Hermann Saalfrank (auch: Hans Saalfrank) (* 19. Jahrhundert; † nach 1920) war ein deutscher Kameramann.
Hintergrund Saalfrank wirkte in der Stummfilmzeit als Laufbildphotographneben „Kinooperateur“ war dies die amtliche Berufsbezeichnung, bevor „Kameramann“ allgemein üblich wurde. und ist in Filmen zwischen 1912 und 1921 nachweislich.
Er drehte hauptsächlich Abenteuer- und Kriminalsujets, darunter mehrere nach Manuskripten von Jane Beß, bei denen Wolfgang Neff Regie führte.vgl. G. Schulz, Jane Beß, 15. September 2015. Dabei arbeitete er mehrfach mit anderen Kameramännern wie Josef Dietze, Heinrich Gärtner, Eugen Hrich, Kurt Lande und Erich Nitzschmann zusammen.
Seine künstlerisch vielleicht bedeutendste Arbeit ist die Gestaltung der ‘Altdeutschen Episode’ in Fritz Langs Film Der müde Tod zusammen mit Nitschmann.
Filmografie 1912: Wie sich das Kino rächt [Kurzfilm, 1 Akt = 12 min.] [GECD #38540] 1918: Kinder der Strasse [GECD #27023] 1920: Menschliche Hyänen 1920: Der Unerkannte (als Hans Saalfrank, mit Josef Dietze) 1920: Der schwarze Gast 1920: Die Frau ohne Dienstagnach dem 1919 erschienenen Roman von Siegfried Trebitsch [GECD #22467] 1920: Apachenrache, 3. Teil: Die verschwundene Millionmit “Apachen” sind hier nicht Angehörige der Pariser Unterwelt gemeint, sondern véritable „schurkische Rothäute“, und in dem Zweiteiler “Lola, die Apachenbraut” (1921; R: Wolfgang Neff) „wird das Unterweltmilieu aus Nachfahren von Indianern, Schwarzen sowie arbeitslosen Zirkusleuten gebildet“, vgl. Alexander Schwarz, Das Drehbuch, S. 33. 1920: Die Hand des Würgers 1920: Nat Pinkerton im Kampf, 1. Teil: Das Ende des Artisten BartoliniBela Lugosi, der sich von 1919 bis 1921 in Deutschland aufhielt, spielte hier einen Bandenchef. 1921: Großstadtmädels (3 Teile, als Hans Saalfrank) 1921: Ratten der Großstadt, 1. Teil: Die geheimnisvolle Nacht 1921: Nat Pinkerton im Kampf, 2. Teil: Diebesfallen 1921: Lola, die Apachenbraut (2 Teile) 1921: Das Achtgroschenmädel. Jagd auf Schurken (2 Teile)Drehbuch Jane Bess, mit Edith Posca als Magde Henway, „Detektivin aus Laune“. Achtgroschenmädel scheint eine Bezeichnung für eine bezahlte Spionin, Spitzelin oder eben Detektivin gewesen zu sein, vgl. G. Schulz, Jane Beß, 15. September 2015. 1921: Die Brillantenmieze (2 Teile) 1921: Das Kind der Straße (2 Teile, mit Eugen Hrich) 1921: Der müde Tod (Altdeutsche Episode, mit Erich Nitzschmann) 1922: Aus den Erinnerungen eines Frauenarztes, 2. Teil: Lüge und Wahrheit (mit Heinrich Gärtner und Kurt Lande)
Weblinks
Literatur Michael Esser, Cinema Quadrat (Hrsg.): Gleissende Schatten: Kamerapioniere der zwanziger Jahre. Verlag Henschel, 1994, ISBN 3-89487-216-0, S. 52 u. 253. Hanno Hardt, Elke Hilscher, Winfried B. Lerg (Hrsg.): Presse im Exil (= Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung. Band 30). Verlag Saur, München 1979, ISBN 3-598-02530-0, S. 44. Wolfgang Jacobsen, Jörg Schöning, Rudolf Arnheim, Stiftung Deutsche Kinemathek: Erich Pommer: ein Produzent macht Filmgeschichte. Verlag Argon, 1989, ISBN 3-87024-148-9, S. 173. Fabienne Liptay: WunderWelten: Märchen im Film (= Filmstudien. Band 26). Gardez!-Verlag, 2004, ISBN 3-89796-041-9, S. 431. Gesine Schulz: Jane Beß, Film-Schriftstellerin. bei wordpress.com, veröffentlicht am 15. September 2015. Ebenfalls bei syndikat.com “hall of fame”. Alexander Schwarz: Das Drehbuch: Geschichte, Theorie, Praxis. Verlegergemeinschaft Schaudig, Bauer, Ledig, München 1992, ISBN 3-926372-04-4. Ken Wlaschin: Silent Mystery and Detective Movies: A Comprehensive Filmography. Verlag McFarland, 2009, ISBN 978-0-7864-4350-5, S. 162.
Einzelnachweise
Kategorie:Kameramann Kategorie:Deutscher Kategorie:Person (Stummfilm) Kategorie:Geboren im 19. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann