Beerheide (vogtländisch Beerreid) ist eine der vier Ortschaften der Stadt Auerbach/Vogtland im sächsischen Vogtlandkreis. Die Gemeinde ehemalige Beerheide mit den Ortsteilen Hohengrün (vogtländisch Hoegrie) und Hauptbrunn wurde am 1. Januar 1999 nach Auerbach eingemeindet. Durch Eingliederung wurden sie zur Ortschaft Beerheide der Stadt Auerbach/Vogtl.

Geographie Geographische Lage Beerheide liegt nördlich der Roten Göltzsch, einem Quellarm der Göltzsch, und im Süden der Stadt Auerbach/Vogtl. im Osten des Naturraumes Vogtland und im sächsischen Teil des historischen Vogtlands. Im Süden reicht die Ortsflur von Beerheide bis in das Tal der Zwickauer Mulde. Südöstlich von Beerheide kann über den Jägerwiesenweg nach gut zwei Kilometer in Richtung Morgenröthe-Rautenkranz, inmitten eines dichten Waldes, der Vogtlandsee erreicht werden.

Nach der Naturraumkarte von Sachsen gehört die Ortschaft zur Mesogeochore „Westrandstufe des Erzgebirges bei Auerbach“ und innerhalb derer zur Mikrogeochore „Beerheider Hochfläche“.

Nachbarorte

Geschichte mini|Kulturhaus Beerheide mini|Pfingstsingen am Röthelstein 2024

Der Ortsteil Hohengrün wurde 1411 und Hauptbrunn 1542 erstmals urkundlich erwähnt. Das der Einheitsgemeinde namensgebende Ortsteil Beerheide wurde 1575 in einem Kaufbrief der Edlen von Planitz das erste Mal urkundlich erwähnt. Mit der Teilung des Rittergutes Auerbach 1599, gehörte Beerheide zum Rittergut Auerbach oberen Teiles.Beerheide auf der Website der Gemeinde

Beerheide gehörte bis ins 16. Jahrhundert zur Herrschaft Auerbach und danach bis 1856 zum kursächsischen bzw. späteren königlich-sächsischen Amt Plauen.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 76 f. 1856 wurde der Ort dem Gerichtsamt Auerbach und 1875 der Amtshauptmannschaft Auerbach angegliedert. 1869 bildeten Hohengrün, Hauptbrunn und Beerheide die Einheitsgemeinde mit dem Namen Beerheide.

Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Beerheide im Jahr 1952 zum Kreis Auerbach im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der 1990 als sächsischer Landkreis Auerbach fortgeführt wurde und 1996 im Vogtlandkreis aufging. Am 1. Januar 1999 wurde die Gemeinde Beerheide in die Große Kreisstadt Auerbach/Vogtl. eingemeindet und wurde dadurch zur Ortschaft Beerheide der Stadt Auerbach/Vogtl. mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher gemäß der Sächsischen Gemeindeordnung.

Seit 1953 findet jährlich das Pfingstsingen am Röthelstein, ein Quarzitfelsen am rechten Ufer der Roten Göltzsch, statt. Dafür wurde eine Naturbühne errichtet. Seit 1967 trägt die Gemeinde und jetzige Ortschaft den Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“.

Einwohnerstatistik 1764 lebten in Beerheide 10 besessene Mann und 4 Häusler. Jahr1834187118901910192519391946195019641990Einwohnerzahl2513663519459971.0581.0601.122969743 1910 war Beerheide unter den 69 Kommunen der Amtshauptmannschaft Auerbach auf Rang 32 der Einwohnerstatistik. 1834 lebte im Ort 1 Katholik. 1925 lebten in Beerheide 967 Lutheraner, 3 Katholiken und 27 andersgläubige. Beim Zensus 2022 wurden für die Ortslage Beerheide (ohne Hohengrün) ca. 610 Einwohner gezählt.

Öffentlicher Nahverkehr Beerheide ist über die PlusBus-Linie 20 des Verkehrsverbunds Vogtland im Stundentakt mit Rodewisch, Auerbach und Klingenthal verbunden.

Die Bahnstrecke Chemnitz–Aue–Adorf (CA-Linie), welche die südliche Ortsflur von Beerheide im Tal der Zwickauer Mulde tangiert, wurde 1875 eröffnet. Mit dem Bau der Talsperre Eibenstock wurde die Strecke unterbrochen und der durchgehende Verkehr am 27. September 1975 eingestellt. Im verbliebenen Abschnitt Schönheide Ost–Muldenberg der CA-Linie wurde der Personenverkehr in zwei Abschnitten 1978 und 1982 eingestellt, Güterverkehr wurde noch bis 1995 durchgeführt. 1998 wurde der Streckenabschnitt stillgelegt. Seit 2008 betreibt der Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen einen Touristik- und Ausflugsverkehr mit einer Motordraisine zwischen Schönheide Süd und Hammerbrücke.

Literatur Albert Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen. Erste Lieferung, den Zwickauer Directionsbezirk enthaltend, bei Friedrich Fleischer, Leipzig 1839, S. 377 (Link zum Digitalisat)

Weblinks

Ortschaft Beerheide In: Webauftritt der Stadt Auerbach/Vogtland.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Vogtlandkreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Vogtlandkreis) Kategorie:Geographie (Auerbach/Vogtl.) Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Sachsen