mini|Mariä Himmelfahrt

Förtschendorf ist ein Gemeindeteil des Marktes Pressig im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Geographie Das Kirchdorf liegt im Frankenwald im Tal der Haßlach, eines rechten Nebenflusses der Rodach. Die Bundesstraße 85 führt nach Rothenkirchen (3,7 km südwestlich) bzw. nach Steinbach am Wald (5 km nördlich). Die Staatsstraße 2198 führt nach Teuschnitz (2,4 km nordöstlich).Entfernungsangaben gemessen, jeweils Luftlinie.

Geschichte Förtschendorf wurde erstmals 1248 urkundlich erwähnt.Geschichte und Gemeindeteile auf der Website pressig.de

Von 1558 bis 1997 bestand die Brauerei Leiner-Bräu. Es war die erste Exportbierbrauerei Frankens.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Förtschendorf 25 Anwesen (9 Güter, 3 Dreiviertelgüter, 1 Zweidrittelgut, 2 halbe Güter, 3 Viertelgüter, 4 Tropfhäuser, 2 Häuser, 1 Mahlmühle). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Teuschnitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft hatte das Kastenamt Teuschnitz. Neben den Anwesen gab es 1 Gemeindeschmiede und 3 Viertelgüter, die zu dieser Zeit unbewohnt waren.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 471. Unter Einberechnung der Gemeindeschmiede werden abweichend 26 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

Infolge der Säkularisation kam der Ort 1803 zu Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Förtschendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Hirschfeld zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Förtschendorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Teuschnitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenkirchen (1919 in Finanzamt Rothenkirchen umbenannt). 1837 wurde Förtschendorf dem Landgericht Ludwigsstadt zugeordnet. Von 1862 bis 1880 und von 1888 bis 1931 gehörte Förtschendorf zum Bezirksamt Teuschnitz, von 1880 bis 1888 und ab 1931 zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Ludwigsstadt (1879 in Amtsgericht Ludwigsstadt umbenannt, das 1956 zu einer Zweigstelle des Amtsgerichts Kronach wurde). Die Finanzverwaltung übernahm 1929 das Finanzamt Kronach.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 580. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 5,251 km².

1885 bekam Förtschendorf über die Frankenwaldbahn einen Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz.

Am 1. Mai 1978 wurde Förtschendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern in Pressig eingegliedert.

Im Steinbruch des Förtschendorfer Hartsteinwerks, in dem bis 2007 Grauwacke abgebaut wurde, kam es am 21. März 1963 zu einem Felsböschungsbruch. Dabei löste sich eine Felswand mit etwa 90.000 Kubikmeter Gestein.Helmut Körner, Walter Stephan: Standsicherheit und Bruch der Felsböschung im Grauwackensteinbruch Förtschendorf. In: Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft, Band 119 (1969), S. 246–269 Sieben Arbeiter verloren ihr Leben.Willibald Jungkunz: Tonnenschwere Erinnerung. In: np-coburg.de, 2. Januar 2019

Baudenkmäler Bamberger Str. 9, 11, 13: ehemalige Brauerei, bestehend aus Villa, Ökonomiegebäude und Wohnhaus mit Gaststätte Flößerweg 8: Hausfigur Saalfelder Straße 6 und Schützengrund 4: ehemalige Wohnstallhäuser Zwei Kruzifixe Wegkreuz Bildstock

Haus Nr. 8: eingeschossiger, ehemaliger Wohnstallbau mit Satteldach, 18. Jahrhundert; verschieferter Blockbau, an der Straßenseite befinden sich Reste dekorativer Bemalung, auf der Hofseite profilierte Balkenköpfe; der Stallteil wurde verändert.T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 43. Das Haus listete Tilmann Breuer in dem Buch Landkreis Kronach von 1964 mit seiner ursprünglichen Hausnummer als Kunstdenkmal auf. Es wird in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da es entweder nicht aufgenommen, abgebrochen oder stark verändert wurde.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Häuser Quelle 1818 124 25 1840 206 1852 253 1855 245 1861 247 1867 258 1871 287 42 1875 313 1880 304 1885 340 47 1890 311 52 1895 332 1900 350 58 Jahr Einwohner Häuser Quelle 1905 394 1910 438 1919 426 1925 468 68 1933 504 1939 505 1946 640 1950 671 81 1952 621 1961 563 94 1970 566 1987 479 134 2018 332 , abgerufen am 12. September 2018.

Wappen Blasonierung: In Blau schräg gekreuzt ein goldener Zweispitzpickel und ein goldener Schöpfkübel, belegt mit einer gesenkten silbernen heraldischen Lilie.

Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und nach St. Bartholomäus (Rothenkirchen) gepfarrt.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 471. Die katholische Filialkirche Mariä Himmelfahrt in Förtschendorf ist der Pfarrei in Rothenkirchen zugeordnet. Der Bau begann 1927, am 15. September 1929 wurde die Kirche durch den Bamberger Erzbischof Johann Jakob von Hauck geweiht. auf der Website des Ökumenischen Kirchenportals im Landkreis Kronach, abgerufen am 12. September 2018.

Öffentlicher Verkehr Förtschendorf hat einen Bahnhof an der Frankenwaldbahn, der stündlich von Regionalbahnen in Richtung Kronach und Saalfeld bedient wird.

Sonstiges Seit 2014 trägt ein Zug des Franken-Thüringen-Express den Namen Förtschendorf, nachdem der Ort bei einer Internetabstimmung im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl die zweitmeisten Stimmen erhalten hatte.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.

Kategorie:Geographie (Pressig) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1250 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)