mini|Die Flagge von Thailand Thai-Nationalismus bezeichnet eine politische Ideologie, die sich durch die Glorifizierung des thailändischen Staates sowie der Tai-Völker und ihrer Kultur kennzeichnet. Die Wurzeln des heutigen Thai-Nationalismus reichen bis in das 19. Jahrhundert. Der Thai-Nationalismus ist fester Bestandteil des thailändischen Staates und spielt in vielen Lebensbereichen eine entscheidende Rolle.Marte Nilsen: Military Temples and Saffron-Robed Soldiers. Legitimacy and the Securing of Buddhism in Southern Thailand. In: Buddhism and Violence. Militarism and Buddhism in Modern Asia. Routledge, New York / Oxford 2013, S. 45.

Ansichten Die Hauptpunkte des Thai-Nationalismus sind:

ein von ethnischen Thai beherrschtes Thailand die Thai-Sprache als alleinige Amts und Staatssprache keine oder nur limitierte Einwanderung Thailand als politischer und wirtschaftlicher Machtfaktor in Südostasien Treue gegenüber dem Volk der Thai, dem Staat und dem König der Buddhismus als dominante oder gar Staatsreligion Thailand als Repräsentant aller Tai-Völker

Seit den 2000er-Jahren verbindet sich radikaler thailändischer Nationalismus auch mit extremistischen buddhistischen Gruppierungen, die – teilweise gewaltsam – gegen Muslime, vor allem in den Südprovinzen, vorgehen. Der Buddhismus wird von ihnen als nationale Religion und ein bestimmendes Element des „Thai-tums“ angesehen.

Thaiisierung Die Thaiisierung ist die von der Regierung durchgeführte Assimilation aller nicht-Thai (Mon, Khmer und Han-Chinesen) und steht in enger Verbindung mit dem Thai-Nationalismus.

Im Jahr 2018 wurde von der thailändischen Regierung ein neues Thaiisierungsprojekt gestartet, das den Thai-Nationalismus fördert und das „Thaitum“ als wichtigen sozialen Aspekt hervorhebt.

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