Die Geschichte Trinidad und Tobagos umfasst die Entwicklungen auf dem Gebiet der Republik Trinidad und Tobago von der Urgeschichte bis zur Gegenwart. Trinidad und Tobago, die zu den Kleinen Antillen in der Karibik gehören, wurden am 31. August 1962 vom Vereinigten Königreich unabhängig. Seit dem 1. August 1976 sind die Inseln eine Republik. Trinidad wurde am 31. Juli 1498 von Christoph Kolumbus auf seiner dritten Reise entdeckt. Im 16. Jahrhundert wurde es Teil des Spanischen Kolonialreiches, während die Herrschaft über Tobago bis ins 18. Jahrhundert häufig wechselte. Zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden beide Inseln Britische Kolonie, was sie bis zum 20. Jahrhundert blieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewannen die Inseln zunehmend mehr Autonomie, bis sie 1962 vom Vereinigten Königreich unabhängig wurden.

Frühgeschichte Die Erstbesiedelung der zu den Kleinen Antillen in der Karibik gehörenden Insel Trinidad durch Jäger und Sammler fand vor mindestens 7000 Jahren statt. Somit handelt es sich um die am frühesten besiedelte Insel der Karibik. Als erste keramische Kultur besiedelten die Saladoiden um 250 v. Chr. Trinidad und Tobago. Sie hatten über die gesamten Antillen bis Hispaniola ein Handelsnetz gespannt, das auch das nördliche Südamerika mit einschloss. Auch den Ackerbau brachten die Saladoiden auf die Inseln.Prehistory of the Caribbean Culture Area. Southeast Archaeological Center, National Park Service, abgerufen am 25. Dezember 2014. Spuren der Saladoiden finden sich unter anderem in Blanchisseuse.Basil Reid: In: The Pelican, abgerufen am 25. Dezember 2014. Zur Zeit des Erstkontakts mit Europäern lebten auf Trinidad die Arawak, ein aus Südamerika stammendes indigenes Volk. Die arawakisch sprechenden Volksstämme wie Nepoya und Suppoyo hatten die Saladoiden im 7. bis 9. Jahrhundert n. Chr. von den Inseln der Karibik verdrängt, während sich karibische Gruppen ab 1200 n. Chr. auf den Antillen niederließen. Tobago dagegen wurde von Insel-Kariben und Galibi bewohnt.Indianerkulturen in Amerika, in: Der Große Ploetz. Die Enzyklopädie der Weltgeschichte, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 35. Auflage, 2008, S. 1265, ISBN 978-3-525-32008-2

Entdeckung durch Christoph Columbus und Kolonialisierung (1498 bis 1797) Spanische Kolonie Trinidad mini|hochkant|Christoph Kolumbus entdeckte die Inseln Trinidad und Tobago auf seiner dritten Reise 1498 Christoph Kolumbus entdeckte auf seiner dritten Reise am 31. Juli 1498 zunächst die Insel Trinidad, die er aufgrund ihrer drei markanten Bergspitzen nach der Dreifaltigkeit benannte. Die Gegend um das heutige Örtchen Guayaguayare war der Ort, an dem Christoph Kolumbus am 31. Juli 1498 erstmals trinidadischen Boden betrat. Im weiteren Verlauf entdeckte er Tobago, das er zunächst Bella Forma nannte. Der spätere, heutige Name Tobago leitet sich von dem Wort Tabak ab. Kolumbus’ Sohn Diego Columbus übte von 1506 bis 1526 als Admiral, Gouverneur und Vizekönig die Herrschaft aus. Obwohl Trinidad bereits 1532 spanische Kolonie und 1535 Teil des neugegründeten Vizekönigreich Neuspanien wurde, begann die eigentliche spanische Besiedlung der Insel jedoch erst 1592. 1533 errichtete Gouverneur Antonio Sedeño in der Nähe von Cumucurapo einen durch Palisaden befestigten Siedlungsplatz, dieser musste jedoch nach weiteren Kämpfen ein Jahr später wieder aufgeben werden.Caribbean History Archives: 1560 wurde von den Spaniern dort, wo sich heute die östlichen Vororte von Port of Spain befinden, ein Fort errichtet, das gehalten werden konnte. Dieses Jahr gilt mithin als Gründungsjahr von Port of Spain, damals noch Puerto de los Hispanioles. 1757 wurde Arima von den Kapuzinern gegründet, das 1785 zum letzten Arawak-Reservat auf Trinidad wurde, da alle anderen bekannten Stämme durch Gouverneur José María Chacón nach Arima umgesiedelt wurden, um Siedlungsland für französischstämmige Katholiken bereitzustellen.Michael Anthony: Historical Dictionary of Trinidad and Tobago, Scarecrow Press, London 1997, ISBN 0-8108-3173-2, S. 26 Trinidad blieb bis 1797 Teil Spaniens und von einem Gouverneur verwaltet, zu denen unter anderem Rodrigo de Bastidas (1520) sowie zuletzt zwischen 1783 und 1797 José María Chacón gehörten.

Wechselnde Herrschaft über Tobago Die ursprünglichen indianischen Einwohner Tobagos wurden von den spanischen Siedlern weitgehend ausgerottet, die Überlebenden wurden assimiliert. Die Insel wechselte häufig den Besitzer und einer war Cornelis Lampsins, der Baron von Tobago. Teils wurde sie unter großen Verlusten verteidigt, teils einfach herrenlos verlassen. Zwischen 1498 und 1814 wechselte die Insel mindestens 33 Mal den Besitzer, was den Rekord in der wechselhaften Kolonialgeschichte der Karibikinseln darstellt.Caribbean-Atlas.com: 1628 wurde es niederländische Kolonie und 1654 von Cornelis Lampsins in Nieuw-Walcheren benannt. Dieser gründete 1654 Nieuw-Vlissingen, das später nach ihm in Lampsinsburg umbenannt wurde, und heute als Scarborough die Hauptstadt Tobagos ist. Der französische König Ludwig XIV. ernannte Cornelis Lampsins im Jahre 1662 zum Baron und erhob Tobago zum französischen Lehen und Baronat. Später erhoben auch das Königreich England und sogar das Herzogtum Kurland Anspruch auf die Insel und bauten befestigte Anlagen.Zur Kolonie „Neukurland“ siehe den Art. Tobāgo. In: Latviešu konversācijas vārdnīca, Band 22: Tobāgo – Žvīgule. Gulbis, Riga 2004, ISBN 9984-719-29-4, Sp. 43013―43020, hier Sp. 43014–43018 (lettisch).

Nachdem Tobago 1684 neutrales Territorium wurde, wurde es 1762 zunächst britische Kolonie, ehe es am 2. Juni 1781 erneut unter französische Herrschaft geriet. Viele Landstriche an der Nord- und Ostküste Trinidads wurden im späten 18. Jahrhundert von französischen Farmern besiedelt, was sich in zahlreichen französischen Siedlungsnamen wie Ecclessville, La Savanne oder Libertville niederschlägt. Im Frieden von Paris vom 3. September 1783 zwischen Großbritannien und den USA erkannte Großbritannien die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten an. Durch die gesondert unterzeichneten Verträge von Versailles zwischen Großbritannien, Frankreich und Spanien erhielt Frankreich Tobago.Europäische Gleichgewichtspolitik und Kampf um die Weltmacht (1720–1783). In: Der Große Ploetz, 2008, S. 730. Einer der französischen Gouverneure war zwischen 1786 und 1789 General Arthur Dillon.

Britische Herrschaft (1797 bis 1958) mini|Medaille zur Eroberung von Trinidad und Tobago durch britische Truppen 1797 Am 15. April 1793 wurde Tobago abermals britische Kolonie und blieb dieses mit Ausnahme einer vorübergehenden erneuten französischen Herrschaft in den Jahren 1802 bis zur Vereinigung mit Trinidad am 1. Januar 1889. Am 18. Februar 1797 gelangte auch Trinidad unter britische Herrschaft. In dem am 27. März 1802 geschlossenen Frieden von Amiens zwischen Frankreich und Großbritannien gab Großbritannien bis auf Trinidad und Ceylon überseeische Eroberungen zurück. Daraufhin erhielt Spanien von Großbritannien Menorca im Tausch gegen Trinidad endgültig zurück.Das Internationale System der Mächte (1789–1914). Revolutionskriege und französisches Hegemonialstreben (1791–1815). In: Der Große Ploetz, 2008, S. 752Spanien (1789–1914). In: Der Große Ploetz, 2008, S. 1084 Im Frieden von Paris ging 1814 schließlich auch Tobago in den Besitz von Großbritannien über.

mini|hochkant=0.6|Während der Amtszeit von Gouverneur Sir Ralph Woodford, 2. Baronet (1813 bis 1828) kam es zu einem signifikanten wirtschaftlichen und infrastrukturellen Aufschwung Trinidads