Mercedes-Benz Cars (MBC) ist das Geschäftsfeld der Mercedes-Benz AG für die Pkw-Marken Mercedes-Benz und Smart. Bis zur Trennung von Chrysler im Jahre 2007 hieß dieser Bereich Mercedes Car Group (MCG). Leiter des Geschäftsfelds ist der Vorstandsvorsitzende der Mercedes-Benz Group AG Ola Källenius. Ende 2017 waren von den 289.321 Beschäftigten des Daimler-Konzerns 142.666 im Bereich MBC tätig, davon 107.654 in Deutschland.

Eckhard Cordes war vom 1. Oktober 2004 bis zum 31. August 2005 als Vorstandsmitglied der DaimlerChrysler AG mit dem Geschäftsfeld Personenwagen für die Sanierung der damaligen Mercedes Car Group verantwortlich, welche im ersten Quartal 2005 fast eine Milliarde Euro Verlust verbuchte. Nach dem angekündigten Ausscheiden von Jürgen Schrempp als Vorstandsvorsitzender von DaimlerChrysler legte Cordes sein Amt zum 30. August 2005 nieder, nicht zuletzt weil er selbst den Posten des Vorstandsvorsitzenden anstrebte. Sein Nachfolger wurde Dieter Zetsche, der in Personalunion seit dem 1. Januar 2006 auch Vorstandsvorsitzender der Daimler AG war, bis er 2019 beide Funktionen an Ola Källenius abgab.

Werke Mercedes-Benz-Werk Stuttgart mini|Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim Standort: Mercedesstraße 137, 70327 Stuttgart Produktionsfläche: 1.056.000 m² Fabrikgelände: 2.140.000 m² Produkte: Produktion von Motoren, Achsen, Getrieben, Komponenten einschließlich Vorbetrieben, Gießerei und Schmiede Mitarbeiter: rund 19.000 (Stand: 31. Dezember 2017) Stuttgart-Möhringen war von 1990 bis 2006 Sitz der Konzernzentrale, das sogenannte Bullshit-Castle.https://www.spiegel.de/wirtschaft/krach-im-bullshit-castle-a-128ce883-0002-0001-0000-000009108134 Es wurde beschlossen, die Zentrale von Möhringen zurück nach Untertürkheim zu verlegen. Die Gebäude und das Gelände in Möhringen wurden 2007 verkauft, aber noch bis 2011 als Alleinmieter genutzt. Stuttgart-Untertürkheim ist die Heimat der Entwicklungsabteilungen für Mercedes-Benz-Pkw-Motoren, -Achsen und -Getriebe (Mercedes-Benz Technology Center), für Transporter (Van Technology Center) sowie der LKW-Produktentwicklung. Im Werk Untertürkheim werden seit 1904 Motoren, Getriebe und Achsen produziert und an Produktionswerke in aller Welt versendet.

Zum Werk Untertürkheim gehören insgesamt sechs Standorte: mini|hochkant=1.5|Stammwerk Untertürkheim Untertürkheim, Bad Cannstatt, Hedelfingen, Mettingen, Brühl, Sirnau.

mini|Arbeiter im Werk Untertürkheim Werksgeschichte Werk Untertürkheim Der Firmensitz der Daimler-Motoren-Gesellschaft wurde 1904 von Cannstatt nach Untertürkheim verlegt, wo die Fahrzeugherstellung fortgesetzt wurde. Vier Jahre später, 1908, kam der erste Mercedes „Kardanwagen“ auf den Markt, dessen Hinterachse nicht mehr von Ketten, sondern der namensgebenden Kardanwelle angetrieben wurde.https://mercedes-benz-publicarchive.com/marsClassic/de/instance/ko/Mercedes-35-PS-2240-PS-2250-PS-2850-PS-und-2860-PS-Kardanwagen-1908---1924.xhtml?oid=5990 Ab 1912 begann in Untertürkheim die Produktion von Nutzfahrzeugen, die bis 1921 andauerte. 1916 wurden die ersten 36 Lehrlinge im Werk ausgebildet. 1921 wurde der Dreizackstern im Kreis als offizielles Mercedes-Markenzeichen eingeführt.

1924 wurde der Mercedes 24/100/140 PS, der erste Serienwagen mit Kompressor-Motor, auf den Markt gebracht. Dieser Wagen war von Ferdinand Porsche, dem neuen Daimler-Chefkonstrukteur, entwickelt worden. 1926 fusionierte die Daimler-Motoren-Gesellschaft mit Benz & Cie. zur Daimler-Benz AG. Im selben Jahr wurde der Mercedes-Dreizackstern im Benz-Lorbeerkranz als neues Markenzeichen für Mercedes-Benz eingeführt. 1928 erzielten beim Großen Preis von Deutschland am Nürburgring die Fahrer Rudolf Caracciola, Otto Merz und Christian Werner mit dem Mercedes-Benz Typ SS die ersten drei Plätze.

1936 wurde der erste Serien-Pkw mit Dieselmotor, der Mercedes 260 D, auf der Berliner Automobil-Ausstellung vorgestellt. Drei Jahre später, 1939, siegte Hermann Lang beim Großen Preis von Tripolis vor Caracciola, beide mit dem 1,5 Liter Formel-Rennwagen W165.

Nach den schweren Zerstörungen durch die Luftangriffe auf Stuttgart im Zweiten Weltkrieg begann im Mai 1945 der Wiederaufbau des Werkes, das zu rund 60 Prozent zerstört worden war, mit 1240 Mitarbeitern. Ab 1946 begann die Nachkriegsproduktion mit Kastenwagen, Kranken- und Polizeifahrzeugen auf Basis des Mercedes-Benz 170 V. 1952 entwickelte die Rennsportabteilung des Werks den 300 SL mit „Flügeltüren“. 1959 begann mit dem Mercedes-Benz W 111 die Ära der Heckflossen.

Der Mercedes-Benz 600, der 1963 vorgestellt wurde, war zu seiner Zeit das exklusivste Fahrzeug auf dem Markt. 1968 verließ der einmillionste Fahrzeug-Dieselmotor der Nachkriegszeit das Werk. Ein Jahr später, 1969, sorgten die in Untertürkheim entwickelten Experimentalfahrzeuge Mercedes-Benz C 111 mit Wankelmotoren für großes Aufsehen. Bis 1975 fand eine Neustrukturierung und Produktionsausweitung durch neue Werkteile statt. mini|Van Technology Center (VTC) mini|Mercedes-Benz-Museum. Ansicht von der Freiluftarena her 1985 wurde der zehnmillionste Pkw-Motor produziert. Im selben Jahr betrug die tarifliche Wochenarbeitszeit 38,5 Stunden. 1989 zog ein Teil der Konzern-Zentralverwaltung nach Stuttgart-Möhringen, während die Leitung der Daimler-Benz AG weiterhin ihren Sitz in Untertürkheim behielt. 1995 erfolgte der Neubau des Werkes für V-Motoren in Bad Cannstatt, gefolgt von der Umgestaltung des Werkes für Reihenmotoren in Untertürkheim im Jahr 1997.

Im Jahr 1998 fusionierten Daimler-Benz und die US-amerikanische Chrysler Corp. zur DaimlerChrysler AG. 2000 überschritt die Jahresproduktion von Motoren die Millionengrenze, und 2002 waren in den sieben Werkteilen rund 21.000 Mitarbeiter beschäftigt, die täglich mehr als 4500 komplette Antriebssysteme produzierten.

2004 wurde im 100-jährigen Jubiläumsjahr die neue Logistikdrehscheibe „Zentralversand Übersee“ in Hedelfingen und ein neues Ausbildungszentrum in Brühl eingeweiht. Ein Jahr später, 2005, bezog das Van Technology Center (VTC) das Werk. 2006 wurde der Sitz der DaimlerChrysler-Zentrale in Deutschland von Möhringen nach Untertürkheim verlegt. Im Mai 2006 wurde neben dem Werk die Mercedes-Benz Welt eröffnet, die das Mercedes-Benz-Museum und eine Verkaufsniederlassung (Mercedes-Benz-Center) umfasst. Im selben Jahr, nach der Trennung von Chrysler im August 2007, wurde die Firma auf der Hauptversammlung im Oktober 2007 in Daimler AG umbenannt. Das Motorenwerk Bad Cannstatt feierte im selben Jahr das zehnjährige Jubiläum.

2008 nahm die Serienproduktion des neuen Vierzylinder-Dieselmotors OM 651 ihren Anfang.

Die meisten Motoren für Pkw und Transporter sowie alle Getriebe und Achsen für Mercedes-Benz-Pkw werden hier produziert. Auch die Motoren der Formel-1-Wagen und Formel-3-Wagen werden hier entwickelt und getestet.

Mercedes-Benz-Werk Sindelfingen

Das 15 km südwestlich von Stuttgart liegende Werk Sindelfingen ist eines der größten Werke des Konzerns.

Im Werk befindet sich das zweite „Mercedes-Benz Technology Center“ (PKW-Entwicklungsabteilungen) für Design, Karosserie und Fahrwerk. Von 2002 bis 2012 war dort die Maybach-Manufaktur ansässig. MBC-Mitarbeiter: > 25.000, insgesamt rd. 35.000 (Stand 31. Dezember 2017) Produktionsfläche: 1.305.557 m² Fabrikgelände: 2.955.944 m²

Mercedes-Benz-Werk Rastatt mini|hochkant=1.5|Luftbild des Werks Rastatt mini|Werk Rastatt mit Kundencenter Personalstand am Standort: > 6.100 (Stand September 2023) Produktionsfläche: 405.682 m² Fabrikgelände: 1.473.000 m² Das Daimler-Werk in Rastatt war ursprünglich als drittes PKW-Montagewerk neben Sindelfingen und Bremen geplant, als Parallelwerk zu Sindelfingen zur Produktion der damaligen Baureihe W 124. Das Werk war von einer gemeinsamen Projektgruppe aus Daimler-Benz-Vorstand und Gesamtbetriebsrat als moderne, „humane Fabrik“ konzipiert worden, in dem die Bandfertigung auf ein Minimum reduziert und moderne Fertigungsmethoden, wie Boxenfertigung, Mitfahrbänder und Gruppenarbeit zum Einsatz kamen. Im Januar 1992 wurde das Daimler-Benz-PKW-Montagewerk in Rastatt selbständiges Werk. Bis 1996 wurde dort mit knapp 1500 Beschäftigten die E-Klasse für den amerikanischen Markt gebaut. Danach wurde das Werk für ein halbes Jahr geschlossen und komplett für die Produktion der A-Klasse umgebaut. Die modernen „humanen“ Fertigungsmethoden traten dabei zugunsten der klassischen Bandfertigung wieder in den Hintergrund. 1997 kehrten die an die Standorte Sindelfingen, Gaggenau und Wörth entsandten Arbeiter des Werkes Rastatt an ihre ursprüngliche Wirkungsstätte zurück und produzieren dort seitdem die A-Klasse. Im Oktober 1997 geriet dieser Fahrzeugtyp in die Schlagzeilen, da eine A-Klasse beim Elchtest, einem nur in Schweden durchgeführten extremen Brems- und Ausweichmanöver, umkippte, was Änderungen nötig machte. In einer dreimonatigen Auslieferungspause, während der erneut zahlreiche Mitarbeiter in andere Werke abgeordnet waren, wurde die A-Klasse mit modifiziertem Fahrwerk und serienmäßig eingebautem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) verbessert. Die Belegschaft wuchs bis zum Jahr 2001 auf über 5000 Beschäftigte an. Im Jahre 2004 musste die Fläche des Werkes nochmals vergrößert und umgebaut werden, da nun eine zweite Baureihe produziert werden sollte: Die B-Klasse. Jahr Fahrzeuge 2011 177.572 2012 201.211 2013 286.628 2014 292.784 2015 310.205Daimler: Bremen löst Sindelfingen als größten Produktionsstandort ab auf focus.de, abgerufen am 24. November 2016. 2017 > 330.000 2022 ca. 210.000Umwelterklärung 2024, Mercedes-Benz AG Werke Rastatt und Kuppenheim, Seite 8 (PDF, 6 MB) auf group.mercedes-benz.com, abgerufen am 27. März 2025. Dort werden heute folgende Modelle gefertigt: CLA, dritte Generation GLA EQA Die Fahrzeuge aus dem Werk Rastatt sind daran erkennbar, dass die 11. Stelle ihrer Fahrzeug-Identifizierungsnummer „J“ oder „K“ lautet. Von 1996 bis 2009 fand in den Werkshallen jährlich das SWR3 New Pop Festival statt. Hierzu wurden erst kurz vor dem Beginn der jeweiligen Musikauftritte die Bänder angehalten.

Am 16. November 2012 lief das dreimillionste Fahrzeug vom Band, im November 2023 das sechsmillionste Fahrzeug.

Mercedes-Benz-Werk Bremen

mini|Luftbild des Werks in Bremen Personalstand am Standort: 11.000 (Stand: 2024) Produktionsfläche: 584.500 m² Fabrikgelände: 1.390.000 m²

Das Werk in Bremen ist der größte private Arbeitgeber der Hansestadt und – nach Stückzahlen – das größte Produktionswerk im Daimler-Verbund. Es befindet sich im östlichen Bremer Stadtteil Sebaldsbrück. Der Standort war ab 1938 von Borgward als Stammwerk gebaut worden und wurde nach dem Konkurs von Borgward von Hanomag für den Bau von leichten Lkw und Baumaschinen übernommen. Daimler-Benz beteiligte sich 1969 an Hanomag-Henschel und übernahm den Fahrzeugbau von Hanomag-Henschel wenig später ganz, wodurch das Werk in den Daimler-Benz-Konzern integriert wurde. Anfangs wurden dort der Harburger Transporter und der Nachfolger T 1 gebaut, später das T-Modell des W 123. Am Standort wurden bis 2025 mehr als 10 Millionen Fahrzeuge produziert. Jahr Fahrzeuge 2011 313.026 2012 316.621 2013 297.406 2014 338.495 2015 324.1312023277.000 Zurzeit werden in Bremen folgende Modelle gefertigt: C-Klasse CLE GLC GLC Coupé EQE SL AMG GT

Aufgrund seiner Nähe zu den bundesdeutschen Häfen, vor allem dem PKW-Hauptumschlagplatz Bremerhaven, produziert das Werk Bremen insbesondere auch für den Export nach Übersee.

Mercedes-Benz-Werk Berlin Am 2. Oktober 1902 übernahm die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) die marode Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin in Marienfelde. Am Anfang wurden dort noch Boots- und Schiffsmotoren hergestellt. 1905 begann die Produktion von LKW und Bussen; 1907 gefolgt von den ersten motorisierten Feuerwehrfahrzeugen. Während des Ersten Weltkrieges wurde 1917/1918 der erste deutsche Panzer A7V in Marienfelde entwickelt und gefertigt.