Walter Charles Mycroft (* Ende 1890 in London-Camberwell, Vereinigtes Königreich; † 12. Junidas häufig zu lesende Todesdatum 14. Juni ist nicht zutreffend 1959 in London) war ein britischer Journalist, Filmkritiker, Drehbuchautor, Filmproduzent und Filmregisseur.
Leben und Wirken Über das genaue Geburtsdatum Mycrofts gibt es seit Jahrzehnten Unklarheit. Er selbst gab mal 1891, mal den 28. August 1893laut Mitgliedskarte im Royal Aero Club an. Belegt ist in den Geburtsunterlagen das vierte Quartal 1890, also die Monate Oktober bis Dezember. Mycrofts Vater war der Journalist Walter Thomas Mycroft (1865–1948) und dessen Frau Agnes Rosalind Mycroft. Aufgrund eines buckligen Rückens beschränkte sich Walter C. Mycrofts Körpergröße auf 1,62 Meter. Er schlug den Berufsweg des Vaters ein und wurde zunächst Journalist beim Globe, ehe er als Filmkritiker zum Evening Standard wechselte. Im Laufe der frühen 1920er Jahre protegierte er die Idee einer Gesellschaft des Films, die sich zur Aufgabe machen sollte, kommerziell nicht verfügbare Kunstfilme der englischen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Daraus entstand, in Zusammenarbeit mit britischen Filmschaffenden wie Ivor Novello und Sidney Bernstein, 1925 die London Film Society.
1927 verließ Mycroft nach fünf Jahren den Evening Standard und schloss sich der Produktionsfirma British International Pictures (BIP) an, für die er zunächst Drehbücher überarbeitete und als literarischer Berater diente. 1933 stieg Walter Mycroft zum künstlerischen Leiter von BIPs Elstree Studios auf. Zu dieser Zeit hatte er längst begonnen, eigene Drehbücher zu verfassen und Filme zu produzieren. In der Wendezeit vom Stumm- zum Tonfilm arbeitete Mycroft auch kurzzeitig mit dem jungen Alfred Hitchcock zusammen: So lieferte er 1928 die literarische und die Storyvorlage zu dessen Champagne und beteiligte sich 1930 am Drehbuch zu dem Episodenfilm Elstree Calling und dem Krimi Mord – Sir John greift ein!. Im ersten Tonfilmjahrzehnt, den 1930er Jahren, war Mycroft einer der aktivsten Filmschaffenden seines Landes. Allein 1934 war er an der Herstellung von über zwei Dutzend Filmen beteiligt. Mitte der 1930er Jahre stellte er auch mehrere Musikromanzen mit einstigen Stars des deutschen Gesangskinos her, darunter Filme mit Richard Tauber (Dein ist mein Herz und Wien, Wien, nur du allein), Joseph Schmidt (A Star Fell From Heaven) und Lilian Harvey (Invitation to the Waltz).
1937 stieg Walter Mycroft zum Produktionschef der kurz zuvor umgewandelten BIP, die nunmehr Associated British Picture Corporation hieß auf. Kurz nachdem sein großer Förderer, BIP-Chef John Maxwell, gestorben war, begann Mycrofts rascher Niedergang. Zum Jahresende 1941 wurde Mycroft, der in diesem Jahr auch als Filmregisseur debütiert hatte, von den neuen Chefs gefeuert und war nun bis zu seinem Tode kaum mehr als Filmproduzent tätig. Zum Zeitpunkt seines Todes im Londoner New End Hospital im Juni 1959 hatte Walter Mycroft zwar seine Memoiren bereits geschrieben, aber nicht veröffentlicht. Dies geschah erst stark verspätet, im Jahre 2006. Seine Erinnerungen wurden unter dem Titel The Time of My Life herausgebracht. Walter Mycroft hatte fünf jüngere Geschwister: vier Schwestern und als ältesten einen Bruder.
Filmografie als Produzent
1929: Die Nacht nach dem Verrat (The Informer) 1931: Poor Old Bill 1932: Men Like These 1932: Sleepless Nights 1932: For the Love of Mike 1933: Red Wagon 1933: A Southern Maid 1934: Give Her a Ring 1934: The Warren Case 1934: My Old Duchess 1934: The Luck of a Sailor 1934: Dein ist mein Herz (Blossom Time) 1935: The Student's Romance 1935: Drake of England 1935: Wien, Wien, nur du allein (Heart's Desire) 1935: Mimi – Der Roman einer großen Liebe (Mimi) 1935: Dance Band 1935: Invitation to the Waltz 1936: A Star Fell from Heaven 1936: Sensation 1936: The Tenth Man 1936: Living Dangerously 1937: Spring Handicap 1937: Please Teacher 1937: Glamorous Night 1937: The Dominant Sex 1938: Premiere 1938: Star of the Circus 1938: Queer Cargo 1938: Oh Boy! 1938: Marigold 1939: Murder in Soho 1939: Hell’s Cargo 1939: Lucky to Me 1939: Yes, Madam? 1939: The Outsider 1940: The House of the Arrow 1940: The Middle Watch 1940: The Flying Squad 1941: The Farmer‘s Wife 1941: Spring Meeting 1941: Banana Ridge 1947: Comin' Thro the Rye 1952: The Woman's Angle
als Drehbuchautor
1928: Dulderin Weib (Tesha) 1930: Elstree Calling 1930: Mord – Sir John greift ein! (Murder!) 1930: The Man from Chicago 1931: Dreyfus (englische Version) 1931: Keepers of Youth 1931: Let's Love and Laugh 1932: Money for Nothing 1932: Carmen 1941: Spring Meeting 1941: Banana Ridge 1947: The Phantom Shot
als Regisseur (komplett)
1941: My Wife's Family 1941: Spring Meeting 1941: Banana Ridge 1947: Comin' Thro the Rye (auch Filmrolle)
Einzelnachweise
Weblinks Biografie auf the.hitchcock.zone
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