mini|hochkant=1.4|Ausstellungsort Martin-Gropius-Bau in Berlin Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland war eine Archäologie-Ausstellung vom 21. September 2018 bis 6. Januar 2019 in Berlin, die aus Anlass des Europäischen Kulturerbejahres 2018 stattfand. Sie zeigte im Martin-Gropius-Bau die bedeutendsten archäologischen Funde der letzten 20 Jahre in Deutschland, die von der Altsteinzeit vor 300.000 Jahren bis ins 20. Jahrhundert reichten. Die über drei Monate andauernde Ausstellung hatte 120.000 Besucher.

Themen Mit den Funden aus Deutschland hatte die Ausstellung eine nationale Perspektive, die sie auf Europa ausweitete.Uta Baier: Himmelsscheibe zieht nach Berlin in Volksstimme vom 14. September 2018 Sie wollte anhand der Exponate aus allen Epochen der Menschheitsgeschichte zeigen bei sharingheritage.de, dass das Gebiet des heutigen Deutschlands schon immer in ein gesamteuropäisches Netzwerk eingebunden warEin Schöninger Speer wird zum Star von Berlin in Helmstedter Nachrichten vom 14. September 2018 und dass die Grundlagen für ein gemeinsames Europa schon vor mehreren tausend Jahren gelegt wurden.Sachsens Archäologie-Schätze werden in Berliner Ausstellung gezeigt bei sachsen.de vom 20. September 2018 Der Titel Bewegte Zeiten sollte deutlich machen, dass es zu allen Zeiten eine intensive Bewegung von Menschen und Dingen gab.Migration ist Anfang aller Entwicklung bei Tagesschau vom 26. September 2018

Die Ausstellung war nicht chronologisch in Epochen geordnet, sondern in die Themenbereiche Mobilität, Konflikt, Austausch und Innovation gegliedert. bei Focus Online vom 22. März 2018 Laut dem Ausstellungskurator und Berliner Landesarchäologen Matthias Wemhoff seien diese Themen das, „was den nervösen Kontinent Europa einst verbunden hat…“.Stars aus dem Untergrund bei Welt online vom 8. Januar 2018 Beim Thema Mobilität ging es um Migration, bei der Menschen ihre Heimat aus verschiedensten Gründen verlassen haben und deren Wege durch Hinterlassenschaften archäologisch greifbar sind. Beleuchtet wurden unter anderem vier große Migrationsereignisse in der Jungsteinzeit, die den Genpool der Europäer geformt haben. Das Thema Konflikt zeigte auf, dass Europa bis in die Gegenwart hinein durch kriegerische Auseinandersetzungen geprägt ist und dies in organisierter Form erstmals in der Bronzezeit nachweisbar ist. Im Ausstellungsbereich zum Thema Austausch lag der Fokus auf dem Warenverkehr, der in Europa in komplexen Austauschsystemen und durch weitgespannte Netzwerke bereits in der Jungsteinzeit vonstattenging. Anhand von Exponaten wurden Rohstoffgewinnung, Verteilung und Handel sowie die daraus resultierenden gesellschaftlichen und städtebaulichen Veränderungen beleuchtet. Das Thema Innovation zeigte die Auswirkungen des Fortschritts in technischer und auch geistiger Hinsicht auf den Alltag der Menschen sowie auf Produktion und Kriegsführung, da sich viele Innovationen archäologisch nachweisen lassen.

Exponate mini|Zentraler Ausstellungsbereich mit der Hafenmauer aus dem römischen Köln und Funden aus dem Hafenbecken mini|Fiktives Baustellenschild zur Erbauung des Lübecker Gründungsviertels ab dem Jahr 1158 In der Ausstellung wurden rund 1000 Exponate aus 300 Fundkomplexen gezeigt, die aus 16 Bundesländern stammten.Ticketverkauf für Archäologie-Schau startet in Tagesspiegel vom 23. März 2018 Sie kamen bis auf wenige Ausnahmen, darunter Frankreich und Polen, von Fundstellen im heutigen Deutschland. Es handelte sich fast ausschließlich um Neufunde aus den letzten 20 Jahren; die wenigen Altfunde wurden vor dem Sinnhintergrund der Ausstellung neu bewertet. Die Exponate stellten 70 leihgebende Einrichtungen zur Verfügung, darunter das paläon, das Niedersächsische Landesmuseum Hannover, das Oldenburger Landesmuseum für Natur und MenschLandesmuseum schickt Räder auf die Reise in Nordwest-Zeitung vom 29. August 2018, das Museum ErdingErdinger Archäologie-Schätze treten Berlin-Reise an in Münchner Wochenanzeiger vom 1. September 2018, das Museum QuintanaKünzinger Funde werden in Berlin ausgestellt in Wochenblatt vom 17. August 2018, das Archäologische Museum HamburgVera Fengler: Ausstellung: Wie man Archäologie entstaubt in Hamburger Abendblatt vom 27. September 2018 sowie das Federseemuseum.Geheimnisvolle Maske aus dem Moor geht auf Reisen in Schwäbische vom 13. September 2018 Allein 379 Funde aus Schleswig-Holstein steuerte das Museum für Archäologie Schloss Gottorf bei., Medieninformation auf Landesportal Schleswig-Holstein Die Transporte der Exponate nach Berlin erfolgten zum Teil mit klimatisierten SpeditionsfahrzeugenBewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland bei Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege sowie in speziell angefertigten Klimakisten.Archäologische Funde aus Freising in Berlin in Süddeutsche Zeitung vom 28. August 2018 Der Rücktransport der Ausstellungsstücke fand Anfang 2019 statt.Wohlbehalten zurückgekehrt in Süddeutsche Zeitung vom 13. Februar 2019

Die vier Ausstellungsthemen Mobilität, Konflikt, Austausch und Innovation wurden im Erdgeschoss des Martin-Gropius-Baus auf einer Fläche von 1600 m² präsentiert. Zentraler Bereich der Ausstellung war der rund 800 m² große Lichthof, um den sich die Räume zu den einzelnen Themenbereichen gruppierten. Den Mittelpunkt der Ausstellung bildeten im Lichthof Funde aus dem Hafenbereich des römischen Kölns (Colonia Claudia Ara Agrippinensium).Christoph Mohr: Kölner Scherben in Berlin – Die große Archäologie-Ausstellung „Bewegte Zeiten“ zeigt Funde aus dem U-Bahn-Bau in report-K vom 6. Dezember 2018 Zentrales Exponat war dabei ein fast 2000 Jahre alter Abschnitt der Hafenmauer als 12 Meter lange und 3,5 Meter hohe Spundwand aus 22 Eichenbohlen.Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland bei Römisch-Germanisches Museum Das spektakulärste Exponat war die Himmelsscheibe von Nebra, die als Höhepunkt in einem abgedunkelten Raum mit drei bronzezeitlichen Goldhüten präsentiert wurde.Rolf Brockschmidt: Die Menschen saßen nie still in Tagesspiegel vom 22. September 2018 Die Himmelsscheibe wird normalerweise nicht ausgeliehen und verließ erstmals seit über zehn Jahren das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle. in Die Zeit vom 23. Dezember 2017 Sie soll mit 100 Millionen Euro versichert gewesen sein.Geraldine Oetken: in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 26. September 2018 Rund 200 Exponate aus dem Lübecker Gründungsviertel repräsentierten den mittelalterlichen Handel. Hierzu gab es in der Ausstellung einen eigenen Raum, der auf zwei Seiten einem im Jahr 2009 entdeckten mittelalterlichen Keller aus normierten Holzteilen nachgebildet war.Lübeck schickt Schätze aus Gründungsviertel nach Berlin in Lübecker Nachrichten vom 13. März 2018 In einem weiteren Raum bearbeiteten Angehörige der Jugendbauhütte Lübeck Eichenstämme, um vor den Museumsbesuchern einen Nachbau des Holzkellers herzustellen.Astrid Wulf Neuer alter Lübecker Holzkeller zieht nach Berlin bei ndr.de vom 27. August 2018

Besondere Exponate und Fundkomplexe

Organisation mini|Die Archäologen Michael Rind und Matthias Wemhoff als Ausstellungsveranstalter bei der Pressekonferenz zur Eröffnung mini|Die Kuratoren der Ausstellung Susanne Kuprella und Benjamin WehryBenjamin Wehry/Susanne Kuprella: Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland Veranstaltungsankündigung bei Hannover historisch Veranstalter der Ausstellung waren der Verband der Landesarchäologen und das Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte, dessen Leiter Matthias Wemhoff sie federführend mitkonzipiert hatte.Karolin Korthase: Wer waren wir und wenn ja, wie viele? Bewegte Zeiten in der Archäologie im Blog der Staatlichen Museen zu Berlin Die Schau wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Kuratorium Preußischer Kulturbesitz als Unterstützer der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gefördert.

Die offizielle Eröffnung am 20. September 2018 im Berliner Abgeordnetenhaus nahm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Beisein des Bundesratsvorsitzenden Michael Müller vor.Eröffnung der Ausstellung „Bewegte Zeiten“ bei bundespräsident.de vom 20. September 2018 Der Bundespräsident, der auch Schirmherr der Ausstellung warLübscher Holzkeller reist nach Berlin in Lübecker Nachrichten vom 28. August 2018, eröffnete seine Rede mit den Worten „Sous les pavés, la plage“ („Unter dem Pflaster liegt der Strand“). Mit dem Zitat als einem der Slogans der Situationistischen Internationale sprach er die verborgenen Geheimnisse unter der Erdoberfläche an. in Focus Online vom 28. September 2018

Die Schau war nach 1975 in Köln mit Das neue Bild der alten WeltEinsicht aus Abfall in Der Spiegel vom 7. Juli 1975 und nach 2003 in Bonn und Berlin mit Menschen – Zeiten – Räume. Archäologie in Deutschland Menschen - Zeiten - Räume. Archäologie in Deutschland. 06.12.2002 bis 31.03.2003 die dritte deutschlandweite Archäologie-AusstellungHimmelsscheibe von Nebra in Berlin in Westfälische Nachrichten vom 23. Dezember 2017 und die zweite, an der alle Landesarchäologen mitwirken. Klaus Krämer: Archäologische Schätze aus deutscher Erde – Ausstellung zeigt spektakuläre Funde bei Deutsche Welle vom 21. September 2018

Zum Begleitprogramm der Ausstellung Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland gehörten Veranstaltungen im Martin-Gropius-BauGropius Bau. Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland. Begleitprogramm und Führungen im historischen Berlin und archäologische Workshops durch die Bodendenkmalpflege des Landesdenkmalamtes Berlin. bei sharingheritage.de

Nach dem Ende der Ausstellung gab der Verband der Landesarchäologen bekannt, dass sie 120.000 Besucher hatte und das dies als ein Besucherrekord angesehen wird. Es fanden rund 500 Führungen statt und der Ausstellungskatalog in einer Auflage von 8000 Exemplaren war vergriffen.Susanne Kuprella: bei Verband der Landesarchäologen vom 24. Januar 2019

Rezeption Die Ausstellung wollte nach den Aussagen der Veranstalter keine reine Leistungsschau der deutschen Archäologie sein, wurde aber von den Medien beständig als solche charakterisiert. Laut der Wochenzeitung Die Zeit sei sie wegen der hochrangigen Exponate eine „Archäologie-Schau der Superlative“.Venus und Himmelsscheibe: Archäologie-Schau der Superlative in Die Zeit vom 20. September 2018Cosima Lutz: Archäologie-Schau der Superlative in Berlin in Berliner Morgenpost vom 21. September 2018 Die Süddeutsche Zeitung bewertete die Ausstellung als „eine im Großen und Ganzen überwältigende Schau“.Von wegen „gute alte Zeit“ in Süddeutsche Zeitung vom 26. Oktober 2018 Laut dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel gehöre sie zu den bisher „spektakulärsten Sonderausstellungen“ in Deutschland.Krieg im Blut in: Der Spiegel Nr. 39 vom 21. September 2018, S. 102, Online: Guido Kleinhubbert: Homo brutalis, der erste Deutsche vom 21. September 2018 (Bezahlschranke)

Kritik