Der SV Meppen (Sportverein Meppen 1912 e. V.) ist ein 1912 in Meppen gegründeter deutscher Fußballverein mit rund 2500 Mitgliedern. Die erste Herrenmannschaft spielte zwischen 1987 und 1998 durchgehend in der 2. Bundesliga und gehörte von 2017 bis 2023 der 3. Liga an. Nach dem Abstieg und drei Jahren in der Regionalliga Nord stieg sie 2026 wieder in die 3. Liga auf. Darüber hinaus gewannen die Meppener mehrere Amateur-Meisterschaften sowie 1999, 2021 und 2024 den Niedersachsenpokal. Die erste Frauenmannschaft spielte in den Saisons 2020/21 sowie 2022/23 in der Frauen-Bundesliga.

Geschichte

1912–1957: Gründung und frühe Jahre Saisondaten 1926–1957 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1926/27 B-Klasse Westfalen 1 1927/28 A-Klasse Westfalen 1928/29 2. BK Westf. Nordgr. 4 III 1929/30 1. BK Westf. Nordkreis II 1930/31 2. BK Westf. Nordgr. 4 III 1931/32 2. BK Westf. Nordgr. 4 III 3 43:40 21:15 1932/33 2. BK Westf. Nordgr. 4a III 3 28:26 14:10 1933/34 Bezirksliga Bremen-Süd II 8 36:56 13:27 1934/35 Bezirksliga Bremen-Süd II 10 37:54 21:27 1935/36 Bezirksliga Bremen-Süd II 8 26:42 16:24 1936/37 Bezirksliga Bremen-Süd II 6 36:50 18:18 1937/38 Bezirksliga Osnabrück II 9 16:59 9:27 1938/39 Bezirksliga Osnabrück II 8 15:76 3:25 1939/40 1. Kreisklasse Emsland III 1940/41 2. Kreisklasse Emsland IV 1941/42 2. Kreisklasse Emsland IV 1942/43 2. Kreisklasse Emsland IV 1943/44 2. Kreisklasse Emsland IV 1946/47 Bezirksklasse Emsland II 1 35:7 15:1 1947/48 Landesliga Weser/Ems II 10 42:77 15:29 1948/49 Landesliga Weser/Ems II 12 31:85 8:42 1949/50 Amateurliga 2 III 6 57:59 26:26 1950/51 Amateurliga 2 III 4 59:44 31:21 1951/52 Amateurliga 2-West III 9 50:62 23:25 1952/53 Amateurliga 2 III 9 63:63 28:28 1953/54 Amateurliga 2 III 14 31:87 13:39 1954/55 Bezirksklasse Emsland IV 3 66:47 35:17 1955/56 Bezirksklasse Emsland IV 3 103:57 37:19 1956/57 Bezirksklasse Emsland IV 1 102:38 46:10 BK = Bezirksklasse

mini|hochkant|Die Ems, Namensgeber des FC Amisia. Der heutige SV Meppen geht auf den am 29. November 1912 von Gymnasiasten gegründeten Fußballclub Amisia Meppen zurück. Amisia ist der lateinische Name des Flusses Ems. Am 8. Februar 1920 fusionierte die Amisia mit dem ebenfalls 1912 gegründeten MTV Meppen und der paramilitärischen Jugendgruppe Gruppe Jungdeutschland MeppenHardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 327. zum Turn- und Sportverein Meppen 1912. Im Rahmen der reinlichen Scheidung kam es am 13. April 1922 zur Spaltung des Vereins. Die Fußballer gründeten den SV Meppen, während die restlichen Abteilungen den TV 1912 Meppen gründeten.

In den ersten Jahren spielten die Fußballer auf der „Schülerwiese“, bevor der Verein 1924 den Sportplatz Lathener Straße bezog. Sportlich spielten die Meppener bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges nur auf lokaler Ebene eine Rolle. Das Emsland galt als fußballerische Diaspora und stand im Schatten der Vereine aus Osnabrück. In den 1920er und 1930er Jahren gehörte der Verein bis 1933 dem Westdeutschen Spiel-Verband, anschließend dem Sportgau Niedersachsen und ab 1948 dem wieder gegründeten Norddeutschen Fußball-Verband an.

Nach dem Krieg machte eine mit zahlreichen Polen verstärkte Mannschaft den Verein in der Region bekannt. Nach einer Serie von 35 Spielen ohne Niederlage in Folge qualifizierte sich der SV Meppen 1947 für die neu eingeführte Landesliga Weser/Ems. Zwar wurde das entscheidende Qualifikationsspiel gegen Stern Emden mit 1:2 verloren, jedoch profitierten die Meppener davon, dass der qualifizierte TuS Lengerich in den westfälischen Verband wechselte.

Zwei Jahre konnte sich der SV Meppen in der Landesliga halten, bevor 1949 der Abstieg in die drittklassige Amateurliga 2 hingenommen werden musste. 1952 konnte die Amateurliga nur durch einen Sieg im Entscheidungsspiel gegen den TuS Haste 01 gehalten werden, ehe zwei Jahre später der Gang in die Bezirksliga Emsland erfolgte. Inzwischen war der SV Union Meppen die sportliche Nummer eins der Stadt. 1957 wurde der SVM Meister der Bezirksklasse Emsland und schaffte dadurch den Aufstieg in die Amateurliga 8.

1957–1979: Amateurligen Saisondaten 1957–1979 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1957/58 Amateurliga 8 III 6 69:48 30:24 1958/59 Amateurliga 8 III 4 76:47 33:23 1959/60 Amateurliga 8 III 5 68:62 30:24 1960/61 Amateurliga 8 III 1 96:46 48:12 1961/62 AOL Niedersachsen-West II 14 74:84 26:34 1962/63 AOL Niedersachsen-West II 6 65:34 38:22 1963/64 AOL Niedersachsen-West III 2 85:32 42:14 1964/65 Landesliga Niedersachsen III 7 64:49 40:28 1965/66 Landesliga Niedersachsen III 9 68:73 33:35 1966/67 Landesliga Niedersachsen III 13 59:72 25:35 1967/68 Landesliga Niedersachsen III 1 62:44 40:20 1968/69 Landesliga Niedersachsen III 8 58:42 33:27 1969/70 Landesliga Niedersachsen III 5 79:51 38:22 1970/71 Regionalliga Nord II 18 43:97 17:51 1971/72 Landesliga Niedersachsen III 2 61:40 39:21 1972/73 Regionalliga Nord II 10 51:62 30:38 1973/74 Regionalliga Nord II 8 55:54 38:34 1974/75 Oberliga Nord III 3 61:36 41:27 1975/76 Oberliga Nord III 6 56:49 37:31 1976/77 Oberliga Nord III 13 51:54 30:38 1977/78 Oberliga Nord III 17 31:59 22:46 1978/79 Landesliga Niedersachsen IV 1 83:27 46:14 AOL = Amateuroberliga

Sportlich konnten sich die Meppener schnell in der Liga etablieren und belegten stets einstellige Tabellenplätze. In der Saison 1960/61 wurde der SVM nach einem langen Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem TuS Lingen mit einem Punkt Vorsprung Meister der Amateurliga. Auch die anschließende Aufstiegsrunde wurde erfolgreich absolviert. Höhepunkt war ein 11:0-Sieg am 18. Juni 1961 gegen den TuS Heidkrug, bei dem Stürmer Gerd Sand sechs Tore erzielte. Sand erwies sich auch eine Klasse höher als treffsicher und hatte mit 33 Saisontoren am Klassenerhalt maßgeblichen Anteil.

Vom VfL Germania Leer wechselte Trainer Horst Witzler nach Meppen, unter dessen Regie es in den nächsten zwei Jahren sportlich aufwärtsging. In der Saison 1963/64 feierten die Meppener den Staffelsieg in der Amateuroberliga West. Im Entscheidungsspiel um den Staffelsieg konnte sich der SVM gegen den TSR Olympia Wilhelmshaven mit 1:0 durchsetzen. Das Spiel fand im Oldenburger Stadion Donnerschwee statt. Es folgten die Endspiele um die Niedersachsenmeisterschaft gegen die Amateure von Hannover 96. Trotz eines 3:1-Erfolgs im Hinspiel verloren die Meppener den Titel durch eine 1:5-Niederlage in Hannover. Der Aufstieg in die Regionalliga Nord wurde als Gruppendritter der Aufstiegsrunde verpasst. Der einzige Sieg der Runde war ein spektakulärer 6:5-Erfolg bei Leu Braunschweig.

mini|hochkant|SV Friedrichsort gegen SV Meppen (1968)

In den folgenden Jahren war der Verein in der nun eingleisigen Landesliga Niedersachsen nur noch Mittelmaß. Mit dem ehemaligen Amateur-Nationalspieler Hermann Michel, der 1967 das Training übernahm, kehrte der Erfolg zurück. Gleich in seiner ersten Saison 1967/68 führte Michel die Mannschaft zur Niedersachsenmeisterschaft. Sie scheiterte jedoch erneut in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga am TuS Celle.

1970 gelang schließlich unter kuriosen Umständen der Sprung in die Regionalliga. Als Tabellenfünfter durfte der SVM an der Aufstiegsrunde teilnehmen, weil die Amateurmannschaften von Eintracht Braunschweig (Meister) und Hannover 96 (Vierter) nicht durften. Ein 1:1 beim SC Sperber Hamburg am letzten Spieltag brachte den Meppenern den zweiten Platz in der Aufstiegsrunde. Um die Regionalliga wieder auf die Sollstärke von 18 Vereinen zu bringen, setzte der Norddeutsche Fußball-Verband eine zusätzliche Relegation an. Durch einen 5:1-Sieg am letzten Spieltag gegen den Polizei SV Bremen schaffte der SVM den Aufstieg mit einem Tor Vorsprung auf den ASV Bergedorf 85, bei dem die Meppener mit 0:2 unterlegen waren.

Infolge des späten Aufstiegs – die meisten Regionalligavereine hatten schon mit der Saisonvorbereitung begonnen, als Meppens Aufstieg feststand – konnte sich der SVM nicht ausreichend verstärken und musste als Tabellenletzter die Regionalliga gleich wieder verlassen. Der Tiefpunkt der Saison war eine 1:9-Niederlage beim HSV Barmbek-Uhlenhorst. Auf Anhieb schaffte die Mannschaft den Wiederaufstieg. Die Entscheidung fiel erneut am letzten Spieltag, als der ASV Bergedorf 85 vor 10.000 Zuschauern mit 4:0 geschlagen wurde. Torjäger Gerd Sand beendete mit dem Aufstieg seine Karriere.

Der SV Meppen konnte sich nun in der Regionalliga etablieren. Unterstützt wurde der Verein dabei von dem Textilfabrikanten Hubert Niebuhr. Der achte Platz in der Saison 1973/74 reichte jedoch nicht für die neu eingeführte 2. Bundesliga, so dass der SVM in der Amateur-Oberliga Nord spielen musste. Ein Höhepunkt in dieser Zeit war ein Freundschaftsspiel gegen Ajax Amsterdam mit den Weltstars Johan Cruyff und Johan Neeskens vor 17.500 Zuschauern. Als Tabellendritter der Saison 1974/75 qualifizierten sich die Meppener erstmals für die deutsche Amateurmeisterschaft. Im Achtelfinale schied der SVM nur knapp gegen den Itzehoer SV aus. In den folgenden Jahren setzte eine sportliche Talfahrt ein. Ein Grund dafür war Niebuhrs Finanzpolitik, die einen hohen Schuldenberg hinterließ. 1978 beendeten die Meppener die Spielzeit als Vorletzter und mussten in die Landesliga Niedersachsen absteigen.

Der Abstieg erwies sich für den Verein als Glücksfall. Mit Hans-Dieter Schmidt wurde ein neuer Trainer verpflichtet, der die Jugendarbeit und die Professionalisierung der Vereinsstrukturen vorantrieb. Seine Vision, den SV Meppen in die 2. Bundesliga zu führen, wurde seinerzeit vom Vorstand als „Spinnerei“ abgetan. Mit sieben Punkten Vorsprung auf den Lüneburger SK wurde Meppen Meister und beendete die Aufstiegsrunde als Gruppenzweiter. Da mit dem OSV Hannover und dem OSC Bremerhaven zwei Nordvereine in die 2. Bundesliga aufstiegen und mit dem FC St. Pauli nur einer in die Oberliga abstieg, wurde ein Entscheidungsspiel um den dritten Aufsteiger fällig. Durch einen 4:1-Sieg über den VfR Neumünster gelang dem SVM der direkte Wiederaufstieg.

1979–1987: Oberliga Nord Saisondaten 1979–1987 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1979/80 Oberliga Nord III 8 57:55 35:33 1980/81 Oberliga Nord III 4 78:45 46:22 1981/82 Oberliga Nord III 13 55:68 30:38 1982/83 Oberliga Nord III 7 49:61 37:31 1983/84 Oberliga Nord III 6 62:53 38:30 1984/85 Oberliga Nord III 5 76:60 38:30 1985/86 Oberliga Nord III 3 69:42 42:26 1986/87 Oberliga Nord III 1 70:37 45:19

Der SVM konnte sich nach dem Wiederaufstieg schnell in der drittklassigen Oberliga Nord etablieren. In der Saison 1979/80 qualifizierten sich die Meppener erstmals für den DFB-Pokal. Hier schied die Mannschaft in der ersten Runde bei den Amateuren des 1. FC Kaiserslautern aus. Ein Jahr später wurde der SVM schon Vierter der Oberliga. 1982 absolvierten die Meppener ein Freundschaftsspiel gegen den FC Barcelona. 18.500 Zuschauer sahen den ersten Auftritt des späteren Weltstars Diego Maradona in Europa. Mit dem Spiel gegen die von Trainer Udo Lattek betreuten Spanier wurden 130.000 Mark brutto erwirtschaftet, von denen 50.000 der FC Barcelona erhielt. Nach Abzug weiterer Kosten blieben dem SV Meppen 60.000 Mark Gewinn. Die Saison 1985/86 schloss die Mannschaft erneut als Tabellendritter ab. Bei der Amateurmeisterschaft 1986 scheiterten die Meppener in der ersten Runde unglücklich am VfR Bürstadt.