Das Gebäude datiert aus der Zeit der Renaissance. Der Name ist eine Ableitung des lateinischen Worts ferrum (). Seine Besitzer im Laufe der Jahrhunderte waren illustre Familien aus dem Périgord. Zu Beginn ließ sich die Familie Saint Ours hier nieder, dann folgten die Abzacs, Seigneurs von La Douze. In der Folge ging das Schloss in die Hände der Familie Laborie de la Batut über, von denen ein Mitglied das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde zwischen 1986 und 1900 bekleidete. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss vollständig restauriert, konnte aber einige alte Architekturelemente, wie z. B. ein für die Renaissance typisches Zwillingsfenster bewahren. Das kleine Nebengebäude, das seit 1912 die Funktion einer Vorhalle besitzt, war ursprünglich eine Kapelle, die 1759 von Jean de Saintours errichtet wurde. Das Schloss ist heute in Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule.

Sport und Freizeit Ein Rundweg mit einer Länge von 12 km führt vom Zentrum von Alles-sur-Dordogne durch das Gebiet der Gemeinde.

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 153 Personen im Alter zwischen 15 und 64 in Alles-sur-Dordogne erwerbstätig, entsprechend 39,8 % der Gesamtbevölkerung der Gemeinde. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 12 im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (24).

Branchen und Betriebe 32 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Alles-sur-Dordogne wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt32Baugewerbe618,8 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie928,1 %Finanzen und Versicherungen13,2 %Immobilien13,2 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten929,0 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln13,2 %Andere Dienstleistungen412,9 %

Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 27 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 22 im Jahr 2000, stieg auf 25 im Jahr 2010 und sank schließlich auf 14 im Jahr 2020, ein Rückgang von 48 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche sank von 521 Hektar im Jahre 1988 auf 518 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 19,3 Hektar auf 37 Hektar.

Alles-sur-Dordogne liegt in den Zonen AOC der Noix du Périgord, der Walnüsse des Périgord, und des Nussöls des Périgord.

Verkehr mini|Brücke über die Dordogne nach Limeuil Die Departementsstraße D 2, die das Gebiet der Gemeinde durchquert, war ursprünglich für die Verbindung von Alles-sur-Dordogne mit Paunat im Norden und Le Buisson-de-Cadouin im Süden bestimmt. Da die Fähre über die Dordogne nicht mehr existiert und keine Brücke gebaut wurde, endet sie heute am nördlichen Ufer der Gemeinde und wird auf der gegenüberliegenden Seite fortgeführt. Dafür führt die Departementsstraße D 51 von Alles-sur-Dordogne zur Nachbargemeinde Limeuil über den Fluss. Erreichbar ist die Gemeinde ebenfalls über die Departementsstraße D 29 auf der Achse Bergerac–Sarlat-la-Canéda. mini|Ehemaliger Haltepunkt in Alles-sur-Dordogne Züge der TER Nouvelle-Aquitaine, einer Regionalbahn der staatlichen SNCF, bedienen die Strecke von Bordeaux nach Sarlat. Sie durchqueren das Gebiet der Gemeinde, allerdings seit dem 11. Dezember 2005 ohne hier zu halten.

Persönlichkeiten Jacques Teulet, geboren am 20. Februar 1949 in Alles-sur-Dordogne, ist Maler, Grafiker und Lithograf.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ort an der Dordogne Kategorie:Ersterwähnung 1218