mini|Erdnussanbau in der Casamance
Das Erdnussbecken (le bassin arachidier) ist ein wichtiger ökogeographischer Naturraum im westafrikanischen Staat Senegal, der dem dort seit der französischen Kolonialzeit betriebenen Erdnussanbau seinen Namen verdankt.
Das nicht unbedingt als Becken im geologischen Sinn zu verstehende Gebiet im Westen und in der Mitte des Senegal nimmt als Naturraum eine Fläche von 46.367 km² ein.Ababacar FALL 2014: Le Ferlo sénégalais: Approche géographique de la vulnérabilité des anthroposystèmes sahéliens; Lage und Fläche des Erdnussbeckens auf Seite 31 und 32 der PDF-Datei 17 MB Das ist knapp ein Viertel der Gesamtfläche Senegals.
Vollständig zum Erdnussbecken zählen die Regionen Diourbel, Fatick, Kaffrine und Kaolack sowie Teile der Regionen Louga und Thiès, ausgenommen das zur Ferlo gehörende Département Linguère im Osten und im Westen die Grande-Côte mit den Feuchtgebieten der Zone des Niayes.
Die wirtschaftlich erfolgreiche Nutzung der größtenteils fern von Seehäfen gelegenen Gebiete für den Erdnussanbau wurde erst möglich durch den Ausbau des Netzes der Bahnstrecke Dakar–Niger.
Entwicklung des Erdnussanbaus Der Erdnussanbau hat eine Tendenz zur Ausweitung nach Süden und Osten. In der Casamance und in großen Teilen der Region Tambacounda hat der Flächenanteil schon mittleren Umfang erreicht. Hingegen ist das Gebiet mit starkem Anteil an landwirtschaftlichen Flächen innerhalb von hundert Jahren von Norden nach Süden gewandert. Während anfangs das Gebiet im Westen zwischen Louga und Mbour den Schwerpunkt bildete, liegt dieser nun im Süden rings um die gambische Grenze zwischen Nioro du Rip und Koumpentoum, im Forêt de PataForêt de Pata bei Geonames bei Kolda sowie entlang der großen Flussmündungen von Saloum und Casamance.Ababacar FALL 2014: Entwicklung der geographischen Verteilung des Erdnussanbaus zwischen 1860 und 2000 auf Seite 49 der PDF-Datei
Einen Höhepunkt hatte der Erdnussanbau in den 1970er Jahren. Im Jahr 1976 stieg die geerntete Fläche auf 13.460 km² und im Jahr 1975 wurden 1.444.093 Tonnen geerntet. Seitdem gab es einen Rückgang bei der geernteten Fläche bis 2003 auf 5248 km² und bei der Erntemenge bis 2002 auf gerade noch 260.723 Tonnen. Die Jahresergebnisse unterlagen dabei teilweise erheblichen Schwankungen von Jahr zu Jahr, nicht zuletzt wegen der sehr unterschiedlichen Ergiebigkeit der jährlichen Regenzeit. Seit den Jahren 2002/2003 ist wieder ein Anstieg des Erdnussanbaus zu verzeichnen mit zuletzt im Jahr 2017 915.000 Tonnen auf 9400 km². Damit nimmt Senegal noch immer mit Rang 9 einen Platz unter den zehn größten Erdnussproduzenten der Welt ein.
+ Anbaustatistik Erdnussproduktion in Senegal Jahr geerntete Fläche (in ha) Erntemenge (in t) 1961 1.026.000 1.022.000 1962 1.015.000 1.022.000 1963 1.084.000 1.084.500 1964 1.055.000 1.019.000 1965 1.114.000 1.121.000 1966 1.116.710 1.000.000 1967 1.166.746 1.008.610 1968 1.195.117 836.800 1969 959.800 796.100 1970 989.918 589.950 1971 1.068.873 997.120 1972 1.086.732 586.900 1973 1.042.691 692.779 1974 1.152.100 980.200 1975 1.302.300 1.444.093 1976 1.346.000 1.231.500 1977 1.113.000 518.956 1978 1.178.000 1.061.082 1979 1.069.000 676.000 1980 1.074.742 523.003 1981 1.015.740 872.319 1982 1.147.723 1.004.023 1983 1.108.000 549.000 1984 872.972 503.770 1985 604.573 601.246 1986 807.728 842.564 1987 845.338 963.123 1988 903.438 722.898 1989 784.059 844.225 1990 913.948 702.584 1991 871.614 724.416 1992 956.780 578.498 1993 739.031 627.633 1994 892.031 678.040 1995 841.384 790.617 1996 919.815 646.394 1997 788.120 544.825 1998 555.464 579.067 1999 916.847 1.014.250 2000 1.095.390 1.061.540 2001 920.534 887.356 2002 813.725 260.723 2003 524.843 440.709 2004 747.303 602.621 2005 772.305 703.373 2006 594.264 460.481 2007 607.195 331.195 2008 836.843 731.210 2009 1.059.093 1.032.651 2010 1.195.573 1.286.856 2011 865.770 527.528 2012 708.950 692.572 2013 916.750 677.456 2014 878.659 669.329 2015 1.135.339 1.050.042 2016 880.000 719.000 2017 940.000 915.000
Einzelnachweise
Weblinks Institut Sénégalais de Recherches Agricoles. 2008: Bassin Arachidier. Comprendre les exploitations agricoles familiales. Untersuchung in den Regionen Thiès, Fatick und Kaffrine PDF-Datei 0,53 MB André Lericollais in: Atlas du Sénégal 1980. Le Bassin de l'Arachide PDF-Datei 0,6 MB
Kategorie:Naturraum in Senegal Kategorie:Wirtschaft (Senegal) Kategorie:Nüsse