Döhlau ist ein Gemeindeteil des Markts Weidenberg im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Döhlau hat eine Fläche von 5,329 km². Sie ist in 605 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8808,44 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Erdelberg, Görau, Hilpertsgraben und Höflas.
Lage mini|Abzweig des Döhlauer Grabens von der Warmen Steinach mini|Blick von Rodersberg auf Höflas und Döhlau Das Dorf liegt zwischen dem Oschenberg und dem Pensen im Tal der Warmen Steinach am südwestlichen Rand des Fichtelgebirges. Im Norden grenzt das Naturschutzgebiet Steinachtal mit Deichselhölzchen an. Am westlichen Ortsrand zweigt von der Warmen Steinach der Döhlauer Graben ab, ein offener Kanal, der zur Zeit des Markgrafen Georg Wilhelm den Brandenburger Weiher speiste. Er ist von Döhlau aus bis zu einem kleinen Kraftwerk in Höhe der ehemaligen Flachsspinnerei in Friedrichsthal erhalten.
Die Staatsstraße 2181 tangiert Döhlau auf einer den Ort nordwestlich umgehenden Trasse. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Ützdorf (2,3 km südöstlich). Anliegerwege führen nach Höflas (0,6 km westlich), nach Hilpertsgraben (0,6 km südwestlich) und nach Taubenhof (0,8 km nordöstlich).
Name Der Name Döhlau (ehemals „Dolein“) ist vermutlich wendischer Herkunft und bedeutet Taldorf. Spätere Schreibweisen waren Dölein und Döla.
Geschichte Die seit dem 6. Jahrhundert im oberfränkischen Raum siedelnden Slawen, denen der Ort seinen Namen verdankt, verschwanden in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts aus der geschriebenen Geschichte.
Im Jahr 1392 wurde Döhlau im Landbuch B 1398 die örtliche Mühle erstmals urkundlich erwähnt.Mühlentag in der Döhlauer Mühle bei markgrafenkultur.de, abgerufen am 16. September 2018. Im Oschenberg befand sich seit 1735 ein Gipsbergwerk, das 1998 endgültig geschlossen wurde. Unter dem Decknamen „Blicke“ existierte dort im Dritten Reich ein geheimer unterirdischer Zulieferbetrieb für die Luftwaffe.Decknamenverzeichnis deutscher unterirdischer Bauten des Zweiten Weltkrieges. Herausgeber: Hans Walter Wichert
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Döhlau aus 12 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hofkastenamt Bayreuth. Grundherren waren das Hofkastenamt Bayreuth (3 Viertelhöfe, 1 Mühle, 1 Haus), die Hofkanzlei Bayreuth (1 Hof, 1 Gütlein, 1 Haus), die Verwaltung Ramsenthal (1 Hof, 1 Halbhof, 1 Söldengut) und die Kaplanei Weidenberg (1 Gut).R. Winkler: Bayreuth, S. 350.
Von 1797 bis 1810 unterstand Döhlau dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Gemeindeedikts wurde Döhlau dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Untersteinach zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Döhlau, zu der Hilpertsgraben und Höflas gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Weidenberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde Görau eingegliedert. Ab 1862 gehörte Döhlau zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Weidenberg (1879 in Amtsgericht Weidenberg umgewandelt), seit 1931 ist das Amtsgericht Bayreuth zuständig.R. Winkler: Bayreuth, S. 468. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,309 km².
1896 erhielt Döhlau einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Bayreuth–Warmensteinach. Er wurde 1948 um zwei private Umladegleise für Gips erweitert, die bis 1964 genutzt wurden. Vom Bergwerk führte eine zweigleisige Lorenbahn zur Umladeanlage.
Mitte des 20. Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet Erdelberg gegründet. 1971 wurde das Schulhaus geschlossen. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Döhlau am 1. Mai 1978 nach Weidenberg eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Döhlau Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 146 208 195 194 207 227 250 255 268 250 226 247 227 241 235 233 215 200 213 297 310 301 245 223HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 23 28 28 28 28 32 35 45 Quelle
Ort Döhlau Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 96 121 146 137 116 135 176 170 151 122Häuser 15 15 15 20 20 30 29Quelle
Religion Döhlau ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach Nemmersdorf gepfarrt. Heute ist auch St. Johannis (Bayreuth) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Geographie (Weidenberg) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth) Kategorie:Ersterwähnung 1392 Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bayreuth