Ramlesreuth ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Speichersdorf im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Ramlesreuth hat eine Fläche von 3,743 km². Sie ist in 394 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9500,54 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Aumühle, Holzmühle (zum Teil) und Sorg (zum Teil).
Lage Das Kirchdorf liegt am Mühlbach, einem rechten Zufluss des Flernitzbachs. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Plössen zur Staatsstraße 2184 (1,4 km nordöstlich) bzw. nach Sorg (0,4 km nördlich). Anliegerwege führen zur Aumühle (0,1 km nordöstlich) und zur Holzmühle (0,7 km südlich).
Geschichte Die Landgrafschaft Leuchtenberg hatte im 14. Jahrhundert die Lehensherrschaft über acht Güter in „Remelsrewt“.H. Sturm: Kemnath, S. 127. Daneben war auch Pfalz-Neuburg Lehensherr.H. Sturm: Kemnath, S. 267. Die Fraisch über Ramlesreuth wurde ab dem 17. Jahrhundert auch vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Neustadt am Kulm beansprucht.H. Sturm: Kemnath, S. 129. Die Herren von Donndorf waren in Ramlesreuth von 1488 bis 1786 begütert.R. Winkler: Bayreuth, S. 116. Weitere Grundherren waren das pfalz-neuburgische Kastenamt Kemnath (ein Anwesen zu Hoffuß) und das Rittergut Guttenthau (1 Hof).H. Sturm: Kemnath, S. 257f.
Von 1791/92 bis 1803 unterstand Ramlesreuth dem preußischen Justiz- und Kammeramt Neustadt am Kulm. Am 30. Juni 1803 wurde u. a. Ramlesreuth an Pfalzbayern abgetreten.R. Winkler: Bayreuth, S. 415.
Mit dem Gemeindeedikt wurde Ramlesreuth dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Plössen zugewiesen.H. Sturm: Kemnath, S. 320. Wenig später wurde die Ruralgemeinde Ramlesreuth gebildet, zu der Aumühle und Sorg gehörten.H. Sturm: Kemnath, S. 340. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kemnath und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kemnath (1919 in Finanzamt Kemnath umbenannt). Ab 1862 gehörte Ramlesreuth zum Bezirksamt Kemnath (1939 in Landkreis Kemnath umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kemnath (1879 in Amtsgericht Kemnath umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,736 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 1. Januar 1972 nach Speichersdorf eingemeindet.
Baudenkmäler In Ramlesreuth gibt es vier Baudenkmale: Die katholische Kapelle (Ramlesreuth 40) aus dem Jahr 1846 (bezeichnet „1848“) ist ein Walmdachbau mit Dachreiter. Das Wohnhaus (Ramlesreuth 15) aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist ein giebelständiger, eingeschossiger Frackdachbau mit einem Fachwerkobergeschoss. Die Kreuzigungsgruppe am ehemaligen Kirchweg in den Gartenäckern stammt aus dem 19. Jahrhundert. Das Kruzifix von 1905 (Saulohe) ist aus Gusseisen. Es befindet sich auf einem erneuerten Sandsteinsockel.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Ramlesreuth Jahr 1824 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 265 292 289 293 272 275 257 422 257 250 258 244 246 250 245 228 224 223 212 283 246 227 192 197HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 41 46 46 45 45 42 40 41 Quelle
Ort Ramlesreuth Jahr 1819 1824 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 275 242 251 234 224 223 207 229 178 188 235Häuser 37 41 40 39 37 38 56Quelle Dort als Rammelsreith aufgelistet.
Religion Ramlesreuth ist römisch-katholisch geprägt und nach St. Michael (Mockersdorf) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Geographie (Speichersdorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bayreuth