15. Leichtathletik-Europameisterschaftenzentriert|100px Stadt Stadion Stadion Poljud Wettbewerbe 43 (Männer: 24 / Frauen: 19) Weltrekorde 1 Weitere Europarekorde 1 Eröffnung 27. August 1990 Schlussfeier 1. September 1990 Chronik ← Stuttgart 1986 Helsinki 1994 → Medaillenspiegel (Endstand nach 43 Entscheidungen) Platz Land 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 12 12 10 34 2 9 5 4 18 3 6 9 6 21 4 5 2 5 12 5 3 2 5 10 6 3 2 2 7 7 2 1 – 3 8 1 – 1 2 9 1 – – 1 1 – – 1 Vollständiger Medaillenspiegel Die 15. Leichtathletik-Europameisterschaften fanden vom 27. August bis zum 1. September 1990 in der damals jugoslawischen Stadt Split statt. Die Wettkämpfe wurden mit Ausnahme der Marathonläufe und der Gehwettbewerbe im Stadion Poljud ausgetragen.

Teilnehmer Bei diesen Europameisterschaften gab es zum letzten Mal zwei deutsche Teams. Einen Monat vor der Wiedervereinigung Deutschlands trat zum letzten Mal eine DDR-Mannschaft bei internationalen Meisterschaften an. Auch für die Sowjetunion gab es einen letztmaligen gemeinsam Auftritt bei Leichtathletik-Europameisterschaften, bevor das Land nach einer Übergangsphase mit einer Mannschaft aus der sogenannten Gemeinschaft Unabhängiger Staaten in den Jahren 1991 bis 1994 endgültig in verschiedene Teilstaaten zerfiel.

Wettbewerbe mini|hochkant=2| Im Wettbewerbsangebot gab es keine Änderungen gegenüber den Europameisterschaften 1986.

Doping Es gab zwei offiziell nachgewiesene Dopingfälle: Wjatscheslaw Lycho, Sowjetunion, Kugelstoßen – zunächst Bronzemedaillengewinner. Er wurde der Einnahme von Pseudoephedrin überführt. Die Medaille wurde ihm aberkannt, er erhielt eine dreimonatige Sperre.List of doping cases in athletics, ipfs.io, abgerufen am 30. Dezember 2022OLYMPICS / Barcelona 1992: Athletics: A clean sweep for former drug takers, independent.co.uk, 1. August 1992, abgerufen am 30. Dezember 2022 Felicia Țilea, Rumänien, Speerwurf – zunächst auf Rang neun. Nachdem ihr Verstoß gegen die Antidopingbestimmungen nachgewiesen war, wurde ihre Platzierung annulliert und sie erhielt eine Sperre von zwei Jahren.Doping and sports, medicosport.eu (englisch), abgerufen am 30. Dezember 2022Doping bei EM. In: Neues Deutschland 6. Oktober 1990, neues-deutschland.de, abgerufen am 30. Dezember 2022

Außerdem kam es zu einem bedauerlichen Irrtum. Der jugoslawische Weitspringer Borut Bilač wurde nach einer fehlerhaften Dopinganalyse vorübergehend disqualifiziert, erhielt jedoch 1991 seine Bronzemedaille zurück.Weitspringer rehabilitiert. In: Neues Deutschland 13. September 1991, neues-deutschland.de, 13. September 1991, abgerufen am 30. Dezember 2022

Sportliche Leistungen Im Medaillenspiegel lag das Team der letztmals auftretenden DDR mit 12 Goldmedaillen und 34 Medaillen insgesamt deutlich an der Spitze. Den zweiten Platz belegte Großbritannien mit 9 EM-Titeln und 18 Medaillen insgesamt. Die Sowjetunion kam auf 6 Titelgewinne und eine Gesamtzahl von 21 Medaillen. Italien hatte fünf Europameister aufzuweisen. Dahinter folgten mit je drei Goldmedaillen Frankreich – zweimal Silber/fünfmal Bronze – und die Bundesrepublik Deutschland – zweimal Silber/zweimal Bronze. Ausrichterland Jugoslawien hatte zwei Titelträger zu Buche stehen.

Das Leistungsniveau war wie so oft bei solchen internationalen Meisterschaften hoch. Es wurde ein Weltrekord aufgestellt: 4-mal-100-Meter-Staffel, Männer: Frankreich (Max Morinière, Daniel Sangouma, Jean-Charles Trouabal, Bruno Marie-Rose) – 37,79 s, Finale Außerdem gab es einen neuen Europarekord: 4-mal-400-Meter-Staffel, Männer: Großbritannien (Paul Sanders, Kriss Akabusi, John Regis, Roger Black) – 2:58,22 min, Finale Darüber hinaus wurden in zwölf Disziplinen fünfzehn neue oder egalisierte Meisterschaftsrekorde registriert. In weiteren sechs Disziplinen wurden sechs Landesrekorde neu aufgestellt. Eine Athletin errang drei Goldmedaillen bei diesen Meisterschaften: Katrin Krabbe (DDR) – 100 Meter, 200 Meter, 4-mal 100 Meter Fünf Athleten errangen je zwei Goldmedaillen: Salvatore Antibo (Italien) – 5000 Meter, 10.000 Meter John Regis (Großbritannien) – 200 Meter, 4-mal 400 Meter Roger Black (Großbritannien) – 400 Meter, 4-mal 400 Meter Kriss Akabusi (Großbritannien) – 400 Meter Hürden, 4-mal 400 Meter Grit Breuer (DDR) – 400 Meter, 4-mal 400 Meter Zehn der Europameister von 1990 hatten bereits vorher EM-Titel gewonnen: Roger Black (Großbritannien) – 400 Meter, Wiederholung seines Erfolgs von 1986/4-mal 400 Meter, Wiederholung seines Erfolgs von 1986, damit vierfacher Europameister Rosa Mota (Portugal) – Marathon, dritter Erfolg in Folge seit 1982, der ersten Austragung dieses Wettbewerbs bei Europameisterschaften, damit war sie dreifache Europameisterin Heike Drechsler (DDR) – Weitsprung, Wiederholung ihres Erfolgs von 1986, darüber hinaus Europameisterin 1986 über 200 Meter, damit dreifache Europameisterin Kriss Akabusi (Großbritannien) – 4-mal 400 Meter, Wiederholung seines Erfolgs von 1986, darüber hinaus Europameister 1990 über 400 Meter Hürden, damit dreifacher Europameister Linford Christie (Großbritannien) – 100 Meter, Wiederholung seines Erfolgs von 1986, damit zweifacher Europameister Gelindo Bordin (Italien) – Marathonlauf, Wiederholung seines Erfolgs von 1986, damit zweifacher Europameister Philip Brown (Großbritannien) – 4-mal 400 Meter, Wiederholung seines Erfolgs von 1986, damit zweifacher Europameister Brian Whittle (Großbritannien) – 4-mal 400 Meter, Wiederholung seines Erfolgs von 1986, damit zweifacher Europameister Sabine Günther (DDR) – 4-mal 100 Meter, Wiederholung ihres Erfolgs von 1986, damit zweifache Europameisterin Silke Möller (DDR) – 4-mal 100 Meter, Wiederholung ihres Erfolgs von 1986 (damals als Silke Gladisch), damit zweifache Europameisterin

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: WR Weltrekord ER Europarekord CR Championshiprekord NR nationaler Rekord BR bundesdeutscher Rekord NU23R nationaler U23-Rekord e egalisiert in inoffiziell w Rückenwindunterstützung über dem erlaubten Limit von 2,0 m/s DNF Wettkampf nicht beendet (did not finish) DSQ disqualifiziert

Resultate Männer 100 m mini|hochkant=0.9|Linford Christie verteidigte seinen Titel von 1986

Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Linford Christie 10,00 2 Daniel Sangouma 10,04 3 John Regis 10,07 4 Bruno Marie-Rose 10,10 5 Max Morinière 10,15 6 Darren Braithwaite 10,27 7 Wladimir Krylow 10,30 8 Steffen Görmer 10,42 Finale: 28. August

Wind: +2,2 m/s

Für die Aufnahme der im Finale erzielten Zeiten in Bestenlisten war der Rückenwind zu stark. Europameister Linford Christie hatte im Halbfinale mit 10,09 s einen neuen Meisterschaftsrekord aufgestellt.

200 m

Platz Athlet Land Zeit (s) 1 John Regis 20,11 CR 2 Jean-Charles Trouabal 20,31 3 Linford Christie 20,33 4 Stefano Tilli 20,66 5 Nikolaj Antonow 20,68 6 Oleg Fatun 20,77 7 Patrick Stevens 20,80 8 Sandro Floris 20,84 Finale: 30. August

Wind: ±0,0 m/s

400 m

Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Roger Black 45,08 2 Thomas Schönlebe 45,13 3 Jens Carlowitz 45,27 4 Cayetano Cornet 45,30 5 Norbert Dobeleit 45,42 6 Slobodan Branković 45,49 7 Nenad Djurović 46,19 8 Tomasz Jędrusik 46,25 Finale: 30. August

800 m

Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Tom McKean 1:44,76 2 David Sharpe 1:45,59 3 Piotr Piekarski 1:45,76 4 Andrei Sudnik 1:45,81 5 Slobodan Popović 1:45,90 6 Tonino Viali 1:46,07 7 Giuseppe D’Urso 1:47,29 8 Matthew Yates 1:48,42 Finale: 29. August

1500 m mini|hochkant=1.2|Jens-Peter Herold setzte sich mit starkem Schlussspurt durch

Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Jens-Peter Herold 3:38,35 2 Gennaro Di Napoli 3:38,60 3 Mário Silva 3:38,73 4 Peter Elliott 3:39,07 5 Steve Cram 3:39,08 6 José Luis González 3:39,15 7 Han Kulker 3:39,85 8 Markus Hacksteiner 3:40,44 Finale: 1. September

5000 m

Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Salvatore Antibo 13:22,00 2 Gary Staines 13:22,45 3 Sławomir Majusiak 13:22,92 4 Dionísio Castro 13:23,99 5 Jonny Danielsson 13:24,16 6 Risto Ulmala 13:25,08 7 Stefano Mei 13:27,13 8 Harri Hänninen 13:28,22 Finale: 1. September

10.000 m

Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Salvatore Antibo 27:41,27 2 Are Nakkim 28:04,04 3 Stefano Mei 28:04,46 4 Antonio Prieto 28:05,35 5 Richard Nerurkar 28:07,81 6 José Manuel Albentosa 28:11,00 7 Ezequiel Canário 28:11,95 8 Marti ten Kate 28:12,53 Datum: 27. August

Marathon

Platz Athlet Land Zeit (h) 1 Gelindo Bordin 2:14:02 2 Gianni Poli 2:14:55 3 Dominique Chauvelier 2:15:20 4 Salvatore Bettiol 2:17:45 5 José Montiel 2:17:51 6 Geoff Wightman 2:18:01 7 Karel David 2:18:05 8 Manuel Matias 2:18:52 Finale: 1. September

110 m Hürden

Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Colin Jackson 13,18 CR 2 Tony Jarrett 13,21 3 Dietmar Koszewski 13,50 4 Tomasz Nagórka 13,55 5 Wladimir Schischkin 13,55 6 Philippe Tourret 13,61 7 Sjarhej Ussau 13,65 Igors Kazanovs Finale: 31. August

Wind: +2,0 m/s

400 m Hürden

Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Kriss Akabusi 47,92 2 Sven Nylander 48,43 3 Niklas Wallenlind 48,52 4 Vadim Zadoinov 48,61 5 Stéphane Diagana 48,92 6 Carsten Köhrbrück 48,95 7 José Alonso 49,77 8 Edgar Itt 49,83 Finale: 29. August

3000 m Hindernis

Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Francesco Panetta 8:12,66 CR 2 Mark Rowland 8:13,27 3 Alessandro Lambruschini 8:15,82 4 Angelo Carosi 8:17,48 5 William Van Dijck 8:21,71 6 Tom Hanlon 8:21,73 7 Hagen Melzer 8:22,48 8 Bruno Le Stum 8:23,39 Finale: 30. August

4 × 100 m Staffel

Platz Land Athleten Zeit (s) 1 Max MorinièreDaniel SangoumaJean-Charles TrouabalBruno Marie-Rose 37,79 WR 2 Darren BraithwaiteJohn RegisMarcus AdamLinford Christie 37,98 3 Mario LongoEzio MadoniaSandro FlorisStefano Tilli 38,39 4 Innokenti ScharowWladimir KrylowOleg FatunAlexander Sokolow 38,46 5 György BakosLászló KaraffaPál RezákAttila Kovács 39,05 6 Florencio GascónEnrique TalaveraJosé Javier ArquesLuís Rodríguez 39,10 7 Fernando DamásioPedro CurveloPedro AgostinhoLuis Barroso 39,33 Finale: 1. September

Aufgrund der in den beiden Vorläufen bestehenden Regeln qualifizierten sich von den neun angetretenen Staffeln nur sieben für das Finale.

4 × 400 m Staffel

Platz Land Athleten Zeit (min) 1 Paul SandersKriss AkabusiJohn Regis (Finale)Roger Black (Finale)im Vorlauf außerdem:Brian WhittlePhilip Brown 2:58,22 ER 2 Klaus JustEdgar Itt (Finale)Carsten KöhrbrückNorbert Dobeleit (Finale)im Vorlauf außerdem:Ulrich SchlepützJörg Vaihinger 3:00,64 3 Rico LiederKarsten Just (Finale)Thomas SchönlebeJens Carlowitzim Vorlauf außerdem:Jan Lenzke 3:01,51 4 Andrea MontanariVito Petrella (Finale)Roberto RibaudAndrea Nuti (Finale)im Vorlauf außerdem:Alessandro AimarFabio Grossi 3:01,78 5 Nenad DjurovicSlobodan PopovicIsmail MacevSlobodan Branković (Finale)im Vorlauf außerdem:Dejan Jovković 3:02,46 6 Antonio SánchezCayetano Cornet (Finale)Moises FernandezJosé Luis Palaciosim Vorlauf außerdem:Manuel Moreno 3:02,74 7 Christophe ZapataStéphane DiaganaPatrick BarréOlivier Noirot 3:03,33 8 Dmitri GolowastowAlexei BasarowVadim Zadoinov (Finale)Aivar Ojastuim Vorlauf außerdem:Alexei Petuchow 3:04,17 Finale: 1. September

20 km Gehen

Platz Athlet Land Zeit (h) 1 Pavol Blažek 1:22:05 2 Daniel Plaza 1:22:22 3 Thierry Toutain 1:23:22 4 Robert Korzeniowski 1:23:47 5 Valentí Massana 1:23:53 6 Walter Arena 1:24:16 7 Bernd Gummelt 1:24:33 8 Giovanni De Benedictis 1:24:51 Datum: 28. August

50 km Gehen

Platz Athlet Land Zeit (h) 1 Andrei Perlow 3:54:36 2 Bernd Gummelt 3:56:33 3 Hartwig Gauder 4:00:48 4 Basilio Labrador 4:02:05 5 José Marín 4:02:53 6 Valentin Kononen 4:03:07 7 Giovanni Perricelli 4:03:36 8 Sandro Bellucci 4:03:46 Datum: 31. August

Hochsprung mini|hochkant=0.9|Dragutin Topić siegte bei drei höhengleichen Springern aufgrund der Fehlversuchsregel

Platz Athlet Land Höhe (m) 1 Dragutin Topić 2,34 CRe 2 Alexei Jemelin 2,34 CRe 3 Georgi Dakow 2,34 CRe 4 Sergej Dimtschenko 2,31 Dalton Grant 2,31 Dietmar Mögenburg 2,31 7 Luca Toso 2,28 8 Ralf Sonn 2,28 Arturo Ortiz 2,28 Finale: 1. September

Stabhochsprung