Die Juweleninsel gehört zum Frühwerk Karl Mays und ist der zweite Teil eines Doppelromans (Scepter und Hammer / Die Juweleninsel), der von August 1880 bis Mai 1882 in der Zeitschrift Für alle Welt! erstmals veröffentlicht wurde.
Der Vorgängerroman war abgeschlossen und zu der Fortsetzung wurde May offenbar von der Redaktion der Zeitschrift gedrängt. Da er ab Ende 1880 mit dem Orientzyklus begann, wurde Die Juweleninsel nur sehr zögerlich beendet, was dem Verlag flüchtende Abonnenten und der Geschäftsleitung schlechte Laune einbrachte.
Inhalt Noch in bedeutend größerem Ausmaß als beim ersten Teil (Scepter und Hammer) gilt hier, dass die Handlung wegen der vielen Verwicklungen kaum nacherzählt werden kann. Die Geschichte beginnt im fiktiven Staat Norland und breitet sich von daher über die ganze Welt aus. Nur die namengebende „Juweleninsel“Beschreibung im ersten Band: Sie liegt „im Busen von Bengalen, zwischen Ceylon und Sumatra. Die Insel ist sehr klein, und könnte zu den Nikobaren gerechnet werden.“ fristet ein Mauerblümchendasein in der Geschichte. Im Zentrum stehen äußerst verwickelte bösartige Intrigen des Prinzen Hugo von Süderlandhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Hugo_von_Süderland.
Kapitel. Im Seebade (online) Kapitel. Himmel und Hölle (online) Kapitel. Im Zuchthaus (online) Kapitel. Der Schatz der Begum (online) Kapitel. Nach der Juweleninsel (online) Kapitel. Der Seekadett (online) Kapitel. Der Bowie-Pater (online: Teil 1, Teil 2) Kapitel. fehlt Kapitel. Ein Bräutigam Kapitel.
Ein Kapitel 8 wurde tatsächlich nie veröffentlicht. Es ist nicht rekonstruierbar, ob dies ein Versehen Mays ist oder des Setzers; es ist auch vorstellbar, dass ein Teil des Manuskripts auf dem Postweg verloren gingÜberlegung von Hans Wollschläger und Hermann Wiedenroth im Editorischen Bericht der HKA-Ausgabe (S. 671). und das ein Grund dafür ist, dass Karl May – durch seine Arbeiten für den Deutschen Hausschatz ohnehin überarbeitet – die Handlungsfäden einfach nicht nochmal neu knüpfen konnte und die Konzeption – so vorhanden – damit gänzlich zusammenbrach.
Christoph F. Lorenzhttps://karl-may-wiki.de/index.php/Christoph_F._Lorenz urteilt:
„Dabei hätte er [May] aus der Juweleninsel vielleicht ein erzählerisches Meisterstück machen können, denn die äußere Anlage des Romans ist klug durchdacht und bis zur Hälfte sogar besser strukturiert als die von Scepter und Hammer. Auf die Haupthandlung um Kurthttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Kurt_Schubert und den ‚tollen Prinzen‘ (Kapitel 1-3) folgt der Abstecher nach Indien (Kapitel 4-5), der genau in der Romanmitte mit der Zäsur abbricht, als Malettihttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Alphons_Maletti und die Begumhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Rabbadah auf der öden Juweleninsel stranden. Mit Kapitel 6 werden die Erzählstränge der ersten drei Kapitel fortgesetzt und geschickt zusammengeführt: Kurt, jetzt ein junger Seekadett, kommt den Machenschaften des Prinzen und den Geheimnissen von Burg Himmelsteinhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Schloss_Himmelstein auf die Spur.
Spätestens mit der Amerika-Geschichte in Kapitel 7 aber beginnt der erzählerische Niedergang der Juweleninsel. Die Handlung wird flüchtiger, besonders die in San Francisco spielenden Teile sind voller Widersprüchlichkeiten. Die Gestalt des ‚Bowie-Paters‘ alias Miss Ellahttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Bowie-Pater wirkt unglaubwürdig und gebrochen. Bei der Begegnung von Ella und ihren beiden Begleitern mit den frischgebackenen Schatzbesitzern Karaveyhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Karavey und Balduin Schuberthttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Balduin_Schubert verschenkte May die Chance, doch noch ein echtes ‚Juweleninsel‘-Kapitel zu schaffen; denn alles Wissenswerte wird eben nur als knapper Bericht zusammengefasst. Merkwürdigerweise fehlt Kapitel 8 ganz, die Kapitel 9 und 10 bringen den Abschluss aller Handlungsstränge, aber in zum Teil mehr als unbefriedigender Form: Das Gelübde des Bowie-Paters alias Ella, die Indianer vor die Alternative Taufe oder Tod zu stellen, wird nirgends motiviert, obwohl May dies aus der Vorgeschichte spielend hätte tun können. Genauso ungeklärt bleibt es, warum sie zwar nach eigenem Geständnis genau wusste, in welchem Verlies Theodor von Walmyhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Theodor_von_Walmy auf Burg Himmelstein eingekerkert war, dennoch aber nichts unternommen hat, um den Gefangenen schon früher, bevor sie nach Amerika ging, zu befreien. Der ‚tolle Prinz‘ wird trotz seiner Untaten im 9. Kapitel mit allen Ehren vom General von Helbighttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Emil_von_Helbig empfangen, der ihn bereits zu Beginn des Romanes einen Ehrlosen genannt hat.“Christoph F. Lorenz: Von der Juweleninsel zum Mount Winnetou ..., 2003, S. 216 f.
1. Kapitel. Im Seebade Kurt Schuberts Boot wird von Prinz Hugo von Süderland gerammt, wobei Magda über Bord geht. Kurt springt nach und rettet sie. Er übergibt sie und ihre Tanten einem Nachbarn und fährt dem „Schurken“ nach.Karl May: Scepter und Hammer. Die Juweleninsel. Reprintdruck der Karl-May-Gesellschaft nach Für alle Welt 1880–1882, S. 225. (Onlinefassung) Er bringt sich gezielt „in eine Situation [...], die es ihm unmöglich machte, zu stoppen oder einen andern Kurs zu legen.“ Natürlich muss der „tolle„Toll“ i. S. v. „verrückt“, vgl. „tollwütig“. Prinz“ ausweichen, was erwartungsgemäß zu spät passiert. Kurt versenkt dessen Boot und lässt Hugo auf den Klippen zurück, jedoch so, dass ihm von Rechts wegen niemand einen Vorwurf machen kann.
Magdas Vater, General Emil von Helbig, begibt sich nach der Rückkehr seiner Schwestern und Magdas sofort zum Strand, verspricht dem Prinzen eine Anzeige und befreit Kurt aus den Händen seines dem Alkohol ergebenen, brutalen Stiefrabenvaters [sic!]. Letzteren übergibt er der Polizei, Kurt nimmt er gleich mit und auch dessen Mutter und Stiefschwestern sollen im Schloss unterkommen.
2. Kapitel. Himmel und Hölle Hugo, dem seine Strafe nach einem Gnadengesuch erlassen wurde, lernt in der Höllenmühle, unterhalb seines Schlosses Himmelstein, die Müllerstochter Anna Uhlig kennen und verlangt einen Kuss von ihr, den sie ihm verweigert. Er wird zudringlich und von ihrem Vater verjagt.
In seinem Schloss nähert Hugo sich der von ihm gefangengehaltenen Toska von Mylungen, die er unter falschem Eheversprechen in seine Falle gelockt hat, was dieser aber jetzt erst klar wird. Da sie ihn nun aber abweist, sucht er nach einer Zelle für sie – die im Schloss verfügbaren hat er bereits alle gefüllt. Aus dem folgenden Gespräch mit seinem Schlossvogt geht außerdem hervor, dass die Patres und Nonnen der beiden Klöster nahe dem Schloss sich nicht in Keuschheit üben. Toska wird mit Lügen von der Frau des Vogtes in das Nonnenkloster gelockt.
3. Kapitel. Im Zuchthaus Prinz von Raumburg flieht mit Hilfe von Hugo aus dem Zuchthaus und nimmt den ehemaligen Direktor der Irrenanstalt und dessen Oberarzt mit.Siehe Scepter und Hammer, den ersten Teil des Doppelromans. Sie begeben sich Richtung Süderland und wollen auf Schloss Helbigsdorf übernachten, wo sie von Magda, Thomas Hartig und Zarba erkannt und von Kurt gefangen genommen werden.
4. Kapitel. Der Schatz der Begum Rückblick, vor vielen Jahren in Indien:
Eine englische Militärdelegation kommt nach Augh, vorgeblich um über Handelsfragen zu verhandeln, tatsächlich aber, um ein Platzen der Verhandlungen zu erzwingen und damit wenigstens scheinbar einen anderen Kriegsgrund zu haben als Raubgier.
Alphons Maletti, Freund des Maharaja Madpur Singh, ist bei dieser Delegation. Weil er nicht bereit ist, sein Wort zu brechen und seinen Freund an seine Vorgesetzten zu verraten, soll er bestraft werden. Er erklärt, unter diesen Umständen nicht mehr dienen zu können und daher seinen Abschied zu nehmen, was ihm verweigert wird. Dennoch geht er zu seinem Freund, der ihn zum Kriegsminister macht. Bei der Rettung von des Maharajas Gattin Aimala und Schwester Begum Rabbadah von einem Bären verwundet liegt er fünf Tage im Schlaf, ehe er erfährt, dass die Engländer bereits angreifen. In seiner Abwesenheit wird die Hauptstadt von vermeintlichen Verbündeten, die von den Engländern aufgehetzt wurden, angegriffen und niedergebrannt. Maletti kann nur noch die Begum retten.
5. Kapitel. Nach der Juweleninsel Die königstreue Mördersekte der Thugs verbrennt die Leichen des Königspaars zusammen mit denen der gefangenen und hingerichteten Engländer sowie zwei Lebenden, des Sultan von Symoore und des Rajah von Kamooh, die Augh angegriffen hatten und von den Tughs aus der Mitte ihrer Leute geholt wurden. Von den Tughs erhält die Begum auch den Staatsschatz und ein sicheres Schiff nach Kalkutta, von wo sie zu den Holländern weiter fliehen soll.
Doch auch Lidrah, früher in englischem Dienst und davor Vertrauter eines von den Engländern gekauften Ministers, ist mit seinem Bruder hinter dem Schatz her. Die beiden belauschen die Sekte und lancieren sich an Bord, von wo sie sogar auf den Großsegler mitgenommen werden. Vor einer Insel ermorden sie die Besatzung, nur der Kapitän kann wenigstens noch um Hilfe rufen, wodurch Maletti gewarnt wird. Der tötet die beiden Mörder, doch da läuft das Schiff auch schon an der Insel auf Grund. Mit der Geliebten ist er allein auf einer Insel, die nirgendwo verzeichnet ist.
Damit endet der Rückblick.
6. Kapitel. Der Seekadett Kurt, inzwischen Seekadett, kommt nach drei Jahren mit seinem Freund Graf Karl von Mylungen, dem jüngeren Bruder von Toska, auf Urlaub. Nach kurzer Zeit wandert er allein aus dem protestantischen Norland ins katholische Süderland, er will zur Höllenmühle, um sich von dort aus die Wallfahrt anzuschauen. Er erfährt, dass Anna, die Braut seines ehemaligen Lehrers, plötzlich „spurlos verschwunden“ ist. Eine erste Entführung scheiterte an ihrem Vater, dem die Entführer mit der Geraubten nachts begegneten, bei einer zweiten konnte sie sich selbst befreien und die Verbrecher in die Flucht schlagen, beim dritten Versuch wurde sie nachts vor die Tür gelockt und war verschwunden, ehe jemand Verdacht schöpfte.
Bei einem nächtlichen Spaziergang sieht Kurt Anna, die um Hilfe bittet, und beobachtet zwei Mönche beim „Bestatten“ eines Neugeborenen einer Nonne, wobei er auch auf die Spur Toskas kommt, ohne jedoch zu wissen, von wem die Rede ist, noch wen er vorher gesehen hat. In der nächsten Nacht wird Anna befreit.
7. Kapitel. Der Bowie-Pater Wilder Westen: Bill Holmers und Fred jagen im Rio-Pecos-Gebiet. Als sie zu ihren Gefährten zurückkehren, finden sie nur skalpierte Leichen. Zu Fuß folgen sie den Komanchen, um ihnen wenigstens ihre Pferde und Nuggets wieder abzunehmen. Rimatta überrascht sie und fängt ihnen Mustangs. Eine große Flussschleife kürzt er ab und die drei treffen auf den Bowie-Paterhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Bowie-Pater mit elf Kameraden. Diese Gruppe ist ebenfalls hinter den Komanchen her. Gemeinsam bezwingen sie den Gegner, wobei vor allem Freds HenrystutzenIn Eine Befreiung erklärt Kara Ben Nemsi: „Der Erfinder dieses Gewehrs hat nur zwölf Stück davon angefertigt; elf sind mit ihren Besitzern in den nordamerikanischen Prairien verloren gegangen; mein Exemplar ist das letzte und einzige, welches es noch giebt.“ Karl May: Die Rose von Kaïrwan. Osnabrück 1894, S. 250. (Onlinefassung) zum Einsatz kommt.