mini|Lageplan von Wirbenz in der Bayerischen Uraufnahme

Wirbenz ist ein Dorf in der Gemeinde Speichersdorf im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Wirbenz hat eine Fläche von 5,852 km²; sie ist in 921 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6354,30 m² haben. In ihr liegt neben dem namengebenden Ort der Gemeindeteil Teufelhammer.

Geographie mini|Wirbenz von Westen gesehen Das Pfarrdorf liegt auf freier Flur an der Bundesstraße 22, am Haidenaab-Radweg und an der Haidenaab. Nördlich erstreckt sich das 75,44 ha große Naturschutzgebiet Haidenaabtal und Gabellohe. Die B 22 führt nach Oberndorf (2,6 km südöstlich) bzw. am Lettenhof vorbei nach Speichersdorf (4,5 km westlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Guttenthau (2,8 km südlich) und nach Teufelhammer (1,1 km südlich).

Geschichte Frühgeschichte In einer vom 8. bis 10. Jahrhundert genutzten Nekropole bei Wirbenz wurde bei Ausgrabungen in der Flednitz von 1995 bis 1997 eine Bartaxt ans Tageslicht gefördert.Hans Losert 2007: Archäologische Untersuchungen am Rauhen Kulm in der Flednitz; 2. Teil abgerufen am 25. September 2011

Ortsgeschichte Wirbenz wurde im Jahr 1281 mit Neustadt von den Grafen von Leuchtenberg an die Burggrafschaft Nürnberg verpfändet.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 270.

In der Oberpfälzer Hammereinigung von 1387 wurde Wirbenz als Standort eines Eisenhammers genannt („Herman Grunhofer mit dem hamer zu Wirbenitz“), der vom Wasser der Haidenaab betrieben wurde.Johannes Laschinger: Transkription der Großen Hammereinung. In: Hirschmann, Norbert, Fleißer, Hannelore, Mahler, Fred: Die Oberpfalz, ein europäisches Eisenzentrum - 600 Jahre Große Hammereinung , Band 12/1 der Schriftenreihe des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern, Theuern 1987, S. 142. Dieser hatte im 14. und 15. Jahrhundert Bestand.Franz Michael Ress: Geschichte und wirtschaftliche Bedeutung der oberpfälzischen Eisenindustrie von den Anfängen bis zur Zeit des 30-jährigen Krieges. Verl. d. Histor. Vereins von Oberpfalz u. Regensburg, Regensburg 1950, S. 175. Heute steht an dieser Stelle eine denkmalgeschützte Mühle.

Wirbenz lag im Fraischbezirk des bayreuthischen Oberamt Neustadt am Kulm.G. P. Hönn: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises, S. 307. Von 1791/92 bis 1803 unterstand der Ort dem preußischen Justiz- und Kammeramt Neustadt am Kulm. Am 30. Juni 1803 wurde u. a. Wirbenz an Pfalzbayern abgetreten.R. Winkler: Bayreuth, S. 415.

Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Wirbenz gebildet, zu dem Teufelhammer gehörte.H. Sturm: Kemnath, S. 322. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Wirbenz, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war.H. Sturm: Kemnath, S. 346. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kemnath und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kemnath (1919 in Finanzamt Kemnath umbenannt). Ab 1862 gehörte Wirbenz zum Bezirksamt Kemnath (1939 in Landkreis Kemnath umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kemnath (1879 in Amtsgericht Kemnath umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,844 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 1. Januar 1972 nach Speichersdorf eingemeindet.

Baudenkmäler mini|Orgel in der Pfarrkirche Sankt Johannis (2016; erbaut von Johannes Strebel 1905) In Wirbenz gibt es vier Baudenkmale: Die Pfarrkirche Sankt Johannis (Wirbenz 45), bezeichnet 1903, ist ein neugotischer Bau mit Fassadenturm, Satteldach und eingezogenem Chor. Die ehemalige Mühle (Wirbenz 1), bezeichnet „1843“, ist ein zweigeschossiger Walmdachbau aus Sandsteinquadern. Sie trägt Ecklisene und ein Gurtgesims. Die vom Ende des 19. Jahrhunderts stammende Friedhofsmauer besteht aus Sandsteinquadern mit gotisierenden Pfeilern. Das Wohnhaus (Wirbenz 15 und 16), bezeichnet „1850“, ist ein zweigeschossiger, massiver Halbwalmdachbau mit Sohlbankgesims. Über der Tür befindet sich eine Sonnenuhr.

Bodendenkmäler In der Gemarkung Wirbenz gibt es fünf Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Wirbenz Jahr 1824 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 323 281 348 354 370 359 342 342 350 320 305 300 273 282 273 262 263 255 247 502 428 393 273 259HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 48 53 54 53 51 46 48 49 Quelle

Ort Wirbenz Jahr 1819 1824 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 312 307 349 327 301 256 248 408 260 246 195Häuser 45 51 48 44 46 47 50Quelle

Religion Wirbenz ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei Sankt Johannis.H. Sturm: Kemnath, S. 300.

Literatur

Weblinks

Hans Losert 2007: Archäologische Untersuchungen am Rauhen Kulm in der Flednitz; 2. Teil, Abschnitt Die Nekropole von Wirbenz

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Geographie (Speichersdorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bayreuth