mini|hochkant|Jonas Schmidt-Chanasit, 2026 Jonas Schmidt-Chanasit (* 25. März 1979 in Ost-Berlin als Jonas SchmidtSchmidt-Chanasit, Jonas. ) ist ein deutscher Virologe und Hochschullehrer. Er ist Professor für Arbovirologie an der Universität Hamburg und leitet außerdem die Abteilung Arbovirologie am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Er wurde einer breiten Öffentlichkeit durch seine medialen Auftritte während der Ebolavirus-Epidemie, Zikavirus-Epidemie und COVID-19-Pandemie bekannt.

Leben und Wirken Nach seinem Abitur am Erich-Fried-Gymnasium in Berlin-Friedrichshain studierte Schmidt-Chanasit zwischen 2000 und 2006 Humanmedizin an der Charité in Berlin. Dort wurde er 2006 an der Medizinischen Fakultät mit der Dissertation über die „Entwicklung und Validierung serologischer Testverfahren zum Nachweis importierter Hantavirusinfektionen“ zum Doktor der Medizin promoviert. Während der Erarbeitung der Dissertation war er als Gastwissenschaftler an der Kasetsart-Universität in Bangkok tätig. Anschließend arbeitete er als Postdoktorand unter Hans Wilhelm Doerr am Institut für Medizinische Virologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und habilitierte sich dort 2010 im Fach Virologie. Seit 2010 leitet er gemeinsam mit Stephan Günther das Kooperationszentrum der WHO für Arboviren und hämorrhagische Fieberviren am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Nach Rufen an die Universitäten Greifswald und Frankfurt am Main ist er seit 2018 Inhaber des Lehrstuhls für Arbovirologie an der Universität Hamburg. Schmidt-Chanasit ist Autor oder Co-Autor von mehr als 300 wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Schmidt-Chanasit ist Flottenarzt der Reserve in der Bundeswehr und Vorstandsmitglied in der Hamburger Gesellschaft für Thaiistik an der Universität Hamburg. Dort gibt es am Asien-Afrika-Institut eine Abteilung für Thaiistik.

Er ist verheiratet, Vater eines Sohnes und einer Tochter und lebt mit seiner Familie in Berlin und Bangkok in Thailand.

Forschungsschwerpunkte Die von Schmidt-Chanasit geleiteten Forschungsgruppen befassen sich mit Emerging und Re-Emerging Viruses (z. B. Ebola-Virus, Borna-Virus, Zika-Virus, Chikungunya-Virus oder Usutu-Virus). Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den durch Stechmücken und andere saugstechende Gliederfüßer übertragenen Viren (Arboviren). Insbesondere wird die Interaktion zwischen Arboviren und ihren Vektoren erforscht und wie diese die Virusevolution beeinflusst. Darüber hinaus werden in den Forschungsgruppen Modelle entwickelt, um Arbovirus-Epidemien besser vorhersagen zu können. Das in den DACH-Ländern verbreitete FSME-Virus gehört ebenfalls zu seinen Forschungsgebieten.Katharina Achazi, Daniel Růžek, Oliver Donoso-Mantke, Mathias Schlegel, Hanan Sheikh Ali, Mathias Wenk, Jonas Schmidt-Chanasit, Lutz Ohlmeyer, Ferdinand Rühe, Torsten Vor, Christian Kiffner, René Kallies, Rainer G. Ulrich, and Matthias Niedrig: Rodents as Sentinels for the Prevalence of Tick-Borne Encephalitis Virus. In: Vector-Borne and Zoonotic Diseases. Jun 2011. 641–647. doi.org/10.1089/vbz.2010.0236

Medienpräsenz In deutschen Medien wird Schmidt-Chanasit immer wieder zu Viruskrankheiten und deren Ausbreitungsrisiko befragt. So äußerte der Experte sich unter anderem 2014 zu Beginn der Ebola-Epidemie in Westafrika und Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien zur Denguefieber-Situation in Brasilien Mehrfach teilte er auch seine Einschätzung bezüglich der Zika-Epidemie der Jahre 2015/2016. Auch zu späteren Ausbruchsgeschehen wie dem Hantavirusausbruch auf der Hondius 2016 äußerte er sich als Experte.

Besonders präsent in den Medien war Schmidt-Chanasit während der weltweiten COVID-19-Pandemie. Unter anderem äußerte er sich zur Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten und gab seine Einschätzung zu Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Einer allgemeinen Maskenpflicht stand er im März 2020 zu Beginn der Pandemie skeptisch gegenüber, weil er zum damaligen Zeitpunkt keinen wissenschaftlichen Beleg für deren Wirksamkeit sah. Er äußerte zudem die Sorge, dass es zu möglichen Versorgungsengpässen im Gesundheitswesen kommen könnte. Im November 2021 kritisierte Schmidt-Chanasit die Abschaffung der kostenlosen Corona-Tests vertrat die Ansicht, dass die 2G-Regelung eine „Scheinsicherheit“ gebe.

Im Sommer 2026 sprach sich Schmidt-Chanasit für eine umfassende Aufarbeitung der COVID-19-Pandemie aus. Zu diesem Zweck schlug er die Einrichtung einer Wahrheits- und Versöhnungskommission vor, die Fehlentscheidungen und gesellschaftliche Folgen der Pandemiepolitik untersuchen und zur Wiederherstellung von Vertrauen in Wissenschaft und Institutionen beitragen solle. Wichtig erscheint ihm auch eine strukturelle Neuordnung der wissenschaftlichen Beratung.

Auszeichnungen und Ehrungen 2004 Zondek Prize, Charité Universitätsmedizin 2007 Roche-Prophac Award, Roche Diagnostics 2014 Wissenschaftspreis „Klinische Virologie“, Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten und Gesellschaft für Virologie

Literaturübersichten Publikationen bei PubMed Publikationen bei ORCID Publikationen bei Google Scholar Publikationen bei Scopus

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Einzelnachweise

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